Vectr – Ein Grafikeditor als WordPress-Plugin

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen...

Vectr ist schon länger als Web-App oder downloadbare App für Mac OS, Windows und Linux zu haben. Jetzt kannst du damit sogar in WordPress Grafiken bearbeiten – per WordPress-Plugin. Und auch wenn der Name ein reines Vektor-Programm vermuten lässt, können doch auch Fotos verwendet werden. Ein Blick auf die Möglichkeiten dieser Erweiterung zur Bildbearbeitung direkt in WordPress.

Was ist und kann Vectr?

Für einen ersten Test empfehle ich die Web-App, die wir in diesem Beitrag schon einmal ausführlicher vorgestellt haben. Du startest mit einem weißem Blatt Papier. Links die Ebenen und Werkzeuge, rechts tauchen die Optionen auf, immer passend zur erstellten Form. Diese werden über die Werkzeuge durch Klicken und Ziehen erzeugt, wobei Rechtecke (auch abgerundet) und Ellipsen als Grundformen dienen. Von Hand zeichnest du mit dem Zeichenstift oder einem Buntstift.

WordPress-Plugin für Vektoren

Neben den Grundformen werden noch speziellere Formen geboten (ähnlich denen unter dem Eigene-Form-Werkzeug bei Adobe Photoshop). Ein Text-Werkzeug erlaubt die Beschriftung und auch ein Upload von Fotos ist möglich. Alles eher reduziert, aber für einfache Beschriftungen und geometrische Grundformen eine nützliche Basis.

Vectr als Plugin

Vectr als Plugin verzahnt die Software mit WordPress. Laut Hersteller ist es der erste Vektor-Grafik-Editor in WordPress als natives Plugin. Wie auch von den Apps gewohnt ist es leicht möglich, 2D-Grafiken zu erstellen oder zu bearbeiten – direkt von der WordPress-Oberfläche aus. So kannst du Bilder um Text ergänzen, Wasserzeichen oder Logos hinzufügen und natürlich eigene Vektorgrafiken zeichnen.

Preis: Kostenlos
Twitter: @vectrlabs
Download: WordPress.org
Website: www.vectr.com

Ein typischer Workflow im WordPress-Plugin

1. Sobald du das WordPress-Plugin installiert hast, wird die Schaltfläche zum Start von Vectr im Bearbeitungsfenster aller Seiten und Beiträge angezeigt. Nun reicht ein Klick, um Vectr im eingebetteten Editor direkt in der WordPress-Oberfläche zu starten.

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2. Ein Login (oder eine erste Anmeldung) garantiert, dass die erstellten Werke auch in der Desktop-Anwendung als Projekt gespeichert werden.

Workflow im Plugin

3. Werde kreativ und nutze Vectr: du kannst Fotos oder Grafiken im PNG-, JPEG-, SVG-, EPS- oder AI-Format (also auch die typischen Illustrator-Formate) hochladen und nach Belieben bearbeiten.

Am Ende deiner Bearbeitung drückst du die grüne Schaltfläche in der rechten, oberen Ecke des Editors und sofort wird dein Bild in den Beitrag oder der Seite eingefügt. Das Ergebnis kann dann (wie auch von jedem anderen Bild gewohnt) in WordPress formatiert werden, um es etwa um eine „Alt-Tag“-Beschreibung zu ergänzen oder die Optionen zum Ausrichten zu nutzen.

Ausblick auf weitere Features

Erst kürzlich ist das Gruppieren von Ebenen hinzu gekommen, wie auch das Einstellen eines Radius für jeden Punkt der Vektorgrafik. Folgen sollen ein Marktplatz, zum freien Teilen oder Verkaufen von Designs, eine Editor-API, um das Plugin für alle gängigen CMS-Systeme und Plattformen verfügbar zu machen, und eine Google-docs ähnliche Option zur Zusammenarbeit an einem Dokument in Echtzeit.

Was ich mir auch in den Adobe-Produkten wünsche, ist eine eingebaute Versionskontrolle – keine weiteren Dateien mit “design_version_1”, “design_version_2_final”, ect.. Angedacht ist, dass einfach nur ein Link auf ein Vectr-Dokument gesendet wird, und der Empfänger jede Version des Designs in einer Datei überprüfen kann.

Weitere Features

Bekannte Probleme

Es gibt einige wenige Einschränkungen: so ist es recht schwierig, Objekte auf einer Seite auszurichten, und es gibt keine leichte Möglichkeit, Verläufe zu bearbeiten. Wenn ich ein Foto hochlade, werden sofort 3 weitere Kopien angelegt. Ein Bug oder ein Feature, jedenfalls gibt es noch genügend Luft nach oben.

Bugs

Fazit

Die Idee, Vektor- oder Bildbearbeitungsprogramme allgemein direkt im Backend von WordPress anzubieten, ist für einfache Anpassungen und Ergänzungen interessant. Komplexere Grafiken werden dort aber eher nicht entstehen: einmal wegen den reduzierten Anzahl an Werkzeugen, aber auch, um für den kreativen Prozess die perfekte Umgebung zu genießen.

Wer nur eben schnell einen Text direkt auf ein Foto schreiben möchte, um diesem eine weitere Information mitzugeben, wird an diesem Plugin seinen Spaß haben.

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.