Vectr 1.0: Vektorgrafiken für jedermann

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Vectr ist eine brandneue Grafiksoftware aus Taipei. Fast zwei Jahre arbeiteten die Gründer im Verborgenen am Release des ambitionierten Projekts. Vor zwei Tagen dann beendeten sie die Betaphase und entließen die Software in die freie Wildbahn.

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Vectr: Plattformunabhängig, kostenlos, leistungsfähig

Vectr will nicht weniger sein als das Google Docs der Vektorbearbeitung und ein besserer Wettbewerber zu Inkscape. In der Tat ist das Featureset erstaunlich. Vectr kann als Web-App oder als downloadbare App für Mac OS, Windows und Linux verwendet werden. Die Funktionalität ist identisch. Die Web-App ist unter Chrome offline-fähig.

Derzeit arbeitet das Team daran, Integrationen mit Slack und WordPress zu erstellen. Damit kannst du in Slack visuell kommunizieren. In WordPress wirst du per Plugin sogar direkt Grafiken bearbeiten können.

Generell ist Vectr für jede Art von 2D-Grafik geeignet und darf somit durchaus auch zur Konkurrenz von Canva gerechnet werden, das wir dir hier vorstellten. Ähnlich wie Canva findest du in Vectr vordefinierte Layouts der großen sozialen Medien, die du nur noch mit Inhalten füllen musst. Allerdings ist Vectr weitaus leistungsfähiger als Canva, was in Anbetracht der Tatsache, dass es bislang komplett kostenfrei ist, schon beachtlich ist.

Anders als Canva richtet sich Vectr nicht bloß an die Fraktion der Präsentanten, Blogger und Social Medians. Vielmehr ist Vectr leistungsfähig genug, sogar komplexe Aufgabenstellungen zu lösen.

Vectrs UI kommt einem bekannt vor. (Illustration: Vectr)

Vectrs UI kommt einem bekannt vor. (Illustration: Vectr)

So ist etwa für das Webdesign besonders interessant, dass du Vectr-Grafiken direkt in deine Designs einbauen kannst. Wenn du sie dann mit Vectr bearbeitest, werden die Änderungen automatisch auf der Website, die die Grafik verwendet, aktualisiert. Praktisch, oder?

Wie du dir sicherlich schon gedacht hast, lässt der Name Rückschlüsse auf die verwendete Technologie zu. Vectr arbeitet vektor-, nicht pixelbasiert und ist insofern auf einer Linie mit Inkscape oder Illustrator.

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Eines der fast fertig gestellten Kernfeatures des Produktes ist die Möglichkeit, in Teams gleichzeitig an den Grafiken zu arbeiten. Das soll, ganz ähnlich wie bei Google Docs, in Echtzeit funktionieren.

Vectr: Wo ist das Geschäftsmodell?

Vectr will dauerhaft kostenlos bleiben. Ob es in Zukunft kostenpflichtige Extras geben wird, ist derzeit nicht zu erkennen. Die erste Runde Seed-Funding konnte Vectr schon erfolgreich abschließen. Damit stellt sich die Frage nach dem Geschäftsmodell wohl eher früher als später.

Ein passendes Feature ist bereits in Planung. Es soll in Kürze einen Marktplatz geben, auf dem du Designs mit anderen teilen, verkaufen oder kaufen kannst. Der Marktplatz wird voll in den Editor integriert sein, so dass der Kaufprozess ohne Brüche während der Bearbeitung eines Projekts bei Bedarf durchlaufen werden kann.

Insgesamt ist das Team hinter Vectr äußerst ambitioniert, was du an der massiven Roadmap erkennst, die allein schon 55 in der Umsetzung teils anspruchsvolle Features listet, derer man sich in absehbarer Zeit annehmen will.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.