Rasantes Wachstum: Unsplash wird zu eigener Firma

Unsplash ist einer der am schnellsten wachsenden Provider kostenloser Fotos weltweit. Vermutlich ist diese Aussage sogar eher untertrieben. Unsplash hat ein beispielloses Wachstum vorzuweisen. Jetzt wird es als eigenes Unternehmen ausgegründet.

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Unsplash, von einer Handvoll Fotos zu einem der wichtigsten Fotoprovider für Kreative

Dr. Webs Leserinnen und Leser kennen Unsplash seit seinen Anfängen im Jahr 2013. Damals lief das kleine Projekt noch auf Tumblr. Das Credo lautete „10 kostenlose Bilder alle 10 Tage”. Das eigentliche Hosting der Bilder erfolgte zumeist in der Amazon-Cloud, später dann im Grunde überall wo Platz war. Unsplash war ein kleines Seitenprojekt der Projektplattform Ooomf.com, die sich kurze Teit später in Crew umbenannte.

Unsplash bot zu Beginn schon alle Bilder kostenlos unter der Lizenz Creative Commons Zero an, was in etwa der Gemeinfreiheit entspricht. Such- und Sortierfunktionen gab es keine, weshalb ich damals empfahl, den kostenlosen Newsletter zu abonnieren. Auf diese Weise bekamst du die 10 kostenlosen Bilder alle 10 Tage per E-Mail zugeschickt.

Unsplash schlug ein wie die sprichwörtliche Bombe. Auch wir bei Dr. Web waren durchaus begeistert und kuratierten immer wieder mal die Neuerscheinungen zu eigenen Beiträgen, wie etwa in diesem Artikel.

Hello, Unsplash Inc.

Wie Gründer Mikael Cho heute in einer E-Mail an die Newsletter-Empfänger mitteilt, konnte Unsplash direkt zu Beginn 20.000 Newsletter-Abonnenten gewinnen. Die Zahl wuchs innerhalb weniger Monate auf 80.000. Bei Crew sah man zwar, dass da etwas passierte, maß dem allerdings nicht die Bedeutung bei, die es letzlich hatte.

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Mit dem Umstieg auf eine eigene Plattform mit Suchmöglichkeiten stieg die Zahl der Downloads innerhalb kurzer Zeit von einer auf zehn Millionen Fotos. Wenige Monate später konnte die 30-Millionen-Marke geknackt werden.

Mit diesem Wachstum wuchs auch das Team von zunächst einer auf fünf Personen. Die Zahl der registrierten User geht inzwischen in die Millionen. Allein im November 2016 wurden eine Milliarde Fotoaufrufe gezählt. Pro Sekunde werden inzwischen drei Fotos von Unsplash heruntergeladen.

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Das rasante Wachstum von Unsplash. (Quelle: Crew)

Es kam letztlich, wie es kommen musste. Crew als Plattform hat mit Unsplash als Plattform im Grunde nichts zu tun. Inhaltliche Überschneidungen gibt es nicht. Dennoch betreibt ein und dasselbe Team bislang beide Services. Mit kleinen Seitenprojekten kann man so umgehen, ein Projekt mit der Größenordnung von Unsplash benötigt eine andere Vorgehensweise.

So überrascht es nicht, dass sich Crew und Unsplash voneinander trennen. Unsplash wird zu Unsplash, Inc. und erhält ein eigenes Team an Mitarbeitern. So können sich beide Firmen auf ihr jeweiliges Produkt fokussieren. Eine Sitzverlagerung ist mit der Trennung zunächst nicht verbunden. Sowohl Crew als auch Unsplash operieren weiterhin aus dem Collective & Café Workspace in Montréal.

Die E-Mail an die Newsletter-Abonnenten kannst du an dieser Stelle als Medium-Beitrag nachlesen.

(Hinweis: Die Fotos in diesem Beitrag stammen aus dem Unsplash-Portfolio.)

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.