Torpedo: Datei-Sharing mit Selbstzerstörungsautomatik

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Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Haufenweise Dienste zum Teilen von Dateien per Link bevölkern das Netz. Die meisten von ihnen wollen dabei möglichst viele Funktionen bieten, um sich von anderen zu differenzieren. Mich konnte deshalb bislang keiner der Dienste wirklich ansprechen. Das recht neue Torpedo aus dem Hause East Co. hingegen hat das geschafft. Mit Torpedo teilt man Dateien und versieht sie direkt mit einem Selbstzerstörungsmechanismus. Keine Social Media Integration, keine opulenten Bildergalerien, kein Speichern bis in alle Ewigkeit. Perfekt…

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Torpedo: Dateien zerstören sich nach Zeitablauf oder erfolgtem Download

Torpedo von East Co aus Chattanooga im amerikanischen Bundesstaat Tennessee ist ein auf seine Kernfeatures reduziertes Produkt. Genau das finde ich daran attraktiv. Torpedo ist in der Lage, Dateien jeder Art zu versenden. Während des Upload entscheiden Sie über das Haltbarkeitsdatum der Datei. Dabei haben Sie nur zwei Möglichkeiten.

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So können Sie entweder bestimmen, dass die Datei direkt nach dem Download durch die Zielperson, der Sie die erzeugte private URL zugeschickt haben, gelöscht wird. Oder Sie begrenzen die Haltbarkeit der Datei auf 48 Stunden, in denen selbige von jedermann herunter geladen werden kann, der über den privaten Link verfügt. Es ist nicht möglich, die Datei länger als 48 Stunden gespeichert zu halten.

Zusätzlich zum Sharing von Dateien bietet Torpedo die Möglichkeit des Teilens sogenannter Secrets. Hierbei handelt es sich um zu schützenden Text, etwa Benutzername-Passwort-Kombinationen, die man an andere senden muss. Während des Einkopierens der entsprechenden Textteile in das Secret erfolgt die Verschlüsselung. Eine entsprechende URL wird erzeugt und zum Auskopieren angeboten. Diese URL wird nicht bei Torpedo gespeichert, damit zum Beispiel die freundlichen Herren von der NSA nicht über Datenbankzugriffe die für die Entschlüsselung erforderliche URL abgreifen können. Generell erfolgt sämtlicher Datenverkehr verschlüsselt.

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Torpedo: Kostenloser Plan für Freelancer schon ausreichend

Torpedo existiert in einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Variante. In der kostenlosen Variante können Sie pro Tag zehn Uploads vornehmen. Diese können Sie aus Secrets und Dateien frei mischen. Die einzelne Datei darf maximal 35 MB groß sein. Trafficbegrenzungen gibt es keine. Die Begrenzung auf 10 Uploads ist übrigens nicht auf aktive Uploads beschränkt. Mit anderen Worten, es nützt nichts, wenn Sie manuell Dateien löschen, um wieder Platz zu schaffen.

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In der kostenpflichtigen Pro-Variante kostet Torpedo drei Dollar, also etwa 2,20 Euro im Monat. Der Plan ist jederzeit kündbar. Bindet man sich für ein Jahr, zahlt man etwa 22 Euro, bekommt also zwei Monate umsonst. Dafür erhält man dann eine unlimitierte Zahl täglicher Uploads. Die Größenbegrenzung für die einzelne Datei beträgt dann 250 MB. Ansonsten gibt es keine funktionalen Unterschiede zwischen den beiden Varianten.

Für den herkömmlichen Freelancer dürfte die kostenfreie Variante bereits ausreichend sein. In 35 MB kann man schon eine Menge Design und Code packen. Printdesigner könnten schon eher in Schwierigkeiten geraten. Andererseits sind 22 Euro als Jahresgebühr von jedermann ganz sicher zu verschmerzen. Ich jedenfalls habe spontan gebucht.

Torpedo: Bestückbar via Web und Mac-App

Torpedo steht als Web-App für die gängigen Browser zur Verfügung. In meinen Tests mit Chrome und Firefox funktionierte das Interface einwandfrei. Dateien können aus dem Explorer oder Finder oder wie auch immer Ihr Dateimanager heißt, direkt auf das Interface gezogen und dort los gelassen werden. Torpedo kümmert sich um den Upload. Allerdings müssen Sie die Dateien einzeln hochladen. Das liegt daran, dass während des Uploads direkt der Downloadlink generiert wird.

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Mac-Nutzer werden sich über die kostenfreie Mac-App freuen, die ab Mac OS X 10.8 aufwärts funktioniert und direkt von der Torpedo-Website geladen werden kann. Die App bedarf keiner Installation und kann direkt in den Programme-Ordner gezogen werden. Vorsichtige Naturen können die Mac-App auch aus dem Mac App Store beziehen.

Einmal gestartet, klinkt Torpedo sich als Icon rechts oben auf der Menüleiste Ihres Gerätes ein. Ziehen Sie Dateien und/oder zu verschlüsselnde Textteile auf dieses Icon. Dann wählen Sie das Verfallsprinzip und erhalten den Link über das Clipboard (Zwischenablage).

Wenn man ohnehin am Mac arbeitet, ist die App natürlich eine willkommene Erleichterung, ansonsten funktioniert die Web-Oberfläche auch ganz ordentlich. Der Empfänger der Links benötigt nur einen Browser, um den hinter dem Link liegenden Download zu erhalten. Folgendes Bild zeigt sich nach dem Klicken der empfangenen URL (beispielhaft, natürlich):

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Alles in allem spricht nichts gegen Torpedo, wenn man, wie ich, zur Zielgruppe derer gehört, die tatsächlich Dateien mit Verfallsdatum durch die Gegend schicken wollen. Wer mehr will, findet möglicherweise in Seafile eine Lösung.

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Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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1 Kommentar auf "Torpedo: Datei-Sharing mit Selbstzerstörungsautomatik"

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Uwe
Gast

Das macht mein kostenloser Dienst Zeta Uploader schon seit 2006. auch mit Windows-, web-, Konsolen- und Mac-Client. Und natürlich auch responsive auf mobilgeräten.

Wir haben nur nicht so einen coolen Namen.

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