Tipps und Tricks zu Adobe Photoshop Lightroom

Kein Beitragsbild

von Steffen Gatzke

Ganz gleich, ob Sie Bilder verwalten, retuschieren oder für die spätere Präsentation aufbereiten wollen, Lightroom ist ein vielseitiges Programm mit einer Fülle von Funktionen für den Umgang mit Bildern verschiedenster Formate. Tricks und Shotcuts helfen, das Optimum herauszuholen.

Photoshop Lightroom ist ein datenbank-basierendes Bildverwaltungsprogramm, das darauf zugeschnitten ist, viele tausend Fotos verwalten und auch bearbeiten zu können. Auch wenn es nicht die Funktionsfülle von Photoshop besitzt, hat es eine Menge an Funktionen und Einstellmöglichkeiten zu bieten.

Mit Lightromm erstellte Beispielgalerie im neuen Fenster

Workflow
Schon beim ersten Öffnen wird man förmlich vom Aussehen und der scheinbaren Funktionsvielfalt von Lightroom überwältigt. Doch, wenn man sich genauer umschaut, kann die Arbeitsfläche in fünf Teile gegliedert werden.

Ins Auge fällt die Fläche, auf der später das Bild angezeigt wird und bearbeitet werden kann. Links und rechts davon sieht man Menüs, welche über einen Pfeil am äußeren Rand minimiert werden können. Das Menü links ist für die allgemeine Bearbeitung, wie Vorlagen oder Ähnliches vorhanden und das rechte für spezielles Bearbeiten. Unterhalb der Arbeitsfläche ist der Filmstreifen, auch Filmstrip genannt, zu sehen. Diesen kann man optimal für die schnelle Auswahl von Bildern benutzen. Außerdem ist Lightroom in 5 Module aufgeteilt, das Library Modul, das Develop Modul, das Slideshow Modul, das Print Modul und das Web Modul. Wenn Sie zwischen den einzelnen Modulen wechseln wollen, nutzen Sie am besten die Shortcuts. Für den Library-Modus ist es die E-Taste und für den Develop-Modus die D-Taste.

Screenshot
die Arbeitsfläche von Adobe Photoshop Lightroom. Klicken für Vollbild.

Damit Sie in den 5 Modi nicht die Übersicht verlieren, empfiehlt es sich, so wenig Menüs offen stehen zu haben wie möglich. Am einfachsten ist es, wenn Sie immer nur das Menü geöffnet haben, welches Sie auch benutzen und dann den Rest schließen. Man kann die Menüs auch so einstellen, dass sie automatisch einklappen, indem man mit der rechten Maustaste auf den äußersten Rand des Menüs klickt und die entsprechende Option auswählt. Der Filmstrip wird am Besten auf Manual gestellt, da, wenn man die Toolbar benutzt, öfter auf den Pfeil kommt, der den Filmstrip einblendet und es ziemlich störend ist, wenn sich dieser dauernd öffnet.

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Wollen Sie beide Seitenmenüs auf einmal ausblenden, ist es am einfachsten die Tab-Taste zu benutzen. Um alles auszublenden und nur das Bild zu sehen, betätigt man Shift und Tab. Falls Sie das Bild zwischendurch schnell betrachten wollen, ohne von der Umgebung abgelenkt zu werden, drücken Sie die die L-Taste um die Lights-Out-Funktionzu aktivieren. Hier wird das Bild hervorgehoben und der Rest abgedunkelt. Wenn man ein zweites Mal auf die L-Taste klickt, wird die Umgebung ganz abgedunkelt und man sieht ausschließlich das Bild. Dies ist hilfreich, um herauszufinden, welche Belichtung am besten ist.

Wenn man mit der rechten Maustaste auf das jeweilige Menü klickt und dann den Solomode aktiviert, ist immer nur ein Menüpunkt zur Zeit geöffnet.

In allen Modulen gibt es eine Toolbar. In dieser werden Informationen zum Rating, der Dateipfad und spezielle oft benötigte Werkzeuge, passend zum verwendeten Modul, angezeigt. Wenn Sie beispielsweise eine Slideshow erstellen und nicht extra in dem linken Menü nach einem weiteren Unterordner suchen möchten, können Sie benötigte Bilder mit einem Rechtsklick auf den Dateipfad auswählen. Wählen Sie nun den richtigen Ordner, wie die Quick Collection oder den Ordner für alle Fotografien.

Library
Das Library Modul ist das Markanteste an Lightroom. Es dient dazu, sich zwischen vielen hundert, wenn nicht sogar tausenden Fotos, zurechtzufinden. Es ist auch dank seiner großartigen Zoomfunktion optimal geeignet um Bilder zu betrachten und auszuwählen. Die Zoomfunktion bedient man am besten mit den Shortcuts Strg + = für Zoom in und Strg + – für Zoom out und man kann auch, wenn man nah heran gezoomt hat, die Übersicht über das ganze Bild behalten, indem man sich im Navigator im linken Menü orientiert. Oberhalb des Navigators finden sich die Angaben Fill, Fit und verschiedene Zoommöglichkeiten, wie zum Beispiel 3:1 oder 4:1. Mit diesen Angaben lässt sich zusätzlich zoomen. Wenn die Angabe Fit ausgewählt wird, kann auch im Navigator gezoomt werden und das Bild stellt sich beim ersten Anklicken auf die Optimalgröße ein. Wenn Sie nun mit der Maus zoomen wollen, empfiehlt es sich, diese Funktion zu aktivieren, damit dahin gezoomt wird, wo man hinklickt und nicht in den Mittelpunkt. Diese Funktion findet sich unter edit –> Preferences und bei „Zoom Clicked Point To Center“ müssen Sie das Häkchen entfernen.

Es ist aus einer großen Anzahl an Bildern ein bestimmtes auszuwählen. Dazu benutzt man die Suchfunktion oder man sucht in den Ordnern nach bestimmten Merkmalen, wie Keywords oder Metadaten. Beides findet sich im linken Menü. Um nach Keywords suchen zu können, müssen diese zuvor definiert worden sein. Dies besorgt man entweder beim Importieren oder später in der Bibliothek. Aber nicht nur durch Keywords wird die Übersicht in Lightroom verbessert, sondern auch über das 5-Stars-Rating, das durch die Sterne in der Toolbar oder durch die Tasten 0, 1, 2, 3, 4, 5 gesteuert wird. Des Weiteren können Bilder auch nach Belieben durch Farben gekennzeichnet werden. Wenn man nach Bildern sucht, die mit einer bestimmten Brennweite gemacht wurden, kann man die Metadaten heranziehen. Soll aber die Brennweite und eine bestimmte Kamera betrachtet werden, klickt man das Eine an und dann mit Druck auf der Strg-Taste das Andere. Das kann hilfreich sein, wenn man viele Kameras und Objektive benutzt.

Haben Sie gerade an einem Bild gearbeitet und wollen aus demselben Ordner ein neues auswählen, bietet es sich an, den Filmstrip zu benutzen. Oft ist es aber so, das sich die Bilder ähneln, die in ein und demselben Order sind. Hier kann wieder einmal den Navigator genutzt werden. Sie fahren mit dem Mauszeiger über die in Frage kommenden Bilder und sehen das Bild dann vergrößert im Navigator. Wenn Sie nun ein Bild ausgewählt haben und noch einmal die verfügbaren Informationen sehen wollen, drücken Sie die I-Taste. Nun werden die Informationen oben im Bild eingeblendet.

Das alles können Sie beliebig oft für jedes einzelne Bild tun. Oder, wenn Sie ihre Arbeit vereinfachen wollen und es bei allen Bildern dieselben Veränderungen sind, benutzen Sie die Sync-Funktion. Mit dieser Funktion, synchronisieren Sie ausgewählte Bilder, indem Sie ein beliebiges bearbeiten, anschließend die Anderen markieren und dann auf Sync Settings oder Sync Metadata klicken.

Develop
Das Develop Modul ist zum Bearbeiten der Bilder gedacht. Zwar ist nicht der Funktionsumfang wie in Photoshop gegeben, aber dafür eine besser gestaltete Arbeitsfläche, in der sich jede Funktion fast von selbst erklärt. Die Aufteilung ähnelt der in den anderen Modulen, im linken Menü sind mehr die allgemeinen und im rechten die speziellen Funktionen zu finden. In der Toolbar aber gibt es andere Funktionen. Zum einen sieht man auf der rechten Seite der Toolbar, wie überall, die Filter, welche über den Schalter ganz rechts deaktiviert werden können. Auf der linken Seite ist aber das Crop Tool, das Remove Red Eye Tool und das Remove Spots Tool zu finden.

Das Crop Tool ist dazu gedacht, Fotos zu schneiden, zu begradigen und anzupassen. Es funktioniert wie die meisten seiner Art. Man zieht ein gewünschtes Rechteck mit gedrückter Maustaste über das Foto und drückt den Buchstaben R zum Bestätigen. Doch auch hier hat Lightroom noch eine Sonderfunktion eingebaut, das Straighten Tool, mit dem sich Bilder begradigen lassen. Man zieht entweder eine waagerechte Linie, die die Begradigung darstellt, oder schiebt den Regler in die gewünschte Richtung.

Screenshot
Das Straighten Tool zur schnellen Begradigung von Bildern

Wollen Sie rote Augen entfernen, bietet es sich an, das Remove Red Eye Tool zu benutzen. Man zieht ähnlich wie beim Crop Tool einen Kasten um die Pupille und kann mit Hilfe der Regler in der Toolbar, die Pupillengröße ändern und jene auch verdunkeln.

Wenn Sie zum Beispiel Dreck auf der Linse entfernen möchten eignet sich das Remove Spots Tool. Sie zoomen an die Verschmutzung so weit ran, das Sie sie genau erkennen und umkreisen können, so genau wie möglich. Die Größe können Sie mit dem Mausrad verändern. Haben Sie nun alles richtig eingestellt, klicken Sie in den Kreis. Es erscheint ein zweiter, welchen Sie nach Belieben verschieben können. Das, was Sie in dem zweiten Kreis sehen, ist das, was nachher im Ersten dargestellt wird. Das klingt vielleicht verwirrend, ist es aber nicht. Versuchen Sie! Falls Sie nun mehrere Bilder mit der verschmutzten Linse gemacht haben, können Sie auch diese Funktion synchronisieren und müssen nicht alle Bilder korrigieren. Wenn Sie sich ein wenig mit der Funktion vertraut gemacht haben, werden Sie bemerken, dass es zwei Möglichkeiten gibt, dieses Tool anzuwenden. Einmal kann man Clone wählen und einmal Heal. Mit Clone erscheint im ersten Kreis genau das, was im Zweiten ist, bei Heal dagegen, wird das, was im ersten Kreis dargestellt werden soll, noch an die Umgebung angepasst. Es erscheint in den meisten Fällen also weicher.

Auch ein Tool für den Weißabgleich stellt Adobe Photoshop Lightroom uns zur Verfügung. Den White Balance Selector. Mit der nett gestalteten Pipette, wählt man das richtige Weiß aus und schon ist alles korrekt eingestellt. Ist man sich nicht ganz sicher, welches Weiß man auswählt, erhält man im Navigator eine Vorschau. Oder, falls man sich nicht zwischen zwei verschiedenen Einstellungen entscheiden kann, hilft es ein Vorher- / Nachherbild zu erstellen. Dies ist ganz einfach. Man muss nur für die zwei verschiedenen Einstellungen einen Snapshot machen, was man im linken Menü tun kann, und klickt danach auf den Split Screen Button in der Toolbar. Für das Nachher-Bild wählen Sie dann den entsprechenden Snapshot aus.

Screenshot
Der Split Screen Modus. Gut geeignet für Vorher- / Nachher-Bilder

Um nun feststellen zu können, wie das Bild belichtet ist, schauen Sie das Histogramm an. Wird das kleine Quadrat links oben im Histogramm gedrückt, hebt Lightroom die unterbelichteten Stellen auf dem Foto blau hervor. Analog dazu kennzeichnet das Quadrat oben rechts die überbelichteten Stellen und markiert sie im Bild in roter Farbe. Um nur kurz die Über- beziehungsweise Unterbelichtung zu testen, reicht es, wenn Sie ihren Mauszeiger über das Symbol schweben lassen.

Screenshot
Zum Testen der Belichtung wählt man eines der Vierecke aus. So sieht man an der Verfärbung des Bildes, wie das Bild belichtet ist. Hier ein stark überbelichtetes Bild. Klicken für Vollbild.

Um die Belichtung zu korrigieren, bietet es sich an, die jeweiligen Einstellmöglichkeiten zu benutzen. Ist ihr Bild überbelichtet, ist es meist am besten, Sie stellen die Zeiger von Highlights und Lights im Menüpunkt Tone Curve auf -100 und den Recovery Regler auf 100. Hierdurch lassen sich meist recht akzeptable Ergebnisse erzielen. Am einfachsten lassen sich die Regler in Lightroom einstellen, indem Sie sie mit der Tastatur steuern. Verwenden Sie hier die Pfeil-Tasten für kleine Schritte und die Pfeiltasten in Kombination mit der Alt-Taste für Fünferschritte, sowie die Pfeiltasten mit der Shift-Taste, um in zwanziger Schritten voran zu schreiten.

Auch im Develop Modul gibt es eine Möglichkeit, Bilder zu synchronisieren. Sie funktioniert genauso wie im Library Modul, hat aber noch eine weitere, die Auto Sync Funktion. Mit ihrer Hilfe können Sie mehrere Fotos gleichzeitig bearbeiten und können die Resultate sofort im Filmstrip sehen. Möchten Sie die Auto Sync Funktion aktivieren, wählen Sie die Bilder aus, wie Sie es zuvor im Library Modul gemacht haben und klicken anstatt auf Sync, auf die Strg-Taste und werden sehen, das anstelle von Sync nun der Auto-Sync-Button erscheint.

Die Slideshow, Print und Web Module
Die Bilder, die Sie ausstellen wollen, können Sie in die Quick Collection aufnehmen. So hat man die beste Übersicht über die Bilder. Außerdem ist es in allen drei Modulen gleich, dass Sie im rechten Menü, das äußere Aussehen grob einstellen und dann im linken Menü dem ganzen Ihre persönliche Note geben. Im Web Modul, können Sie zum Beispiel eine Flash-Seite mit ihren Bildern gestalten, und diese automatisch hochladen lassen. So vereinfacht Lightroom in jedem der drei Module den Umgang mit externen Anwendungen. Im Print Modul kann man den Drucker über Lightroom einstellen und im Web Modul kann man gleich ganze Flash- oder auch Html-Seiten generieren lassen. Hier finden Sie eine Beispielgalerie, damit Sie sehen, was man mit Lightroom so auf die Beine stellen kann.

Allgemeine Tipps und Tricks
Es kommt öfter vor, dass man eine Kamera nicht nur dann anschließt, wenn man Bilder in Lightroom importieren will, sondern auch aus anderen Gründen. Da Lightroom sich dann aber von selbst öffnet, ist es ziemlich störend jedes Mal das Fenster zu schließen. Darum öffne ich es lieber nur dann, wenn ich es auch brauche und verzichte dafür auf das automatische Starten.

Um dieses Starten jedoch zu deaktivieren, reicht es nicht aus, die Funktion im Menü von Lightroom unter Bearbeiten ? Voreinstellungen ? Dateimanagement “Bei Erkennung einer Speicherkarte”: “keine Aktion” einzustellen, sondern man muss unter Windows Start ? Ausführen “msconfig” eingeben und dort unter Systemstart den Haken von Lightroom entfernen. Meist erkennt man Lightroom jedoch nur am Pfad, der auf der linken Seite steht. Deshalb hilft es, den Pfadnamen schon vorab zu verlängern, also oben die Überschrift der Tabelle auseinander zu ziehen.

Oben in dem ersten Screenshot werden Sie schon bemerkt haben, dass im oberen Menü, in dem die Module ausgewählt werden, mein eigener Name steht. Dieses hübsche Extra erreicht man dadurch, dass man unter Edit –> Identy Plate Setup seinen Namen angibt und speichert.

Im Hilfe-Menü ist übrigens der Punkt Shortcuts zu finden. Hier sind noch einmal alle aufgelistet. Bitte beachten Sie, dass die Strg-Taste in manchen Versionen als Control-Taste beschrieben wird. ™

Links zum Artikel:

Erstveröffentlichung 19.07.2007

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[…] Lightroom hat sich neben Aperture zur beliebtesten Software bei der Bildverwaltung entwickelt. Von Haus aus bietet das Programm zahlreiche Werkzeuge und Funktionen zum Importieren, Bearbeiten und zur Verwaltung des Fotomaterials an. Doch wie auch bei Photoshop mangelt es im Detail an guten Lösungen. Da kommen die zahlreichen Erweiterungen gerade recht. […]

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