Surreal CMS macht Websites flott

Content-Management-Systeme sind aus der modernen Webentwicklung nicht mehr wegzudenken. Dabei sind Installation und Konfiguration je nach System mal mehr, mal weniger umfangreich und zeitintensiv. Gerade bei kleinen Projekten steht der Aufwand häufig in keinem Verhältnis zum Nutzen, weshalb dann am Ende doch eine statische Website entsteht. Mit Surreal CMS fügst du jeder statischen Website nachträglich (fast) alle Funktionen eines Content-Management-Systems hinzu – ohne großen Aufwand, dafür einfach zu bedienen.

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Per FTP zum CMS-Glück

Das Prinzip von Surreal CMS ist denkbar einfach: Nachdem du dich bei dem Dienst angemeldet hast, fügst du eine bestehende statische Website hinzu, indem du die FTP-Daten eingibst und das Verzeichnis auswählst, in dem die Dateien für die Website liegen.

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Eingabe der FTP-Zugangsdaten

Neben dem normalen FTP-Protokoll werden auch SFTP und FTPS unterstützt. Zusätzlich ist auch der Zugriff auf Amazon S3 möglich. Das ist nützlich für alle, die Websites über Amazons Cloud-Speicher hosten. Anschließend hast du über Surreal CMS Zugriff auf alle Dateien. Über eine Liste wählst du aus, welche der HTML-Dokumente du bearbeitbar machen möchtest.

Editierbare Bereiche definieren

Um zu verhindern, dass sämtliche Inhalte eines HTML-Dokumentes verändert werden können, musst du editierbare Bereiche festlegen. Dazu wird allen Elementen, die editierbar sein sollen, die Klasse „editable“ hinzugefügt. Im Rich-Text-Editor von Surreal CMS hast du anschließend die Möglichkeit, diese Bereiche zu bearbeiten. Machst du ein Container-Element wie „<article>“ editierbar, fügst du beispielsweise Überschriften, Listen und Fließtexte sowie Bilder hinzu.

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Verwaltung deiner Website in Surreal CMS

Du kannst aber auch Blockelemente wie „<h1>“ oder „<p>“ editierbar machen. In diesem Fall kannst du lediglich den Inhalt dieser Elemente bearbeiten, aber keine zusätzlichen Blockelemente hinzufügen.

In jedem Fall wird die Formatierung der Inhalte aus deiner Website übernommen. Überschriften und andere Inhalte werden also im Editor so angezeigt, wie sie auch auf der Website dargestellt werden.

Mit der zusätzlichen Klasse „uneditable“ definierst du innerhalb eines editierbaren Bereiches jene Elemente, die nicht bearbeitbar sein sollen. Außerdem hast du mit der Klasse „editable-text“ die Möglichkeit, das Bearbeiten von Inhalten auf reinen Text zu beschränken. Statt des Rich-Text-Editors wird dir dann ein einfaches Eingabefeld dargestellt.

Inhalte bearbeiten, Medien hinzufügen

Wie bereits erwähnt, steht ein umfangreicher Rich-Text-Editor, mit dem du Texte ähnlich wie in anderen Content-Management-Systemen bearbeitest, zur Verfügung. Es werden Überschriften, Listen, Tabellen sowie Fett- und Kursiv-Formatierungen unterstützt.

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Rich-Text-Editor

Natürlich kannst du auch Links und Bilder hinzufügen. Surreal CMS stellt eine Dateiverwaltung zur Verfügung, über die du Bilder, Dokumente und andere Medien wie Videos hochlädst und in Seiten einbindest. Dabei kannst du Standardordner festlegen, in denen zum Beispiel automatisch alle Bilder abgelegt werden.

Um Bilder in eine Seite einzubinden, kannst du du diese frei skalieren. Surreal CMS wird dann entsprechend skalierte Dateien anlegen. Über die Klasse „editable-gallery“ definierst du einen Bereich für eine Bildergalerie. Hier fügst du beliebig viele Bilder hinzu, die per Klick ein Bild in der Großansicht öffnen. Mit zusätzlichen Data-Attributen legst du die Größe für die Thumbnails fest.

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Einfaches Hochladen und Einbinden von Bildern

Das Ganze funktioniert auch in Kombination mit populären JavaScript-Galerien wie Lightbox oder Fancybox.

Auch HTML5-Videos werden unterstützt. Hierbei wählst du bis zu zwei verschiedene Formate sowie ein Vorschaubild aus. Um die Auszeichnung des entsprechendes Quelltextes kümmert sich Surreal CMS.

Templates erstellen

Wie es sich für ein ordentliches Content-Management-System gehört, ermöglicht Surreal CMS nicht nur das Bearbeiten von bestehenden Seiten, sondern auch das Anlegen neuer Seiten. Um bestehende Layouts auf neue Seiten zu übernehmen, kannst du Templates erstellen.

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Template-Erstellung

Hierbei handelt es sich um einfache HTML-Dokumente, in denen das Layout der Seite mit editierbaren Bereichen definiert sind. Du kannst mehrere Templates hinterlegen und bei jeder neuen Seite aus einer Liste der vorhandenen Templates eines auswählen.

Werden Templates nachträglich verändert, wirkt sich diese Veränderung jedoch nicht auf Seiten aus, in denen diese Templates bereits angewendet wurden. Denn Surreal CMS generiert aus dem Template ein statisches HTML-Dokument, welches anschließend losgelöst vom Template existiert.

Dateien inkludieren

Anders als andere Content-Management-Systeme erstellt Surreal CMS kein automatisches Menü. Aber wenn dein Server beziehungsweise Provider PHP unterstützt, kannst du feste Inhalte wie Navigation, Header und Footer per PHP oder SSI einbinden.

Falls deine HTML-Dateien durch den PHP-Parser laufen – per „.htaccess“ einstellbar –, bindest du per „include()“ ganz einfach PHP-Dateien ein. Das vereinfacht die Handhabung von Templates, da du in diesen nur die PHP-Inkludierungen definieren musst und das Design auf allen Seiten immer identisch ist – auch bei späterer Veränderung der inkludierten Dateien.

Benutzer- und Rechteverwaltung

So einfach wie das Bearbeiten von Inhalten ist das Anlegen von Benutzern und die Vergabe von Rechten. Um einen Nutzer anzulegen, vergibst du einen Namen und hinterlegst eine E-Mail-Adresse. Anschließend wählst du eine Website aus und legst fest, auf welche Seiten der Nutzer Zugriff bekommen soll.

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Benutzer- und Rechteverwaltung

Zusätzlich kannst du für jeden Nutzer individuell festlegen, welche Rechte er bekommen soll. So wählst du aus einer Liste, ob ein Benutzer Seiten anlegen, bearbeiten und löschen darf und ob Seiten von ihm veröffentlicht werden sollen.

Auch das Hochladen von Dateien und Einfügen von eigenem Quelltext kannst du erlauben beziehungsweise verbieten. Wenn du einen Benutzer angelegt und alle Rechte vergeben hast, schickt Surreal CMS ihm automatisch eine Willkommens-Mail mit seinen Zugangsdaten.

Den Inhalt der Willkommens-Mail legst du über eine Vorlage selbst fest. So kannst du beispielsweise deinen Kunden eine individuelle E-Mail mit den Zugangsdaten zukommen lassen.

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Einfaches Wiederherstellen dank Revisionen

Serverseitig werden von Surreal CMS Revisionen von veränderten Inhalten angelegt. Auf diese Weise stellst du ursprüngliche Inhalte schnell wieder her.

Eigenes Branding und Kosten

Surreal CMS ist vor allem für alle Webdesigner und -entwickler gedacht, die ihren Kunden ein einfaches CMS anbieten wollen. Daher kannst du das Aussehen des Backends auch individualisieren. So ersetzt du auf Wunsch das Logo durch dein eigenes und passt auch die Farbe des Backends an. Sogar eine eigene Hilfe-URL kannst du hinterlegen.

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Individuelle Branding möglich

Da Surreal CMS über die Domain „edit-content.com“ läuft, deutet dann nichts mehr darauf hin, dass hier ein Fremdsystem verwendet wird. Hier kannst du also im Sinne der Kundenbindung alles auf dich beziehungsweise dein Unternehmen zuschneiden.

Um Surreal CMS zu testen, gibt es einen zweiwöchigen Trial-Zugang. Anschließend zahlst du 10 US-Dollar im Monat für bis zu fünf Websites, die du verwalten kannst. Insgesamt gibt es sieben Tarife. Für 100 Dollar im Monat sind dann beliebig viele Webprojekte möglich.

Fazit

Surreal CMS verbindet die Vorteile klassischer Content-Management-Systeme mit denen von statischen Websites. Gestalterisch und technisch hast du sämtliche Freiheiten. Du bist nicht an irgendwelche Einschränkungen gebunden, die das ein oder andere CMS mit sich bringt und musst dich ebenfalls nicht mit der Template-Erstellung in WordPress oder der Typoscript-Konfiguration von TYPO3 herumplagen.

Aber die beiden größten Vorteile von Surreal CMS sind zum einen, dass du im Handumdrehen einer statischen Website ein Content-Management-System unterbaust. Gerade bei bestehende Seiten, die beispielsweise auf Kundenwunsch bearbeitbar gemacht werden sollen, geht das schnell und unkompliziert.

Der zweite Vorteil besteht darin, dass die Website auch ohne Surreal CMS läuft. Entscheidest du dich irgendwann, auf Surreal CMS zu verzichten, läuft deine Website nach wir vor weiter. Bei anderen Content-Management-System oder etwa Homepage-Baukästen funktioniert das nicht.

Apropos Homepage-Baukasten: Surreal CMS richtet sich nicht an den ambitionierten Laien, der kein Budget für die Fremdvergabe seines Website-Designs hat. Surreal CMS ist klar an Designer gerichtet, die die Seiten ihrer Kunden teilweise dynamisieren wollen oder müssen.

(dpe)

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

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Peter
Gast
5 Monate 30 Tage her

Sehe keinen großen Vorteil gegenüber anderen Flatfile-CMS. Benutze z.B. für mehrere Kunden das getsimple-cms (http://get-simple.info/), die Template-Erstellung und Editierung ist dort ähnlich einfach. Noch dazu ist es Open Source, kostenlos, und man ist keiner Firma ausgeliefert die ihr SaaS-Produkt marktüblich aufbohren und verteuern; oder einen Exit hinlegt und eingestellt; oder einfach wegen Erfolglosigkeit den Bach runter geht :-)

Dieter Petereit
Dr. Web
5 Monate 30 Tage her

Get Simple haben wir auch schon vorgestellt, nämlich hier.

Es ist aber nicht so einfach wie Surreal CMS, sondern erfordert deutlich mehr Einarbeitungsaufwand. Zumindest war das zum Zeitpunkt unseres Tests so.

Bernd
Gast
Bernd
5 Monate 8 Tage her

Get-Simple ist ja auch nicht das einzigste flatfile system. Grav, Monstra, Kirby, CouchCMS, Bludit, Pico, usw sind auch alles alternativen die keinen kostenpflichtigen SaaS benötigen. Ok, diese Systeme sind auch nicht unbedingt einfach und simpel. Grundsätzlich ist der Beitrag schon interessant. Aber eher weil ich mir das System wahrscheinlich sonst niemals angesehen hätte.

Eileen
Gast
5 Monate 3 Tage her

Surreal CMS kannte ich noch nicht und ist für kleine Webseiten mit Sicherheit vorteilhaft. Das werden wir uns bestimmt auch mal angucken.

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