Stark: Sitehero bietet Backups für jedes Web-Projekt

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Backups sind ein wichtiges Element jeder Netzstrategie. Für WordPress gilt VaultPress als Maß der Dinge. Mit dem deutschen Dienst „Sitehero” gibt es hierzu jedoch eine interessante Alternative, die zudem nicht nur WordPress-Seiten sichert.

Sitehero: Landing Page

Ich denke, ich kann es mir und dir ersparen, hier lang und breit über die Sinnhaftigkeit von Backups zu philosophieren. Jeder, der schon einmal einen Crash seines Projekts erlebt hat, weiß, dass Backups kein verzichtbarer Luxus, sondern ein elementarer Grundbestandteil eines jeden Webprojekts sein müssen.

In den letzten Jahren hat WordPress seinen Marktanteil im Bereich der Content Management Systeme auf recht stabile 58 Prozent ausweiten können. Der nächste Verfolger, das CMS Joomla kommt auf sehr schlanke rund sieben Prozent. Der Abstand ist erkennbar immens. Der Anteil der mit WordPress betriebenen Websites insgesamt summiert sich auf runde 27 Prozent. Damit läuft mehr als ein Viertel aller Websites weltweit unter dem System aus dem Hause Automattic. (Quelle)

Diese beachtlichen Zahlen erklären, dass sich rund um WordPress eine regelrechte Backup-Industrie entwickelt hat, die vom wohl stärksten Vertreter, dem Dienst VaultPress aus dem Hause Automattic, angeführt wird. Diese und ähnliche Lösungen haben wir dir hier bei Dr. Web schon im Einzelnen vorgestellt.

Solltest du also unbesehen auf den Dienst aus dem Hause Automattic setzen oder eines der anderen Plugins wählen? Wie sicherst du die Seiten, die nicht auf WordPress basieren? Vielleicht übernimmst du ja auch als Dienstleister die Sicherung mehrerer Kundenprojekte?

Die Antwort auf all diese Fragen lautet „Sitehero”. „Sitehero” ist eine Lösung aus Deutschland, genauer gesagt aus dem Tor zum Allgäu, die du vielleicht noch unter dem Namen „seitwacht” kennst. Die Namensänderung dokumentiert lediglich die internationalere Ausrichtung des Projekts. Der alte Name hätte da doch einiges an Nachfragen produziert.

„Sitehero” ist ein Cloud-Backupsystem, das auf Amazons Cloud-Storage-Infrastruktur läuft und das ich als das Dropbox des Website-Backups bezeichnen würde. „Sitehero” sichert jede Art von Website, egal ob sie auf WordPress, Joomla, Drupal oder einem sonstigen System oder völlig ohne CMS läuft. Dazu bedarf es auch unter WordPress nicht der Installation eines Plugins.

Dropbox für Website-Backups: So einfach funktioniert Sitehero

Die Funktionsweise ist einfach und unabhängig von der Erteilung von Rechten innerhalb des jeweiligen CMS. So kann die Sicherung durch Personen verwaltet werden, die nicht notwendigerweise Zugriff auf das Backend des CMS benötigen. Um eine Website zu sichern, musst du „Sitehero” lediglich die FTP/SFTP-Zugangsdaten verraten und schon kann es losgehen. Standardmäßig wird das Stammverzeichnis mit allen Unterverzeichnissen gesichert. Du kannst diesen Standard aber umfangreich anpassen.

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Sitehero: Konfiguration

Gehört zu deinem Auftritt eine MySQL- oder Postgres-Datenbank, musst du „Sitehero” auch deren Zugangsdaten geben. Die Verbindung kann entweder als entfernte Verbindung, SSH-Verbindung, oder über ein PHP Skript hergestellt werden. Im Rahmen der Konfiguration, aber auch später, kannst du noch festlegen, bei welchen Ereignissen du benachrichtigt werden möchtest.

Wenn alle erforderlichen Daten hinterlegt sind, beginnt „Sitehero” direkt mit der Sicherung der entsprechenden Verzeichnisse nebst Datenbank. Künftige Backups erfolgen, anders als bei den meisten anderen Systemen, stets inkrementell. Das bedeutet, dass nur noch geänderte Dateien gesichert werden, was den Vorgang stark beschleunigt und die Last reduziert. Ebenfalls ressourcenschonend wirkt sich der Zeitpunkt der Sicherung aus. Diese erfolgt nämlich grundsätzlich nachts. Die Speicherung des Backups erfolgt in verschlüsselter und verteilter Form über verschiedene Server der Cloud.

Je nach gewähltem Plan gehört auch das Monitoring der Uptime und der Ladezeiten (in definierbaren Abständen) zum Funktionsumfang. So ersparst du dir weitere Dienste, wie etwa Pingdom oder andere, die ich dir hier bei Dr. Web vorstellte. In allen Plänen enthalten sind elementare Funktionen wie die Suche nach Malware, die Blacklist-Prüfung und Benachrichtigungen zu geänderten Dateien.

Sitehero und der Ernstfall

Jedes Backup ist stets nur so gut wie das Ergebnis der Wiederherstellung. Wer, wie ich, noch die Bandsicherungen der Neunziger und Nuller kennt, der weiß, dass so hergestellte Backups im Grunde nur psychologischen Wert hatten, während die ITler im Hause jeden Abend beteten, es möge kein Einsatzfall für die Bandsicherungen eintreten.

Das hat sich durch die Art und Weise der Cloudsicherung deutlich verändert. Auch bei „Sitehero” hast du Zugriff auf jede einzelne Datei deines Backups, etwas wovon wir im Bandsicherungs-Paläozoikum nur geträumt haben. Du kannst einzelne Dateien oder die komplette Dateisystem-Sicherung herunterladen. Deine Datenbank bekommst du als SQL-Dump. So bist du jederzeit in der Lage, die Sicherung wieder herzustellen.

Sitehero: Übersicht der Backups

Wer es weniger händisch mag, vertraut auf den Wiederherstellungsassistenten von „Sitehero”. Eignet sich dein Webspace uneingeschränkt für die direkte Kommunikation, was vor allem Zugriffsrechte betrifft, so kann „Sitehero” eine automatische Wiederherstellung ohne lokale Zwischenschritte gewährleisten.

So oder so ist das Backup nicht in Minuten erledigt. Je größer dein Projekt, desto aufwändiger wird die Rücksicherung. Das ist allerdings nicht etwa ein Nachteil des Produkts, sondern liegt in der Natur der Sache.

Optik und Bedienung

Das Auge isst natürlich stets mit und da hat es bei „Sitehero” gut zu tun. Der Dienst wirkt durchweg modern und orientiert sich an aktuellen Gestaltungsrichtlinien, wie etwa dem Material Design. Auch das verwendete Farbschema und die eingesetzte Symbolik unterstützen diesen Eindruck.

„Sitehero” funktioniert voll responsiv, so dass du es auch von unterwegs aus, also per Smartphone oder Tablet, verwenden kannst.

Sitehero: die Kosten

„Sitehero” ist nicht kostenlos, aber das sind die professionellen WordPress-Backup-Anbieter auch nicht. Wenn du mit einem einem Gigabyte Speicherplatz auskommst, keine Datenbank sichern muss und dich Uptime und Ladezeiten nicht interessieren oder über andere Dienste abgedeckt sind, kostet dich „Sitehero” keinen Cent. Gehört eine Datenbank zu deinem Projekt, zahlst du bei ansonsten identischen Leistungsumfang monatlich 4,99 €. Für 19,99 € erhältst du fünf Gigabyte Speicherplatz und zusätzlich das Monitoring von Uptime und Ladezeiten.

Hier bei Dr. Web verwenden wir den sogenannten Reseller-Tarif für monatliche 29,99 €. Dafür können wir statt einer drei Websites sichern und bekommen hierfür 15 GB Speicherplatz zur Verfügung gestellt. Für den maximalen Bedarf mit 30 Websites und 150 GB Speicherplatz muss du 199 € monatlich einplanen. Passt kein Plan so richtig auf deinen Bedarf, wende dich an das Team von „Sitehero” und lass dir ein individuelles Angebot unterbreiten. Alle genannten Preise verstehen sich zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Damit du dir ein umfassendes Bild vom Leistungsumfang machen kannst, steht für jedes Paket eine 14-tägige Testphase zur Verfügung, innerhalb derer du das Produkt kostenlos auf Herz und Nieren prüfen kannst. Die erforderliche Registrierung ist schnell gemacht und erfordert nur Vor- und Nachname, sowie eine gültige E-Mail-Adresse. Zahlungsinformationen musst du für den Test nicht angeben. Das erledigst du erst später, wenn du dich entscheiden solltest, den Dienst über die Testphase hinaus zu verwenden. Mach dir selbst ein Bild.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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Mario
Gast

Bei meinem Hoster ist ein solches Backup im Preis enthalten für alle Domains/Seiten. Dies geschieht auch täglich (Zeit kann selber festgelegt werden) und auch die Anzahl (Vorhaltung) von Backups kann selber eingestellt werden (Eingrenzung nur vom gewählten Speicherplatz abhängig). Zur Wiederherstellung können dann auch einzelne Dateien oder auch ganze Projekte ausgewählt werden. Beim Einspielen des Backups wird die Domain während dieser Zeit automatisch auf Servercode 503 (vorübergehend nicht erreichbar) gesetzt. ich musste die Wiederherstellung schon nutzen und war froh, dass ich ein Backup hatte.

Martin Löhle
Gast
Hallo Mario, wenn Dein Hosting-Anbieter das so übernimmt, ist ja schon mal super! Nur sollte man bedenken, dass das nicht jeder Hoster so macht. Viele haben das Backup nur von den letzten paar Tagen und die Wiederherstellung kann zur Qual werden. Genau deshalb haben wir auch sitehero ins Leben gerufen…weil wir selbst solche Erfahrungen machen mussten. Der aber eigentlich wichtigste Punkt, ist die Kombination mit den Malware-Scans und Monitoring. Denn was bringt das Backup, wenn man nicht weiss, dass man es benötigt. Auch hier hatten wir eine leidvolle Erfahrung machen müssen. Ein Hoster hatte die Seite eines Kunden gesperrt, weil… Read more »
Mario
Gast
Hallo Martin, viele Hoster lassen sich Backups ja noch zusätzlich bezahlen und auch die Bedienung/Handhabung ist nicht immer einfach. Dies kenne ich selber von meinem alten Hoster leider auch. Da habe ich einmal ein Backup gebraucht und es war gar nicht so einfach, dies einspielen zu lassen. Nur gegen eine gute Gebühr hat es der Hoster dann durchgeführt. Mit meinem Hoster bin ich sehr zufrieden und habe den Wechsel nicht bereut. Auch die Einspielung eines Backups lief super und ist auch leicht zu bedienen. Hier könnt ihr dann eine gute Alternative sein. Vor allem durch das Monitoring und Scannen wird… Read more »
Peter
Gast

Ich habe mich als kleiner Betreiber einer WordPress-Seite auch schon mal mit Sitehero befasst. Aber das Backup der Seite mit der Sicherung der Datenbank käme teurer als das eigentliche WebHosting. Da kommt man schon ans Grübeln, ob diese Relation passt…
Meine BackUps laufen wie bei Mario, was für den Hoster spricht.

Martin Löhle
Gast
Hallo Peter, zu den Backups, siehe bitte auch meine Antwort oben. Wenn sie laufen und du sie einstellen und vorhalten kannst, wie du willst, ist das schon mal super. Aber wie gesagt, macht es ja gerade die Kombination mit dem Monitoring interessant… Zum Preis: ja, es kommt teuerer als das eigentliche Hosting. Zum Speicherplatz mit Webserver, den du beim Hosting buchst, bekommst du bei sitehero noch eine Software-Lösung dazu. So findet neben dem täglichen Malware-Scan eine eine Analyse aller Dateiänderungen inkl. grafischer Aufbereitung statt. Du wirst über alle möglichen Änderungen auf Wunsch benachrichtigt und über das Uptime-Monitoring wird rund um… Read more »
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