Google+ und Facebook: Ein Leitfaden für Social Media im Unternehmen

Es ist nicht mehr zu übersehen: Social Media ist gekommen, um zu bleiben. Viele Unternehmen fühlen sich deshalb unter Zugzwang, wenn sie noch nicht über Social-Media-Kanäle kommunizieren. Damit dieses Gefühl für dich nicht zu einem nicht oder nur dürftig gepflegten Profil führt, solltest du dich vorher eingehend mit der Frage befassen, ob ein Social-Media-Auftritt für dein Unternehmen überhaupt sinnvoll ist. Mit dieser und anderen Fragen befassen wir uns heute in unserem Leitfaden zu Social Media im Unternehmen.

Google+ und Facebook: Ein Leitfaden für Social Media im Unternehmen

Unabhängig davon, ob du eine Facebookpage, ein Profil bei Instagram oder einen Channel bei YouTube einrichten willst, solltest du die folgenden drei Fragen ehrlich für dich und dein Unternehmen selbst beantworten:

  1. Können durch die Nutzung der Plattform von dir gesetzte Marketingziele erreicht werden bzw. ergeben sich hieraus neue Ziele, die deine Marketingmaßnahmen sinnvoll ergänzen?
  2. Erreichst du deine Zielgruppe über das ausgewählte Netzwerk?
  3. Bist du bereit, für die Pflege deines Profils zeitliche, personelle und ggf. finanzielle Ressourcen fest einzuplanen?

Solltest du eine der ersten beiden Fragen mit nein beantwortet haben, ergibt es Sinn, zu prüfen, ob die Antwort für eine andere Plattform positiv ausfällt, bevor du das Projekt Social Media zu den Akten legst. Beispielsweise ist bei Google+ im Vergleich mit anderen Netzwerken die Nutzergruppe eher speziell und deshalb eine andere Plattform für dein Unternehmen vielleicht passender – oder umgekehrt. Beantwortest du allerdings die dritte Frage mit nein, handelt es sich bei einer Präsenz in den sozialen Medien nicht um die richtige Marketingstrategie für dein Unternehmen. Wie der Begriff bereits verrät, geht es auf Facebook und Co. um Kontaktaufnahme und Interaktion und eine verwaiste Unternehmensseite wirkt negativer als eine nicht vorhandene.

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„Social Media apps“ by Jason Howie used under CC BY

Für diejenigen unter euch, für die alle drei Fragen zu einem klaren Ja geführt haben, gibt es bei der Einrichtung und Pflege eures Unternehmensprofils einiges zu beachten. Hier sollen nun die Besonderheiten für Facebook und Google+ erläutert werden.

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„Social Media Cartoon Comic – Social Media Overload“ by seanrnicholson used under CC BY

1. Seitenerstellung

Sowohl bei Facebook als auch bei Google+ werden die Unternehmensseiten mithilfe eines persönlichen Profils erstellt. Die Option dazu befindet sich jeweils im Hauptmenü. Es gibt vorgefertigte Felder, in die Informationen zum Unternehmen eingetragen werden und von denen möglichst viele genutzt werden sollten. Je mehr Informationen und Fotos auf der Seite zu finden sind, desto besser kann sich der Nutzer ein Bild von deinem Unternehmen machen.

Wichtig: In Deutschland herrscht Impressumspflicht für Websites. Das gilt auch für Unternehmensseiten in den sozialen Netzwerken. Facebook verfügt dafür über ein eigenes Feld, während das Impressum bei Google+ in die Kontaktinformationen eingefügt werden kann.

Bei Facebook gibt es unter dem Punkt „Einstellungen“ die Möglichkeit, die Veröffentlichung der Seite auf den Zeitpunkt zu verlegen, wenn alle grundlegenden Einrichtungsarbeiten beendet sind.

2. Einstellungen

Ist die Seite erstellt, wird man bei beiden Plattformen mit einer großen Menge an Einstellungsmöglichkeiten konfrontiert, mit denen du dich eingehend befassen solltest. Diese Optionen drehen sich unter anderem um die folgenden Fragen:

  • Wer darf dein Unternehmen auf welche Weise kontaktieren?
  • Wer darf von dir veröffentlichte Beiträge kommentieren?
  • Wer darf auf deiner Seite Beiträge welcher Art veröffentlichen?
  • Soll es für Beiträge Zielgruppenbeschränkungen geben?
  • Über welche Seitenaktivitäten möchtest du wie benachrichtigt werden?
  • Sollen Fremdbeiträge auf deiner Seite, die bestimmte Keywords enthalten, ausgeblendet werden?

Für diese und viele weitere Punkte kannst und solltest du zu Beginn deiner Aktivitäten deine Wunscheinstellungen festlegen.

3. Profilpflege

Ist die Unternehmensseite angelegt und die gewünschten Einstellungen vorgenommen, muss deine Seite mit Leben gefüllt werden. Das bedeutet, dass regelmäßig interessante, zur Zielgruppe passende Beiträge veröffentlicht werden sollten, die für jede Plattform individuell erstellt werden. Auch unterhaltende und humorvolle Beiträge sind natürlich erlaubt. Vom Posten identischer Beiträge auf mehreren Plattformen ist abzuraten.

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Sowohl auf Facebook als auch auf Google+ ist es sinnvoller, mal einen Post auszulassen, wenn es gerade kein relevantes Thema zu berichten gibt, als einen inhaltsleeren Beitrag zu schaffen.

4. Interaktion

Für deine geposteten Beiträge benötigst du natürlich auch ein Publikum. Die Nutzer müssen wissen, dass deine Unternehmensseite existiert und werden dann im besten Fall zu Fans (Facebook) bzw. Followern (Google+). Um auf dich aufmerksam zu machen, solltest du dich daher regelmäßig auf die Suche nach thematisch und zu deinem Unternehmen passenden Beiträgen anderer Nutzer machen und diese liken / plussen, kommentieren und teilen. Natürlich ist ein Kommentar, der die Nutzer weiterbringt, hilfreicher für die Gewinnung von Fans / Followern als ein Like oder ein +1.

Achtung: Du solltest es vermeiden, diese Interaktion auf die Beiträge deiner Konkurrenz auszuweiten, nur um deinen Namen auf deren Seite unterbringen, da dies auf die Nutzer einen schlechten Eindruck machen könnte.

Bei Google+ ist es leider nicht möglich, über die Unternehmensseite den Kontakt zu fremden Nutzern aufzunehmen. Du kannst Nutzer erst dann in deine Kreise aufnehmen, wenn diese deine Seite zuerst aufgenommen haben. Aus diesem Grund sollte eine Unternehmensseite dort als erster Schritt beworben werden. Dies kann z. B. mit dem dahinterliegenden persönlichen Profil getan werden, indem du in Communities auf die Art der Inhalte hinweist, die auf der Unternehmensseite gepostet werden. Das persönliche Profil sollte hierfür gut gepflegt und möglichst gebrandet sein.

Weiterhin ist es wichtig, dass du erhaltene Nachrichten und auf deiner Seite öffentlich gepostete Kommentare und Fragen sehr zeitnah beantwortest. Auch negativen Kommentaren solltest du dabei unbedingt sachlich begegnen.

5. Statistiken auswerten

Bei beiden Plattformen besteht die Möglichkeit, die Statistiken zu den Aktivitäten auf deiner Seite auszuwerten. So kannst du sehen, welche Beiträge am besten angekommen sind und die meiste Resonanz hervorgerufen haben. Dieses Wissen kannst du anschließend bei der Erstellung deiner neuen Beiträge nutzen.

6. Bezahlte Werbung

Wenn du dich nicht auf die organische Reichweite deiner Beiträge beschränken möchtest, kannst du auf Facebook auch bezahlte Werbung schalten. Diese erreicht ein größeres Publikum als die Standardbeiträge. Facebook bietet viele verschiedene Werbeformen und unterstützt dich durch die Möglichkeit, im ersten Schritt das gewünschte Ziel der Kampagne anzugeben, bei der Auswahl der richtigen Maßnahme. Die Steuerung erfolgt über das private Profil.

Zu einem guten Unternehmensauftritt in den sozialen Medien gehört also wesentlich mehr als das Anlegen einer Profilseite. Aus einer gut geführten und vernetzten Unternehmensseite können sich viele Vorteile für dich ergeben. Hochwertige Inhalte und eine starke Interaktion erhöhen den Bekanntheitsgrad deines Unternehmens, ermöglichen eine Imagesteigerung ohne große Zeitverzögerung und schaffen einen direkten Draht zu deinen Kunden, über den du deine Marke gezielt stärken kannst. Außerdem ist es durch die Bekanntmachung und Verbreitung deiner Inhalte und die ggf. daraus entstehenden Backlinks möglich, einen indirekten positiven Effekt auf das Google-Ranking deiner Website zu erzielen. Von diesen Vorteilen können aber nur diejenigen profitieren, die Social Media nicht als Projekt betrachten, das nebenher läuft, sondern der Pflege des Accounts stattdessen in einem angemessen großen zeitlichen Umfang einen festen Platz im Unternehmensalltag einräumen.

(dpe)

Florian Beischall ist seit zehn Jahren im Online Marketing tätig. Seit 2011 arbeitet er als Senior Manager für SEO & SEA bei der oxmo GmbH & Co. KG in Hannover, einer Full Service Agentur, deren Schwerpunkte unter anderem im Bereich der On- und Offpage Analyse/Optimierung sowie dem Linkbuilding und Content Marketing liegen.

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dome
Gast
Guter Beitrag! Ich finde es wird gut beschrieben, wie ein Unternehmen ein professionellen Social Media Auftritt aufbaut. Die einzelnen Maßnahmen sind nachvollziehbar. Gerade am Anfang ist es wichtig viele Fans für seine eigene Social Media Seite zu gewinnen. Eine gute SEO Sichtbarkeit und ein Hinweis auf ein Social Media Profil kann Wunder wirken. Die andere Seite ist das man eine Person benötigt für Social Media Beiträge, die über Empathie verfügt und die vor allem das Wissen hat, was der Zielgruppe gefällt und was nicht, um keine Shitstorms zu generieren. Auch gibt es diverse Verkaufsförderungs-Instrumente, welche man über SM einsetzen kann,… Read more »
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