So laden Sie alle 500+ Google Web-Fonts auf Ihren lokalen Desktop

Über 500 Schriftarten beinhaltet das Google Web-Fonts-Verzeichnis mittlerweile. Alle Schriftarten stehen als Open Source kostenfrei zur Verfügung. Es gibt also keine lizenzrechtlichen Beschränkungen hinsichtlich der Nutzung. Dennoch ist es nicht ganz unkompliziert, möchte man sämtliche Webfonts auf dem eigenen Rechner lokal nutzen. Gehen tut es dennoch.

Google Web-Fonts: Schon für das Design-Mockup wichtig

Wieso sollte ich die Google Fonts runterladen, wo ich sie doch zur Laufzeit einbinden kann? Auf diese Frage gibt es mindestens zwei, sehr schlagkräftige Antworten. Zum einen wird in der Regel der Entwurf einer Website nicht direkt in HTML gesetzt, sondern mit einem Bildbearbeitungsprogramm vorbereitet.

Entwickler, die Photoshop nutzen, können das kostenlose Extensis-Plugin nutzen, um direkt auf Googles Verzeichnis Zugriff zu nehmen. Dr. Web berichtete vor einigen Wochen darüber. Was aber tun diejenigen Designer, die etwa mit Fireworks oder anderen Produkten arbeiten? Da wäre eine lokale Installation des Fundus nützlich. Das gilt im Übrigen auch für die Photoshop-Anwender, jedenfalls immer dann, wenn sie mal nicht über eine funktionierende Internetverbindung verfügen.

Zum anderen ist eine Website in der Regel kein isoliertes Kommunikationsmittel. Zumeist wird man auf der Basis des Onlineauftrittes eine Reihe weiterer Medien entwerfen, die naheliegenderweise ähnlich gestaltet sein sollen. Spätestens an dieser Stelle, an der Illustrator, Indesign oder Quark XPress ins Spiel kommen, hilft der reine Onlinezugriff auf die Web-Fonts nicht mehr weiter. Da die Schriften als TTF/OTF verfügbar sind, stellt die lokale Verwendung zudem kein Problem dar.

Google Web-Fonts: Nur portionsweiser Download vorgesehen

Nun mag man einwenden, dass die neueste Version des Google Verzeichnisses ohnehin den Download der eigenen Zusammenstellung erlaubt. Das ist gut und ein Fortschritt gegenüber der früheren Verfahrensweise. Allerdings erhält man auf diese Weise eben tatsächlich nur diejenigen Schriftarten, die man innerhalb des recht mühseligen Auswahlprozesses zusammen geklickt hat. Ist man sich der Fontauswahl sehr sicher, reicht diese Vorgehensweise möglicherweise sogar.

Selten jedoch habe ich es erlebt, dass ein Kunde direkt die erste Schriftart akzeptiert hat. Zumeist mussten doch etliche Vorschläge her, um zum Konsens zu gelangen. Müsste man nun für jeden Vorschlag eine neue Zusammenstellung aus dem Verzeichnis ziehen, so wäre das doch übermäßig mühselig. Außerdem lässt sich viel leichter assoziativ arbeiten, wenn man alle Optionen innerhalb des Grafikprogramms im Überlick sehen kann.

Ich denke, wir sind uns einig. Wir benötigen eine lokale Kopie des kompletten Google Web-Fonts Directory.

Google Web-Fonts per Mercurial runterladen

Es ist nicht so, dass Google den Download des gesamten Fontpakets verhindern möchte. Die Möglichkeit des Komplettdownloads ist halt nur nicht sehr prominent platziert und wirkt auf den ersten Blick auch recht kompliziert. Das vollständige Font-Directory wurde auf Google Code ausgelagert. Dass der Download jedoch keineswegs kompliziert ist, habe ich im Selbstversuch feststellen können.

Meine Versuchsanordnung basiert auf einem MacBook Air mit Mac OS 10.7. Ich bin kein großer Freund der Kommandozeile und vermeide diese seit MS DOS, wo ich nur kann. Deshalb entscheide ich mich nicht für die Variante des Downloads der Scriptvariante Mercurial, sondern setze direkt auf die GUI MacHG.

MacHG von Jeff Harris ist eine kostenlose Benutzeroberfläche für Mercurial, die eben letzteres direkt mitbringt. Eine separate Mercurial-Installation ist demnach nicht vonnöten. MacHG muss lediglich heruntergeladen und lokal entpackt werden, um sofort einsatzfähig zu sein. So präsentiert sich die GUI:

Ich wähle an dieser Stelle “Clone A Repository” und tätige im folgenden Bildschirm diese Eingaben:

Nach Klick auf “Add And Clone” geht es bereits los. Jetzt ist Geduld gefragt. Rund 1,4 GB zieht MacHG aus dem Weltennetz und organisiert sie sauber in das nun lokale Verzeichnis googlefontdirectory in meinem User-Ordner. So sieht das fertige Ergebnis im Finder dann aus:

In MacHG besteht ebenfalls die Möglichkeit, das Repository zu verwalten. Hierauf sollte man geflissentlich verzichten. MacHG benötigt man fürderhin nur noch, um das Repository zu updaten, sprich neue und/oder veränderte Schriften herunter zu laden.

Wie nun die in Ordnern sortierten Schriftarten im System installiert werden, dürfte jedem Anwender geläufig sein.

Für Windows-Anwender steht die GUI TortoiseHG zur freien Verfügung, die ebenso funktioniert wie MacHG. Auch hier ist lediglich die Angabe des Server-Repository in Kombination mit einem lokalen Speicherort erforderlich, um alle 500+ Google Web-Fonts im TrueType- oder OpenType-Format auf die heimische Festplatte zu holen.

Linux-Anwender kommen um Mercurial als Terminal-Anwendung mit einem beherzten apt-get install -y mercurial; nicht herum.

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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Dirk Verheyen
Gast
Dirk Verheyen
4 Jahre 2 Monate her

Grossartig! Genau die Lösung für die Umstände (Probleme möchte ich nicht sagen) die mir im Alltag auch schon über den Weg gelaufen sind.

Besten Dank für den Tip!

Steffen
Gast
4 Jahre 2 Monate her

Für alle, die die Kommandozeile unter OSX nicht scheuen: zunächst Homebrew installieren: https://github.com/mxcl/homebrew/wiki/installation – dann:
cd ~/Downloads

brew install mercurial
hg clone https://googlefontdirectory.googlecode.com/hg/ googlefontdirectory;

Fertig :-)

Dieter Petereit
Gast
4 Jahre 2 Monate her

Danke für die Ergänzung. Ich hatte allerdings absichtlich auf die Kommandozeilen-Option verzichtet. Wirklich einfacher ist das nicht, wenn ich mir allein Homebrew ansehe ;-)

Andre
Gast
Andre
4 Jahre 2 Monate her

Danke Dieter! Genau was ich gesucht habe :)

trackback

[…] Die genialen Google Web-Fonts lokal nutzen wäre doch praktisch – Dr. Web zeigt wie’s geht. […]

Andreas Tübner
Gast
4 Jahre 2 Monate her

Vielen Dank für den Tipp und die Anleitung!

melanie
Gast
melanie
4 Jahre 1 Monat her

gibt es auch eine Möglichkeit das Ganze für Windows herunter zu laden?

Dieter Petereit
Gast
4 Jahre 1 Monat her

Zitat aus dem Beitrag: Für Windows-Anwender steht die GUI TortoiseHG zur freien Verfügung, die ebenso funktioniert wie MacHG.

melanie
Gast
melanie
4 Jahre 1 Monat her

Vielen Dank für die Info (hab ich wohl leider übersehen!)

René
Gast
4 Jahre 1 Monat her

Für Linux gibt es und anderem auch TortoiseHG, die Anleitung zur Installation findet man auf der Hompage von TortoiseHG.
http://tortoisehg.bitbucket.org/download/#linux

Martin
Gast
Martin
4 Jahre 1 Monat her

Zwei Hinweise zur Windows-Version von TortoiseHG:

1. Erst den Download-Ordner anlegen, dann diesen Ordner aus der Indizierung der Windows-Suche ausnehmen und dem Virenscanner sagen, dass der Ordner nicht gescannt werden soll. Ansonsten gab es hier mehrere Abstürze.

2. Wer übrigens eine Möglichkeit sucht, die Software von seinem Windows-Rechner wieder zu entfernen: Das geht wohl nur mit dem Installer selbst.

Arne
Gast
Arne
3 Jahre 11 Monate her

Vielen Dank für den Tipp! Erspart eine Menge nerviges Gesuche.

Gerhard Helzel
Gast
3 Jahre 11 Monate her

Ich habe eine Frage. Ich biete auf meinen Netzseiten
http://www.romana-hamburg.de und http://www.fraktur.biz drei kostenlose OT-Frakturschriften und eine kostenl. Antiqua-Schrift an. Wie kann ich sie zu den Google Webfonts dazufügen, damit sie andere auch nutzen können?
Schöne Grüße
Gerhard Helzel

Uwe Streiling
Gast
Uwe Streiling
3 Jahre 10 Monate her

Der Artikel ist prima. Ich habe das Ganze versucht auf einem PC mittels TortoiseHG nach zuvollziehen. Jedoch „no way“. Nun meine Frage, gibt es hier oder im Netz irgendwo eine Anleitung für die PC Variante?

Grüße
U.S.

Dieter Petereit
Gast
3 Jahre 10 Monate her

No way ist als Fehlerbeschreibung ein wenig zu allgemein, um Hilfestellung leisten zu können ;-) Was funktioniert denn nicht?

Uwe Streiling
Gast
Uwe Streiling
3 Jahre 10 Monate her

Hat sich erledigt :-)

Hab mich an http://code.google.com/p/googlefontdirectory/ gehalten. Hab das Ganze hier irgendwie fehlinterpretiert.

Grüße
U.S.

Regina
Gast
3 Jahre 10 Monate her

Danke für den Artikel! genau danach hab ich schon eine Wile gesucht und mit der Anleitung ist es gar nicht so schwer wie es zunächst bei Google aussieht ;-)

LG

Regina

XMX
Gast
XMX
3 Jahre 9 Monate her
Hallo liebes Forum, Ich habe mir nun die Schriften herunter geladen. Nun überlege ich, wie ich sie am geschicktesten verwalte. Ich würde sie natürlich auch gerne in Photoshop nutzen. Habe bisher nur dieses Plug-in von extensis gefunden. Ich habe aber keine Lust mich dort mit allen Angaben, wie z.B. der Kontoverbindung, anzumelden. Wie sind eure Erfahrungen damit? Gibt es noch andere Plug-ins Was gibt es noch für Möglichkeiten? In den Schriften-Ordnern sind noch viele weitere Datein und Tools und vieles Andere. z.B. Latin-Datei, Menu-Datei Was ist das alles? Dateine mit Endungen wie vfb oder py Schön wäre es ja auch… Read more »
Matthias
Gast
Matthias
2 Jahre 9 Monate her

Hallo,

um die Schriften auch einzeln zu laden, kann man dieses Tool hier benutzen:

http://www.g-fonts.com

Grüße!

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