SEO: Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Der Weg zur erfolgreichen SEO ist schon steinig genug. Steh dir wenigstens dabei nicht auch noch selbst im Weg!

Im Grunde ist die Suchmaschine dein Freund. Denn sie möchte dasselbe, das du auch möchtest. Sie möchte relevanten Content sichtbar machen. Und du möchtest deinen relevanten Content sichtbar machen. Bei einer dermaßen eklatanten Interessenüberschneidung muss doch was machbar sein…

Das Problem lässt sich recht einfach umreißen. Zum einen könnte die Suchmaschine eine andere Auffassung von Relevanz haben als du. Hier bleibt dir nichts anderes als umdenken, denn die Suchmaschine sitzt am längeren Hebel. Zum anderen muss die Suchmaschine den relevanten Content als solchen erkennen können. Hier kannst du einige Mithilfe leisten.

Schauen wir mal gemeinsam auf die typischen Fehler, die deiner SEO (Suchmaschinenoptimierung) im Wege stehen könnten.

Deine Inhalte sind zu kurz.

Bevor der #Aufschrei kommt, dass eine bestimmte Länge nicht vorgegeben ist und so weiter, lass uns einfach mal das Konzept anschauen, das Google für das Ranking kommuniziert. Danach sollst du Inhalte liefern, die die betreffende Fragestellung, ausgedrückt durch den verwendeten Suchbegriff, möglichst umfassend beantworten. Am besten ist es, wenn dein Inhalt so erschöpfend ist, dass der Besucher keine weitere Seite aufsuchen muss.

Ähnliches Phänomen: Auch Männerbadehosen sind vielfach einfach zu kurz. (Foto: Pixabay)

Wenn du versuchst, die Anforderung zu erfüllen, ergibt sich quasi vollautomatisch ein langer Text. Wie du dieser älteren Studie aus dem Hause SerpIQ entnehmen kannst, liegen die ersten zehn Suchergebnisse alle im Schnitt bei über 2.000 Wörtern, die Top 3 über 2.400.

Die gleiche Studie zeigt, dass die durchschnittliche Inhaltslänge mit dem Alter einer Website steigt. Aber selbst bei Domains, die noch kein Jahr alt sind, ranken diejenigen am höchsten, die wenigstens 1.500 Wörter pro Inhalt auf die Waage bringen.

Vielfach wird eingewendet, dass so lange Inhalte “doch kein Mensch liest”. Das mag sein. Aber der Mensch setzt dich ja auch nicht auf Seite 1 der Suchergebnisse, das macht der Algorithmus. Und der liest so lange Inhalte auf jeden Fall.

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Deine Inhalte gleichen einer Textwüste.

Du hast also einen langen Inhalt geschrieben. Das ist schon mal gut. Damit könntest du es auf die vorderen Ränge der Suchergebnisse bringen. Leider ist der Algorithmus am Ende doch wieder nicht der einzige Leser. Oder sagen wir es präziser, der Algorithmus achtet nicht nur auf die Inhaltslänge.

Selbst diese doch recht idyllisch wirkende Wüste verliert schnell ihren Reiz. (Foto: PIxabay)

Ein weiteres wichtiges Rankingsignal ist die Absprungrate. Wenn ein Besucher deine Seite erreicht, dann aber ob des Bildes einer Textwüste umgehend das Weite sucht, dann ist eben diese Absprungrate hoch, was wiederum schlecht für dein Ranking ist. Logisch: Wenn dein Inhalt, für den man an sich schon fünf Minuten Lesezeit benötigen würde, nach 20 Sekunden verlassen wird, dann kann er wohl so gut und relevant doch nicht sein. Denkt sich Google.

Um diesen Effekt zu vermeiden, solltest du auf eine aufgelockerte, lesefreundliche Umgebung achten.

  • Verwende keine übermäßig langen Absätzen, sondern gliedere deinen Inhalt ruhig kleinteilig. So können Besucher den Text leichter scannen, denn- es stimmt ja – wirklich lesen tut so lange Inhalte “doch kein Mensch”. Neben kurzen Absätzen mache auf jeden Fall auch Gebrauch von gliedernden Textelementen, wie Listen, Unterüberschriften, Zitaten, Einschüben und so weiter.
  • Lockere den Text darüber hinaus mit Bildern und Illustrationen auf, wo immer es möglich ist. So fängst du abschweifende Gemüter im Verlaufe des Textes immer wieder ein.

Deine Inhalte sind voller Fehler.

Manch einer glaubt, dass das Schreiben für das Netz eine gewisse Laxheit in der Form erlaubt. Das ist ein Irrtum. Zwar erkennt der Google Bot nicht, wenn du Rechtschreib- und/oder Grammatikfehler machst, der Leser erkennst es hingegen schon. Eine gewisse Toleranz gegenüber kleinen Fehlern ist durchaus vorhanden, aber das sollte sich in engen Grenzen abspielen.

Benutze dein virtuelles Radiergummi. (Foto: Pixabay)

Sind deine Inhalte hingegen voller Formfehler, so reduzieren sich die Chancen der Linksetzung auf diese Inhalte drastisch. Eine gute Präsenz in den sozialen Medien ist für derlei Inhalte ebenfalls nicht zu erwarten.

Dabei sind solche Fehler relativ leicht zu vermeiden. Lass deine Texte durch eine gute Rechtschreibprüfung laufen und, wenn es sich um wirklich wichtige Inhalte handelt, die über Konversion und Nicht-Konversion entscheiden, lass lieber nochmal einen Korrektor/Lektor ran. Diese Dienstleistung ist heutzutage sehr erschwinglich und kann sich schnell bezahlt machen.

Noch schlimmer ist es, wenn deine Inhalte voller inhaltlicher Fehler stecken, die du nicht etwa im Stile von “Fake News” absichtlich gesetzt hast. Inhalte solltest du, wenn du sie recherchieren musst, niemals aus nur einer Quelle beziehen. Ich persönlich versuche immer, wenigstens drei Quellen zu finden, die mir die Fakten als solche bestätigen. Dabei achte ich zudem darauf, dass die Quellen sich nicht gegenseitig als Quelle verwenden und darauf, wie glaubwürdig die jeweilige Quelle als solche erscheint.

Deine Inhalte haben kein Ziel.

Wenn du Inhalte für dein Business verfasst, wirst du damit ein bestimmtes Ziel verfolgen. Das Ziel wird es nicht sein, in die Top 10 der Suchergebnisse zu gelangen. Das ist lediglich ein weiteres Mittel zum Zweck. Dein eigentliches Ziel besteht doch sicherlich darin, Kunden zu gewinnen. Du möchtest, dass der Besucher deine Thermosocken, dein E-Book, deine Beratungsleistungen, dein WordPress-Theme, deine Software kauft.

Anders als beim traditionellen Roadtrip, ist bei SEO nicht der Weg das Ziel. (Foto: Pixabay)

Dieses Ziel musst du verbalisieren. Der sogenannte Call-to-Action (CTA, also der Aufruf zum Handeln, darf nie fehlen. Du denkst vielleicht, das sei überflüssig und der denkende Mensch würde schon von alleine darauf kommen, dass er jetzt zwingend zum Kunde konvertieren müsse. Ich sage dir: Er tut es nicht.

Klare CTA sind unverzichtbar und, und deshalb gehört der Tipp in diese Liste, sollten schon in den Meta-Informationen des jeweiligen Inhalts verankert werden. Die Meta-Informationen, also die Textteile, die innerhalb der Suchergebnislisten angezeigt werden, kannst du selber schreiben und solltest das auch in jedem Falle tun. Denn, wenn du es nicht tust, verwendet Google den Anfang deines Textes, um ihn als Teaser in den Suchergebnisseiten anzuzeigen. Der Anfang des Textes ist aber, wenn, dann nur rein zufällig die geeignete Textpassage, um potenzielle Besucher auf deinen Inhalt zu locken.

Zusammenfassung: Content is King

Natürlich gibt es weitere Fehler, die du im Rahmen deiner SEO-Bemühungen machen kannst. Wenn du aber die hier beschriebenen Fehler vermeidest, dann bist du schon ein ganzes Stück weiter und darfst dir berechtigte Hoffnungen auf einen ordentlichen Platz im Suchmaschinen-Ranking machen.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.