SEO: Sprachsuche – wie wir Inhalte optimieren müssen

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Die Ära der Sprachassistenten ist endgültig da. Es wird Zeit, die Technologie ernst zu nehmen und unsere Inhalte auf die Sprachsuche zu optimieren.

Sprachsuche: der rasche Aufschwung der Sprachassistenten

Es ist erstaunlicherweise nicht Siri oder der Google Assistant, der den Durchbruch für sprachbasierte Suchen bringt. Ausgerechnet Amazons Alexa krempelt den Markt um. Zumindest ich hatte diese Technologie überhaupt nicht auf dem Zettel, aber die US-Amerikaner kaufen Geräte mit Alexa wie geschnittenes Brot.

Jetzt kommt auch Samsung mit einem eigenen Ansatz, Bixby wird der heißen und eine große Bandbreite an App-Integrationen vom Start weg mitbringen. Google läuft Alexa hinterher und zeigt seinen Home Assistant. Es wird vielleicht noch ein Jahr dauern, aber dann spätestens ist die Sprachsteuerung, damit auch die Sprachsuche Normalität geworden.

Schon seit einigen Jahren steigt die Zahl der Sprachsuchen kontinuierlich, allerdings mit dem Schwerpunkt auf mobile Geräte. Alexa und der Home Assistant werden hier noch einmal für richtig Schwung sorgen.

Neben der gestiegenen Akzeptanz für Menschen, die mit ihren Smartphones reden, ist es vor allem der technologische Fortschritt, der für das Erstarken der Sprachassistenten verantwortlich ist. Mittlerweile reicht die Rechenpower in den mobilen Geräten, die Bandbreite des omnipräsenten Internet und die Rechenpower der Serverfarmen, die mittels künstlicher Intelligenz die Spracheingaben überhaupt erst zu verarbeitbaren Daten machen und daraus dann sinnvolle Antworten generieren.

Deep Learning heißt die Unterart des Machine Learning, die uns diese Fortschritte bringt. Mittels neuronaler Netze lernen die Maschinen selbstätig ihre Antworten zu verbessern – ganz ähnlich, wie es das menschliche Hirn tut.

Sprachsuche läuft wie eine Konversation

Für die Optimierung unserer Inhalte auf die Erkennung und Verarbeitung durch sprachgesteuerte Suchen, müssen wir einige Veränderungen zur Kenntnis nehmen. Vor allem sind Sprachsuchen keine Suchen mit ein oder zwei Keywords, wie das für Desktopsuchen oder allgemein für textbasierte Suchen klassisch ist. Sprachsuche findet stets als ganzer Satz, meist in Frageform statt.

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Konversation ist der natürliche Weg, an Informationen zu gelangen.

Statt „Wetter Freiburg” fragst du ”Hey Siri, wie wird das Wetter heute in Freiburg?”. Das ist jetzt natürlich ein schlechtes Beispiel, weil Siri diese Antwort nicht im Web nachschlägt, sondern eigenständig gibt. Aber das Prinzip wird klar, denke ich.

Die besten Ergebnisse liefern naheliegenderweise solche Seiten, die schon in ihrem Inhalt eben diese Frage und entsprechende Antworten vorsehen. Wir optimieren unsere Inhalte also künftig nicht mehr (nur) auf ein oder zwei Keywords, sondern auf Key-Phrasen, die im Idealfall den gestellten Fragen entsprechen.

Relevanz ist bei der Sprachsuche noch relevanter

Bei der Beantwortung sprachgesteuerter Suchen ist es noch wichtiger für die Suchmaschine, die relevanteste Antwort zu geben. Immerhin kann sie nicht 500 Suchergebnisseiten auswerfen und dem Nutzer den Rest überlassen, sondern muss sich, zumindest, wenn sie auch per Sprache antworten will, festlegen. Und es ist davon auszugehen, dass es nicht mehr allzu lange zu Antworten wie „Ich habe das hier im Web gefunden” kommen wird. Die Ansprüche steigen auch hier.

Es wird also zu einem Content-Wettlauf kommen. Der mit den hochwertigsten Inhalten gewinnt. Wir haben eine ganz ähnliche Situation schon jetzt, wenn es um die Featured Snippets geht. Das sind diese Informationsboxen, die noch oberhalb der Suchergebnisliste ausgegeben und von Google ohne Einflussmöglichkeit des Betreibers ausgewählt werden.

Googles Featured Snippets: Platz Zero in den SERPs.

Ohne Einflussmöglichkeit ist nicht ganz richtig formuliert, denn es gibt zwar keine direkte, wohl aber eine indirekte Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit zu vergrößern, in einem Featured Snippet berücksichtigt zu werden. Die Möglichkeit lautet: Biete absolut hochwertige Inhalte.

Hochwertige Inhalte sind faktisch einwandfrei und belegt. Sie enthalten unterstützende Visuals, wie Bilder, Videos oder Infografiken. Wo es sinnvoll ist, werden die Aussagen mit Auszügen aus öffentlich zugänglichen Datenbanken unterfüttert. Das behandelte Thema ist jeweils so erschöpfend behandelt, dass es für den Suchenden keinen Grund gibt, weitere Quellen dazu zu recherchieren.

So funktioniert Content-Optimierung für Featured Snippets und so funktioniert sie auch für die Sprachsuche. Es gibt eine weitere Parallele. So scheint Google Frage-und-Antwort-Seiten bei der Bestückung seiner Featured Snippets zu bevorzugen. Ich würde darauf wetten, dass das ebenso für die Sprachsuche gelten wird, denn einfacher kann der Suchmaschinenriese Fragen und Antworten wohl kaum übereinander bringen.

Kurze Fragen und kurze Antworten sind zu bevorzugen

Gerade mit Blick auf gesprächsbasierte Interfaces ist es vorteilhaft, seinen Content auch auf Verständlichkeit zu prüfen. Im Plauderton machen sich kurze prägnante Statements gut. Lange, verschwurbelte Sätze reduzieren die Chancen, bei der Sprachsuche eine Rolle zu spielen.

Das gilt natürlich ebenso für die Fragen. Sprachassistenten werden mit kurzen Fragesätze traktiert. „Wie ist”, „Wo ist”, „Wer hat” und so weiter. Kurze Fragen werden gestellt, auf die im Idealfall ebensolche Antworten folgen können. Ist deine Antwort notwendigerweise komplexer, so unterteile sie in Listenpunkte. Zumindest bezogen auf Featured Snippets hat sich gezeigt, dass die Tags ol und li in etlichen dieser hervorgehobenen Snippets vorhanden sind. Das wiederum lässt darauf schließen, dass Google diese Art der Präsentation bevorzugt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Optimierung deiner Seite für mobile Geräte. Nachdem Mobile-friendly ein Rankingfaktor geworden ist, sollte dir das eh eine Priorität sein. Unter dem Gesichtspunkt sprachbasierter Suche gewinnt es eine noch höhere Bedeutung.

Fazit: Tu es

Wenn deine Website unter den genannten Aspekten noch optimierungsbedürftig ist, dann tu es jetzt. Der Aufstieg der Sprachassistenten beschleunigt sich eher als dass er sich abschwächt. Die erforderlichen Änderungen sind teils struktureller Natur und nicht eben mal so erledigt. Nutze also die Zeit, deine Ausgangsposition zu verbessern.

(Übrigens: Dieser Beitrag hat ein paar interessante Statistiken zum Thema.)

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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SEO Agnes
Gast

Wird es dann letztendlich ein einziges Suchergebnis geben sozusagen?

Kevin
Gast

Klasse, das ist denke ich wichtiger Optimierungsgrund und wird uns in Zukunft sicher noch häufiger beschäftigen. Momentan zwar noch verhältnissnäßig wenig genutzt, aber in einiger Zeit ganz bestimmt eine wichtige Suchfunktion.

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