So schützt du deine Website vor Content-Diebstahl

Wie Du Deine Website vor Content Diebstahl schützen kannst

Andreas Hecht

ist WordPress-Entwickler und bietet dir WordPress-Sicherheit für deine Website. Zudem entwickelt er...

Content-Diebstahl ist eine unschöne Sache. Viele Blogger, die länger am Markt sind, haben dies bereits erlebt. Durch Zufall findet man seine Inhalte auf anderen Websites wieder. Manchmal etwas umgeschrieben, manchmal eins zu eins übernommen. Da stellt sich die Frage, was man gegen den Klau eigener Inhalte unternehmen kann.

Wie Du Deine Website vor Content Diebstahl schützen kannst

Zuerst einmal: Du bist definitiv nicht allein mit diesem Problem. Mir hat man meine erfolgreichsten Inhalte gestohlen und eines meiner Themes als eigenes Werk ausgegeben. Beides konnte ich durch einige »freundliche« Worte in einer E-Mail regeln.

Allerdings muss man sich die harte Realität klarmachen, die da heißt: dies ist das Internet. Somit kann es keinen absoluten Schutz gegen den Diebstahl geistigen Eigentums geben. Du wirst also niemals komplett verhindern können, bestohlen zu werden. Trotzdem gibt es einige Dinge, die es den Dieben schwerer machen.

Content-Klau vorbeugen

Prävention ist immer besser als die Nachsorge. Daher gebe ich dir heute einige Tipps, wie du einem Klau deiner Inhalte oftmals vorbeugen kannst.

1 – Sorge für ein eindeutiges Copyright

Mache eindeutig klar, was du im Zusammenhang mit deinen Texten zulassen willst oder nicht. Jeder Besucher muss deine Copyright-Bestimmungen schnell finden und einsehen können. Ein eindeutiges Copyright könnte folgendermaßen aussehen:

© Copyright [Dein voller Name] und [Website Name], [Aktuelles Jahr]. Unautorisierte Nutzung von Inhalten oder Teilen der Inhalte ist ohne eine schriftliche Zustimmung des Autors nicht gestattet.  Auszüge können hingegen genutzt werden, jedoch nur mit einer eindeutigen Nennung der Quelle. Diese muss folgendermaßen stattfinden: Nennung des Autors, der Website inklusive einem Link zum Original-Artikel.

Platziere deine Bestimmung vielleicht in die Sidebar, dort ist sie sehr gut zu erfassen. Allerdings könntest du auch einen Link zum Copyright im Footer unterbringen und die interessierten Besucher so auf eine bestimmte Seite weiterleiten. Natürlich kannst du jegliche Nutzung untersagen, es kommt hierbei ganz auf dich und deine Wünsche an.

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Du könntest allerdings auch folgendes tun:

2 – Verwende eine Creative Commons-Lizenz

Ähnlich zur vorherigen Option kannst du genau festlegen, welche Art von Nutzung du erlauben willst und wie man auf dich zurück verlinken soll. Creative Commons ist einer der bekanntesten Anbieter von freien Lizenzen in mehreren Versionen. Du bekommst auf der Website der Organisation auch einen Lizenz-Generator, mit dem du deine persönliche Copyright-Lizenz bestimmen kannst.

Wenn du dich dafür entscheidest, eine der Creative Commons-Lizenzen zu verwenden, dann solltest du sie ebenfalls gut sichtbar unterbringen. Ein Link im Footer reicht vollkommen aus. Er könnte zum Beispiel so aussehen:

© Copyright [Dein voller Name] und [Website Name], [Aktuelles Jahr] – Link zur Lizenz

Auch damit hast du klar herausgestellt, welche Art von Nutzung du wünschst.

3 – Lass deinen RSS-Feed nur Auszüge anzeigen

Content-Klau findet oftmals direkt über den RSS-Feed statt. Die Diebe müssen ihre Website nur ein einziges Mal konfigurieren und haben damit immer deine neuesten Texte auf der Seite stehen. Hier kann es sehr hilfreich sein, nur Auszüge anzeigen zu lassen.

Allerdings kann diese Art der Prävention saftige Nachteile haben. Viele User lesen neue Inhalte von Blogs immer noch sehr gern über den RSS-Feed. Diese User könntest du damit verärgern, wenn du nur noch Excerpts anbieten würdest.

Die Lösung: Yoast SEO

Eine Lösung könnte sich durch die Nutzung von Yoast SEO ergeben. Mit diesem SEO-Plugin kannst du benutzerdefinierte Copyright-Nachrichten in die Feeds einbringen. Somit würde unter jedem Artikel deiner Inhalts-Diebe dann dein Copyright stehen und du kannst somit wieder den vollständigen Feed ausliefern lassen.

4 – Nutze Google zur Suche nach deinen Inhalten

Deine Inhalte können sich bereits auf anderen Websites befinden, ohne dass es dir bewusst ist. Content-Diebstahl ist eine recht häufig anzutreffende Angelegenheit, daher nutze Google und andere Suchmaschinen, um nach deinen Texten zu suchen. Kopiere einen Auszug eines deiner Beiträge, setze diesen in Anführungszeichen für mehr Genauigkeit und starte eine Suche.

5 – Schütze deine Bilder

Ohne deine Bilder und Grafiken ist dein Content nur halb soviel wert. Daher solltest du deine Bilder gegen unbefugte Nutzung schützen. Ein kleiner Eintrag in der .htaccess Datei sorgt dafür, dass deine Bilder auf anderen Blogs nicht von deinem Server verlinkt werden können.

Eine Nutzung des Bildmaterials wäre nur möglich, wenn die Bilder zuvor heruntergeladen und in die Artikel eingefügt worden wären.

6 – Nutze Google Alerts

Für diesen Dienst von Google benötigst du ein Google-Konto. In den Einstellungen kannst du festlegen, welche Arten von Inhalten dir wichtig sind. Tauchen diese dann auf, bekommst du eine E-Mail von Google.

7 – Nutze Copyscape oder Plagium

Copyscape ist ein ziemlich nützliches Online-Tool, mit dessen Hilfe du schnell Kopien deiner Inhalte im Netz finden kannst. Die kostenlose Funktion ist generell ausreichend, es existiert eine kostenpflichtige Version mit deutlich mehr Features.

Plagium ist ein weiteres Tool, mit dem du feststellen kannst, ob Plagiate deiner Artikel im Netz existieren.

Content-Klau festgestellt?

Sollten alle Maßnahmen zur Vorbeugung des Diebstahls deines geistigen Eigentums nicht geholfen haben, dann musst du reagieren. Dir bleiben hierbei folgende drei Möglichkeiten:

1 – Schreibe den Dieb an

Finde die E-Mail-Adresse des Inhalte-Diebs heraus und schreibe ihn an. Sei freundlich, aber bestimmt und weise ihn darauf hin, dass du rechtliche Schritte unternehmen wirst, wenn er deine Inhalte nicht sofort löscht und seine Praktiken einstellt.

Ich habe mit dieser Methode immer Erfolg gehabt und musste keine weiteren Schritte einleiten.

2 – Wende dich an Google

Du hast die Möglichkeit, dich direkt an Google zu wenden und die Löschung der Duplikate aus dem Index zu beantragen.

Google reagiert auf Urheberrechtsbeschwerden gemäß dem US-amerikanischen Urheberrechtsgesetz (Digital Millennium Copyright Act, DMCA).

Solltest du deinen Blog bei WordPress.com hosten, dann kannst du Automattic anschreiben. Das ist die Firma hinter WordPress. Das allerdings funktioniert nur bei WordPress.com und nicht bei der selbst gehosteten Version von WordPress.org.

Automattic: Digital Millennium Copyright Act (DMCA) Notice

3 – Informiere den Hosting-Betreiber des Diebes

Sollte eine E-Mail an den Dieb deiner Inhalte keine Lösung ergeben, so bleibt dir noch die Möglichkeit, den Hoster des Online-Gangsters anzuschreiben und ihn auf die Praktiken seines Kunden hinzuweisen. Auch diese Art der Bekämpfung hat sich als wirksam herausgestellt. Den Hoster findest du leicht mit einer Whois-Abfrage der betreffenden Domain heraus.

Fazit:

Content-Diebstahl wird es immer wieder geben, ein zu 100 Prozent wirksamer Schutz dagegen existiert leider nicht. Wir können es nicht verhindern, doch wir können ein Auge auf unseren mühsam erstellten Content haben. Und wir können es den Dieben ein wenig schwerer machen in der Hoffnung, dass sie sich dann ein leichteres Opfer suchen.

Quelle: Prevent Content Theft

Andreas Hecht

ist WordPress-Entwickler und bietet dir WordPress-Sicherheit für deine Website. Zudem entwickelt er WooCommerce Shops mit Ladezeiten von unter einer Sekunde. Er schreibt seit 2012 für Dr. Web. Auf seinem Blog veröffentlicht er unter anderem nützliche WordPress-Snippets.

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NetzBlogR
Gast

Vorsicht mit der Deeplink-Sperre für Bilder (Punkt 5): Die verhindert auch, dass z.B. Feedreader die Bilder anzeigen können.

Außerdem sollte man im deutschen Rechtsraum nicht als Tipp geben, mit “Copyright” als Begriff um sich zu werfen (Punkt 1): Als deutscher Blogger ist das deutsche Urheberrechtsgesetz bindend.

Und “Copyright” in Bezug auf Creativ Commons einzusetzen (Punkt 2) ist so ziemlich das falscheste, was geht: Entweder steht etwas unter Copyright (bzw. wie eingangs beschrieben in Deutschland dem Urheberrecht) ODER unter CC-Lizenz. Beides zu vermischen, ist rechtlicher Firlefanz.

Alfred
Gast

Hallo,
Dein Fazit ist toll und leider richtig!
Leider gibt es Menschen, die alles stehlen. Es sollte jedoch tröstlich sein, dass gestohlener Inhalt, meist schlechter rankt als der Originalinhalt. Na ja, zumindest ein kleiner Trost.

Peter
Gast

Es hilft in den meisten Fällen bereits, den Rechtsklick zu deaktivieren. Das ist nicht für alle Websites sinnvoll, aber für manche durchaus.

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