Project Cloak entfernt unerwünschte Elemente aus Videos

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Das Video ist ja ganz schön, aber noch schöner wäre es, wenn dein(e) Ex nicht mit drauf wäre? Adobes Project Cloak ist da das Richtige für dich.

Sneaks, technische Experimente, auf der MAX 2017

Anlässlich der alljährlichen MAX-Konferenz erlaubt Adobe den Besuchern stets auch einen Blick auf Technologien, die gerade im Entstehen begriffen sind. Adobe nennt diese Einblicke Sneaks. Einer der Sneaks auf der 2017er MAX trägt den Namen Project Cloak. Cloak bedeutet ins Deutsch übersetzt soviel wie Deckmantel und beschreibt ganz gut die Funktionalität, die dahinter steckt.

Denn mit Cloak ist es möglich, unerwünschte Elemente aus Videosequenzen zu entfernen. Das funktioniert ganz ähnlich wie das inhaltsbasierte Füllen in Photoshop. Dort kannst du ja bekanntlich, Elemente maskieren und dann von Photoshop aus dem Bild rechnen lassen. Die Fläche, die vormals von dem unerwünschten Element belegt war, wird sinnvoll mit dem Inhalt des Hintergrunds belegt. Im Idealfall siehst du nicht, dass an der Stelle zuvor überhaupt ein Inhalt war.

So könnten wir natürlich theoretisch auch in Videos Frame für Frame bearbeiten und das Element durch Hintergrundinhalte ersetzen lassen. Im Zusammenspiel aller Frames im laufenden Video würden wir diese Bearbeitung allerdings deutlich sehen, weil wir zwar die einzelnen Frames geändert, nicht aber deren Zusammenspiel angepasst haben. Hier bedarf es also einer Technik, die in der Lage ist, Bildteile frameübergreifend und konsistent zu entfernen.

Cloak entfernt Elemente aus allen Lebenslagen

Genau das verspricht Project Cloak. Daas folgende Video zeigt in sechs Minuten sehr eindrucksvoll, wozu Cloak in der Lage ist:

Die vergleichsweise einfachste Aufgabe besteht wohl darin, ein statisches Element aus einem Video zu entfernen. Das könnte etwa der Beleuchtungsmast in diesem Bild sein:

Beachte den Beleuchtungsmasten direkt vor dem Gebäude.

Mit Cloak lässt sich der Mast einfach maskieren, etwa mit einer groben Polygonselektion. Das Ergebnis sieht dann so aus:

Das rechts zu sehende Bild zeigt das Ergebnis der Selektion im linken Bild.

Der Mast ist komplett verschwunden und es deutet auch im laufenden Video (siehe oben) nichts darauf hin, dass sich dort überhaupt ein Mast befinden könnte. Die Entfernung ist rückstandsfrei.

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Auch schwierigere Anforderungen meistert Cloak. So ist es etwa in der Lage, Personen oder Personengruppen komplett zu entfernen:

Wenn du dein Wüstenvideo ganz ohne Personen bevorzugst…

Ebenso könnte die Anforderung lauten, etwa den Schatten der Aufnahmedrohne oder die Aufschrift auf einem T-Shirt zu entfernen. Was noch gut selektierbar ist, kann auch entfernt werden. Das sind fantastische Aussichten für Videografen.

Wann du die Funktion nutzen kannst, ist unklar

Auf der Konferenz wurde Cloak als Bestandteil von After Effects verwendet. Da es sich aber aktuell nur um ein experimentelles Feature handelt, solltest du nicht erwarten, die Funktion alsbald in deinem After Effects vorzufinden. Nachdem das Feature jedoch bereits zuverlässig zu arbeiten scheint, dürfte es auch keine Jahre mehr dauern, bis wir alle unsere Exes oder die damit einhergehenden Schwiegereltern aus unseren Videos verbannen können.

Lasst uns unsere Geschichten neu schreiben.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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