Photoshop-Tutorial: Panoramen erzeugen und optimieren

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Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen...

Nie war es einfacher, ein Panoramabild zu erzeugen. Einfach mit der Kamera am Strand oder in den Bergen aus der Hüfte heraus knipsen und die Fotos später von Photoshop per Knopfdruck kombinieren lassen – das war es. Wir müssen nur darauf achtgeben, dass sich die einzelnen Fotos etwas überlappen, damit die Aufnahmen auch erkannt und passend zusammengefügt werden. So wird aus sehenswerten Bildern ein übergroßes Kunstwerk.

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Dabei kennt jeder das Problem, dass die Verzerrungen und Verschiebungen der Einzelbilder zueinander dafür sorgen, dass kein gerades Panorama entsteht, sondern ein Dokument mit zahlreichen Lücken. Diese werden wir inhaltssensitiv füllen und das Ergebnis weiter optimieren.

Photoshop-Tutorial – Panorama-Schritt #1: Bildmaterial laden

Sie benötigen mehrere Aufnahmen einer Szene, die sich leicht überlappen. Geladen werden diese jedoch nicht wie gewohnt, sondern Sie gehen auf Datei > Automatisieren > Photomerge. Klicken Sie im Dialog-Fenster auf Durchsuchen und wählen Sie die Bilder an, die das Panorama ergeben sollen. Nach dem Bestätigen über OK werden die Aufnahmen im Dialog gelistet.

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Ich nutze hier die Option Auto. Photoshop analysiert die Fotos und wendet dann ein perspektivisches, zylindrisches oder kugelförmiges Layout an. Bei Perspektivisch werden Inhalte gedehnt oder geneigt. Bei Zylindrisch werden die Ebenen entlang eines Zylinders, bei Kugelförmig entlang einer Kugel gewölbt. Unten in der Mitte ist Bilder zusammen überblenden aktiv. So werden die Aufnahmen nicht einfach nebeneinander gestellt, sondern in einer Maske perfekte Schnittstellen entdeckt.

Manche Linsen erzeugen eine Vignettierung am Rand, die dank der Funktion Vignettierungsentfernung reduziert werden kann. Bei tonnenförmigen oder kissenförmigen Verzerrung steuern Sie mit Korrektur der geometrischen Verzerrung dagegen. Als Ergebnis erhalten wir ein fertiges Panorama, das noch von Hand optimiert werden kann.

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Panorama-Schritt #2: Ränder auswählen

Noch liegen die Fotos auf einzelnen Ebenen und zeigen oben wie unten transparente Bereiche am Rand, die wir nun optimieren werden. Dazu gehen Sie zunächst auf Ebene > Sichtbare auf eine Ebene reduzieren. Klicken Sie die Ebenenminiatur im Ebenenbedienfeld mit gedrückter Strg-Taste an und gehen Sie dann im Menü auf Auswahl > Auswahl umkehren (Umschalt+Strg+I). Der Rand wurde damit ausgewählt.

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Für den nächsten Schritt müssen die ausgewählten Ränder mit weißer Farbe gefüllt sein (genauer: alle Inhalte zusammen auf der Hintergrundebene liegen). Ist die Hintergrundfarbe Weiß, so reicht ein Klick auf Ebene > Auf Hintergrundebene reduzieren. Die Ränder sind nun weiß, die Ameisen der Auswahl laufen aber weiter.

Vielleicht fragen Sie sich: Warum die Mühe? Einfach mit dem Freistellungswerkzeug die Mitte auswählen, ein Doppelklick, und schon steht das Panorama. Ich möchte da aber noch einen Schritt weiter gehen und das Panorama eben nicht verkleinern, um die Ränder zu entfernen, sondern Inhalte für die Ränder generieren, um die volle Größe zu erhalten.

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Panorama-Schritt #3: Flächen auffüllen

Gehen Sie dazu im Menü auf Bearbeiten > Fläche füllen. Stellen Sie den Inhalt auf Inhaltsbasiert und aktivieren Sie noch die Farbanpassung. Der Modus bleibt auf Normal stehen, die Deckkraft auf 100%. Nach dem Bestätigen über OK berechnet Photoshop in die Ränder die fehlenden Inhalte rein, passend zur Umgebung. Strg+D hebt die Auswahl auf. Jetzt können Sie kontrollieren, ob dieser Schritt gelungen ist. Sie werden merken: natürliche Strukturen werden leichter eingefügt, als etwa Muster.

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Panorama-Schritt #4: Von Hand optimieren

Der Rand kann bei Bedarf weiter optimiert werden. Aktivieren Sie dazu den Reparatur-Pinsel und definieren Sie bei gedrückter Alt-Taste eine Quelle, von der die Inhalte kopiert werden sollen. Halten Sie die Maustaste gedrückt und gehen Sie über den Bereich, den Sie retuschieren möchten. Lassen Sie die Alt-Taste los und malen Sie, wie vom Pinsel gewohnt. So lassen sich Kanten leicht optimieren.

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Panorama-Schritt #5: Lichtstimmung beeinflussen

Drücken Sie Umschalt+Strg+N für eine neue Ebene. Stellen Sie den Modus von Normal auf Ineinanderkopieren um und aktivieren Sie Mit neutraler Farbe füllen (50 % Grau). Da die Ebene mit einem neutralen Grau gefüllt wurde, sehen wir noch keinen Unterschied. Mit dem Abwedler-Werkzeug können Sie nun Licht einzeichnen, mit dem Nachbelichter-Werkzeug Schatten. Über die rechte Maustaste bestimmen Sie die Werkzeuggröße und -Art. Sie sehen, dass bei der Bearbeitung die graue Fläche dunkler oder heller wird, was im Zusammenspiel mit der Füllmethode Ineinanderkopieren für die Änderung der Lichtstimmung sorgt.

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Panorama-Schritt #6: Bildlook

Möchten Sie schnell verschiedene Bildlooks testen, so gehen Sie auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Color Lookup. Probieren Sie da etwa die 3DLUT-Datei Crisp_Warm, FallColors oder SoftWarming aus. Auch eine Kombination mehrerer Einstellungsebenen hat seinen Reiz.

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(dpe)

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

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Peter Hostermann
Gast

Schöner Artikel. Leider stehe ich dann und wann vor einem anderen Problem: Durch die Verwendung eines Polfilters entsteht ein fleckiger Himmel. Zwar werden durch das Aneinanderrechnen der Bilder die Übergänge etwas fließender, aber die unterschiedliche Farbigkeit der ehemals einzelnen Bilder ist noch zu sehen und mit diesem Workflow auch leider nicht zu beheben …

Dirk Metzmacher
Gast

Gar nicht so einfach zu lösen… Ziel: die Farben des Himmels fast schon punktgenau anzupassen… mögliche Lösung: neue Ebene im Modus Farbe, mit der Pipette einen Blauton aufnehmen und gezielt die anderen Blautöne optimieren. Da dieser Blauton auf einer eigenen Ebene liegt, kann über Bild > Korrekturen > Farbton/Sättigung dieser noch gezielt angepasst werden.

Peter Hostermann
Gast

Danke, das werde ich mal versuchen. Bisher bin ich einen anderen Weg gegangen: Ich habe den Polfilter durch einen Grauverlaufsfilter mit sanftem Übergang ersetzt. Der Übergang des Filter liegt auf dem Horizont. Durch den Verlaufsfilter habe ich keine winkelabhängige Filterung der Himmelsfarben und die einzelnen Bilder fügen sich harmonischer zusammen. Polfilter wäre natürlich schöner …

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