Photoshop-Tutorial: Alte Fotos restaurieren – schnell und einfach

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Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen...

Wischen Sie den Staub der alten Fotobücher ab und holen Sie Ihre Familienschätze hervor. Hier werden alte Aufnahmen wieder auf Hochglanz gebracht. Dazu stellt uns Photoshop einige spezialisierte Werkzeuge bereit. So werden rote Augen und kleine Bildfehler mit nur einem Klick repariert, Kratzer und Falten entfernt und Farbstiche korrigiert. In Kombination erhalten Sie fehlerfreie Fotos mit frischen Farben, die neu gedruckt weitere Jahrzehnte überstehen.

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Restaurationstipp #1: Bildfehler per Klick ausradieren

Oftmals zeigen alte Fotos kleine Macken oder Flecken. Zur Optimierung aktivieren Sie in der Optionsleiste den Bereichsreparatur-Pinsel. Über einen Rechtsklick stellen Sie die Größe der Werkzeugspitze ein. Drücken Sie Strg+J zum Kopieren der Ebene. Malen Sie über alle Flecken, wobei Sie immer etwas größer einzeichnen, um den Fleck herum, damit Photoshop die Umgebung analysieren kann. Sie sehen den Fehler mit einem Grauton überlagert. Sobald Sie die Maustaste lösen, berechnet Photoshop die Umgebung passend an die überdeckten Stellen ein.

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Restaurationstipp #2: Rote Augen entfernen

Genau so einfach lassen sich auch rote Augen heraus rechnen. Rufen Sie mit dem Zoom-Werkzeug den Bildausschnitt groß auf und aktivieren Sie dann das Rote-Augen-Werkzeug. Ziehen Sie eine rechteckige Auswahl um das erste Auge auf, dann um das zweite Auge. Photoshop berechnet automatisch den Bildfehler heraus. Übrigens muss die Bildbearbeitung nicht wissen, um welche Augenfarbe es sich handelt, da der Effekt der roten Augen nur in der Pupille erscheint, die hier mit schwarzer Farbe ersetzt wird.

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Restaurationstipp #3: Risse ausbessern

Im Prinzip können Sie auch bei einem Riss mit dem Bereichsreparatur-Pinsel arbeiten, allerdings kommt es dabei gerade an Rändern mit harten Kontrastsprüngen zu unschönen Effekten. Arbeiten Sie daher mit dem Reparatur-Pinsel weiter. Dieser benötigt allerdings zunächst eine Quelle, aus der er Material kopieren und einfügen darf. Definieren Sie diese Quelle bei gedrückter Alt-Taste und einem Klick mit der Maustaste.

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Malen Sie dann über den Riss, bis dieser ausgeglichen ist. Bei Bedarf können Sie auch immer wieder neue Quellen definieren. Ist der Riss eher ein ausgewachsenes Loch, so nutzen Sie das Ausbessern-Werkzeug. Wie vom Lasso gewohnt erzeugen Sie damit zunächst eine Auswahl um den Riss. Klicken Sie dann in die Mitte, halten Sie die Maustaste gedrückt und ziehen Sie die Auswahl auf einen Bereich, der eine passende Struktur zeigt. Eine Alternative wäre Bearbeiten > Fläche füllen > Inhaltsbasiert.

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Restaurationstipp #4: Bildrauschen reduzieren

Über Strg+J wird die Ebene kopiert. Gehen Sie auf Filter > Weichzeichnungsfilter > Matter machen und nutzen Sie den Radius, um die Stärke der Weichzeichnung zu bestimmen (relativ hoch). Es folgt der Schwellenwert, mit dem Sie langsam höher gehen, bis ein ausgewogenes Ergebnis aus weichgezeichneten Flächen, aber doch klaren Kanten entstanden ist. Nach dem Bestätigen wird die Füllmethode im Ebenenbedienfeld von Normal auf Farbe umgestellt, wodurch das farbige Rauschen erledigt ist.

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Jetzt geht es an das weitere Rauschen im Bild. Nach Strg+J gehen Sie im Menü auf Filter > Rauschfilter > Staub und Kratzer und stellen den Radius so ein, dass alle Flächen ohne Rauschen sind. Die Füllmethode stellen Sie wieder auf Normal zurück. Die Ebenendeckkraft wird langsam reduziert, bis das Rauschen wieder leicht sichtbar wird.

Es gibt nun Bereiche, die müssen einfach klarer zu sehen sein, wie etwa das Gesicht (und da besonders die Augen). Gehen Sie deshalb auf Ebene > Ebenenmaske > Alle einblenden und malen Sie mit dem Pinsel, einer weichen Werkzeugspitze und schwarzer Farbe über die Bereiche, die sehr klare Strukturen zeigen müssen. Auch wenn da wieder etwas mehr Rauschen zu sehen ist, tut es dem Bild im Ganzen doch gut.

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Drücken Sie Umschalt+Strg+Alt+E, um alle Ebenen zu kopieren und auch gleich auf einer neuen Ebene abzulegen. Es folgt Filter > Rauschfilter > Rauschen reduzieren. Stellen Sie die Stärke auf 6 bis 8 und reduzieren Sie Details erhalten, bis es zu einer guten Mischung aus einem reduzierten Rauschen und klaren Details kommt.

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Restaurationstipp #5: Farbstiche ausgleichen

Je nach Fotopapier und Entwicklungsart kommt es bei manchen Fotos zu sehr harten Farbstichen, besonders im Rotbereich. Die Lösung ist recht einfach, wenn auch das Ergebnis noch Nachbearbeitung erfordert. Drücken Sie Strg+J zum Kopieren der Ebene. Gehen Sie dann im Hauptmenü auf Filter > Weichzeichnungsfilter > Durchschnitt berechnen.

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Wir sehen praktisch den enthaltenen Farbstich. Um nun mit der Komplementärfarbe zu arbeiten, drücken Sie Strg+I zum Invertieren (das entspricht Bild > Korrekturen > Umkehren). Ändern Sie im Ebenenbedienfeld die Füllmethode von Normal auf Farbe ab und reduzieren Sie die Ebenendeckkraft auf etwa 33%. Der krasse Farbstich wird so heraus gerechnet, wenn auch die Farben allgemein noch zu schwach sind.

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Restaurationstipp #6: Allgemeine Optimierungen

Auch wenn alle Bildfehler und Farbstiche nach oben vorgestellten Techniken entfernt wurden, kann das Ergebnis noch verbessert werden. Legen Sie zunächst das Ergebnis per Umschalt+Strg+Alt+E auf einer Ebene ab. Gehen Sie dann auf Bild > Auto-Farbton, Bild > Auto-Kontrast und Bild > Auto-Farbe. Das Ergebnis ist vermutlich zu dunkel. Es folgt deshalb Bild > Korrekturen > Helligkeit/Kontrast, um da die Helligkeit etwas heraufzusetzen. Auch die Korrektur > Tiefen/Lichter kann helfen. Gehen Sie dann auf Bild > Korrekturen > Dynamik und erhöhen Sie da die Dynamik.

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Natürlich könnten Sie an einem Foto noch weitaus länger arbeiten, doch meine ich, dass dieser Workflow ausreicht, um Fotos aufzuwerten und trotzdem ein gut ausgewogenes Verhältnis der eingesetzten Zeit zum Ergebnis zu erhalten, wenn man haufenweise Aufnahmen retten will.

(dpe)

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

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ati
Gast

Meine Bilder aus den 70ern und 80ern sind ähnlich peinlich. Das wird auch durch technische Maßnahmen nicht besser. ;-) Nur wenige animieren zur aufwändigen Arbeit, in meinem Fall mit Pixelmator (Mac) oder GIMP (Linux).

MaxR
Gast

Schon mal dran gedacht, die Bilder thermisch zu verwerten?

Expert
Gast

Eine gute Idee mit den alten Fotobüchern und deren Korrektur. Da fehlt mir eine ganz gute Idee für Weihnachten mit ein paar eingestaubten Fotos :)

Dieter Saupe
Gast

Wer kann helfen? Ich möchte Fotos alter Dokomente, bei denen sich der Farbverlauf der Schrift aufgrund z.B. der Papierqualität, der Tinte usw. verbreitert hat wieder lesbar machen.
Bisherige Versuche mit der Bildbvearbeitung Ulead FotoImpakt 12 brauchten nur geringe Erfolge.

Michael Dobler
Dr. Web

Ich würde rüber machen zu den Kollegen von PSD-Tutorials.de – dort in den Foren tummeln sich ein paar mehr Pixelkünstler als bei unserem Dokta.

Hochzeitsfotograf Podolskiy
Gast

Sind viele Sache dabei die ich genau so mache . Trotzdem sehr interessant und lernreich.

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