Peekier: neue Suchmaschine schützt deine Privatsphäre

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Wie wir inzwischen wohl alle wissen, ist das Suchen im Netz nicht anonym. Gerade die Platzhirschen der Branche speichern viele Informationen rund um deine Suchabfragen und darüber hinaus. Peekier tut das nicht.

Ach!? Suchmaschinen wissen mehr über dich als du denkst

Durch das Bündeln verschiedener nützlicher Dienste zu einem Google-Account, ist es besonders der Suchmaschinen-Primus aus Mountain View, der fast schon mehr über dich weiß als du selbst. Wenn du einen Google-Account hast und nutzt, natürlich nur. In deinem Google-Account werden die Profildaten aus den unterschiedlichen Teildiensten aggregiert und erlauben detaillierte Auswertungen. Wenn du dich genauer dafür interessiert, lies diesen Beitrag unserer Kollegen von t3n.

Aber auch, wenn du rein die Suchmaschine der Kalifornier verwendest, und für die anderen Dienste Alternativen nutzt, gibst du bereits einiges über dich preis. Denn Google verwendet Cookies, um dich bei deinen nächsten Besuchen jeweils wiedererkennen zu können. Über deine Suchanfragen ermittelt Google deine Vorlieben und zeigt entsprechend passende Werbung an. Suchst du im angemeldeten Zustand lieferst du dem Betreiber natürlich weit mehr Daten, als wenn du schlichtweg nur suchst. Aber deine IP-Adresse, sowie den verwendeten Browser verrätst du dennoch und auch deine Suchanfragen werden gespeichert.

Auch den Seitenbetreibern, auf deren Links du aus den Suchmaschinenergebnissen heraus geklickt hast, verrätst du etwas. Sie wissen, wo du herkommst und wonach du gesucht hast. Jetzt setzen sie direkt einen eigenen Cookie und schon ist ein Basisprofil geschaffen.

Peekier bremst die Datensammelwut aus

Die brandneue Suchmaschine Peekier geht mit den genannten Aspekten ganz anders um. Das fängt schon damit an, dass sie keine Cookies setzt und weder deine IP-Adresse, noch sonstige Daten von dir speichert.

Die Ergebnisse werden vornehmlich aus Bing gezogen, weshalb du Peekier tatsächlich als echte Alternative zu Google betrachten kannst, schon was die Quantität und Qualität der Suchergebnisse betrifft. Die Suchbegriffe werden übrigens ebenfalls nicht gespeichert und zu Verläufen aggregiert. Sie werden allerdings zu Servicezwecken gespeichert, dann aber ohne jegliche zusätzliche Information, die eine Zuordnung zu einem Nutzer möglich machen würde.

Auf der Suchergebnisseite setzt sich der Datenschutz-Fokus fort. Anders als bei anderen Anbietern siehst du bei Peekier eine Preview der Website, die du eventuell zu besuchen beabsichtigen könntest. Wolltest du etwa unter Verwendung von Google nun schauen, welche gelisteten Seiten tatsächlich die von dir gesuchte Info enthalten, müsstest du sie der Reihe nach aufrufen und deine Daten jeweils mit der Gießkanne im Netz verteilen, obwohl sich in den meisten Fällen herausstellen wird, dass die aufgerufene Seite eben doch nicht die gesuchte Info hatte.

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Auf Peekier läuft das anders. Hier klickst du die Preview an. Nun öffnet sich ein Overlay mit dem scrollbaren Inhalt der Seite, zu der das Suchergebnis führen würde. Hier kannst du erst einmal unverbindlich schauen, ob die Seite tatsächlich relevant ist. Innerhalb des Preview sind übrigens alle Links deaktiviert, so dass du nicht versehentlich doch irgendwo hinspringen kannst, wo du gar nicht hin wolltest.

Die Suchergebnisse lassen sich noch verfeinern, wenn du einen der Tags anklickt, die Peekier in die Suchleiste integriert, sobald das Suchergebnis steht. Wie üblich, schlägt auch Peekier Suchbegriffe vor, sobald du im Suchfeld zu tippen beginnst.

Entscheidest du dich schlussendlich dafür, ein bestimmtes Suchergebnis aufrufen zu wollen, so erfolgt das über den Link oberhalb des Preview-Fensters. In diesem Moment erfährt die aufgerufene Seite zwar, woher du kommst, nicht aber, wonach du gesucht hattest.

Zusätzlich zu den Datenschutz-Features sieht Peekier schlichtweg noch gut aus. Komplett im modernen Flat-Design gehalten, stellt sich Peekier dennoch eleganter dar als es ohnehin suchmaschinentypisch ist. Subtile Animationen zeigen, dass Leben im System ist und machen schlicht was her. Die Suchergebnisseite wird als konfigurierbares Grid dargestellt und erinnert auf diese Weise etwas an Pinterest.

Mit seinem kartenbasierten Design macht Peekier nicht nur am Desktop was her, sondern sieht auch auf mobilen Geräten ausgesprochen gut aus. Sogar die Detailpreview funktioniert am mobilen Gerät, so dass du auch auf deinem Smartphone erstmal in die Seite hineinstöbern kannst, bevor du sie aufrufst.

Mach dir selbst ein Bild. Ebenfalls interessant ist die Diskussion zu Peekier drüben bei Hacker News.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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Anonymio
Gast

Sehr interessant! Besonders für datenbewusste User. ANONYM suchen und vergleichen ist ohnehin die Zukunft…

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