Opera Reborn: Browser jetzt mit Messenger-Integration

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Das solltest du dir auf jeden Fall mal näher ansehen. Das Opera-Team veröffentlichte gestern die neue Version des Browsers unter dem Titel Opera Reborn. Die wichtigste Neuerung besteht in der Integration der beliebten Messenger WhatsApp, Facebook Messenger und Telegram.

Opera steht in der Tradition, zwar häufig innovativer als andere Browserhersteller zu sein, sich damit aber in der Regel nicht am Massenmarkt durchsetzen zu können. Die Marktanteile des norwegischen Seitenbetrachters sind marginal. Diesen Zustand scheint das Team nun mit aller Gewalt beenden zu wollen. So jedenfalls verstehe ich die Integration der populärsten Messenger unserer Tage in das Benutzerinterface des Browsers.

Messenger als Overlay. (Screenshot: Opera)

Opera Reborn: Redesign ja, Wiedergeburt nein

Insgesamt ist das Design des neuen Reborn-Browsers stark an das Design für mobile Geräte angelehnt. Eine Seitenleiste, die unter anderem die genannten Messenger beherbergt, findet sich ganz links vertikal am Fensterrand. Das Konzept hatte Opera zuerst vor einigen Monaten in seinem Experimentalbrowser Neon vorgestellt. Aus dem Neon-Experiment wurden vor allem die animierten Transitionen in Reborn übernommen. Ansonsten basiert Opera nach wie vor auf Chromium, aktuell in der Version 58. Wenn du dich über die technischen Änderungen informieren willst, empfiehlt sich die Lektüre dieses Beitrags drüben bei Opera.

Für Designer und Entwickler sind die optischen Renovierungen, die das neue Release maßgeblich bestimmen, nur von untergeordneter Bedeutung. Hier reicht es, sich über die zugrundeliegende Rendering-Engine informiert zu halten und die ist eben Chromium. Von daher ist das Design für Opera nicht mehr exotisch.

Messenger sind als Web-Apps in Reborn integriert

Für den Durchschnittsurfer sind die Änderungen schon attraktiver und genau auf diese Zielgruppe hat Opera es abgesehen. Die Integration der beliebtesten Messenger erfolgt über die bereits erwähnte vertikale Seitenleiste, auf der jeder Messenger sein Icon erhält. Dieses Icon verändert sich, wenn eine Nachricht eintrifft. Zusätzlich kannst du natürlich die Desktop-Benachrichtigungen einschalten. Natürlich ist die sogenannte Integration nichts anderes als die Einbindung der jeweiligen Web-Apps der einzelnen Dienste über ein separates Piktogramm und deren Öffnung innerhalb eines eigenen Fensters. Du kannst das mit jedem anderen Browser im Prinzip genauso machen.

Der große Unterschied ist lediglich, dass es in Reborn ein eigenes Icon gibt, das den Nachrichteneingang signalisiert und, dass die eigentlichen Chat-Fenster über oder neben das aktuell geöffnete Browserfenster gelegt werden können. So surfst du nach Belieben im Netz und hast links von der besuchten Website stets Zugriff auf deinen Chat-Account. Die Messenger-Fenster lassen sich auch fixieren, so dass du sie tatsächlich stets im Blick hast und dein Surfvergnügen dennoch nicht beeinträchtigt wird. Hierfür solltest du dann einen entsprechend großen Bildschirm dein eigen nennen.

Im folgenden Video soll dir das Konzept schmackhaft gemacht werden:

Ad-Blocker mit besseren Einstellungsmöglichkeiten, sonst viel Augenfreude

Eine weitere größere Änderung betrifft den integrierten Ad-Blocker. Zum einen funktioniert er jetzt auch auf der Seite, auf der du ihn einschaltest, nachdem du schon auf der Seite bist. Der Ad-Blocker initiiert selbstätig einen Reload. Zum anderen hast du mehr Einfluss auf die Block-Listen, kannst sie ein- oder ausschalten und eigene Listen pflegen.

Überflüssig, aber schick – Animationen in Opera. (GIF: Opera)

Alle anderen Änderungen gehören für mich in die Kategorie Eye Candy, während Opera sie lieber in der Kategorie Usability verorten möchte. Dabei übersehen sie, dass opulente Animationen und ein paar Line-Icons noch keine verbesserte Usability, nicht mal eine verbesserte UX bedeuten.

Am besten ist, du machst dir selbst ein Bild. Opera Reborn steht für Windows, macOS und Linux kostenfrei zum Download bereit.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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2 Kommentare auf "Opera Reborn: Browser jetzt mit Messenger-Integration"

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Mario
Gast

Finnischer Seitenbetrachter? Immer noch norwegischer Seitenbetracher!

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