Offene Beta: Affinity Photo für Windows ist da

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Bist du Windows-Nutzer? Dann solltest du dir auf jeden Fall die kostenlos verwendbare Betaversion von Affinity Photo herunterladen. Den designierten Photoshop-Killer gibt es nämlich ganz aktuell nicht mehr nur für macOS, sondern auch für das Betriebssystem aus Redmond.

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Affinity Photo: Kostenlose Nutzung während der Beta-Phase

Im Juni hatte Serif, die Entwicklerschmiede hinter der Affinity-Reihe, angekündigt, das Fotobearbeitungs-Tool auch Windows-Nutzern bieten zu wollen. Seit gestern ist es soweit. Genau wie bei ihrem Illustrator-Wettbewerber Affinity Designer erfolgt der Launch im Rahmen einer Public Beta, für die sich jedermann kostenlos registrieren kann.

Der Download-Link wird unverzüglich per Mail versandt. Alles, was du tun musst, ist die 277 MB große Installationsdatei zu laden und auszuführen. Während der Beta-Phase ist die Nutzung kostenfrei. Aber auch nach Beendigung der Beta reißt Photo keine tiefen Löcher in dein Portemonnaie. Lediglich 49,99 Euro werden für die Vollversion einmalig aufgerufen. Ein Abo-Modell wie beim Konkurrenten Photoshop gibt es nicht. Laut Serif werden auch zukünftige Updates nach dem erstmaligen Kauf kostenlos abgegeben.

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Affinity Photo: Feature-Identität der Plattform-Versionen

Laut Ashley Hewson, Chef von Serif, wurden die Affinity-Produkte von Beginn an so entwickelt, dass die zugrundeliegende Codebasis im Grunde plattformunabhängig ist, zumindest soweit es die Kernfunktionalitäten betrifft. Dadurch war es nicht nur möglich, das Featureset vollkommen identisch zu halten, auch die Dateikompatibilität ist zu 100% gegeben. Selbst das Nutzer-Interface weicht nur insoweit ab, als es sich systemtechnisch nicht vermeiden lässt.

Wo wir gerade beim Nutzerinterface sind; Affinity Photo spricht Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Italienisch, Japanisch und Chinesisch. Also, ich vermisse für meinen persönlichen Sprachbereich nichts ;-)

In meinem Kurztest startete Affinity Photo nicht nur rasant, sondern verhielt sich insgesamt überaus responsiv. Selbst das Öffnen mittelschwerer PSD-Dateien erfolgte nahezu verzögerungs-, aber vor allem völlig fehlerfrei. Wer sich in Photoshop zurechtfindet, wird auch in Photo nicht auf Probleme stoßen. Die Oberflächen ähneln sich doch sehr, vor allem die Werkzeugleiste birgt keine Überraschungen.

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Affinity Photo für Windows mit Funktionsvorsprung

Obschon ich weiter oben behauptete, dass die Windows- und Mac-Version funktionsidentisch sind, so stimmt das doch nur perspektivisch. Denn aktuell bietet die Windows-Beta sogar mehr Features als das Mac-Produkt. Die Windows-Beta repräsentiert nämlich schon die Version 1.5, die erst noch für macOS veröffentlicht werden muss.

Zu den vorläufig exklusiven Features der Windows-Version zählen eine erweiterte Funktion zum Erstellen von HDR-Kompositionen, das sog. Focus-Stacking, eine Technik, um mehrere Bilder mit unterschiedlichem Fokus bei gleichem Motiv zu einem zu verbinden, die Einführung einer Stapelverarbeitung und die Möglichkeit, 360 Grad-Panoramen zu bearbeiten. Photoshopper werden bei dieser Aufzählung nur müde lächeln. Natürlich hat der Adobe-Bolide entsprechendes seit längerem im Gepäck, mit Ausnahme der Bearbeitungsfunktion für Kugelpanoramen, die allerdings auch eher wenig Breitenwirkung haben dürfte.

Das folgende Video führt in die Funktionen von Affinity Photo für Windows ein:

Fazit: Windows-Nutzer lassen sich die Gelegenheit nicht entgehen und laden sich die freie Beta herunter. Adobe-Kunden können wenigstens mal schauen, was der Wettbewerb so zu bieten hat. Wenn es nur um den Preis geht, kann die Entscheidung nur pro Affinity fallen, im professionellen Umfeld wird Affinity Photo meiner Meinung nach auf absehbare Zeit Adobe nicht in Bedrängnis bringen. Affinity Photo macht Fotobearbeitung allenfalls einer breiteren Zielgruppe zugänglich. Und das ist ja schon viel.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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Daniel
Gast

Ich denke es wird vor allem Adobe Elements überflüssig machen und Photoshop CC Kunden in Teilbereichen konkurenzieren die kein Abo haben wollen. Ich habe die Beta angetestet und mir gefällt die Arbeitsweise sehr. Shortcuts kann man wie gewohnt nutzen und Nik Collection Plugin für Photoshop läuft ebenso. Es hat noch gewisse Ecken und Kanten, aber finde die Software schon sehr stabil. Für den Preis kann man echt zufrieden sein.

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