Moodboards – das Design vor dem Design

Ein Moodboard kann zeitraubende Entwürfe und damit Geld sparen helfen. Es handelt sich um eine Collage, die dem eigentlichen Design-Prozess vorausgeht. Hier geht es darum, Stimmungen und Ideen zu sammeln, die für eine bestimmte Aufgabe in Frage kommen. Die Collage kann aus Ausschnitten, Ausrissen und Fotos bestehen und zum Beispiel auf eine Pappe geklebt werden. Auch geeignet sind Papier- (Flipchart) oder Korktafeln (Pinwand). Sie kann auch virtuell am Rechner entstehen.

Eine besondere Software braucht man dazu nicht, jedes Grafikprogramm genügt. Sie sollten in diesem Fall aber einen Farbdrucker ihr Eigen nennen und ihrem Kunden, beziehungsweise dessen Repräsentanten Ausdrucke an die Hand geben. Kunden mögen das und freuen sich über etwas, das man in die Hand und mit ins Büro nehmen kann.

Moodboards können für ganz verschiedene Aufgaben eingesetzt werden, etwa wenn es um die Einrichtung von Räumen geht, in der Mode oder eben im Webdesign. Wie das aussehen kann? Eine Bildersuche im Web oder bei Flickr spuckt jede Menge Beispiele aus.

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Leo Chen: Moodboard für Yahoo

Hier geht es um Farben, um Designelemente, typografische Vorlieben, Hintergrundmuster, Illustrationen. In welche Richtung soll es gehen, welcher Stil wird bevorzugt? Das Moodboard wandelt abstrakte Begriffe in etwas Greifbares un. Das ist prima, wenn es darum geht, einem Kunden erste Vorschläge zu machen. Und besser als zuviel zu erzählen. Nicht selten weiß der Kunde ja selbst noch nicht, was er will, hat noch keine Vorstellung vor dem inneren Auge – wer kann es ihm verdenken…

Screenshot
Erica Edwards: Moodboard

In diesem frühen Stadium wird nichts designed oder ge-photoshopped, was letztlich Zeit, Geld und Nerven spart. Supergenaue Entwürfe, Webdesigner sind nicht selten Perfektionisten, braucht es nicht. Die Collage ist schnell zusammengeboßelt. Ihr Charme entsteht gerade durch den dahin geworfenen Charakter. Es können auch Design-Elemente und für das neue Projekt potenziell interessante Details anderer Webseiten einkopiert werden. Schließlich will man sich hier erst inspirieren lassen.


Video (Englisch): Creating a Mood Board

Es ist sinnvoll, mehrere Tafeln zusammenzustellen und beim Treffen vorzuzeigen. Farben und Stimmungen spielen, wie bereits erwähnt, eine besondere Rolle. Der Kunde kann sich spontan für eine Richtung entscheiden, was ihm wahrscheinlich sogar leicht fallen wird.

Auch für Projekte in eigener Sache kann man die Technik einsetzen, beispielsweise wenn man noch nicht sicher ist, wohin die Reise design-technisch überhaupt gehen soll.

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Flickr Foto (CC)

Material zum Thema im Web

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Schon einmal für Kunden oder eigene Zwecke Moodboards erstellt? Zeigen Sie Ihr Werk der Designwelt. Senden Sie Screenshots oder Links an hallo(at)spamschutzbitteentfernendrweb.de – Das Dr. Web Magazin erstellt eine Galerie. ™

Als Gründer habe ich Magazine für Webdesigner und -Entwickler aufgebaut. Das Smashing Magazine, das zu den 10 bekanntesten und trafficstärksten Blogs der Welt gehörte. Oder das Dr. Web Magazin, das nicht nur als Blog in Deutschland ganz vorn dabei war. Ich helfe dir, im Internet mit Blogs und Webseiten Erfolg zu haben.

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Bata
Gast
Bata
7 Jahre 3 Monate her

Oftmals ist es so, dass Kunden einfach Links von anderen Webseiten schicken, die sie toll finden und die als Vorlage dienen sollen. Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass Kunden oft die Möglichkeit der Abstraktion fehlt um sich bei einem solchen Moodboard ein mögliches Ergebnis vorzustellen.

Horst
Gast
7 Jahre 3 Monate her

Das kommt halt davon das der Kunde kein Designer ist :)
Viele Kunden haben nicht mal im geringsten ne Ahnung vom Internet…

Frank Mey
Gast
7 Jahre 3 Monate her

Ich bin Ende letzten Jahres über Mood-Boards im Webdesign-Prozess gestolpert und habe in 2 kleineren Webdesign-Projekten strukturierte „PDF-Boards“ eingesetzt.
Das Feedback vom Kunden war positiv, er konnte sich schnell einen Überblick über meine Ideen verschaffen und frühe Änderungswünsche angeben. Der nächste Schritt war dann ein WireFrame mit den verwendeten Farben/Fonts etc.

Manuel
Gast
7 Jahre 3 Monate her

Schöne Idee muss ich sagen.
Bisher habt ich meine Kunden einfach gefragt ob sie eine Website oder Printanzeige kennen die ihnen von Gestaltung und Farbgebung zugesagt hätte.

Denke da gerade an eine abstrahierte Form des Moodboards bei dem via Stylesheet einfach ein paar Farbvarianten durchgespielt und zwei drei schnelle Layoutformen verschoben werden könnten.
Das ganze in html auf einem usb-stick wird auf jeden Fall einen Erstversuch morgen bei einem Kunden bekommen.

Vielleicht finden sich so ja tatsächlich neue Ansätze. Und wenn nicht, hatte ich heute wenigsten ein wenig Spaß beim basteln.

butterfinger
Gast
7 Jahre 3 Monate her

… gute Sache! Werde ich auf jeden Fall ausprobieren und erspart mir dann vielleicht auch ab und an mal die übliche „Mindestens 3 kostenlose Entwürfe“-Arie!

@Manuel: mal einach drauflosbasteln ist doch auch ab und zu mal schön, oder ? … ;–))) …

Helen
Gast
Helen
7 Jahre 3 Monate her

Nette Sache. Das macht man ja irgendwie automatisch, ohne der Sache einen Namen zu geben. Mädchen nennen das Tagebuch, Schriftsteller Moleskine. Eine Software wäre nicht schlecht. Mindmaping-Programme eigenen sich nicht und sind wegen ihrer Konzentrizität zu eingeschränkt, und für jeden Einzeleinfall oder Schnipsel Illustrator oder Photoshop aufmachen mag ich auch nicht. Meist sammle ich die Schnipsel in einem Ordner und sehe ihn mir in Bridge an. MS Onenote böte sich an, aber irgendwie ist mir das zu companymäßig und zu überfüllt.

Trotz Lahmarschigkeit ist Illustrator wegen Farben und Schriften noch am besten.

Mariusz
Gast
7 Jahre 3 Monate her

Moodboards JA.. aber nur bei Kunden mit starker Affinität zum Design/Webdesign.

Habe das schon des öfteren bei Werbeagenturen gesehen. Und es ist unglaublich inspirierend. Doch nie käme ich darauf das beim Kunden auf den Tisch zu packen.

Eher dann Wireframes! Mit DTP Elementen können die meisten doch eher was anfangen, auch wenn man es auf eine Serviette zeichnet ;)

Hier ein paar Beispiele:
http://www.flickr.com/search/?q=wireframe

Daniel
Gast
7 Jahre 1 Monat her

Viele wissen garnicht wie solche Moodboards laufen. Also muss man den Lesern dies erst klar machen. Nicht alle Kunden sind Designer :)

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[…] mitten rein in die Suche nach der besten Farb-Kombi geht, vorab noch der Tipp, sich ein sogenanntes Moodboard anzulegen, entweder offline (= Pinnwand) oder online. Wer die Online-Variante wählt: Zum Sammeln […]

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[…] Bastele ein Mood Board für dich und seine Leser. Das macht Spaß und sieht – je nach persönlicher Präferenz – nett bunt aus. Was das ist habe ich bei Dr. Web einmal vor Jahren beschrieben. […]

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