Mobiles Internet: Wichtiges zum Mobile Web

Seit 2011 steigt die Zahl der Internetnutzer kaum noch an. Dies mag verständlicherweise weniger auf die rückgängige Begeisterung für das World Wide Web, denn auf den einfachen Umstand zurückzuführen sein, dass von jung bis alt, egal ob Mann oder Frau mittlerweile fast jeder täglichen Zugang zum Internet hat. Zahlen belegen allerdings: Die Nutzung des mobilen Internets steigt weiterhin rasant. Mehr als die Hälfte aller deutschen Internetnutzer geht mobil online. Für viele läutet das mobile Web einen Strukturwandel ein. Andere fürchten Risiken, vor allem auf der Kostenseite, manche kommen bei der rasanten Entwicklung der Technik nicht mehr hinterher. Wichtiges rund um das Thema mobiles Internet erläutert dieser Artikel.

Mann mit Smartphone in der Hand.
Bild: 46 Millionen Menschen in Deutschland besitzen ein Smartphone und greifen von unterwegs auf das mobile Internet zu. Bildquelle: sdecoret – 315486122 / Shutterstock.com

Zugangstechnologien – von 1G bis 5G

Aus semantischer Sicht ist die Begrifflichkeit des mobilen Internets eigentlich eine Irreführung. Selbstverständlich führt nicht jeder Mensch das gesamte World Wide Web in seinem Telefon mit. Viel mehr bezeichnet das mobile Web lediglich die Bereitstellung einer Internetverbindung über unterschiedliche mitführbare, also mobile Endgeräte.

Hierbei kann es sich beispielsweise um einen Laptop, ein Smartphone oder ein Tablet handeln. Die Geschichte des mobilen Internets reicht übrigens bis in die achtziger Jahre zurück, denn bereits vor 30 Jahren war es – zumindest theoretisch – denkbar, sich über damals noch analoge Mobilfunknetze ins Internet einzuwählen.

Im Zuge der zügigen Weiterentwicklung der Mobilfunktechnik gab es Ende der achtziger Jahre erstmalig die Möglichkeit, Signale digital senden und empfangen zu können. Mobitex hieß der erste Datenservice, der diese bahnbrechende Neuerung zugänglich machte. Den größten Entwicklungsschritt machte das mobile Internet aber erst 2002. Mit Einführung von UMTS und HSDPA konnten Internetnutzer von nun an deutlich schneller im Internet surfen. Das mobile Web wurde massentauglich.

Voraussetzung für den Erfolg des mobilen Internets war die Weiterentwicklung von Mobiltelefonen. Erst mit modernen Smartphones ließen sich die zahlreichen Nutzungsvarianten des Internets adäquat auf dem mobilen Telefon umsetzen. Mittlerweile wird der permanente Zugang zum World Wide Web, unabhängig von Zeit und Ort, als Selbstverständlichkeit betrachtet.

2013 haben sich 1,91 Milliarden Mobilfunknutzer ins mobile Internet eingewählt. Laut datentarife.info seien hierzulande Anbieter wie O2, Vodafone und Telekom die besten Datentarif-Provider für modernes LTE. Mobilfunkanbieter haben das Vermarktungspotential unlängst erkannt und arbeiten eifrig an der Bereitstellung von immer schnelleren Technologien und höheren Bandbreiten.

Zugangstechnologien zum mobilen Internet

Generation

Technik

Übertragung

Bandbreite

1G (1991)

AMPS

analog

2G (1991)

GSM

digital

9,6 kBit/s

2.5G

HSCSD / GPRS

digital

57,6 – 115 kBit/s

2.75G

EDGE

digital

236 kBit/s

3G (2001)

UMTS

digital

384 kBit/s

3.5G

HSPA

digital

14,4 MBit/s

3.9G

LTE

digital

150 Mbit/s

4G (2010)

LTE Advanced

digital

300 bis 600

4.5G

LTS Advanced Pro

digital

1 GBit/s

5G (geplant ab 2020)

Next Generation Mobile Networks

noch unbekannt

Mobiles Internet: Vorteile und Nutzungsverhalten

Logisch, wenn das Internet jederzeit und überall zugänglich ist, dann wird es auch häufiger verwendet. Allerdings ist dieser Dienst natürlich nicht kostenfrei nutzbar. In Deutschland ist die Zahlungsbereitschaft für mobiles Internet an sich und vor allem für den schnellen Internetzugang in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen.

Laut einer Studie der Initiative D21 sind deutsche Internetnutzer bereit, durchschnittlich 17,90 Euro im Monat für die Bereitstellung des mobilen Internetzugangs zu zahlen. Lediglich fünf Prozent aller Befragten würden für den mobilen Dienst keinen Cent ausgeben. Dies mag mit dem Umstand zusammenhängen, dass sich viele Menschen der Vorteile und Möglichkeiten des permanenten Internetzugriffs nicht bewusst sind bzw. in ihrem Alltag keinen praktischen Nutzen daraus ziehen.

Nach Ansicht von sparhandy.de hat das mobile Internet für die meisten Deutschen aber durchaus praktische Reize: „Flexibilität, eine unkomplizierte Kommunikation und der schnellere Zugang zu Informationen sind die drei zentralen Gründe, weswegen der Großteil der deutschen Internetnutzer auf das mobile Web nicht verzichten möchte. Ob nun in der Schule, im Beruf oder beim Hobby. Wer mit dem Smartphone oder Tablet online ist, verpasst nichts mehr.“ Und tatsächlich: Kommunikationsdienste werden hierzulande tatsächlich am häufigsten mobil genutzt.

Statistik zur Nutzung des mobilen Internets
Statistik: Das mobile Internet wird hauptsächlich für Kommunikationsdienste genutzt. (Klick auf die Statistik öffnet größere Version)

Abseits der augenscheinlichen praktischen Vorteile, die ein steter Zugriff auf das World Wide Web mitbringt, dient es vielen Menschen als Freizeitbeschäftigung. Jeder dritte Deutsche gibt an, das Internet unterwegs als Instrument zur Zeitüberbrückung zu nutzen. Beim Warten auf den Bus, die Fahrt im Zug, beim Anstehen an der Kasse oder zwischen den Vorlesungen an der Universität – Smartphones und das Internet sind allgegenwärtig. Dies ruft selbstverständlich auch Kritiker auf den Plan. Das Internet sei ein Hort ständiger Ablenkung, Vereinfachung und führe zur Verweichlichung des Menschen und seines Verstandes. Gewiss lässt sich das Wesen des World Wide Web kontrovers diskutieren, Fakt bleibt jedoch, dass die Gesellschaft ihren Nutzen daraus zieht und mobiles Internet nachfragt, folglich auch die Weiterentwicklung in den kommenden Jahren zügig voranschreiten wird.

Infografik über mobiles Internet

Mobiles Internet: Kostenfalle Roaming?

Hierzulande werden Mobilfunktarife zum Teil zu Spottpreisen angeboten. Wer mobil surfen möchte, kann dies zumindest in Deutschland sehr günstig tun, auch wenn die Tarifkosten je nach Leistung sehr unterschiedlich ausfallen können. Vor allem bereitet aber die Nutzung des Internets im Ausland erhebliches Kopfzerbrechen.

Roaming nennt es sich, wenn man außerhalb des Heimnetzes im Ausland auf Fremdnetze zugreift, um beispielsweise im Internet die Adresse eines Restaurants zu googlen oder Freunden hochauflösende Urlaubsfotos zu schicken. Groß ist die Verwunderung im Nachhinein, wenn am Monatsende die Handyrechnung ins Haus flattert und mehrere hundert Euro zu begleichen sind.

Teilweise wundern sich Smartphone-Besitzer, wie diese Kosten überhaupt zustande gekommen sind. Haben sie im Urlaub doch kaum auf das Internet zugegriffen. Neben den teils horrenden Gebühren für die Nutzung des mobilen Internets im Ausland, sind es vor allem die versteckten Funktionen und Einstellungen des Telefons, die permanent Datenverbindungen zum World Wide Web aufrechterhalten. Geht es in den Urlaub, stellen Reisende das Roaming am besten vor der Anreise aus. Wer nicht weiß, wie das versteckte Datenroaming deaktiviert wird, der findet in der folgenden Tabelle Anleitungen für gängige Smartphones.

Apple iPhone

Einstellungen > Allgemein > Netzwerk > Daten-Roaming An/Aus

Android-Smartphones

Einstellungen > Drahtlos und Netzwerke > Mobile Netzwerke > Daten-Roaming aktivieren/deaktivieren

Nokia-Smartphones

Einstellungen und Netzwerke > Daten-Roaming aktivieren/deaktivieren

Blackberry

Verbindungen verwalten > Mobilfunkoptionen > Datendienste > Aus im Roaming-Modus

Windows-Smartphones

Einstellungen > Mobilfunk > Datenroamingoptionen > Kein Roaming

Zukünftig wird von der Europäischen Union Sorge dafür getragen, dass Internetnutzer in keine Kostenfalle mehr tappen werden. Ab dem 15. Juni 2017 dürfen Mobilfunkbetreiber keine Extrakosten für die Nutzung des Handys im europäischen Ausland mehr erheben. Ab diesem Zeitpunkt gelten in EU-Ländern folglich dieselben Gebühren wie in Deutschland. Allerdings befürchten inländische Behörden durch diesen Beschluss einen starken Anstieg der Grundgebühren für Handytarife, damit Mobilfunkanbieter die durch Roaming entstandenen Kosten decken können.

(dpe)

Unter der Bezeichnung "Redaktion Dr. Web" findest du Beiträge, die von mehreren Autorinnen und Autoren kollaborativ erstellt wurden. Auch Beiträge von Gastautoren sind hier zu finden. Beachte dann bitte die zusätzlichen Informationen zum Autor oder zur Autorin im Beitrag selbst.