Magdeleine: Freie handverlesene Fotos zur kommerziellen Nutzung

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Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Magdeleine ist ein neuer, vor allem aber besonderer Dienst. Er bietet handverlesene Fotos zur freien, auch kommerziellen Nutzung. Was ist daran besonders, mögen Sie sich jetzt fragen, immerhin tun das inzwischen durchaus einige. Besonders an Magdeleine jedoch, ist das klassische, schöne, dabei zeitlose Design, in das sich die handverlesenen Fotos perfekt einfügen. So ist Magdeleine nicht nur ein weiterer Dienst für kostenlose Bilder, sondern eine Inspiration in sich. Jeder Designer wird das Projekt spontan ins Herz schließen.

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Magdeleine: So schön kann WordPress sein

Magdeleine.co basiert auf WordPress. Und straft diejenigen, die sich über die Gleichförmigkeit des WordPress-Designs kritisch entäußern, Lügen. Das Design ist eben doch nur eine Frage der Skills des Designers.

Als ich über diverse verräterische interne URLs hinter dieses kaum gehütete Geheimnis kam, war ich schlichtweg überrascht. Magdeleine gehört eindeutig zu den hübschesten WordPress-Sites, die ich bislang sehen durfte.

Magdeleine ist (noch) klein, aber sehr fein

Im Kern ist das natürlich wurscht, denn im Kern ist Magdeleine ein Bilderprovider – ein extrem kleiner noch dazu. Denn aktuell finden sich kaum drei Dutzend Bilder von etwa einem Dutzend Fotografen auf der Site. Das kann man mit Fug und Recht als wenig bezeichnen.

Dafür passen die wenigen Bilder perfekt zum Site-Design, welches man übrigens als Besucher von hellem auf dunklen Hintergrund und umgekehrt anpassen kann – ein deutlicher optischer Unterschied beim Betrachten der Bilder ist die Folge. Die Fotos werden Instagram-Fans geradezu begeistern, folgen sie doch alle dem Vintage-Style, mit dem der inzwischen zu Facebook gehörende Smartphone-Filter-Fotosammler bekannt und beliebt wurde.

Auf Magdeleine lernt man diesen Stil wieder zu schätzen. Denn hier findet man keine automatisiert verfilterten Pseudokunstwerke, sondern echtes Handwerk. Einige von anderen Plattformen bekannte Fotografen findet man auf Magdeleine wieder, allerdings reduziert auf entsprechend zur Plattform passende Fotos.

Magdeleine: Suche nach Farben, hat nicht jeder

Schon auf der Landing Page wuchert Magdeleine mit einem Pfund, das kaum ein Provider bietet, nämlich der Suche nach Farben. Das beeindruckt zunächst. Dahinter steckt allerdings nichts anderes als die Suche nach einem Farb-Tag, den man entsprechend für das jeweilige Bild vorgedacht und anschließend vergeben hat.

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Ebenso funktioniert die interessante Angabe der Farbpalette des jeweiligen Bildes auf dessen Detailseite. Entsprechende Tags wurden offenbar visuell vergeben. Das ist nie falsch gemacht worden, von daher gibt es da keine Kritik von meiner Seite. Allerdings versteht man spätestens hier, wie ernst es den Betreibern mit der Aussage “handverlesen” tatsächlich ist. Magdeleine macht fast alles in Handarbeit, rasantes Wachstum ist so nicht zu erwarten.

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Sämtliche Suchfunktionen, mit Ausnahme der Freitext- und der Kategoriensuche basieren auf Tags. So lässt sich der Bestand etwa auch nach Auflösung filtern. Tags wie X-Large und andere machen es möglich. Auch die Angaben zur verwendeten Kamera und zur Örtlichkeit des Shootings funktionieren als Tags.

Downloads werden übrigens in Originalgröße direkt von Magdeleine ausgeliefert. Vielfach wird allerdings die auf etwa 1.000 Pixel Breite reduzierten Lightbox-Preview schon reichen, so dass man sich das Herunterladen der 10MB-Boliden häufig wird sparen können.

Magdeleine: Liberale Lizenzen erlauben die vielfältige Nutzung

Sämtliche Werke auf Magdeleine stehen unter einer CC-Lizenz. Viele erfordern eine Attribution des Fotografen, etwa nach CC BY 2, 3 oder 4, viele stehen aber auch unter CC0, was von der Wirkung her der Public Domain (zu deutsch: Gemeinfreiheit) entspricht und jedenfalls bedeutet, dass die so ausgestatteten Fotos ohne Urhebernennung für jeden legalen Zweck verwendet werden dürfen.

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Welche Lizenz auch immer das von Ihnen favorisierte Foto ziert, Sie können es kommerziell nutzen. Schauen Sie einfach, ob Urhebernennung erforderlich ist oder nicht. Diese Information finden Sie stets rechts oben ins Bild eingeblendet – im Download natürlich nicht mehr.

Der jeweilige Fotograf der aufgenommenen Bilder – Submissions sind übrigens über die Website möglich – erhält die Möglichkeit, seine sämtlichen digitalen Kanäle zu promoten. Zusätzlich können die Besucher der Seite Bilder per Klick auf “Love” favorisieren und so einen anonymen Feedbackkanal füllen. Jedes Bild kann per Social Media geteilt werden. Der Viralität ist von der Basis her Tür und Tor geöffnet. Kommentare, WordPress eigentliches Herzstück, sind allerdings nicht vorgesehen.

Fazit

Magdeleine hat derzeit nur ein einziges Problem. Es ist mit etwas über 30 Fotos einfach viel zu gering bestückt. Dafür sieht das Projekt wirklich hübsch aus und die dazu passenden handverlesenen Bilder machen Lust auf mehr. Magdeleine ist jedenfalls ein Dienst, der auf die Beobachtungsliste gehört. Da kann noch einiges draus werden…

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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Pascale
Gast

Das ist dann wohl der versprochene Artikel ;)

Sehr vielversprechend, Magedeleine. Die Suche scheint mir sehr intuitiv – Ich habe diesen Beitrag mal im kostenlose Bilder für Blogger – Artikel verlinkt.

Grüße,
Pascale

SiGa
Gast

Danke für den Tipp – das sieht wirklich vielversprechend aus! Und es sind einige CC0-Lizenz-Bilder zu finden. Man kann nie genug davon haben… ;)
Magdeleine scheint in den sozialen Netzwerken noch nicht sonderlich aktiv zu sein (siehe FB), ich hoffe, das ändert sich noch.

Lucia
Gast

Wirklich sehr vielversprechend! Die Bilder sind klasse. Ich hoffe, die Anzahl der angebotenen Bilder wächst weiter..

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