Lexikon: Telefonie

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Oliver Jensen

arbeitet als freiberuflicher Texter und Journalist und ist für Zeitschriften, Redaktionen und...

Die Welt der Telefonie ist ein Dschungel voller Fachbegriffe, dessen Bedeutung nicht jedem Verbraucher klar ist. Grund genug, um die geläufigsten Fachbegriffe mit einfachen Worten zu erklären und dem Laien dabei zu helfen, die Telefonwelt endlich zu verstehen.

Analoger Telefonanschluss: Vor der Einführung der ISDN-Anschlüsse waren analoge Telefonanschlüsse der Standard. Basierend auf die elektromechanische Technik (Hebdrehwähler) war lediglich die mittlerweile veraltete Impulswahl möglich. Neben einem analogen Telefongerät lassen sich zwei Nebengeräte (zum Beispiel Modem und Fax) anschließen, wobei aber zwei Geräte nicht gleichzeitig eine Verbindung herstellen können. Mehrere Rufnummern stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. Achtung: Die Telekom spricht noch immer von analogen Telefonanschlüssen. Gemeint sind aber digitale Anschlüsse mit geringer Leistungsfähigkeit.

Anklopfen: Sollte während eines Telefonats ein weiterer Anruf eingehen, wird der Anwender per Signalton (das Anklopfen) darüber informiert und er kann dann zwischen den beiden Telefonaten wechseln (Fachbezeichnung: Makeln). Dies ist in digitalen Fest- und Mobilfunknetzen möglich.

Anruferidentifikation: Seit der Einführung des ISDN-Standards ist eine Anruferidentifikation möglich; auch bekannt als CLIP (Caller Line Identification Protocol). Durch dieses Leistungsmerkmal wird bei einem eingehenden Anruf die Nummer des Anrufers angezeigt. Voraussetzung ist, dass auch der Anrufer über einen ISDN-Anschluss verfügt.

Anruffilter: Mit einem Anruffilter können bestimmte eingehende und ausgehende Anrufe gesperrt werden.

Anrufkostenkontrolle: Mit einer Anrufkostenkontrolle können verschiedene Features gemeint sein, mit denen der Kunde seine bisherigen Gesprächskosten im Überblick behalten kann. Sollte die Funktion im Telefon beziehungsweise Handy integriert sein, müssen die Gesprächsgebühren manuell eingegeben werden und anhand dieser Daten berechnen sich die bisherigen Gesprächskosten; auch während eines Telefonats. Eine genauere Kostenkontrolle ermöglichen die Netzbetreiber, bei denen online oder per SMS-Abruf die bisher berechneten Gesprächsgebühren einsehbar sind.

Basisdienst: Der Basisdienst eines Netzbetreibers ist die Herstellung einer Gesprächsverbindung zwischen zwei Teilnehmern.

Bündelvertrag: Bündelverträge schließen mehrere Dienstleistungen mit ein, die dem Kunden in einem Paket angeboten werden. Unterschieden wird zwischen Triple Play-Verträgen (Telefon, Internet, Fernsehen) und Quadruple Play-Verträgen (Telefon, Internet, Fernsehen, Mobilfunk).

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Callback: Callback Anrufe werden insbesondere bei Auslandsgesprächen genutzt, um die Kosten möglichst gering zu halten. Der Anrufer wählt die Nummer des Anbieters oder meldet sich übers Internet an. Der Anbieter ruft dann zurück (daher “callback”) und ermöglicht es dem Kunden, zu seinen Tarifen zu telefonieren.

Call-by-Call: Der Anrufer wählt vor der eigentlichen Rufnummer eine fünf- oder sechsstellige Netzkennzahl und führt über den Anbieter ein Call-by-Call Gespräch, das einzeln abgerechnet wird. Bei manchen Anbietern ist vorher eine Registrierung nötig; teilweise sogar mit einem Mindestumsatz. Auf Webseiten mit Call-by-Call-Tarifrechner kann man jederzeit abfragen, bei welchem Anbieter ein Telefonat derzeit am günstigsten ist.

Calling Card: Eine Calling Card ist eine Telefonkarte fürs bargeldlose Telefonieren. Das Guthaben wird bei dem Anbieter elektronisch abgespeichert und der Karten-Besitzer ruft direkt bei dem Calling Card-Anbieter an, der ihn dann an die gewünschte Rufnummer weiterleitet. Zur Sicherheit erhält jeder Kunde eine Geheimnummer, die vor jeder Weiterleitung genannt beziehungsweise eingegeben werden muss. Abgerechnet wird nach den Gebühren des Anbieters. Gerade bei Auslandsgesprächen kommt es dadurch zu gravierenden Ersparnissen. Im Internet findet man eine Übersicht über die Anbieter und Tarife.

Callthrough: Callthrough ist die Alternative zum herkömmlichen Call-by-Call und kann auch von Handys und Telefonzellen aus genutzt werden. Der Anrufer wählt zunächst eine kostenlose 0800er Nummer oder eine Festnetznummer, um mit dem Anbieter Kontakt aufzunehmen. Daraufhin kann die Rufnummer des gewünschten Gesprächsteilnehmers eingegeben werden. Der Anbieter ist in diesem Fall nicht der Betreiber des Telefonats. Stattdessen vermittelt er einen günstigen Tarif. Der Kunde zahlt die Telefongebühren entweder im Voraus (durch den Erwerb einer Calling Card) oder bei einem festen Vertragsverhältnis im Nachhinein.

DECT: Digital Enhanced Cordless Telecommunications ist der Nachfolger der CT1 und CT2-Standards. Die digitale Verbesserung bezieht sich auf schnurlose Telefone, die eine bessere Sprachqualität, eine geringere Strahlenbelastung und eine erhöhte Abhörsicherheit aufweisen. Während die Betriebserlaubnis für CT1 und CT 2 am 31. Dezember 2008 erlischt, wird DECT noch mindestens bis zum Jahre 2013 den Standard darstellen.

Einzelverbindungsnachweis: In einem Einzelverbindungsnachweis werden alle Telefonate mit Datum, Uhrzeit, Rufnummer und Gesprächsdauer aufgelistet, sodass der Kunde die Richtigkeit der Abrechnung prüfen kann.

Euro-ISDN: Im Jahre 1993 entschieden sich 26 Netzbetreiber aus 20 europäischen Ländern für einen gemeinsamen Telekommunikationsnetz-Standard: Dem Euro ISDN (European Integrated Services Digital Network). Die Motivation lag darin, die ISDN-Dienste innerhalb Europas enger zusammenzuführen.

Fernabfrage: Die Fernabfrage ist eine Funktion des Anrufbeantworters, wodurch man von einem anderen Telefonanschluss aus Nachrichten abhören und löschen kann.

Festnetz: Das herkömmliche Telefonnetz mit Kabelübertragung wird als Festnetz bezeichnet. Das Mobilfunknetz ist wiederum für die drahtlose Telefonie.

Feststation: Die Feststation ist die Basis von schnurlosen Telefonen. Sie wird direkt mit dem Telefonanschluss verbunden und je nach Gerätetyp erfüllt es zusätzlich den Zweck einer Aufladestation oder eines Telefongerätes.

Flatrate: Für einen festen Pauschalpreis kann eine Serviceleistung unbegrenzt genutzt werden. Dieses System hat sich speziell beim Internet- und Festnetz-Anschluss etabliert, verbreitet sich aber auch immer mehr im Mobilfunk.

Freecall-Nummern: Rufnummern mit der Vorwahl 0800 werden als Freecall-Nummern bezeichnet und sind für den Anrufer kostenfrei. Somit haben die 0800er-Nummern die 0137er-Nummern abgelöst, die noch bis zum Jahre 2000 die kostenlosen Telefonnummern waren.

Freisprechen: Telefone mit eingebautem Lautsprecher und Mikrofon ermöglichen das Freisprechen, sodass der Hörer nicht mehr abgenommen werden muss.

Funkrelais: Durch Funkrelais lässt sich die Reichweite eines schnurlosen Telefons ausbauen.

Gesprächsumleitung: Bei einer Gesprächsumleitung werden eingehende Anrufe an einen anderen Telefonanschluss weitergeleitet. Sollte es durch die Umleitung zu höheren Telefonkosten kommen (zum Beispiel eine Umleitung vom Fest- zum Mobilfunknetz), wird dem Angerufenen die Differenz berechnet.

Impulswahlverfahren: Die Impulswahl (kurz: IWV) war bis zur Einführung der Mehrfrequenzwahl das übliche Wahlverfahren. Verglichen mit dem heutigen Standard weist die Impulswahl eine höhere Störanfälligkeit und eine geringere Geschwindigkeit auf.

Internettelefonie: Bei der Internettelefonie (Voice over IP) wird die Sprache in Datenpaketen umgewandelt und über den Internet-Anschluss übermittelt. Die Telefonate können entweder am Computer (mit Headset und entsprechender Software) oder an einem Telefongerät geführt werden. Sollten beide Gesprächsteilnehmer über einen Internettelefonie-Anbieter wie Sipgate oder Skype telefonieren, fallen keinerlei Telefongebühren an. Bei einem Anruf ins Fest- oder Mobilfunknetz werden die Gebühren des jeweiligen Anbieters berechnet. Die Tarife sind vergleichbar mit denen eines Call-by-Call Anbieters und daher in den meisten Fällen günstiger als die herkömmlichen Festnetz-Telefonate.

ISDN: Integrated Services Digital Network (kurz: ISDN) wurde im Jahre 1989 in Deutschland eingeführt und ist der Nachfolger des analogen Systems. Weil die Sprache nicht mehr in analoge Signale umgewandelt sondern digitalisiert wird, ist eine erheblich schnellere Datenübertragung möglich. Darüber hinaus ermöglicht der digitale Telefonanschluss eine Gesprächsumleitung, eine Rufnummer-Anzeige bei eingehenden Anrufen, die Vergabe von bis zu 10 Rufnummern und eine Kanalbündelung. Letzteres bedeutet, dass zwei Kanäle gleichzeitig nutzbar sind. Dadurch kann man zum Beispiel telefonisch weiterhin erreichbar sein, während man im Internet surft oder das Faxgerät nutzt. Ende des Jahres 2006 war bereits jeder dritte Telefonanschluss digitalisiert (Quelle)

Konferenzgespräch: Bei einem Konferenzgespräch können mehrere Teilnehmer gleichzeitig miteinander telefonieren. Dies funktioniert, indem ein Gesprächsteilnehmer während des Telefonats weitere Teilnehmer anruft und diese dann in die Konferenz hinzuschaltet. Dieses Verfahren wird als Dial-Out bezeichnet. Bei dem Dial-In Verfahren wählen sich die Gesprächsteilnehmer (durch die Konferenz-Rufnummer und dem Pin) wiederum selber in die Konferenz ein.

Kundenschutzverordnung: In der Kundenschutzverordnung sind die Telekommunikationsgesetze festgelegt. So zum Beispiel, dass der Kunde ein Recht auf einen Einzelverbindungsnachweis und die Sperrung von Sonderrufnummern hat. Die vollständige Kundenschutzverordnung kann im Internet eingesehen werden.

Least Cost Router: Dieses kleine Gerät wird zwischen Telefon und Anschlussdose angebracht und verbindet automatisch mit dem günstigsten Call-by-Call Anbieter. Der Anwender muss also weder eine Vorwahl wählen noch die Tarife miteinander vergleichen. Dafür sollte der Router allerdings in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden, weil sich die Tarife häufig ändern.

Mailbox: Eine Mailbox ist ein virtueller Anrufbeantworter. Möchte man die hinterlassenen Nachrichten abhören, muss eine (zumeist kostenpflichtige) Rufnummer gewählt werden.

Mehrfrequenzwahlverfahren: Das Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV) ist das standardmäßige Wahlverfahren der digitalen Telefontechnik. Bei dem Anwählen der Ziffern erfolgt die Wahl mit einem Frequenzgemisch. Vorteil gegenüber der früheren Impulswahl ist die geringere Störanfälligkeit und die höhere Geschwindigkeit.

Mehrwertdienst: Während die Telefonverbindung zwischen zwei Gesprächsteilnehmern als Basisdienst bezeichnet wird, gelten alle übrigen Leistungen des Netzbetreibers als Mehrwertdienste.

Mitschneiden: Das Mitschneiden ist eine Funktion des Anrufbeantworters, wodurch Telefongespräche aufgenommen werden können.

PIN: PIN ist die Abkürzung für Personal Identification Number. Speziell vom Handy kennt man dieses System mit der Zugangsberechtigung, wobei ein vierstelliger Zahlencode korrekt eingegeben werden muss, um das Mobiltelefon benutzen zu können. Selbiges Prinzip wird auch bei diversen Serviceleistungen (zum Beispiel Calling Card) angewandt.

Prepaid: Das System mit der Guthabenkarte wurde Ende der 90er Jahre durch die Prepaid-Handys bekannt: Der Kunde zahlt einen bestimmten Betrag auf sein Konto ein und kann sein Guthaben dann abtelefonieren. Selbiges Prinzip wird auch bei Calling Cards angewandt.

Push-to-Talk: Ende 2004 führte T-Mobile die Push-to-Talk Funktionalität ein. Wie man es von Funkgeräten kennt, wird durch das Drücken einer Handytaste eine Kommunikation ermöglicht. Bisher konnte sich dies aber kaum etablieren.

Rückruffunktion: Beim Anruf eines besetzten Telefonanschlusses kann die Rückruffunktion genutzt werden. Sobald der Anschluss wieder frei ist, wird der Anwender per Signalton darüber in Kenntnis gesetzt. Nun kann er den Telefonhörer abnehmen und die Rufnummer wird automatisch wieder angewählt.

Rufnummer-Mitnahme: Bei einem Wechsel des Telefonanbieters kann die alte Rufnummer häufig mitgenommen werden. Dies muss rechtzeitig angekündigt werden und verursacht zusätzliche Kosten. Der bisherige Anbieter verlangt für die Rufnummer eine Portiergebühr von maximal 30,72 Euro (gesetzlich vorgeschriebene Preisobergrenze der Bundesnetzagentur). Der neue Anbieter könnte wiederum ein Portierungsentgelt berechnen, worauf aber in den meisten Fällen verzichtet wird.

Rufnummernverzeichnis: Telefone beziehungsweise Handys mit einem Rufnummernverzeichnis ermöglichen das Abspeichern von Namen und Telefonnummern. Bei manchen Geräten lassen sich auch weitere Kontaktdaten (Adresse, Faxnummer, Webadresse et cetera) archivieren. Wieviele Kontakte sich speichern lassen, hängt von der Speicherkapazität des Telefons ab.

Sonderrufnummer: Der Anruf bei einer Sonderrufnummer wird zu speziellen Tarifen abgerechnet. Besonders geläufig sind die Vorwahlen 0137 und 0900. Die Anbieter sind dazu verpflichtet, auf die genauen Gebühren hinzuweisen. Allerdings bezieht sich dies auf Anrufe vom Festnetz aus. Wird die Sonderrufnummer vom Mobilfunknetz aus gewählt, entstehen höhere Kosten. Die meisten Telefongesellschaften bieten eine Sperre an, sodass Anrufe bei Sonderrufnummern automatisch blockiert werden.

Taktung: Der Abrechnungsintervall wird als Taktung bezeichnet. Gemeint ist der Zeitpunkt, an dem eine neue Gebühreneinheit berechnet wird. Angegeben wird die Taktung durch zwei Zahlen. Vor dem Schrägstrich steht die Dauer des ersten Intervalls, dahinter die Dauer der darauf folgenden Abrechnungsintervalle. 60/1 würde also bedeuten, dass bei Beginn des Telefonats gleich eine komplette Minute berechnet und anschließend sekundengenau abgerechnet wird.

Tarif: Durch den Tarif wird festgelegt, zu welchen Preisen telefoniert wird. Netzbetreiber bieten mehrere Tarife an, die sich zumeist an eine bestimmte Kundengruppe (zum Beispiel Wenigtelefonierer, Vieltelefonierer) richten.

Telefonsender: Telefonsender sind kleine Geräte, die an einem Telefonanschluss oder einem Telefongerät angeschlossen werden und die aufgenommenen Gespräche an einen Empfänger für die Archivierung übersenden. Solch ein Abhörverfahren wird zumeist von Detektiven genutzt, ist laut Gesetz aber nur erlaubt, wenn der Abgehörte über die Überwachung informiert ist.

Wahlwiederholung: Telefone mit Wahlwiederholung speichern die zuletzt gewählten Rufnummern ab, so dass der Anwender diese einfach abrufen kann und nicht erneut wählen muss.

Zeitversetztes Senden: Mit modernen Faxgeräten ist ein zeitversetztes Senden möglich. Das heißt: Nachdem das Dokument eingelesen wurde, kann der Zeitpunkt der Übertragung beliebig festgelegt werden. ™

Oliver Jensen

arbeitet als freiberuflicher Texter und Journalist und ist für Zeitschriften, Redaktionen und verschiedene Firmen tätig. Bevor er diesen Werdegang einschlug, konzentrierte er sich auf die dramaturgischen Aufgaben, wobei er ein Theaterstück und Drehbücher für Kurzfilme und Showreels schrieb.