Fontastisch: So findest du kostenlose und hochwertige Schriften

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010...

Die richtige Schrift für eine Gestaltung beziehungsweise ein Projekt zu finden, ist nicht immer einfach – trotz der Vielzahl kostenloser Schriften, die im Internet kursieren. Denn häufig ist die Qualität der Schriften, sowohl ästhetisch als auch bezüglich des Zeichensatzes und der OpenType-Features, eher bescheiden. Aber es gibt eine Reihe hochwertiger, gut ausgebauter, ästhetisch ansprechender und zudem kostenloser Schriften im Internet – und das jenseits von Google Fonts.

Ungewöhnliche Schriften bei Behance

Das Kreativnetzwerk Behance ist nicht nur eine gute Anlaufstelle, um sich inspirieren zu lassen. Viele Schriftdesigner nutzen Behance nicht bloß, um ihre Schriften zu präsentieren. Ganz häufig werden diese auch kostenlos zum Herunterladen angeboten.

Wer dort einfach mal nach Schriften sucht, wird schnell feststellen, dass Behance eine reichhaltige Vielfalt an Schriften hat. Da dort allerdings auch viele Entwürfe präsentiert sind, die es als „echte“ Schrift gar nicht gibt, muss man gegebenenfalls etwas mehr Zeit in die Suche investieren.

Kostenlose Schriften

„Mosk“

Dafür findest du dort aber auch viele unverbrauchte Schriften wie beispielsweise die „Mosk“, eine schicke serifenlose Schrift in neun Schnitten, die unter anderem auch deutsche Umlaute und Eszett enthält. Wer doch lieber etwas mit Serifen sucht, findet vielleicht Gefallen an der „Butler“, die eher an klassizistische Schriften erinnert. Sie gibt es in 14 Schnitten, darunter sieben Schablonenschnitte.

Kostenlose Schriften

„Butler“

Da Behance kein Schriftenportal ist, ist die Suche nicht sehr komfortabel. Anzahl der Schnitte und der Umfang des Zeichensatzes variieren sehr. Hier musst du also etwas Geduld mitbringen. Aber es lohnt sich.

So viel zahlen, wie man will, bei Lost Type

Lost Type gehört zu den eher kleinen Schrift-Foundrys. Daher sind die Schriften, die dort vertrieben werden, meist weniger bekannt. Wer also Wert legt auf unverbrauchte Typografie, wird dort fündig. Neben zahlreichen Schriften, die für Fließtexte geeignet sind wie die „Mission Gothic“, gibt es interessante Schriften für plakative Überschriften wie die Versalschrift „Liberator“.

Mission Gothic

„Mission Gothic“

Das Besondere an Lost Type ist, dass dort jeder einfach so viel bezahlt, wie er möchte – zumindest für den persönlichen Gebrauch. Nur wer eine Schrift kommerziell nutzen will, muss auch zwingend bezahlen. Alle anderen zahlen einen beliebigen Betrag – gegebenenfalls sogar gar nichts.

Liberator

„Liberator“

Nicht einmal eine Registrierung ist nötig. Gibst du schlicht eine Null ins Bezahlfeld ein, wird die Schrift ohne Umwege heruntergeladen.

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Kostenlose Schriften bei MyFonts

MyFonts gehört zu den größten Anbietern von Schriften und hat zahlreiche Foundrys im Repertoire. Dazu zählen viele kleine und relativ unbekannte Foundrys, aber auch so große wie FontFont.

Miso

„Miso“

Zwar zahlst du bei MyFonts in der Regel, um Schriften zu erwerben. Es gibt aber eine Vielzahl von Schriftfamilien, die du teilweise kostenlos bekommst. So gibt es vier der sechs Schnitte der runden Grotestschrift „Miso“ für lau.

Auch in der beliebten „Museo“-Familie gibt es vereinzelt Schnitte, die kostenlos sind. So sind zwei der zehn Schnitte der „Museo Sans“ kostenlos erhältlich. Im Übrigen sind nicht nur die Desktopschriften kostenlos, sondern auch die Webfonts.

Museo Sans

„Museo Sans“

Du musst lediglich ein Konto bei MyFonts besitzen und den normalen Kaufprozess durchlaufen: Also Schriften in den Warenkorb legen und „bezahlen“. Hast du ausschließlich kostenlose Schriften im Warenkorb, bezahlst du natürlich nichts. Die Schriften werden dennoch wie alle anderen Einkäufe in deiner Bestellhistorie aufgelistet.

Alles kostenlos bei Font Squirrel

Zu guter Letzt darf natürlich auch Font Squirrel nicht fehlen. Dort findest du eine Vielzahl an Schriften für unterschiedliche Einsatzzwecke – und alle kostenlos. Viele Schriften, die dort angeboten werden, findest du auch bei Google Fonts. Der Unterschied ist der, dass du die Schriften bei Font Squirrel selbst hosten kannst.

Open Sans und Losbter

„Open Sans“ und „Losbter“

Mit dem eigenen Webfont-Generator erstellst du dir zudem die Webfonts aus den dort angebotenen Schriften selbst.

Zum Angebot von Font Squirrel gehören eher bekannte Schriften wie beispielsweise die „Open Sans“ oder die allseits beliebte „Lobster“.

(dpe)

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

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Daniel Geiser
Gast

Hey, vielen Dank für die Vorschläge – “Lost Type” kannte ich noch nicht. =)

Mir ist noch ein kleiner Fehler aufgefallen – im Absatz von Font Squirrel wird erwähnt, dass die Google Fonts nicht selbst gehostet werden können – das ist nicht bzw. nicht mehr der Fall. Zwar können die Schriften nur als .ttf heruntergeladen werden, doch diese in die nötigen Formate zu konvertieren ist schon machbar (fragt sich nur, ob sich der Aufwand lohnt). ;)

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