Interne Tools für Unternehmen entwickeln: Darauf solltest du achten

Interne Tools für Unternehmen entwickeln. Darauf solltest du achten

Andreas Hecht

ist freier Journalist, WordPress-Experte und -Entwickler, Spezialist für WordPress-Sicherheit und WordPress Performance....

Stell dir vor, du arbeitest als App-Entwickler in einem Unternehmen und bekommst den Auftrag,eine interne App zu entwickeln. Das kann durchaus entmutigend sein, auch für erfahrene Entwickler und IT-Teams mit jahrelanger Erfahrung in der Entwicklung von kundenorientierten Anwendungen.

Interne Tools für Unternehmen entwickeln. Darauf solltest du achten

Für andere Firmen zu arbeiten kann nämlich sehr viel leichter sein, als die eigene Chefetage mit einer wirklich guten Anwendung beglücken zu müssen. Viele spezielle Punkte sollten bedacht sein, die es vielleicht bei einer anderen Aufgabenstellung so nicht gegeben hätte.

Dieser Artikel soll dir deine Aufgabe, die erste App für die Mitarbeiter deiner Firma zu entwickeln, etwas erleichtern.

Drei wichtige Fragen, die du bedenken solltest:

Es existieren viele Gründe für den Aufbau einer App für die Mitarbeiter einer Firma. Einer der wichtigsten ist mit Sicherheit die erhöhte Produktivität der Mitarbeiter bei der Nutzung durchdachter Technologien.

Sehr interessant könnte eine gute Anwendung für die Abteilung Verkauf sein. Mitarbeiter, die außerhalb der Firmenräume ihr Geld im Verkauf verdienen müssen, freuen sich stets über Erleichterungen im Arbeitsablauf.

Wenn eine Anwendung in Bereich Arbeitsablauf bei jedem Kundenbesuch nur fünf Minuten Arbeitszeit spart, können hochgerechnet auf ein ganzes Jahr wesentlich mehr Kunden bedient werden. Das schafft ein Umsatzplus für Unternehmen und Verkauf.

Laut einer Umfrage planen 76 Prozent der befragten Unternehmen eine Erhöhung der Ausgaben in der Entwicklung des mobilen Bereichs von zirka 36 Prozent.

Die erste Sache, die jeder Entwickler und Produktmanager beim Aufbau einer Enterprise-App fragen sollte:

1 – Welches spezielle Geschäftsproblem soll gelöst werden?

Zuerst muss das zu lösende Problem genau identifiziert werden.

Zuerst muss das zu lösende Problem genau identifiziert werden.

Bevor du anfängst Anforderungen zu sammeln, stelle dir diese Frage. Die High-Level-Business-Strategie ist zumeist recht weit entfernt von den technischen Aspekten einer App. Daher ist es wichtig zu bedenken, warum die Anwendung in erster Linie existieren soll.

Es geht immer um den reinen Nutzen. Die App sollte ein spezielles Problem lösen und somit einen echten Nutzen haben. Die Beantwortung dieser einfachen Frage hilft dir zudem, die Geschäftspartner und die Nutzer zu identifizieren.

Es geht um das Verständnis der Anforderungen der Geschäftspartner und der Menschen, die letztendlich deine App nutzen müssen. Das wird dir dabei helfen, eine App zu entwickeln, die geschäftliche Ziele zu erfüllen hilft und einen nachweisbaren Erfolg mit sich bringt.

Was würdest du anderes machen, wenn die App verkauft werden sollte?

Diese kleine zusätzliche Frage kann dir durchaus dabei helfen, die Unternehmensziele besser zu realisieren. Was würdest du anders machen, wenn die App verkauft werden sollte?

Zudem kannst du die nötigen personellen Ressourcen für die Entwicklung der App besser einschätzen, wenn du dir Gedanken um den ROI (Return of Investment) machst. Schließlich muss sich die App bezahlt machen.

2 – Wie kann ich die Geschäftsbedürfnisse in eine gute UX umsetzen?

Eine perfekte Benutzerführung zu entwickeln ist das A und O.

Eine perfekte Benutzerführung zu entwickeln ist das A und O.

Der Begriff User Experience (Abkürzung UX, deutsch wörtlich: Nutzererfahrung, besser: Nutzererlebnis oder Nutzungserlebnis – es wird auch häufig vom Anwendererlebnis gesprochen) umschreibt alle Aspekte der Erfahrungen eines Nutzers bei der Interaktion mit einem Produkt, Dienst, einer Umgebung oder Einrichtung

Sobald du die Geschäftsbedürfnisse verstanden hast, denke darüber nach, wie die Nutzer auf die App reagieren könnten. Dass die App die Anforderungen der Nutzer und der Geschäftspartner erfüllt, bedeutet nicht, dass sie auch genutzt wird.

Das kannst du nur sicherstellen, wenn die Anwendung sehr benutzerfreundlich gestaltet wird. Die besten Apps haben eine intuitive UX und benötigen nicht viel »Einarbeitungszeit«.

Zudem ist es recht schwierig, dafür zu sorgen, dass die vorgesehenen Nutzer die App auch tatsächlich in ihren Arbeitsbetrieb integrieren. Besonders, wenn deine App mit bereits bekannten und liebgewonnenen, qualitativ hochwertigen B2C-Apps konkurrieren muss.

Trick 17: Involviere deine angepeilten Nutzer frühzeitig

Du entwickelst eine App für die Benutzer. Was wäre also naheliegender, als genau diese Zielgruppe bereits sehr früh mit einzubeziehen?

Berate dich mit den potenziellen Nutzern. Welche Funktionalität wird am meisten benötigt? Welche Art von Schnittstellen brauchen die Anwender? Beziehe die Anwender ein, mache Umfragen, stelle die ersten Versionen der App frühzeitig zur Verfügung und lasse sie testen.

Du wirst wertvollen Input zurück bekommen und kannst deine App dann den vorgesehenen Anwendern auf den Leib schneidern.

Bedenke, dass einige Anwender nur eine einzige Funktion der App nutzen werden, weil sie ihren Arbeitsablauf am meisten beeinflusst. Andere hingegen benötigen vielleicht die gesamte Funktionalität deiner Anwendung.

Hochmobile Nutzer stellen noch weitere Anforderungen, die du bedenken solltest. Vielleicht wünscht sich ein Teil der Nutzer eine App, die mit verschiedenen Geräten problemlos verwendet werden kann. Hier ist die Plattformintegration entscheidend.

3 – Wer soll die App programmieren?

Lässt man die App im Haus oder besser außer Haus entwickeln?

Lässt man die App im Haus oder besser außer Haus entwickeln?

Die ewige und entscheidende Frage bei der Entwicklung einer Unternehmens-App ist die, ob sie intern oder extern erstellt werden soll. Es gibt durchaus einige Vorteile, wenn die App im eigenen Haus programmiert wird.

In-House Entwicklung

Das Unternehmen behält die volle Kontrolle. Änderungen oder Anpassungen können sehr viel schneller realisiert werden. Auch auf Benutzerumfragen kann schneller reagiert werden. Sollte die App bestimmte Support-Unterstützung für andere Apps oder Anwendungen bieten müssen, so kann die Entwicklung im eigenen Haus die Sorgen um die Kompatibilität zu Drittanbieter-Apps sehr viel geringer halten.

Die Erstellung einer App im eigenen Haus ergibt auch für normabweichende Anwendungsfälle durchaus Sinn. Sollte eine App-Funktionalität zum Beispiel nur für einige Monate benötigt werden.

Externe Entwickler

In den meisten Fällen ist jedoch ein Outsourcing der Entwicklung für kleine Unternehmen sinnvoller und kostengünstiger, als den Aufbau der App von Grund auf selbst in die Hand zu nehmen. So können die eingesparten Personalkosten die Kosten einer außer Haus entwickelten App durchaus übersteigen, daher erscheint es manchmal sinnvoller, außer Haus entwickeln zu lassen.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Wege, die beide sinnvoll sein können:

  1. Erstens
    kann ein anderes Unternehmen oder ein Freelancer mit der Erschaffung der App beauftragt werden.
  2. Zweitens
    kann eine bestehende App von einem SaaS-Anbieter erworben werden.

Zu bedenken ist hierbei eines: Wenn mit einem App-Design- und Entwicklungsunternehmen zusammengearbeitet wird, bekommt man eine benutzerdefinierte App, die genau auf die Bedürfnisse des eigenen Unternehmens zugeschnitten ist.

Bei einem SaaS-Anbieter kann das so nicht immer sichergestellt werden.

SaaS-Anbieter

Wenn dein Unternehmen sich nicht mit der Entwicklung und dem Entwurf der App im eigenen Haus beschäftigen möchte, dann könnte es auch vorteilhaft sein, einen SaaS-Anbieter zu beauftragen. Es gibt eine zunehmend breite Palette von Anbietern, die für die gewünschten Funktionen Anwendungen entwickeln und anbieten.

Software as a Service (SaaS), ist ein Teilbereich des Cloud Computings. Das SaaS-Modell basiert auf dem Grundsatz, dass die Software und die IT-Infrastruktur bei einem externen IT-Dienstleister betrieben und vom Kunden als Dienstleistung genutzt werden.

Hier wären zum Beispiel Workday und Zenefits zu nennen, die beide HR Service anbieten. Eine gute Analyse-Funktion bietet Tableau, Messaging-Funktionalitäten sind bei Hipchat zu bekommen. Das sind nur wenige Anbieter unter sehr Vielen.

Diese Anwendungen werden immer ausgereifter und sicherer. Das dürfte ihnen mit der Zeit einen höheren Wert gegenüber selbst entwickelten Anwendungen zuweisen.

Allerdings kann eine Partnerschaft mit einem falschen Unternehmen recht kritisch oder gar eine Katastrophe sein, je nach Wichtigkeit und Sensibilität der mit der App verknüpften Daten.

Fazit

Es gibt unzählige Anwendungsmöglichkeiten und Funktionalitäten für Unternehmens-Apps. Nie war es so einfach, im eigenen Haus eine App zu erstellen. Viele Unternehmen haben ihre APIs für externe Entwickler geöffnet – zum Beispiel Android und Saleforce.

Selbst wenn dein Unternehmen oder du selbst noch Hilfe bei der Programmierung einer eigenen App benötigt, dann können externe Entwickler oder Unternehmen beauftragt werden. Wer jedoch nicht entwickeln will, kann sich einen der vielen Anbieter aussuchen, um dort eine bereits fertige App zu erwerben.

Die Risiken einer eigenen Entwicklung sind schon recht hoch, wenn noch keinerlei Erfahrung in dem Ablauf der nötigen Prozesse besteht. Trotzdem kann die Entwicklung einer eigenen Unternehmens-App eine spannende und kreative Herausforderung sein und sich letztendlich lohnen.

Quelle: ThinkApps

Andreas Hecht

ist freier Journalist, WordPress-Experte und -Entwickler, Spezialist für WordPress-Sicherheit und WordPress Performance. Er schreibt seit 2012 für Dr. Web. Auf seinem Blog schreibt er hauptsächlich über WordPress und veröffentlicht nützliche WordPress-Snippets.