Inkscape 0.92, kostenloser Vektorgrafik-Editor in neuer Version

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Welcher Webentwickler und ambitionierte Seitenbetreiber kennt das freie Vektorgrafik-Projekt Inkscape noch nicht? Inkscape ist quasi das Vektor-Pendant zum freien Pixeleditor Gimp und seit Jahren etabliert. Dieser Tage erschien nach zwei Jahren Entwicklungszeit die aktuelle Version 0.92 mit zahlreichen Neuerungen.

SVG und CSS: Inkscape nähert sich weiter dem Standard an

Inkscape steht unter der GPL und ist damit eine Open-Source-Software reinsten Wassers. Inkscape wird nicht durch eine Firma entwickelt, sondern lebt aus der freiwilligen Kontribution vieler engagierter Entwickler. Das Enggagement hält sich seit Jahren auf einem ungewöhnlich hohen Niveau.

Aus Spenden finanziert kann das Projekt sogar einen Repräsentanten in die W3C SVG Working Group entsenden. Das ist das Gremium, das den Standard Scalable Vector Graphics (SVG) weiterentwickeln soll. Einige neue Ideen aus Inkscape finden so Eingang in die Erwägungen zur Erweiterung von SVG, was das Projekt für Entwickler naheliegenderweise besonders interessant macht. Das Standard-Dateiformat von Inkscape ist folgerichtig SVG.

Die standardkonforme Umsetzung hat bei Inkscape besondere Priorität. Um etwa dem CSS-Standard zu entsprechen, wurde die Standardauflösung von 90 auf 96 dpi angehoben. Die Software bietet verschiedene Konvertierungsoptionen an, wenn du versuchst, eine ältere Inkscape-Datei zu öffnen.

Insgesamt haben sich die Entwickler darauf fokussiert, möglichst viele SVG2- und CSS3-Eigenschaften zumindest korrekt im Programm darzustellen. Über die Benutzeroberfläche lassen sich allerdings nicht alle dieser Eigenschaften dann auch ändern. Die Verwendung komplexer Gitterverläufe erfordert unter Inkscape 0.92 keine Tricks mehr, sondern steht als Standardfunktion bereit.

Inkscape gibt es weiterhin für Windows, macOS und Linux

Designer werden sich besonders an den neuen Pfadeffekten erfreuen, die in der Tat äußerst kreative Gestaltungen durch interaktive Verformungen zulassen. Schau dir das folgende Video an, um einen Überblick der neuen Funktionen zu erhalten:

Wie gehabt, steht Inkscape 0.92 für die drei großen Betriebssysteme Windows, macOS und Linux zur Verfügung. Zwar kannst du dir einen eigenen Build kompilieren, immerhin sprechen wir hier über Open Source, erforderlich ist es indes nicht. Die Entwickler haben auch hier Wert auf eine einfache Verbreitung gelegt. So gibt es entsprechende Installations-Packages. Unter Linux wirst du in der Regel mit Bordmitteln an das aktuelle Inkscape gelangen.

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Wenn du dich im Detail über das Featureset der aktuellen Version informieren willst, so findest du an dieser Stelle das komplette Changelog in deutscher Sprache. Die offizielle Ankündigung in englischer Sprache liest du hier.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.