Inhaltsbasierte Retusche mit Photoshop: So verschwinden störende Bildelemente im Handumdrehen

Inhaltsbasiert bedeutet, dass Photoshop ausgewählte Bereich mit Inhalten aus der Umgebung füllt und dabei auf die aktuelle Licht- und Farbstimmung achtet, sowie darauf, dass sich Muster nicht allzu deutlich wiederholen. Und Sie haben Recht, wenn Sie nun sagen: das ist pure Photoshop-Magie. Denn die Technik ist schnell erlernt und leicht umzusetzen, die Ergebnisse dazu einfach erstaunlich.

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Kleine Tipps, bevor es los geht

In den folgenden Schritten wählen Sie das Bildelement, das entfernt werden soll, immer eng begrenzt aus. So erhalten Sie die ursprüngliche Umgebung und Photoshop kann gut abschätzen, welche Pixel wir nun meinen, um dann den Hintergrund passend einzuberechnen.

Alle hier vorgestellten Werkzeuge und Funktionen kennen Grenzen. So ist es für Photoshop (noch) recht schwer, große Muster zu erkennen, zu kopieren und kantengenau einzufügen. Die Blümchentapete im Hintergrund ist also eher schwer zu bearbeiten. Natürliche Strukturen, wie etwa Sand, Gras, Wolken oder ein Straßenbelag, sind dagegen ein perfekter Untergrund für die weiteren hier vorgestellten Schritte.

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Übrigens kann über das Menü und Auswahl > Auswahl verändern > Weiche Kante auch einer Selektion, die für eine inhaltsbasierte Retusche gedacht ist, ein sanfter Übergang spendiert werden.

Retusche-Tipp #1: Inhaltsbasiert füllen – Auswahl erstellen

Aktivieren Sie eines der Auswahlwerkzeuge, wie etwa das Lasso-Werkzeug, das Schnellauswahlwerkzeug oder wie hier eingesetzt: das Polygon-Lasso-Werkzeug. Damit wählen Sie nun das störende Bildelement aus, wobei Sie möglichst eine genaue Selektion der Kanten erzeugen. Dabei geht es hier nicht um eine perfekte Auswahl, wie etwa beim Freistellen, aber doch um eine Markierung, nah am Objekt.

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Retusche-Tipp #2: Inhaltsbasiert füllen – Material auf Knopfdruck

Kommen wir nun zum Bereich der Photoshop-Magie: Es reicht nun ein Klick auf Bearbeiten > Fläche füllen, um dort bei Inhalt: Inhaltsbasiert auszuwählen. Farbanpassung sollte dazu aktiviert sein, Modus auf Normal und Deckkraft auf 100% stehen. Nach der Bestätigung über OK hat Photoshop in Sekundenschnelle die Auswahl mit passendem Material aus der Umgebung gefüllt. Strg+D hebt die Auswahl auf. Sollte der Hintergrund noch nicht perfekt passen, so erstellen Sie eine weitere Auswahl (genauer und vielleicht schon etwas kleiner), um Photoshop ein weiteres Mal arbeiten zu lassen. Strg+H blendet die Auswahl für den Moment aus.

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Retusche-Tipp #3: Inhaltsbasiert verschieben – Einstellungen

Vielleicht möchten Sie ein Bildelement gar nicht weg retuschieren, sondern durch Verschieben einfach nur passender positionieren. Auch da bietet uns Photoshop eine gute Lösung an. Aktivieren Sie das Inhaltsbasiert-Verschieben-Werkzeug. Sie können damit eine Auswahl erzeugen, weshalb in der Optionsleiste die gewohnten Buttons Neue Auswahl, der Auswahl hinzufügen, von Auswahl subtrahieren und Schnittmenge mit Auswahl bilden zur Verfügung stehen.

Der Modus ist mit Verschieben schon passend eingestellt. Alternativ kann dort auch Erweitern aktiviert werden, um Bildelemente zu kopieren. Wie genau die Struktur und die Farben der Umgebung beibehalten werden müssen, bestimmen zwei Regler, wobei ein höherer Wert bei Struktur die vorhandenen Bildmuster stark übernimmt. Ein hoher Wert bei Farbe sorgt zudem für eine stärkere Farbmischung.

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Retusche-Tipp #4: Inhaltsbasiert verschieben – Bildelement neu positionieren

Erzeugen Sie eine Auswahl um das Bildelement, das verschoben werden soll, und ziehen Sie dieses durch Anklicken und Halten der Maustaste zur neuen Position. Photoshop fügt das Bildelement passend ein und füllt automatisch den Bereich der alten Position mit einem neuen Hintergrund. Strg+D hebt wieder die Auswahl auf. Wurden Bereiche eingefügt, die sich zu ähnlich sind, so sind diese schnell optimiert, etwa mit dem Ausbessern-Werkzeug.

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Retusche-Tipp #5: Ausbessern-Werkzeug – Einstellungen

Auch mit dem Ausbessern-Werkzeug können Sie eine Auswahl um ein Bildelement legen. In der Optionsleiste stehen Ihnen also die vier Buttons, etwa zum Hinzufügen oder Subtrahieren von Abschnitten der Selektion, zur Verfügung, wie bei allen anderen Auswahlwerkzeugen auch. Ausbessern kann dann Normal erfolgen oder Inhaltsbasiert, wobei Photoshop hier stärker versucht, Strukturen und Farben nachzubilden.

Struktur und Farbe können dabei wieder über die entsprechenden Regler eingestellt werden. Ausbessern: Normal bietet uns da ganz andere Regler an, wie etwa ob der Inhalt der Auswahl das Ziel definiert oder die Quelle. Soll eine Transparenz beachtet werden, so wird der entsprechende Punkt in der Optionsleiste aktiviert. Selbst ein Muster könnten Sie da zum Auffüllen verwenden.

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Retusche-Tipp #6: Ausbessern-Werkzeug- Punktgenau retuschieren

Zur pixelgenauen Retusche wird nun wieder das Bildelemente selektiert. Steht die Auswahl, so ziehen Sie diese durch Anklicken und Halten der Maustaste auf einen Bereich, der als Quelle dienen soll. Manchmal kommt es dabei zu unschönen, weichgezeichneten Übergängen, die Sie schnell durch eine weitere Auswahl plus Verschieben korrigieren können. Strg+D hebt die Auswahl dann wieder auf.

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Natürlich lassen sich alle hier vorgestellten Techniken auch kombinieren. So könnte etwa nach einer groben Bearbeitung durch das inhaltsbasierte Füllen das Ausbessern-Werkzeug zum Einsatz kommen. Auf diese Weise erhalten Sie in kürzester Zeit überzeugende Ergebnisse.

(dpe)

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

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Hüsges
Gast

Mit etwas Übung erleichtert es die Arbeit der Retusche doch erheblich.

Leni
Gast

Tolle Tipps!
Einiges kannte ich schon, aber z.B das „Verschieben-Werkzeug“ habe ich noch nie benutzt.
Danke! :-)

Viele Grüße

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