Dr. Web-Ratgeber zur Hosterwahl: Worauf musst du achten?

Die qualifizierte Hosterwahl: Worauf musst du achten?

Redaktion Dr. Web

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Die Auswahl des richtigen Webhosting-Providers ist nicht einfach. Besonders, wenn man zum ersten Mal eine Website erstellen und ins Netz bringen möchte, fällt die Auswahl schwer. Doch auch Fortgeschrittene finden es alles andere als einfach, sich durch das Dickicht der Anbieter zu kämpfen, um den Hoster des Vertrauens zu finden. Provider ist nämlich nicht gleich Provider und es hängt längst nicht alles nur vom Preis ab. Wir zeigen dir, worauf du bei der Providerwahl unbedingt achten solltest und gehen dabei auf unterschiedliche Bedarfslagen ein.

Dr. Web-Ratgeber zur Hosterwahl: Worauf musst du achten?

Die Bedarfsanalyse: Webspace, Server oder Homepage-Baukasten?

Bevor du dich mit der Auswahl des passenden Webhosting-Providers beschäftigt, solltest du eine eingehende Bedarfsanalyse erstellen. Schreibe auf, was dir wichtig ist und was genau du erreichen möchtest. Nicht jeder Hoster bietet schliesslich dieselben Leistungen an und du wirst vielleicht auch nicht alle angebotenen Leistungen benötigen. Eine gute Bedarfsanalyse könnte zum Beispiel folgende Fragen enthalten:

  • Was genau will ich? Reicht mir eine statische HTML-Webseite, oder brauche ich ein Content Management System? (Ein CMS erhöht die Anforderungen)
  • Wenn CMS, welches möchte ich einsetzen?
  • Wenn CMS, wieviel PHP-Arbeitsspeicher brauche ich? Eventuell beim Hoster nachfragen, ob 32 oder 64-Bit Betriebssysteme auf dem Server laufen. Bei 64-Bit Server-Systemen benötigst du meist mehr Speicher.
  • Nach Auswahl eines CMS die Mindestvoraussetzungen zu Installation und Betrieb lesen.
  • Wichtig: Habe ich Kenntnisse in PHP, HTML und CSS? Das ist bei der Auswahl eines CMS zu berücksichtigen. Ohne Kenntnisse wäre ein Dienstleister oder – bei entsprechender Bereitschaft zur Einarbeitung – WordPress zu empfehlen.
  • Brauche ich E-Mail-Konten?

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  • Wieviel Speicherplatz brauche ich pro E-Mail-Postfach?
  • Brauche ich IMAP, oder reichen mir POP-3 E-Mail-Konten?
  • Wieviel Webspeicherplatz benötige ich?
  • Existiert eine Traffic-Flatrate, oder muss ich zahlen, wenn ich über einen bestimmten Besucher-Traffic komme?
  • Brauche ich MySQL-Datenbanken (für CMS), oder nicht und wenn ja, wie viele?
  • Benötige ich Subdomains oder gar Wildcard-Subdomains (z.B. für WordPress-Multisite)?
  • Brauche ich spezielle Server-Einstellungen, wie mod_rewrite (für schöne URLs eines CMS)?
  • Wie viele Domains brauche ich und sind diese im Preis inbegriffen?
  • Wie viele Kunden/Webhosting-Pakete liegen auf einem Server? Existiert ein “Speed-Turbo” oder andere Formen der Priorisierung?
  • Wie wichtig ist mir Support? Welche Arten von Support werden angeboten?
  • Wie hoch ist mein Budget?

Wenn du diese Fragen eingehend beantwortet hast, solltest du ein genaues Bild von dem Produkt gezeichnet haben, dass du benötigst. Damit fällt dir die Auswahl des passenden Providers sehr viel leichter.

Ratgeber vor dem Ratgeber: die Unterschiede zwischen Webspace, Server und Homepage-Baukasten

Du hast ganz generell im Wesentlichen drei Wege, die du gehen kannst. Du kannst ganz klassisch auf einen Provider von Webspace setzen. Hier mietest du dir einen Speicherplatz mit Zusatzleistungen auf einem Server im Hause deines Providers. Damit beschäftigen wir uns im heutigen Beitrag noch genauer.

Du kannst dir einen Server oder vServer mieten. Egal ob Server, also ein Gerät für dich ganz alleine oder vServer, eine komplette Serverinstanz für dich alleine, es bleibt mehr Aufwand an deinen eigenen Hacken hängen. Grundsätzlich bist du bei einem Server für die Funktionsfähigkeit alleine verantwortlich. Dazu gehört die gesamte Konfiguration, das Einspielen von Sicherheitsupdates, einfach alles. Natürlich gibt es inzwischen, früher war das anders, auch Anbieter von Managed Servern, also Geräten, die von Providerpersonal betreut werden. Das lohnt sich allerdings nur für wirklich große Web-Projekte, die der durchschnittliche Seitenbetreiber eher selten betreiben wird. Noch nicht einmal Dr. Web belegt einen eigenen Server, sondern teilt sich diesen mit seiner Schwester, dem Noupe Design Magazine.

Wenn dir sogar der Aufwand des Betreuens deiner Installationen auf deinem eigenen Webspace zu hoch erscheint, weil du eigentlich nur so schnell wie möglich online gehen willst, dann solltest du dich mit dem Angebot der vielen Homepage-Baukästen auseinandersetzen. Bei einem Homepage-Baukasten kümmerst du dich ausschließlich um deine Inhalte. Die ganze Technik interessiert dich dabei nicht die Bohne. Homepage-Baukästen sind in den letzten Jahren massiv gereift und bieten inzwischen sogar eCommerce, Blogs und weitere fortgeschrittene Features an. Wenn du dich darüber näher informieren willst, dann solltest du zum Beispiel die englischsprachige Seite Top10websitebuilders.com besuchen. Auch in deutscher Sprache gibt es indes haufenweise Material dazu. Wir bei Dr. Web haben ebenso schon gelegentlich über Homepage-Baukästen berichtet, so etwa hier, hier oder hier.

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Gehen wir für den weiteren Verlauf nun davon aus, dass du dich über Anbieter von Webspace informieren möchtest, werden dir die folgenden Tipps die Auswahl des richtigen Webhosting-Providers nochmals vereinfachen.

1. – Eine Liste mit in Frage kommenden Providern erstellen

Die Auswahl des richtigen Webhosting-Providers

Der erste Schritt besteht darin, im Netz nach Providern zu suchen. Deutsche Provider haben dabei den Vorteil, dass der Gerichtsstand in Deutschland ist. Das kann hilfreich sein, falls es zu Problemen mit dem Provider kommt. Suche dir mindestens zehn Provider raus, um eine gute Ausgangsbasis für die weitere Auswahl zu haben.

Je nach deinen Anforderungen kann der nun folgende Auswahl-Prozess entweder recht einfach, oder etwas komplizierter sein. Wenn du zum Beispiel nur eine einfache, statische HTML-Website in das Internet stellen möchtest und vielleicht nur eine E-Mail-Adresse benötigst, dann reichen bereits die günstigsten Webhosting-Pakete um einen Euro rum.

Im Folgenden gehen wir jedoch von einem größeren Projekt aus. Nehmen wir als erstes Beispiel einen WordPress-Blog und als zweites eine Typo3-Unternehmenswebsite, beide haben unterschiedliche Voraussetzungen an ein Webhosting-Paket. Solltest du ein ganz anderes CMS bevorzugen – zum Beispiel Drupal oder Contao – so ergeben sich wiederum andere Voraussetzungen.

2. – Nach Service-Qualität und UpTime googlen

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Diesen Schritt solltest du keinesfalls überspringen. Google jeden Provider auf deiner Liste nach Service-Qualität und Ausfallrate. Auch Profis benötigen hin und wieder Support, daher ist ein guter Support immer ein Entscheidungsgrund. Bringe in Erfahrung, was andere User über die in Frage kommenden Provider geschrieben haben. Sind sie mit der gebotenen Leistung zufrieden oder nicht, und wenn nein, dann aus welchem Grund? Auch die UpTime ist wichtig zu erfahren, denn eine hohe Ausfallrate der Services bedeutet eine Nicht-Erreichbarkeit deiner Webseite während dieser Zeiten.

Wenn du beim Googeln viele negative User-Meinungen über einen Hoster lesen musst, streiche diesen Provider sofort von der Liste.

3. – Der Auswahlprozess – So findest du “deinen” Provider

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Gehen wir nun auf einige wichtige Punkte in der Bedarfsanalyse ein und konkretisieren sie. Im Anschluss wirst du genau wissen, worauf zu achten ist.

Der Webspeicherplatz

Der Speicherplatz deines Hosting-Pakets ist rund um die Uhr mit dem Internet verbunden und dient der Speicherung aller für den Betrieb der Homepage erforderlichen Daten wie HTML-, CSS- und PHP-Dateien, Bilder, Videos, Musik und so weiter. Die angebotenen Speichergrößen sind meist recht großzügig bemessen, jedoch sollten es schon 15GB bei Einsatz eines CMS sein. In den meisten Fällen brauchst du weniger, doch mehr zu haben ist niemals verkehrt.

Der Traffic

Bei jedem Abrufen einer Datei von deinem Webauftritt entsteht Datentraffic. Rufst du beispielsweise eine große Grafik in der Größe von 40 KB ab, so entstehen bei 10 Besuchern 400 KB Traffic und bei 100 Besuchern rund 4 MB. Du siehst, bei einem höheren Besucheraufkommen kann da schnell einiges zusammen kommen. Achte daher stets auf eine Traffic-Flat. Dann kann es kein böses Erwachen geben, wenn deine Webseite schneller erfolgreich wird als gedacht.

E-Mail-Konten und Postfächer

Ein professioneller Webauftritt verwendet E-Mail-Adressen der eigenen Domain und keine Freemail-Adressen. Achte daher darauf, dass ausreichend E-Mail-Adressen erstellt werden können. Wichtiger als die schiere Anzahl der möglichen E-Mail-Adressen ist jedoch der E-Mail-Speicher. Dieser darf gerne so groß wie möglich sein, denn diesen Speicher wirst du in der Regel auf alle Mail-Adressen aufteilen müssen. Jede E-Mail-Adresse benötigt ein Postfach und dieses Postfach muss ausreichend groß bemessen sein. Nur mit ausreichend großem E-Mail-Speicherplatz kannst du jedem Postfach eine praxisgerechte Größe (mindestens 100MB, besser 1GB) zuweisen. Spätestens, wenn mal größere Anhänge in E-Mails empfangen werden müssen, macht sich das bemerkbar.

MySQL-Datenbanken

Klar ist, wer ein CMS einsetzen möchte, braucht im Allgemeinen mindestens eine MySQL-Datenbank. Natürlich gibt es auch CMS, die keine Datenbank benötigen, doch dieser Beitrag soll sich mit professionellen Lösungen beschäftigen, nicht mit Nischen-Produkten. Die wichtige Frage ist also nicht, ob du Datenbanken benötigst, sondern wie viele. Jeder einzelnen Webanwendung sollte eine eigene Datenbank zur Verfügung stehen. Also zum Beispiel eine Datenbank für WordPress, eine Datenbank für Analyse-Werkzeuge wie Piwik, falls Google-Analytics aus Datenschutz-Gründen nicht eingesetzt werden soll. Eine weitere Datenbank für Testzwecke und so weiter…

Empfehlenswert sind mindestens 5 MySQL-Datenbanken. So hat man noch Luft für eventuelle neue Projekte.

E-Mail-Postfächer: IMAP oder POP3?

Kurze Antwort: Immer IMAP. Wenn IMAP bei einem Provider nicht möglich ist, streiche ihn von der Liste. Mal ganz abgesehen von der Sicherheit (IMAP-Zugang kann verschlüsselt werden), bietet das IMAP-Protokoll noch weitere Vorteile. Hier ein Für und Wider der beiden Protokolle:

POP3

  • Über POP3 (Post Office Protocol Version 3), werden lediglich die E-Mails aus dem Ordner des Posteingangs vom Server heruntergeladen. Dabei kannst du auswählen, ob diese vom Server gelöscht werden oder nicht.
  • Meldest du dich nun mit einem anderen Gerät an, kann es sein, dass alle E-Mails erneut heruntergeladen werden, da diese auf dem Server bleiben. Das ist vor allem dann ärgerlich, wenn man dieselben Mails bereits mit einem anderen Gerät geladen hatte.
  • Es ist nicht zu erkennen, welche E-Mails bereits gelesen, beantwortet oder gelöscht wurden. Die gesendeten E-Mails werden serverseitig dabei nicht einsehbar.
  • TLDR: Das POP3-Verfahren dient nur zum simplen Download des Posteingangs. Eine Synchronisierung zwischen Endgerät und Email-Konto geschieht nicht.

IMAP

  • Über IMAP (Internet Message Access Protocol), wird der komplette Inhalt des Email-Kontos stets mit dem Mail-Programm auf dem Computer, Smartphone oder Tablet synchronisiert.
  • Sendest du beispielsweise eine Nachricht von deinem Computer mittels E-Mail-Client, so landet diese im Ordner “Gesendet” sowohl in deinem E-Mail-Client, als auch auf dem Server und auf anderen Geräten wie deinem Smartphone.
  • TLDR: Über IMAP sind alle Bewegungen deines Email-Kontos auf allen Geräten gleich. Jegliche Ordner werden synchronisiert, sodass du von allen Geräten den identischen Posteingang nutzen kannst.

Das IMAP-Protokoll ist die weitaus komfortablere Variante und immer eine gute Wahl, wenn man mit mehreren Geräten arbeitet.

Subdomains und Wildcard-Subdomains

Subdomains bietet fast jedes Paket heutzutage an, da reicht ein kurzer Blick, ob dem tatsächlich so ist. Eine Subdomain ist eine praktische Sache, man kann unter nur einer Domain mehrere Webseiten haben, indem man den einzelnen Websites jeweils eine Subdomain zuweist. So sieht eine Subdomain aus:

wordpress.deine-domain.de

Wildcard-Subdomains hingegen brauchst du nur, wenn du zum Beispiel eine WordPress-Multisite aufsetzen willst. Multisite meint, dass du unter einer Installation mehrere Webseite laufen lassen und verwalten kannst. Es mag noch weitere Verwendungen für Wildcard-Subdomains geben, mir ist nur diese eine bekannt.

Das umfassende WordPress Multisite-Tutorial: mehrere Blogs mit einer Installation

Server-Einstellungen – was ist wichtig?

Einige Server-Einstellungen sind recht wichtig, und es ist vorteilhaft, wenn du diese selbst einstellen und beeinflussen kannst. Für die Darstellung von schönen, benutzerfreundlichen URL benötigst du mod_rewrite. Ansonsten könntest du nur die sogenannten “Messy-URLs” verwenden. Ein Beispiel:

Eine “schöne URL”: https://www.drweb.de/magazin/category/wordpress/

Eine “Messy-URL”: http://www.drweb.de/?page_id=1133

Das Arbeitsspeicher-Limit

Der PHP-Arbeitsspeicher sollte beeinflusst werden können, so dass immer das Maximum verwendet wird. Die dafür nötige Einstellung heisst memory_limit. Achte auf ein ausreichendes Limit. Für WordPress empfehle ich 96MB. Da hat man noch etwas Luft nach oben. Typo3 sollte hingegen deutlich mehr Limit haben. Offiziell empfohlen werden 128 Megabyte.

Anzeige von PHP-Fehlern aktivieren/deaktivieren

Die Anzeige von PHP-Fehlern muss beeinflusst werden können. Während der Entwicklung eines Themes oder einer Anwendung ist die Anzeige der Fehler erwünscht, auf einen Live-System jedoch stellt die Anzeige der Fehler ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko dar. Die Funktion nennt sich display_errors.

Beeinflussen der Standard-Zeichencodierung

Auf den meisten Webhosting-Paketen lautet der Standard-Zeichensatz ISO 8859-1. Da der heutige Standard im Webdesign jedoch UTF-8 lautet, muss man die Ausgabe beeinflussen können, insbesondere, wenn man statische HTML-Seiten online bringt.

W3C: Zeichencodierung für Anfänger

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Vorbildliche Einstellungsmöglichkeiten in einem Webhosting-Paket.

Wie viele Domains sind im Paket inklusive?

Es kann niemals schaden, mehr als nur eine einzige Domain im Webhosting-Paket inklusive zu haben. Während in den günstigsten Paketen meist nur eine Domain inklusive ist, so darf man in mittelpreisigen Angeboten bereits mindestens zwei Domains (meist einmal .de und einmal .net, .com oder ähnlich) erwarten. Wenn mehr als nur eine Domain inklusive ist, muss nicht bei Start eines neuen Projekts gleich wieder investiert werden.

Transparenz: Wieviel Kunden kommen auf einen Server?

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Es gibt Hosting-Pakete und Hosting-Pakete. Der eine Webhoster packt 200 Kunden (Webhosting-Pakete) auf einen Server, ein anderer nur 60 für denselben Preis. Den Unterschied spürst du in der Performance deiner Website. Um sicherzustellen, dass die Leistungen in guten Tarifen auch jederzeit zur Verfügung stehen und die Kunden-Webseiten schnell und zuverlässig ausgeliefert werden, hosten einige Anbieter besonders wenige Kunden je CPU-Kern und machen das auch transparent. Zusätzlich werden bei guten Providern sogenannte “Speed-Turbos” angeboten. Damit hat man in einem Webhosting-Paket die Möglichkeit, die Ladegeschwindigkeit optimal zu gestalten. Achte daher darauf, ob der Webhoster offen sagt, wie viele Kunden er auf einen Server packt.

4. – Wichtig: Guter Support

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Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass guter Support extrem wichtig ist. Ein Zeichen von hervorragendem Support ist es, wenn dieser gleich über mehrere Kanäle erbracht wird. Mein Provider bietet zum Beispiel Support in Form von E-Mails, eines 24/7 Ticketsystems, eines User-Forums und einer kostenlosen, telefonischen 0800-Support-Hotline an. Wenn ich einmal Support benötige, warte ich selbst bei Benutzung des Ticket-Systems nur maximal eine halbe Stunde auf qualifizierte Antwort.

Eine kurze Suche mit Google kann einen Eindruck davon verschaffen, wie qualifiziert ein Support arbeitet. Nutze diese Möglichkeit vor Abschluss eines Pakets.

5. – WordPress soll eingesetzt werden

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Du möchtest einen Weblog oder eine Business-Webseite mit WordPress erstellen und hast keinerlei Programmier-Kenntnisse? WordPress wäre dann das richtige CMS für dich, da frische Themes und Tausende von Erweiterungen (Plugins) vorhanden sind. Als Nutzer von WordPress brauchst du schon mal keinerlei Programmier-Kenntnisse für den Betrieb. Die Installations-Voraussetzungen sind nicht allzu hoch, so dass nicht allzuviel Geld in ein Hosting-Paket investiert werden muss. Um ein benötigtes Paket besser einschätzen zu können, erfragst du bei den jeweiligen Providern, ob ein 32- oder 64-Bit Betriebssystem auf den Servern eingesetzt wird. Denn erfahrungsgemäß verbraucht WordPress auf einem 64Bit-Betriebssystem mehr Arbeitsspeicher. Das muss also in die Kalkulation einfliessen.

Meiner Erfahrung nach läuft WordPress hervorragend auf einem System mit 96MB Memory Limit. Dann gibt es auch noch Reserven für umfangreiche Themes und etliche Plugins.

Ein perfekt auf WordPress zugeschnittenes Webhosting-Paket sollte bei Abschluss eines 24-monatigen Vertrags (lange Laufzeiten sind günstiger als kurze) nicht mehr als 3,99 Euro im Monat kosten. Dafür bekommst du dann ausreichend Arbeitsspeicher, meist um die 10 Datenbanken, eine Traffic-Flatrate, mehr als ausreichend Speicherplatz, PHP 5.6 und alles andere, was man so brauchen kann.

6. – Webhosting für Typo3

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Typo3 stellt mehr Anforderungen an ein Webhosting-Paket als Content Management Software wie WordPress oder Contao. Die für die neueste Version von Typo3 (Version 7) wichtigsten empfohlenen Voraussetzungen sind:

  • Apache mit mod_expires und mod_rewrite aktiviert
  • MySQL 5.5 oder neuer
  • GraphicsMagick oder ImageMagick v6 oder neuer auf dem Server installiert
  • PHP
    • Version 5.5 oder neuer
    • memory_limit auf mindestens 128M gesetzt
    • max_execution_time auf 240 Sekunden gesetzt

Ein für den Betrieb von Typo3 ausreichendes Webhosting-Paket solltest du bereits ab 9,99 Euro im Monat bei einer vereinbarten Laufzeit von 24 Monaten bekommen.

Fazit

Nach der Lektüre unseres großen Ratgebers sollte es dir leicht fallen, den passenden Webhoster zu finden und dich vor Enttäuschungen zu schützen. Immerhin gibt man bei manchem Hoster mehr Geld aus, als eigentlich für die Leistung angemessen wäre. Vergleiche daher immer gut und gib im Zweifel ruhig etwas mehr Geld aus. Das aber nur, wenn du nach umfangreichen Nachforschungen im Internet festgestellt hast, dass der ausgewählte Provider sehr gut von seinen Kunden bewertet wird. Deine Nerven werden es dir danken. Ebenso danken werden es deine Nerven, wenn du schon im ersten Schritt sauber den Bedarf ermittelt hast. Lies also im Zweifel nochmal ganz oben unter Webspace, Server oder Homepage-Baukasten nach. Sicherlich macht es dich auf Dauer nicht glücklicher, wenn du statt eines ausreichenden Baukastens, einen vollwertigen Server gewählt hast.

Links zum Beitrag

(dpe)

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Unter der Bezeichnung "Redaktion Dr. Web" findest du Beiträge, die von mehreren Autorinnen und Autoren kollaborativ erstellt wurden. Auch Beiträge von Gastautoren sind hier zu finden. Beachte dann bitte die zusätzlichen Informationen zum Autor oder zur Autorin im Beitrag selbst.

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ati
Gast

Vor ca. 15 Jahren habe ich beschlossen, mir einen Hoster mit besserem Support zu suchen. Papier ist geduldig, die Funktionen und die Versprechen waren überall ähnlich bis gleich. Als ich bei einem Anbieter Fotos vom Team entdeckte, war die Sache klar: Langhaarige Typen, echte Nerds – wie ich! ;-) Bin dort noch immer Kunde …

Dieter Petereit
Dr. Web

Lange Haare sind mir schon seit Anfang der Neunziger nicht mehr vergönnt. Ziehe da aber bitte keine falschen Schlüsse draus ;-)

Jack Beauregard
Gast
Eine schöne Anleitung, wenn auch etwas zu sehr WordPress-lastig. WordPress geeigneten Webspace bekommt man ja teilweise nachgeworfen (ich weiss, Spreu und Weizen), aber da wo WordPress an und für sich gut läuft, fängt u.U. das drangeflanschte WooCommerce oder BuddyPress an zu ruckeln. Der Verweis auf Typo3 ist okay, ich hätte noch mit Drupal, Magento und Co. weitergemacht. Hier hätte ich mir noch ein wenig mehr an Hardware-Betrachtung gewünscht. SSD Speicher, eingesetzte Server oder auch alternative Webserver wie Nginx. Ansonsten mal eine hilfreiche Handreichung, die zudem mal die Wichtigkeit eines guten und vor allem kompetenten Supports hervorhebt. Und ganz uneigennützig werfe… Read more »
Ania
Gast

Auch wenn mehrere Autor*innen an einem Beitrag arbeiten, kann und sollte man sich einigen, ob die Leser*innen gesiezt oder geduzt werden sollen. Es stört den Lesefluss und lenkt vom Inhalt ab, wenn man über solche “Nebensächlichkeiten” stolpert.

Marie-Luise Orland
Gast

Ein Wechsel zwischen siezen und duzen ist mir beim lesen des Artikels nicht aufgefallen. Dafür ist dein Kommentar dank der Sternchen kaum lesbar.

Dieter Petereit
Dr. Web

Ania hat Recht. Ich habe an zwei Stellen das Sie übersehen und nicht zu einem Du geändert. Auch wenn das bei einem Artikel mit 2.600 Wörtern nicht ganz unverständlich ist, sollte das aber dennoch nicht passieren. Jetzt ist das Malheur natürlich behoben ;-)

Dieter Petereit
Dr. Web

Sollte mir da beim Angleichen einer durchgegangen sein? Da bitte ich aber vielmals um Entschuldigung und hoffe, diese meinerseits völllig unbeabsichtigte Beeinträchtigung deines Wohlbefindens hat sich inzwischen wieder gelegt.

Peter N.
Gast

Seit der Übernahme von MySQL AB von Sun durch Oracle steht das Datenbanksystem immer häufiger in der Kritik. Der Unterschied zwischen der freien und kommerziellen Version von MySQL wird immer gravierender (Quelle: Wikipedia).

Da wundert es, wenn MySQL hier überhaupt noch Erwähnung findet.

Dieter Petereit
Dr. Web

Hm. Das wundert mich, dass dich das wundert. Denn, wenn ich mich in der gängigen Infrastruktur so umsehe, dann sehe ich nichts anderes. Natürlich gibt es Alternativen. Nur welche Alltagsrelevanz haben die derzeit?

Uvi
Gast

Das Thema Datenschutz fehlt mir in dem Beitrag. Der Vorteil von deutschen Providern ist nicht nur der Gerichtsstand, sondern das in der Regel die Server auch in Deutschland stehen und damit auch etwaige Nutzerdaten hier verbleiben.

Ansonsten sehr ausführlicher, guter Beitrag. Hätte man vielleicht noch mit einer Checkliste im PDF-Format abrunden können.

Karl Marx
Gast

Was nicht immer ein Vorteil sein muss.. aber, da stimme ich zu, es oft ist

Karl Marx
Gast

War bezogen auf den Standort faktor

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