Google Sites: Visueller Homepage-Baukasten mit limitierten Möglichkeiten

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Google Sites liegt ganz frisch in deutlich renovierter Form vor und bildet einen integralen Bestandteil der neuerdings “G Suite” genannten Google Apps-Umgebung. Vor Jahren baute ich die ein oder andere Intranet-Seite mit der Vorversion des Tools. Überzeugend war das nicht. Wie sieht es heutzutage aus?

Kleine Änderung macht Google Sites für die meisten Menschen nutzlos

Die aktuelle Version des Sitebuilders Google Sites richtet sich stärker als bisher an eine klare Zielgruppe, nämlich die Anwender der “G Suite”. Und in dieser Konstellation erfüllt Google Sites eine ganz klare Aufgabe. Es verbindet nämlich die einzelnen Dienste zu einem Ganzen und macht die Informationshappen, die in unterschiedlichen Services schlummern zentral zugänglich – dazu gleich mehr.

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Was mit Google Sites früher ging, jetzt aber nicht mehr möglich ist, ist jede Form von transaktionsorientierter Außendarstellung. Angenommen, du betreibst ein kleines Business, willst aber kein Geld fürs Hosting ausgeben und kommst mit der Google-Philosophie ansonsten gut klar. Dann konntest du in der bisherigen Version etwa erforderliche Buttons für z.B. Paypal und andere Aktionen über den HTML-Editor in Google Sites verankern. Deine generierte Website bot damit moderne Möglichkeiten der Interaktion. Viele gemeinnützige Einrichtungen nutzten diese Möglichkeiten, um etwa Spenden einzusammeln oder ähnliches.

Die neue Version bietet diese Möglichkeiten nicht mehr. Zwar kannst du auch aktuell den HTML-Code direkt bearbeiten, allerdings schmeißt Google sämtliche programmatischen Elemente automatisiert aus dem Code heraus. Schon das Einbinden eines Facebook-Buttons ist nicht möglich. Verständlich ist das schon, denn natürlich ist auf diese Weise schnell mal Schadcode verbreitet. Dem ist jetzt ein Riegel vorgeschoben.

Damit verliert Google Sites für jedermann, der nicht zur Zielgruppe im engeren Sinne gehört, also kein “G Suite”-Nutzer ist, seinen Wert.

Google Sites: Die Zielgruppe darf sich über komfortable Möglichkeiten freuen

Benutzt dein Unternehmen indes ohnehin schon die volle Palette der “G Suite”, dann ist die Verwendung von Google Sites ein logischer Schritt, der die Informationsverfügbarkeit nochmal deutlich erhöht. Schau dir dieses kurze Video an und dir wird sofort klar, was ich meine:

Google Sites bietet eine tiefgreifende Integration mit den anderen Diensten. Du baust Google Docs, Tabellen, Präsentationen, Karten, Videos aus YouTube, Fotos aus Google+ und sogar Hangouts, sowie Google Apps Scripts im Handumdrehen ein und stellst auf diese Weise Informationen in einen Zusammenhang, der so ansonsten ohne weiteres nicht erkennbar gewesen wäre. Im Intranet ist das eine Wucht. Die Beispiele aus dem Video sind dabei ja nicht aus der Luft gegriffen.

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Passend dazu kannst du mit der neuen Version mehrere Personen des Teams als Editoren bestimmen. Diese bearbeiten dann die Seiten kollaborativ mit der gleichen Technik, die auch Google Docs antreibt.

Mit sechs neuen, modernen Themes startet Google Sites in die Welt des responsiven Webdesigns. Eine entsprechende Preview im modernen Editor, der sich an Material Design-Richtlinien orientiert, sorgt dafür, dass du stets im Blick hast, wie deine Inhalte auf Smartphones oder anderen mobilen Geräten aussehen werden.

Fazit: Alte Zöpfe abgeschnitten, Zielgruppe glasklar fokussiert. Gehörst du dazu, wird Google Sites dich funktional überzeugen, gehörst du nicht (mehr) dazu, such dir ein anderes Tool.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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Clemens Lotze
Gast

Soweit ich es verstanden habe, ist Google Sites nicht als Homepage-Baukasten gedacht.
Ziel ist es eine Möglichkeit der Präsentation zu schaffen, die in die Google-Welt integriert ist und einen Mehrwert bietet.
Dies ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen – “Wenn man mit der Google Philosophie ansonsten gut klar kommt.”

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