Google schmeisst Apps ohne Datenschutzerklärung raus

Krunoslav Kopp

Krunoslav S. Kopp hat Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft studiert. Nach seiner Tätigkeit als...

Kaum eine Website, kaum ein Online-Shop kommt heutzutage mehr ohne Datenschutzerklärung daher. Das ist umso bedeutsamer, weil sich Gerichtsurteile häufen, die in datenschutzrechtlichen Bestimmungen sog. Marktverhaltensregeln sehen. Und das wiederum bedeutet, dass ein Rechtsrisiko besteht, wegen fehlender oder fehlerhafter Datenschutzerklärung abgemahnt zu werden. Das gilt genauso für Apps, denn die sind im Rechtssinne nichts anders zu behandeln. Nur hat sich das noch nicht herumgesprochen.Tatsache ist aber, dass Datenschutzhinweise vor allem in Apps zu integrieren sind, die persönliche Daten verarbeiten. Dem trägt Google nun Rechnung und fordert Entwickler auf, bis zum 15.03.2017 zu reagieren und eine Privacy Policy zu veröffentlichen. Andernfalls droht Google mit Verbannung aus dem Play Store.

Google plant Apps ohne Datenschutzerklärung aus dem Play Store zu löschen

“If your app requests user data or makes sensitive permissions requests such as Phone, Accounts, Contacts, Camera, or Microphone“, schreibt Google, ist in leicht verfügbarer Weise offenzulegen, welche Nutzerdaten gseammelt und wie sie verarbeitet werden. Google verlangt zudem, valide Informationen in dem dafür vorgesehen Feld in der Google Play Developer Console und in der über den Play Store angebotenen App selbst zu hinterlegen. Greift die App auf persönliche oder vertrauliche Daten zu, müssen Entwickler die Daten zudem vor unerlaubten Zugriffen schützen und Datenübertragungen verschlüsseln.

Der Vorstoß von Google ist zwar für Entwickler mit Arbeit verbunden. Die ist aber überschaubar, und die Forderung von Google nicht nur daher nachvollziehbar. Microsoft unternahm einen vergleichbaren Schritt bereits im vergangenen Jahr und bereinigte den Windows Store um etliche Anwendungen, die als ungepflegte App-Leichen dort herumlagen. Der einfachste Weg, die Anforderungen einzuhalten ist, eine Datenschutzerklärung zu formulieren. Das ist kein Hexenwerk, und durch einfaches googeln sind hunderte Seite von Juristen und Datenschutzbeauftragten zu erreichen, die allerlei wertvolle Hinweise zum Thema genauso anbieten wie fertige Textbausteine.

Profitieren werden am Ende Nutzer, aber auch Entwickler, die sich dadurch einen Vertrauensvorsprung verschaffen. Außerdem werden aller Voraussicht nach etliche Leichen aus dem Play Store verschwinden, und das erleichtert es, die Apps aufzufinden, die sorgsam gepflegt und den aktuellen Anforderungen angepasst werden. Und davon haben alle Beteiligten etwas.

Krunoslav Kopp

Krunoslav S. Kopp hat Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft studiert. Nach seiner Tätigkeit als Referent eines Mitglieds des Europäischen Parlaments in Straßburg und Brüssel wechselte er in den Beruf des Rechtsanwalts und vertritt seither Unternehmen und Freiberufler hauptsächlich in Angelegenheiten des IT-Rechts, Medienrechts, Urheberrechts, Markenrechts und Wettbewerbsrechts. Er berät zudem bei Unternehmensgründungen, vor allem in den Bereichen IT, eCommerce, Kommunikation, Werbung und Event. Er bloggt zu Rechtsthemen unter Digitalrecht.net.

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1 Kommentar auf "Google schmeisst Apps ohne Datenschutzerklärung raus"

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Gast

Ohne Datenschutzerklärung ist es gefährlich zu arbeiten. Auch im Unternehmen. Danke für den wichtigen Beitrag!

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