Google Analytics für Einsteiger, Teil 7: Einführung in den Google Tag Manager

Google Analytics für Einsteiger, Teil 7

Christian Ebernickel

Christian Ebernickel ist Spezialist für Webanalyse und datengetriebenes Online Marketing. Er berät...

In den letzten sechs Teilen dieser Artikelserie haben wir uns vor allem mit der Konfiguration von Google Analytics auseinandergesetzt. Doch inzwischen wird der Google Tag Manager immer häufiger in einem Atemzug mit Google Analytics genannt. Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Google Tag Manager? Und warum sollte man sich mit ihm beschäftigen, wenn wir hier doch eigentlich von Google Analytics sprechen?
In diesem Artikel zeige ich euch, warum Google Analytics und der Google Tag Manager so ein starkes Team sind. Als Praxisbeispiel realisieren wir ein Tracking des in WordPress so beliebten Contact Form 7-Kontaktformulars.

Google Analytics für Einsteiger, Teil 7

Google Analytics für Einsteiger, Teil 7

Einführung in der Google Tag Manager

Für viele ist der Google Tag Manager noch immer Neuland, dabei ist das Tool schon seit fast fünf Jahren verfügbar. Doch erst jetzt wird der Tag Manager in der Breite sichtbar und in mehr und mehr Projekten eingesetzt. Übrigens aus gutem Grund: Denn mit dem Tag Manager lassen sich unterschiedlichste Tracking-Szenarien flexibel und mit geringem Programmieraufwand umsetzen.

Es wird also höchste Zeit, dass wir einen genaueren Blick auf den Tag Manager werfen.

 

1. Was ist der Google Tag Manager?

Der Name sagt es schon: Der Tag Manager ist ein Werkzeug zur Verwaltung der Tags bzw. Code-Snippets, die für das Tracking auf Websites benutzt werden. Der Google Tag Manager ist nicht auf Google Anwendungen wie zum Beispiel Analytics, AdWords, Optimize, etc. beschränkt. Ihr könnt mit ihm auch viele Tags von Drittanbietern wie etwa Twitter und Criteo einbinden. Benutzerdefinierte HTML-Tags erlauben zudem die Einbindung beliebiger weiterer Tracking-Tags oder JavaScript-Funktionen. Mit anderen Worten: Der Tag Manager ist ein offenes System von hoher Flexibilität, mit dem ihr sehr genau steuern könnt, welche Code-Snippets auf eurer Website ausgespielt werden sollen.

Google Tag Manager: Administrationsoberfläche

Google Tag Manager: Administrationsoberfläche

 

2. Vorteile des Google Tag Managers

Der Tag Manager bringt Übersicht in eure Tracking-Tags. Gerade auf Websites, die schon ein wenig länger online sind, entsteht im Laufe der Zeit häufig ein Wildwuchs verschiedenster Tracking-Codes. Wenn man Glück hat, wurden die eingebundenen Tracking-Codes dokumentiert, so dass man nachvollziehen kann, in welchen Bereichen der Website welche Codes zu welchem Zweck genutzt werden.

Meistens jedoch hat man kein Glück: Dann finden sich auf einer Website noch Tracking-Codes von Werbepartnern, mit denen schon seit Jahren nicht mehr zusammengearbeitet wird. Hingegen fehlen in Teilbereichen der Website einzelne Tracking-Codes, deren Daten man gut gebrauchen könnte. Noch fataler ist ein Relaunch der Website: Dann gehen häufig Tracking-Codes verloren, weil sie nirgendwo dokumentiert waren.  In der Folge wird eine Website manchmal wochenlang ohne Trackings betrieben.

Kennst du unser E-Book-Bundle? Spare jetzt 6,99 €!

E-Book Bundle von Andreas Hecht

Mit dem Google Tag Manager bekommt ihr endlich Ordnung und Übersicht in eure Tracking-Codes. Denn der Tag Manager ist die zentrale Schaltstelle, um Tags zu verwalten, zu konfigurieren und auf eurer Website auszuspielen. So habt ihr jederzeit den Überblick über eure Trackings.

Ein wichtiges Merkmal des Tag Managers ist sein sogenanntes Container-Tag, das von euch dynamisch mit verschiedensten Tracking-Tags gefüllt werden kann. Dieser Ansatz hat für euch einen großen Vorteil: Für die meisten Trackings reicht es nämlich aus, die beiden Code-Snippets des Container-Tags auf eurer Website zu implementieren. Die Trackings selber konfiguriert ihr dann im Tag Manager und legt fest, unter welchen Bedingungen, sie über das Container-Tag auf eurer Website ausgespielt werden sollen. Das Container-Tag ersetzt also alle manuell integrierten Tags.

Auf diese Weise könnt ihr zusätzliche Tracking-Tags auf eurer Website ausspielen, ohne in den Code eurer Website eingreifen zu müssen. Ihr fügt ein neues Tag einfach in den Container des Tag Managers hinzu und veröffentlicht die Änderung. Anschließend enthält das Container-Tag auf eurer Website das neue Tracking-Tag.

Doch das ist nicht alles, denn der Tag Manager geht noch einen Schritt weiter: Er ermöglicht euch, Funktion und Verhalten der Tracking-Tags regelbasiert festzulegen. Ihr könnt über den Tag Manager steuern, wann zum Beispiel ein Google Analytics Tag ausgelöst werden soll (etwa bei einem Pageview oder beim Absenden eines Formulars). Ferner könnt ihr definieren, welche Daten das Tag an Google Analytics (oder Facebook, Twitter, etc.) übermitteln soll. Dies macht den Tag Manager enorm anpassungsfähig und in den meisten Fällen könnt ihr diese Regeln ohne zusätzlichen Programmieraufwand auf eurer Website umsetzen. Es gibt einige Situationen, in denen ihr zusätzlichen Code auf euren Webseiten benötigen werdet, doch dazu mehr im Abschnitt Data Layer.

Auf einen Blick: Die Vorteile des Google Tag Managers

  • Auf der Website muss nur noch ein Code-Snippet eingebunden werden
  • Zentrale Verwaltung aller Tracking-Tags
  • Änderungen an den Trackings sind durch integrierte Versionsverwaltung jederzeit nachvollziehbar
  • Die Realisierung zusätzlicher Trackings ist in den meisten Fällen ohne Eingriff in den Code der Website möglich
  • Tools wie der Vorschaumodus und der Tag Assistant erleichtern das Testing und Debugging

 

3. Die Tag Manager Basics

Bevor wir mit den Praxisbeispielen starten, möchte ich euch kurz noch einige Begriffe erklären, die euch bei der Arbeit mit dem Tag Manager immer wieder begegnen werden: Tags, Trigger, Variablen und der Data Layer. Was verbirgt sich dahinter?

 

3.1 Tags

Google Tag Manager: Tags

Google Tag Manager: Tags

Hinter den Tags verbergen sich die kleinen Code-Snippets, die über den Tag Manager auf eurer Website ausgespielt werden. Meist werden Tags verwendet, um Daten über die Nutzung eurer Website an Dritte zu senden. Der Tag Manager bietet euch derzeit über 50 Tags verschiedenster Anbieter, darunter natürlich auch das Universal Analytics-Tag, um Daten an Google Analytics zu senden und das AdWords-Conversion-Tracking-Tag, mit dem Informationen über Conversions an euer AdWords-Konto gesendet werden können. Ergänzend dazu könnt ihr mit Hilfe der benutzerdefinierten Tags beliebige Code-Snippets in das Container-Tag einfügen.

Mehr Informationen zu Tags: https://support.google.com/tagmanager/answer/3281060?hl=de

In der Konfiguration des Tags wird festgelegt, welche Daten das Tag erfassen und senden soll. Damit ist jedoch nicht definiert, wann das Tag eigentlich ausgelöst wird, z.B. durch einen Pageview oder ein abgeschicktes Kontaktformular. Deshalb benötigt ihr zusätzlich ihr noch eine Steuerung, die das Tag genau dann auslöst, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Zu diesem Zweck verknüpfen wir jedes Tag mit einem sogenannten Trigger.

 

3.2 Trigger

Google Tag Manager: Trigger

Google Tag Manager: Trigger

Mit Hilfe des Triggers beschreiben wir die Bedingung, unter der ein bestimmtes Tag ausgelöst werden soll. Einige Beispiel für solche Bedingungen:

Löse ein Tag aus,

  • wenn eine Seite aufgerufen wurde.
  • wenn ein Kontaktformular abgesendet wurde.
  • wenn eine PDF-Datei heruntergeladen wurde.
  • wenn ein Besucher bis zum Ende der Seite gescrollt hat.
  • wenn auf einen Social Sharing Button geklickt wurde.
  • wenn sich ein Besucher für den Newsletter angemeldet hat.
  • wenn eine Bestellung aufgegeben wurde.

Wie auch immer die Bedingung lautet: Der Trigger wird mit einem Tag verknüpft und steuert, ob das Tag Daten senden darf. Der Trigger ist für das Tag also so etwas wie eine Ampel: Solange die Triggerbedingung nicht erfüllt ist, gibt der Trigger dem Tag ein rotes Signal: Das Tag wird nicht ausgelöst und sendet keine Daten. Wird die Bedingung erfüllt – zum Beispiel durch ein abgeschicktes Kontaktformular  – gibt der Trigger das Tag frei, und das Tag sendet Daten.

Ein Trigger kann mit mehreren Tags verknüpft werden. Dann würden beim Erfüllen der Trigger-Bedingung mehrere Tags auf einmal ausgelöst werden. Umgekehrt wird ein Tag, das mit keinem Trigger verknüpft wurde, niemals Daten senden. Ein Tag muss immer von einem Trigger ausgelöst werden, um aktiv zu werden.

Weitere Informationen zu Triggern: https://support.google.com/tagmanager/answer/6106961?hl=de

 

3.3 Variablen

Google Tag Manager: Variablen

Google Tag Manager: Variablen

Variablen sind im Google Tag Manager allgegenwärtig. Ihr werdet sie in der Regel immer dann brauchen, wenn ihr Tags und Trigger einrichtet. In einer Variablen werden Informationen abgelegt, die ihr z.B. in einem Trigger zum Überprüfen einer Bedingung nutzen könnt. Häufig wird der Inhalt von Variablen auch mit Hilfe eines Tags zum Beispiel an Google Analytics gesendet.

Es gibt im Google Tag Manager eine Vielzahl sogenannter integrierter Variablen:

  • Page URL: Die URL der aufgerufenen Seite
  • Click ID: Die ID des angeklickten Elementes
  • Referrer: Die Verweis-URL der aufgerufenen Seite
  • und noch viele mehr…

Weitere Informationen zu  integrierten Variablen: https://support.google.com/tagmanager/answer/7182738?hl=de

Zusätzlich könnt ihr eigene Variablen definieren. Sie erlauben euch den Zugriff auf weitere Informationen, wie zum Beispiel auf das Protokoll der angeklickten URL, den Seitentitel der aufgerufenen Seite und noch vieles mehr. Ihr könnt sogar JavaScript-Funktionen nutzen, z.B. um den Dateityp einer heruntergeladenen Datei zu bestimmen oder einen Cookie zu platzieren.  Mehr Informationen zu benutzerdefinierten Variablen findet ihr hier: https://support.google.com/tagmanager/answer/6106899

 

3.4 Data Layer

Eine weitere wichtige Komponente des Google Tag Managers ist der sogenannte Data Layer, häufig auch Datenschicht genannt. Vereinfacht könnte man sagen, dass der Data Layer immer dann zum Einsatz kommt, wenn ihr zusätzliche Informationen der Website oder über den Besucher bzw. sein Verhalten an den Tag Manager übertragen möchtet.

Beispiele:

  • Wichtige Nutzerinteraktionen, die keinen neuen Seitenaufruf auslösen, z.B. das Absenden eines Kontaktformulars, das mit AJAX realisiert wurde.
  • Detaillierte Informationen über E-Commerce-Transaktionen, z.B. Transaktions-IDs, Bestellwert, Warenkorbinhalt, usw.
  • Der Status eines Besuchers eurer Website, z.B. eingeloggt/nicht eingeloggt, oder Erstbesteller / Vielbesteller / Premiumkunde.
  • Der Preis des Produktes, das ein Besucher gerade anschaut.

In solchen Fällen benötigt ihr auf eurer Website ein wenig zusätzlichen JavaScript-Code, der die gewünschten Informationen in den Data Layer schreibt. Im Tag Manager könnt ihr diese Informationen ganz einfach aus dem Data Layer herauslesen und in dafür vorgesehenen Variablen speichern.  Anschließend lassen sich diese Variablen in Tags und Triggern weiterverwenden.

Das folgende Praxisbeispiel zeigt einen einfachen Anwendungsfall für den Data Layer: Wir tracken das Absenden des beliebten WordPress-Kontaktformulars Contact Form 7.

Mehr zum Data Layer:

 

4. Praxisbeispiel: Tracking eines Contact Form 7-Kontaktformulars in WordPress

WordPress hat eine enorm hohe Verbreitung und wer auf seiner WordPress-Seite ein Kontaktformular integrieren möchte, greift häufig zu dem Plugin Contact Form 7. Deshalb zeige ich euch im folgenden Beispiel, wie ihr ein Tracking für ein Kontaktformular einrichtet, das mit Contact Form 7 umgesetzt wurde.

Voraussetzungen, damit ihr die Beispiele nachvollziehen könnt;

  1. Ihr besitzt ein Tag Manager Konto (https://tagmanager.google.com/?hl=de).
  2. Die Code-Snippets für das Container-Tag habt ihr auf eurer Website integriert.
  3. Das Tracking für Seitenaufrufe ist bereits eingerichtet.

Keine Sorge, wenn ihr ganz neu mit dem Google Tag Manager einsteigt, findet ihr in Teil 1 dieser Artikelserie eine genaue Anleitung für diese ersten drei Schritte: Einbindung des Tracking-Codes mit dem Google Tag Manager.

 

Los geht’s: Tracking für das Kontaktformular einrichten

Contact Form 7 ist eines der beliebtesten WordPress-Plugins. Es bietet ein einfach konfigurierbares Kontaktformular, das sich leicht in WordPress-Seiten integrieren lässt. Doch wie könnt ihr mit Google Analytics tracken, ob ein Besucher eurer Website das Formular erfolgreich abgeschickt hat?

In Teil 4 Conversion Tracking haben wir bereits einmal ein Zielvorhaben für ein Kontaktformular eingerichtet. Die Voraussetzung war allerdings, dass nach dem Absenden des Formulars eine eindeutige Seite, z.B. /danke-fuer-ihre-anfrage.php, aufgerufen wird.

Mit Contact Form 7 funktioniert dieser Ansatz leider nicht, weil nach dem erfolgreichen Absenden des Formulars normalerweise keine neue Seite geladen wird, sondern auf der aktuellen Seite lediglich eine Meldung wie „Vielen Dank für Ihre Nachricht.“ ausgegeben wird.

Contact Form 7 ermöglicht uns aber auf einfache Weise, ein benutzerdefiniertes Ereignis in den Data Layer des Tag Managers zu senden. Im Tag Manager definieren wir einen Trigger, der von diesem Ereignis ausgelöst wird. Der Trigger wiederum steuert ein Tag an, mit dem wir ein Ereignis an Google Analytics senden.

Die einzelnen Schritte noch einmal im Überblick:

  1. Aus Contact Form 7 heraus senden wir ein benutzerdefiniertes Ereignis in den Data Layer des Tag Managers.
  2. Im Tag Manager definieren wir einen Trigger, der von diesem benutzerdefinierten Ereignis ausgelöst wird.
  3. Und zuletzt legen wir im Tag Manager ein Tag an, das ein Ereignis an Google Analytics sendet, wenn der Trigger ausgelöst wurde.

Klingt kompliziert? Es ist viel einfacher, als es aussieht. Jeden Schritt erkläre ich nun ausführlich.

Schritt 1: Aus Contact Form 7 heraus ein Ereignis senden

Wählt im Admin-Bereich von WordPress das entsprechende Contact Form 7 Kontaktformular aus und selektiert den Tab Zusätzliche Einstellungen.

Contact Form 7: Zusätzliche Einstellungen

Schritt 1: Contact Form 7 – Zusätzliche Einstellungen

Tragt in das Textfeld folgenden Code ein:

on_sent_ok: "dataLayer.push({'event':'kontaktformular-abgeschickt'});"

Wenn das Kontaktformular erfolgreich abgeschickt wurde, wird der JavaScript-Code “dataLayer.push …” ausgeführt. Mit ihm wird an den Data Layer des Google Tag Managers ein Event mit dem Namen “kontaktformular-abgeschickt” gesendet.

Mehr Information hier: https://developers.google.com/tag-manager/devguide#events

Das ist bereits alles, was wir im Kontaktformular erweitern müssen. Nun geht es im Tag Manager weiter.

 

Schritt 2: Trigger im Tag Manager definieren

Klickt im Arbeitsbereich eures Tag Managers auf Trigger und dann auf NEU.

Schritt 2: Google Tag Manager, Trigger hinzufügen 1/2

Schritt 2: Google Tag Manager, Trigger hinzufügen 1/2

 

Es öffnet sich ein Fenster, in dem nun der Trigger definiert wird:

Schritt 2: Google Tag Manager, Trigger hinzufügen 2/2

Schritt 2: Google Tag Manager, Trigger hinzufügen 2/2

  1. Der Trigger erhält den Namen Kontaktformular abgeschickt.
  2. Der Typ des Triggers ist Benutzerdefiniertes Ereignis.
  3. Der Ereignisname lautet kontaktformular-abgeschickt. Das ist genau der Name des Ereignisses, das wir über das Kontaktformular an den Data Layer senden.
  4. Im Abschnitt Diesen Trigger auslösen bei: wählen wir Alle benutzerdefnierten Ereignisse Das bedeutet, dass dieser Trigger immer ausgelöst wird, wenn ein Ereignis mit dem Namen kontaktformular-abgeschickt auftritt.
  5. Abspeichern, und der Trigger ist bereit.

Im nächsten Schritt wird das Tag eingerichtet.

 

Schritt 3: Tag anlegen und mit dem Trigger verbinden

Klickt im Arbeitsbereich eures Tag Managers auf Tags und dann auf NEU.

Schritt 3: Google Tag Manager, Tag hinzufügen 1/3

Schritt 3: Google Tag Manager, Tag hinzufügen 1/3

 

Im folgenden Fenster wird das Tag definiert, mit dem das erfolgreiche Abschicken des Kontaktformulars an Google Analytics gemeldet wird:

Schritt 3: Google Tag Manager, Tag hinzufügen 2/3

Schritt 3: Google Tag Manager, Tag hinzufügen 2/3

  1. Das Tag erhält den Namen UA – Event – Kontaktformular abgeschickt. So kann man in der Tag-Liste schon anhand des Namens die Funktion des Tags erkennen.
  2. Wählt Universal Analytics als Tag-Typ
  3. Im nächsten Feld wird die Tracking-ID der Analytics Property eingetragen, in die die erfassten Daten gesendet werden sollen. Ich habe die Tracking-ID in der benutzerdefinierten Variablen UA Tracking-ID hinterlegt, so muss ich mir die Tracking-ID nicht merken. Ihr könnt die Tracking-ID natürlich auch direkt eingegeben.
  4. Der Erfassungstyp wird auf Ereignis geändert.
  5. In das Feld Kategorie wird Kontaktformular eingetragen. Unter dieser Kategorie könnt ihr das Ereignis später in Google Analytics finden.
  6. In das Feld Aktion wird E-Mail Kontaktaufnahme (bestätigt) eingetragen.Optional: Am Ende des Feldes Aktion habe ich den Zusatz (bestätigt) eingetragen, weil wir bei einem Kontaktformular das erfolgreiche Absenden überprüfen können. Im Gegensatz dazu wären Klicks auf mailto-Links unbestätigte Kontaktaufnahmen, weil wir nicht erkennen können, ob vom Besucher tatsächlich eine E-Mail verschickt wurde.
Schritt 3: Google Tag Manager, Tag hinzufügen 3/3

Schritt 3: Google Tag Manager, Tag hinzufügen 3/3

  1. Unter Weitere Einstellungen >> Festzulegende Felder wird anonymizeIp ausgewählt und auf true gesetzt, um die Anforderungen des Datenschutzes zu berücksichtigen.
  2. Schließlich muss nur noch der Trigger ausgewählt werden, der das Tag auslösen soll. Wählt den eben angelegten Trigger Kontaktformular abgeschickt
  3. Abspeichern, und das Tag ist fertig eingerichtet.

Nicht vergessen: Damit das neue Tag und der Trigger wirksam werden, müssen die Änderungen im Google Tag Manager veröffentlicht werden!

Geschafft! Ihr habt ihr ein Tracking für ein Kontaktformular vom Typ Contact Form 7 eingerichtet.

 

Wenn ihr jetzt in Google Analytics eure Ereignisberichte aufruft, sollten dort auch entsprechende Ereignisse erscheinen (sofern ein Besucher ein Kontaktformular abgeschickt hat):

Google Analytics: Kontaktformular abgeschickt

Google Analytics: Kontaktformular abgeschickt

Achtung: Änderungen in Contact Form 7, Version 4.7

Mit der Version 4.7 von Contact Form 7 wird empfohlen, nicht länger die Funktion on_sent_ok für das Einrichten von Trackings zu verwenden, weil diese bis Ende 2017 deaktiviert wird (mehr Infos hier). Stattdessen sendet Contact Form 7 nun ein DOM Event mit dem Namen wpcf7mailsent, wenn das Formular erfolgreich abgeschickt wurde (mehr Infos hier).

Das bedeutet, dass wir unser Tracking ein wenig umstellen müssen. Statt im ersten Schritt über die Funktion on_sent_ok ein Event in den Data Layer zu senden, benötigen wir nun einen EventListener der auf das Event wpcf7mailsent reagiert und dann in den Data Layer ein Event mit dem Namen ‘kontaktformular-abgeschickt’ sendet.

Der Rest unserer Trackings (Trigger und Tag im Tag Manager) bleibt unverändert. Wir ändern nur die Methode, mit der wir das Event in den Data Layer senden.

1. Event-Listener definieren

Um das DOM Event wpcf7mailsent abzufangen, benötigen wir einen eigenen Event-Listener:

<script>
 document.addEventListener( 'wpcf7mailsent', function( event ) {
     dataLayer.push({'event':'kontaktformular-abgeschickt'});
 }, false );
 </script>

Dieses Stückchen Code sendet in den Data Layer des Tag Managers ein Event mit dem Namen ‘kontaktformular-abgeschickt’, wenn ein DOM Event mit dem Namen wpcf7mailsent auftritt.

 

2. Event-Listener in die Website integrieren

Normalerweise müsstet ihr diesen Event-Listener in der Datei header.php eures WordPress Themes hinzufügen. Zur Veranschaulichung, was mit dem Google Tag Manager alles möglich ist, machen wir das hier einmal anders und spielen das Code-Snippet über ein benutzerdefiniertes HTML-Tag aus.

Trigger einrichten

Damit das Code-Snippet, das den Event-Listener enthält, nicht auf jeder Seite ausgespielt wird, benötigen wir einen speziellen Trigger. Dieser neue Trigger soll nur dann auslösen, wenn eine Seite aufgerufen wird, auf der sich ein Kontaktformular befindet.

Klickt im Arbeitsbereich eures Tag Managers auf Trigger und dann auf NEU.

Schritt 2: Google Tag Manager, Trigger hinzufügen 1/2

Google Tag Manager, Trigger hinzufügen 1/2

 

Es öffnet sich ein Fenster, in dem nun der Trigger definiert wird:

Google Tag Manager, Trigger hinzufügen 2/2

Google Tag Manager, Trigger hinzufügen 2/2

  1. Der Trigger erhältden Namen Aufruf der Kontaktseite.
  2. Der Typ des Triggers ist Seitenaufruf.
  3. Im Abschnitt Diesen Trigger auslösen bei: wählen wir Einige Seitenaufrufe aus, damit wir im nächsten Schritt festlegen können, bei welchen Seitenaufrufen dieser Trigger ausgelöst werden soll. Falls ihr auf allen Seiten eurer Website ein Kontaktformular integriert haben solltet, würdet ihr hier stattdessen Alle Seitenaufrufe auswählen.
  4. Nun wird die Bedingung definiert, unter der der Trigger auslösen soll. In diesem Beispiel habe ich als Bedingung Page Path ist gleich /kontakt/ Das bedeutet, dass der Trigger ausgelöst wird, wenn der Pfad der aufgerufenen Seiten gleich /kontakt/ ist. Der Pfad zu eurer Kontaktseite wird vermutlich anders lauten. Dann müsstet ihr die Bedingung entsprechend anpassen.
  5. Abspeichern, und der Trigger ist bereit.

 

HTML-Tag einrichten

Klickt im Arbeitsbereich eures Tag Managers auf Tags und dann auf NEU.

Schritt 3: Google Tag Manager, Tag hinzufügen 1/3

Google Tag Manager, HTML-Tag hinzufügen 1/2

 

Im folgenden Fenster wird das HTML-Tag definiert, das den Code für den Event-Listener enthält:

Google Tag Manager, HTML Tag hinzufügen 2/2

Google Tag Manager, HTML-Tag hinzufügen 2/2

  1. Das Tag erhält den Namen EventListener für Kontaktformular.
  2. Wählt Benutzerdefiniertes HTML als Tag-Typ
  3. Im nächsten Feld wird der Code für den Event-Listener eingetragen. Genau in dieser Form wird der Code dann auf der Website ausgespielt.
  4. Wählt den Trigger aus, der dieses HTML-Tag steuert. Wir selektieren den gerade neu angelegten Trigger Aufruf der Kontaktseite.
  5. Abspeichern.

Nicht vergessen: Damit die Änderungen auf eurer Website wirksam werden, müsst ihr Sie noch über den Tag Manager veröffentlichen.

Nun habt ihr auf eurer Website einen zusätzlichen Event-Listener integriert, ohne in den Code eingreifen zu müssen!

 

3. on_set_ok aus den Einstellungen des Kontaktformulars entfernen

Damit der neue EventListener korrekt funktioniert, solltet ihr den on_set_ok Eintrag aus den Einstellungen eures Kontaktformulars entfernen.

Contact Form 7: Eintrag in den zusätzliche Einstellungen löschen

Contact Form 7: Eintrag in den zusätzliche Einstellungen löschen

Das war es bereits: Mit diesen kleinen Änderungen habt ihr das Tracking des Contact Form 7 Kontaktformulars auf die neue Methode umgestellt.

 

Fazit

Der Google Tag Manager ermöglicht die zentrale Verwaltung eurer Tracking Tags und sorgt so für Ordnung und Überblick.  Durch die weitgehende Trennung zwischen Tracking-Logik und Tracking-Code ist er sehr flexibel und erlaubt Realisierung verschiedenster Trackings ohne direkt in den Code der Website eingreifen zu müssen.

In den nächsten Folgen dieser Serie lernt ihr den Tag Manager noch genauer kennen. Dann realisieren wir unter anderem ein Cross-Domain-Tracking sowie ein Download-Tracking mit dem Tag Manager.

Christian Ebernickel

Christian Ebernickel ist Spezialist für Webanalyse und datengetriebenes Online Marketing. Er berät Unternehmen im Einsatz von Google Analytics und Google Tag Manager. In seinem Webanalyse Blog stellt er erweiterte Tracking-Szenarien und Ansätze für die Entwicklung individueller Webanalysepläne vor.

Sortiert nach:   neueste | älteste | beste Bewertung
kai
Gast

Das ist doch mal sehr ausführlich. Hoffentlich funktioniert es noch so.

muh
Gast

funktioniert nicht.

wpDiscuz