Conversion Tracking: Google Analytics für Einsteiger, Teil 4

Google Analytics für Einsteiger, Teil 4

Christian Ebernickel

Christian Ebernickel ist Spezialist für Webanalyse und datengetriebenes Online Marketing. Er berät...

In Folge 4 befassen wir uns intensiver mit der Erfassung einzelner Nutzeraktionen in Google Analytics. Das Tracking von Conversions und Ereignissen ist eine der wichtigsten Funktionen von Google Analytics. Sie erlaubt die gezielte Auswertung einzelner Interaktionen auf eurer Website. Typische Aktionen, die mit Hilfe des Conversion- bzw. Ereignistrackings erfasst werden, sind aufgegebene Bestellungen in Online-Shops oder das Absenden eines Kontaktformulars (sog. Macro-Conversions). Das Conversion- bzw. Ereignistracking eignet sich aber auch für das Tracking sogenannter Micro-Conversions, wie etwa das Hinzufügen eines Produktes zum Warenkorb, die Scrolltiefe einzelner Seiten, Formulareingaben und vieles mehr. Doch unabhängig davon, ob ihr Macro- oder Micro-Conversions tracken möchtet, immer geht es um eine genauere Beurteilung, ob und wie Besucher mit eurer Website interagieren. Die gewonnenen Daten können sowohl für eine Verbesserung des Nutzererlebnisses auf Eurer Website als auch für die Aussteuerung Eurer Werbekampagnen genutzt werden.

Google Analytics für Einsteiger, Teil 4

Google Analytics für Einsteiger, Teil 4

Conversion- und Ereignistracking mit Google Analytics

In diesem Artikel erkläre ich, wie ein einfaches Conversion-Tracking mit Zielvorhaben eingerichtet wird. Außerdem lernt ihr die Unterschiede zwischen Zielvorhaben und E-Commerce-Transaktionen kennen. Abschließend stelle ich das Ereignistracking anhand eines Beispiels vor.

 

1 Conversion-Tracking mit Zielvorhaben einrichten

Wir starten ins Conversion-Tracking mit einem einfachen Beispiel. Angenommen, ihr möchtet erfassen, wie oft die Besucher eurer Website das Kontaktformular absenden. Für diese Interaktion richtet ihr ein Tracking ein, indem ihr das erfolgreiche Abschicken des Kontaktformulars als Zielvorhaben in Google Analytics definiert.

Hinweis: In diesem Beispiel gehen wir davon aus, dass der Besucher nach dem Absenden des Formulars auf eine Bestätigungsseite weitergeleitet wird. Häufig werden auf Websites auch AJAX-Formulare genutzt, die nach dem Absenden des Formulars keine neue Seite aufrufen, sondern die Bestätigungsmeldung auf der gleichen Seite ausgeben. Diese Formulare werden ein wenig anders getrackt. Wie das geht, zeige ich euch in einem späteren Artikel dieser Serie.

Wechselt in die Verwaltung eures Google Analytics Kontos und wählt die Property und Datenansicht aus, in der ihr ein neues Zielvorhaben anlegen möchtet:

Google Analytics: Zielvorhaben einrichten, Schritt 1

Google Analytics: Zielvorhaben einrichten, Schritt 1

Nachdem ihr den Eintrag Zielvorhaben ausgewählt habt, klickt ihr auf die rote Schaltfläche +Neues Zielvorhaben:

Google Analytics: Zielvorhaben einrichten, Schritt 2

Google Analytics: Zielvorhaben einrichten, Schritt 2

Nun wird das neue Zielvorhaben definiert. Ihr werdet in mehreren Einzelschritten durch die Einrichtung des Zielvorhabens geleitet. Im ersten Schritt könnt ihr auf eine Vorlage für häufig genutzte Zielvorhaben zurückgreifen oder ein “Benutzerdefiniertes Zielvorhaben” anlegen:

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Google Analytics: Zielvorhaben einrichten, Schritt 3

Google Analytics: Zielvorhaben einrichten, Schritt 3

Für unser Beispiel können wir auf eine Vorlage zurückgreifen. Wählt im Abschnitt Anfrage den Unterpunkt Kontakt aus und klickt dann auf Weiter. Auf der nächsten Seite wird die Zielbeschreibung eingerichtet:

Google Analytics: Zielvorhaben einrichten, Schritt 4

Google Analytics: Zielvorhaben einrichten, Schritt 4

  1. Zunächst benötigt das neue Zielvorhaben einen Namen, der eindeutig ist und den Zweck des Zielvorhabens sofort erkennen lassen sollte. Unter diesem Namen findet ihr das Zielvorhaben später in den Berichten von Google Analytics.
  2. Jedes Zielvorhaben erhält außerdem eine ID und wird einer Zielvorhabengruppe zugeordnet. Ähnliche Zielvorhaben solltet ihr nach Möglichkeit derselben Gruppe zuordnen, denn die Zielvorhabengruppen stehen euch später in den Berichten als Auswahlmöglichkeit zur Verfügung. Umgekehrt sollten Zielvorhaben, die wenig miteinander zu tun haben (z.B. “Bestellung aufgegeben” und “Aufenthaltsdauer > 5 min”), in getrennten Gruppen geführt werden.
  3. Gebt den Typ des Zielvorhabens an: Wenn nach dem Absenden des Kontaktformulars eine Dankeseite mit einer eindeutigen URL erscheint, lautet der Typ Ziel. Sollte die URL der Dankeseite nicht eindeutig sein, ist sie für die Definition des Zielvorhabens nicht geeignet, weil ihr dann auch Conversions erfassen könntet, ohne dass das Kontaktformular abgesendet wurde.
  4. Klickt auf Weiter, um zum letzten Schritt zu gelangen.

Nun legen wir die letzten Details fest:

Google Analytics: Zielvorhaben einrichten, Schritt 5

Google Analytics: Zielvorhaben einrichten, Schritt 5

  1. Im Abschnitt Ziel muss die Zielseite eingetragen werden, die nach dem erfolgreichen Absenden des Kontaktformulars aufgerufen wird.
  2. Jedem Zielvorhaben kann ein Wert zugewiesen werden. Diese Funktion solltet ihr möglichst immer nutzen, denn sie erlaubt eine Gewichtung unterschiedlicher Zielvorhaben.Beispiel: Angenommen, ihr richtet Zielvorhaben für die Website eines Handwerksbetriebes ein. Das durchschnittliche Auftragsvolumen beträgt 5000,- Euro. Außerdem wurde festgestellt, dass aus durchschnittlich 20 Anfragen über das Kontaktformular ein Auftrag resultiert. Damit wäre der rechnerische Wert eines abgeschickten Kontaktformulars 250,- Euro (5000,- Euro / 20).Weist nach Möglichkeit jedem Zielvorhaben einen Wert zu. Das mag auf den ersten Blick nicht sinnvoll erscheinen, denn nicht jede Interaktion eines Besuchers, für die ein Zielvorhaben angelegt wurde, lässt sich direkt in einem monetären Wert ausdrücken. Trotzdem solltet ihr von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, denn mit dem Zuweisen eines Wertes könnt ihr eure Zielvorhaben gewichten: So kann der Download eines Tutorials (Wert des Zielvorhabens: 10,- Euro) für euch wertvoller sein, als ein Kommentar in einem eurer Blogartikel (Wert des Zielvorhabens: 5,- Euro). Ihr erreicht mit der Zuweisung von Werten zu euren Zielvorhaben eine stärkere Differenzierung. Es geht nicht mehr nur um die bloße Anzahl der erzielten Conversions, sondern auch um ihren Wert für euch.  In den Berichten von Google Analytics könnt ihr damit besonders wertvolle Unterseiten eurer Website ebenso identifizieren wie wertvolle Trafficquellen.
  3. Es gibt Zielvorhaben, bei denen ein Besucher mehrere Einzelschritte durchlaufen muss, um es abzuschließen. Für diese Fälle bietet sich die Einrichtung eines sogenannten Trichters an. Mit Hilfe des Trichters wird die Abfolge der einzelnen Schritte beschrieben, die der Besucher bis zum Erreichen der Zielseite durchlaufen muss. In Google Analytics gibt es unter Conversions >> Zielvorhaben >> Trichtervisualisierung einen speziellen Bericht für die Trichteranalyse. Dieser Bericht ermöglicht euch die Identifikation kritischer Einzelschritte mit hohen Abbruchraten.
    Mehr Informationen zum Einrichten von Trichtern findet ihr hier: https://support.google.com/analytics/answer/1012040?hl=de#funnels_for_destination_goals
    https://support.google.com/analytics/answer/2976313
  4. Dann nur noch speichern, und ihr habt das Zielvorhaben angelegt.

Umfangreiche Berichte zu Zielvorhaben findet ihr in Google Analytics im Abschnitt Conversions >> Zielvorhaben.

Google Analytics: Zielvorhabentrichter

Google Analytics: Zielvorhabentrichter

Mehr über Zielvorhaben in Google Analytics:
https://support.google.com/analytics/answer/1012040?hl=de

 

2 Conversion-Tracking mit E-Commerce-Transaktionen

Wenn ihr einen Online-Shop betreibt, habt ihr meist höhere Anforderungen an das Conversion-Tracking. Neben der Erfassung der Bestellungen in Google Analytics sind auch der Bestellwert und Informationen über die bestellten Artikel wichtig. Denn so könntet ihr zum Beispiel ermitteln, über welche Traffic-Kanäle ihr besonders viel Umsatz generiert oder welche Artikel von Besuchern, die über Facebook Posts zu euch gekommen sind, häufig gekauft werden.

Mit Zielvorhaben ist ein solches Tracking jedoch nicht möglich: Der Wert eines Zielvorhabens ist in der Regel nicht variabel und weitergehende Informationen zu Warenkörben, Versandkosten, enthaltenen Steuern, usw. können auch nicht erfasst werden.

Deshalb bietet Google Analytics zu diesem Zweck das E-Commerce-Tracking an. Das E-Commerce-Tracking  ermöglicht die Erfassung von Bestellungen, Warenkörben, Retouren und vielem mehr. Neben der Aufgliederung der erzielten Umsätze nach Trafficquellen ist die Analyse von Transaktionen und Warenkorbinhalten in vielen verschiedenen Dimensionen möglich: etwa um herauszufinden, über welche Werbekampagnen ihr besonders viele hochpreisige Artikel verkaufen könnt, oder welche Kanäle insbesondere für Sales-Aktionen geeignet sind.

Weitere Informationen zum E-Commerce-Tracking: https://support.google.com/analytics/answer/1037249?hl=de

 

2.1 E-Commerce-Tracking einrichten

Für die Einrichtung des E-Commerce-Trackings sind einige zusätzliche Einstellungen in Google Analytics vorzunehmen. Außerdem müsst ihr eure Tracking-Codes erweitern, um Informationen über Transaktionen und Warenkörbe an Analytics zu senden.

In Google Analytics ist zunächst E-Commerce zu aktivieren. Wählt in der Verwaltung eures Google Analytics Kontos die Property und Datenansicht aus, in der E-Commerce aktiviert werden soll. Klickt dann auf E-Commerce-Einstellungen:

Google Analytics: E-Commerce Tracking einrichten, Schritt 1

Google Analytics: E-Commerce Tracking einrichten, Schritt 1

Nun könnt ihr die Einstellungen für die E-Commerce-Berichte in Google Analytics vornehmen:

Google Analytics: E-Commerce Tracking einrichten, Schritt 2

Google Analytics: E-Commerce Tracking einrichten, Schritt 2

  1. Aktiviert E-Commerce.
  2. Geht dann weiter zum nächsten Schritt.

Auf der zweiten Seite lassen sich die erweiterten E-Commerce-Einstellungen aktivieren:

Google Analytics: E-Commerce Tracking einrichten, Schritt 3

Google Analytics: E-Commerce Tracking einrichten, Schritt 3

  1. Wenn ihr nur einfache Warenkörbe und Bestellwerte an Google Analytics übermitteln wollt, sind die erweiterten E-Commerce-Einstellungen nicht zwingend notwendig. Aber schon Produktvarianten, die in dem Warenkorb, den ihr an Google Analytics übermittelt, abgebildet werden sollen, sind die erweiterten E-Commerce-Einstellungen nötig. Klärt daher im Vorfeld, ob ihr die Basis-Funktionalitäten des E-Commerce-Trackings ausreichen. Wenn nicht, müsst ihr die erweiterten E-Commerce-Einstellungen aktivieren.
    Achtung: Die Einrichtung des Trackings unterscheidet sich zwischen dem einfachen und dem erweiterten E-Commerce-Tracking!
  2. Änderungen absenden. Fertig, die E-Commerce-Berichte sind aktiviert.

Nachdem ihr in Google Analytics E-Commerce aktiviert habt, müsst ihr euren Tracking-Code erweitern:

  1. E-Commerce-Plugin von Google Analytics laden
    Fügt in euren Tracking-Code die zusätzliche Zeile ga(‘require’, ‘ecommerce’);  ein, um das E-Commerce Plugin zu laden:

    <script>
     (function(i,s,o,g,r,a,m){i['GoogleAnalyticsObject']=r;i[r]=i[r]||function(){
     (i[r].q=i[r].q||[]).push(arguments)},i[r].l=1*new Date();a=s.createElement(o),
     m=s.getElementsByTagName(o)[0];a.async=1;a.src=g;m.parentNode.insertBefore(a,m)
     })(window,document,'script','https://www.google-analytics.com/analytics.js','ga');
    
    ga('create', 'UA-XXXXXXXX', 'auto');
    ga('require', 'ecommerce');           //hinter ga('create', ...) einfügen
    ga('send', 'pageview');
    
    </script>
  2. Beim Absenden einer Bestellung übergebt ihr die Transaktionsdaten an Google Analytics:
    ga('ecommerce:addTransaction', {
     'id': '1234',       // Bestellnummer
     'revenue': '94.99', // Umsatz inkl. Versandkosten und Steuern
     'shipping': '5',    // Versandkosten
     'tax': '15.17'      // Steuern
    });
    
    ga('ecommerce:addItem', {
     'id': '1234',                     // Bestellnummer (s.o.)
     'name': 'Laufschuhe Runner 2000', // Produktname
     'sku': 'WS-3981',                 // Artikelnummer
     'category': 'Bekleidung',         // Kategorie
     'price': '89.99',                 // Preis (pro Einheit)
     'quantity': '1'                   // Menge
    });
    
    ga('ecommerce:send');

    Der obige Code besteht aus drei Teilen. Zunächst wird die E-Commerce-Transaktion erzeugt, dann ein Artikel hinzugefügt und schließlich die Daten an Google Analytics gesendet.

Eine ausführliche Beschreibung, wie das Tracking eingerichtet wird, findet ihr hier: https://developers.google.com/analytics/devguides/collection/analyticsjs/ecommerce

 

2.2 Erweitertes E-Commerce-Tracking

Wenn Ihr eure Bestellungen noch genauer analysieren möchtet, sollte ihr einen Blick auf das erweiterte E-Commerce-Tracking werfen. Es ermöglicht euch die Übermittlung sehr viel detaillierter Informationen wie etwa Produktvarianten, Rücksendungen und Stornierungen. Außerdem könnt ihr den Einfluss interner Werbung in Bezug auf die erzielten Bestellungen messen und noch einiges mehr.

Mehr Informationen zu den erweiterten E-Commerce Berichten:
https://support.google.com/analytics/answer/6014841?hl=de

Das Einrichten des erweiterten E-Commerce-Trackings ist ein wenig aufwendiger und würde über diesen Artikel deutlich hinausgehen. Es gibt einen umfangreichen Developer Guide, in dem ihr weiterführende Informationen findet: https://developers.google.com/analytics/devguides/collection/analyticsjs/enhanced-ecommerce

 

2.3 Weitere Anwendungsfälle für das E-Commerce-Tracking

Selbst wenn ihr keinen Online-Shop betreibt, könnten die vielen zusätzlichen Funktionen des E-Commerce-Trackings für euch interessant sein. Denn auch für Ziele, wie das Absenden eines Kontakt- oder Anfrageformulars ist das E-Commerce-Tracking manchmal die bessere Wahl.

Dazu ein Beispiel:

Auf größeren Websites wird in der Regel für jede Kundenanfrage, die über ein Kontaktformular eintrifft, eine eindeutige ID generiert, unter der die Anfrage anschließend im CRM-System weitergeführt wird. Diese Anfrage-ID könntet ihr bei der Nutzung von Zielvorhaben nicht in Analytics speichern. Hingegen ist das beim E-Commerce-Tracking kein Problem. Statt ein Zielvorhaben zu erfassen, sendet ihr beim Abschicken des Kontaktformulars eine E-Commerce-Transaktion mit der Anfrage-ID als Transaktionsnummer an Google Analytics. So lässt sich zum Beispiel nachträglich in Analytics genau erkennen, aus welchen Trafficquellen einzelne Anfragen kamen. Bei komplexeren Szenarien, wie etwa Vertragsanfragen für unterschiedliche Arten von Versicherungen, Buchungsanfragen im Tourismusbereich, etc. lassen sich die Warenkorbfunktionalitäten nutzen, um Inhalt und Wert der Anfragen schon in Google Analytics genauer zu bestimmen und für erweiterte Analysen zugänglich zu machen. Darüber hinaus erlauben die Funktionen des erweiterten E-Commerce-Trackings auch eine Nachverfolgung, ob aus einer Anfrage ein Vertragsabschluss erzielt werden konnte. Ebenso ließe sich der Einfluss interner Werbekampagnen auf das Absenden von Anfrageformularen analysieren.

Ihr seht schon, man kann das E-Commerce-Tracking für weit mehr als nur die Abbildung von Online-Bestellungen nutzen. :)

 

2.4 Unterschiede zwischen Zielvorhaben und E-Commerce-Transaktionen

Es gibt einige wichtige Unterschiede zwischen Zielvorhaben und E-Commerce-Transaktionen:

  • Ein einzelnes Zielvorhaben wird pro Sitzung jeweils nur 1x gezählt.
    Beispiel: Für Absenden eines Kontaktformulars haben wir ein Zielvorhaben angelegt. Wenn ein Benutzer innerhalb einer Sitzung zweimal das Kontaktformular absendet, wird dies dennoch nur als eine Conversion gezählt.
  • E-Commerce-Tracking erlaubt mehrere Conversions pro Sitzung.
    Um beim Beispiel mit dem Kontaktformular zu bleiben: Wenn es wichtig ist, jedes einzelne Absenden eines Kontaktformulars innerhalb einer Sitzung als separate Conversion zu erfassen, ist der Einsatz des E-Commerce-Trackings zwingend erforderlich. Wenn ein Besucher innerhalb einer Sitzung zwei Bestellungen aufgibt, werden diese als zwei E-Commerce-Transaktionen in Analytics erfasst.
  • Zielvorhaben erlauben in der Regel keine variablen Conversionwerte.
    Der Zielvorhabenwert wird in den Einstellungen des Zielvorhabens festgelegt, er ist nicht variabel. Es gibt eine Ausnahme: Bei Zielvorhaben, die aus Ereignissen abgeleitet werden, kann der Ereigniswert für das Zielvorhaben übernommen werden. Auf diesem Weg lassen sich auch für Zielvorhaben variable Conversionwerte abbilden. Für Conversions mit veränderlichen Werten wie z.B. Bestellungen in einem Online-Shop sind E-Commerce-Transaktionen empfohlen.
  • E-Commerce-Transaktionen ermöglichen die Darstellung von Conversions in viel mehr Einzelheiten.
    Allerdings verursacht das Einrichten des E-Commerce-Trackings deshalb auch einen höheren Aufwand. Belohnt werdet ihr mit detaillierteren Daten und mehr Analysemöglichkeiten.

3. Ereignis-Tracking mit Google Analytics

In Ergänzung zum Conversion-Tracking erlaubt euch Google Analytics, einzelne Nutzerinteraktionen mit Hilfe des Ereignis-Trackings zu erfassen. Ereignisse können zum Beispiel das Klicken auf einen Click-To-Call Link, der Download einer Datei, das Scrollen des Bildschirminhalts, usw. sein.

Ereignisse bestehen in Google Analytics aus vier Informationen:

  • Kategorie
  • Aktion
  • Label (optional)
  • Wert (optional)

Für die erfassten Ereignisse gibt es in Google Analytics eine Reihe von Berichten im Abschnitt Verhalten >> Ereignisse.

Weitere Informationen zu Ereignissen in Google Analytics:
https://support.google.com/analytics/answer/1033068?hl=de

 

3.1 Beispiel: Einfaches Download-Tracking

Ich erkläre euch anhand eine kleinen Beispiels, wie das Ereignis-Tracking eingerichtet wird. Angenommen, wir bieten auf unserer Website Kochrezepte zum Download an. Dann wäre es für uns sehr nützlich zu wissen, wie oft einzelne Rezepte von unseren Besuchern heruntergeladen werden. In Google Analytics gibt es für den Download von Dateien kein voreingestelltes Tracking. Das müssen wir selber einrichten, indem wir die Klicks auf Download-Links erfassen.

Mit diesem Aufruf sendet ihr ein beliebiges Ereignis an Google Analytics:

ga('send', 'event', [eventCategory], [eventAction], [eventLabel], [eventValue]);

Für einen Klick auf einen Download-Link könnte der Aufruf so aussehen:

ga('send', 'event', 'Datei-Download', 'PDF-Download', [Download-URL], 10);

Was bedeutet dieser Aufruf?
Die Kategorie des Ereignisses lautet Datei-Download, die Aktion ist PDF-Download , als Label tragen wir Download-URL ein und der Wert dieses Ereignisses ist 10.

 

Ein Download-Link auf unserer Website würde vielleicht so aussehen:

<a href="http://www.unsere-website.tld/kochrezept.pdf">Kochrezept herunterladen</a>

Wenn wir die Klicks eines Besuchers auf diesen Download-Links tracken möchten, ergänzen wir den Link um den Tracking-Code:

<a href="http://www.unsere-website.tld/kochrezept.pdf" onClick="ga('send', 'event', ' Datei-Download', 'PDF-Download', 'http://www.unsere-website.tld/kochrezept.pdf', 10);"> Kochrezept herunterladen </a>

Nach diesem Muster müsstet ihr alle Download-Links auszeichnen. Falls ihr unterschiedliche Arten von Dateien zum Download anbietet, könntet ihr das Feld [eventAction] nutzen, um verschiedene Dateitypen voneinander zu unterscheiden, also zum Beispiel “PDF-Download”, “MP3-Download”, usw. Das ist bereits alles. Anschließend stehen die Datei-Downloads  in den Ereignisberichten von Analytics zur Verfügung.

Auf stark frequentierten Websites werden die Klicks auf die verschiedenen Arten von Links vielfach sehr differenziert erfasst. Ein Ereignisbericht würde dann etwa so aussehen:

Google Analytics: Ereignisberichte

Google Analytics: Ereignisberichte

 

3.2 Zielvorhaben aus Ereignissen ableiten

Wir bleiben bei unserem Beispiel: Wenn der Zweck unserer Website die Bereitstellung von Kochrezepten ist, sollten wir die Downloads nicht nur als Ereignis erfassen, sondern auch als Zielvorhaben. Denn dann können wir die erzielten Downloads in den Zielvorhabenberichten genauer analysieren und unser Marketing darauf ausrichten, zukünftig noch mehr Besucher zum Herunterladen unserer Kochrezepte zu veranlassen. In Google Analytics könnt ihr in wenigen Schritten ein Ereignis in ein Zielvorhaben überführen.

Beispiel:

Die Downloads von Kochrezepten erfassen wir als Ereignis der Kategorie “Datei-Download”. Wir definieren in Google Analytics ein Zielvorhaben, dass immer dann erreicht wird, wenn ein Ereignis der Kategorie “Datei-Download” auftritt.

So wird das Zielvorhaben definiert:

Wechselt wieder in die Verwaltung eures Google Analytics Kontos und wählt die Property und Datenansicht aus, in der ihr ein neues Zielvorhaben anlegen möchtet:

Google Analytics: Zielvorhaben einrichten, Schritt 1

Google Analytics: Zielvorhaben aus Ereignissen ableiten, Schritt 1

Nach dem Klick auf Zielvorhaben, wählt ihr die rote Schaltfläche +Neues Zielvorhaben aus:

Google Analytics: Zielvorhaben einrichten, Schritt 2

Google Analytics: Zielvorhaben aus Ereignissen ableiten, Schritt 2

Nun richtet ihr das neue Zielvorhaben ein:

Zielvorhaben aus Ereignissen ableiten, Schritt 3

Google Analytics: Zielvorhaben aus Ereignissen ableiten, Schritt 3

  1. Wählt Benutzerdefiniert
  2. Klickt dann auf Weiter.

Nun folgt die Beschreibung des Ziels anhand eines Ereignisses:

Zielvorhaben aus Ereignissen ableiten, Schritt 4

Google Analytics: Zielvorhaben aus Ereignissen ableiten, Schritt 4

  1. Gebt dem Ziel einen Namen, z.B. “Datei-Downloads”.
  2. Legt die Zielvorhaben-ID und –gruppe fest.
  3. Wählt Ereignis als Typ aus.
  4. Klickt auf Weiter.

Im letzten Schritt beschreibt ihr das Ereignis, das das Zielvorhaben auslösen soll:

Zielvorhaben aus Ereignissen ableiten, Schritt 5

Google Analytics: Zielvorhaben aus Ereignissen ableiten, Schritt 5

  1. Mit Hilfe der Ereignisbedingungen legt ihr fest, welche Art von Ereignis diesem Zielvorhaben zugeordnet werden soll. Wir definieren, dass alle Ereignisse der Kategorie “Datei-Download”, dieses Zielvorhaben auslösen sollen.
  2. Beim Senden eines Ereignisses an Google Analytics kann optional ein Zielvorhabenwert angegeben werden. Mit Aktivierung dieser Einstellung wird der Wert des Ereignisses als Zielvorhabenwert übernommen.
  3. Abspeichern und fertig.

Immer dann, wenn ein Ereignis der Kategorie “Datei-Download” auftritt, wird dieses auch als Zielvorhaben gezählt.

Auf diesem Weg könnt ihr aus verschiedensten Ereignissen, die einzelne Interaktionen widerspiegeln, Conversions ableiten, die ihr anschließend in den Zielvorhabenberichten auswerten könnt.

 

Zusammenfassung

Geschafft! Das war eine ganze Menge Stoff rund um das Conversion- und Ereignistracking. Ich habe euch gezeigt, wie mit Hilfe eines Zielvorhabens das Absenden eines Kontaktformulars getrackt werden kann. Anschließend habt ihr das E-Commerce-Tracking kennengelernt: E-Commerce-Transaktionen lassen sich mit dem Standard-Tracking oder dem erweiterten E-Commerce-Tracking erfassen. In beiden Fällen müsst ihr eure Tracking-Codes ergänzen, um zusätzliche Information über die Transaktionen an Google Analytics zu senden. Das erweiterte E-Commerce-Tracking bietet viele Funktionen, die tiefergehende Analysen ermöglichen, wie etwa die Auswertung von Produktvarianten, Rücksendungen oder internen Werbekampagnen.
Zum Schluss haben wir uns angeschaut, wie die Interaktionen eurer Besucher mit Hilfe des Ereignistrackings erfasst werden können. Als Beispiel haben wir ein einfaches Download-Tracking eingerichtet und aus den Download-Ereignissen anschließend ein Zielvorhaben abgeleitet.

Wenn ihr ein Conversion-Tracking für eure Website einrichten möchtet, solltet ihr zunächst mit den Interaktionen starten, die direkt den Zweck eurer Website widerspiegeln, zum Beispiel Bestellungen erfassen oder Anfragen tracken. Anschließend könnt ihr tiefer einsteigen und die Aktionen tracken, die die Conversion vorbereiten, wie etwa das Hinzufügen von Artikeln in den Warenkorb. Denkt daran, dass ihr auch aus dem Tracking scheinbar “negativer Aktionen” wichtige Erkenntnisse gewinnen könnt, um eure Website, den Bestellprozess oder die Kundenansprache zu optimieren. “Negative Aktionen” sind nicht nur Abbrüche im Bestellprozess, sondern auch Reklamationen, Anforderungen für Rücksendelabel, niedrige Produktbewertungen, usw.

 

In Teil 5 lernt ihr einige erweiterte Funktionen von Google Analytics kennen: Dann werfen wir einen Blick auf Vermerke, benutzerdefinierte Benachrichtigungen und das Kampagnentracking.

Christian Ebernickel

Christian Ebernickel ist Spezialist für Webanalyse und datengetriebenes Online Marketing. Er berät Unternehmen im Einsatz von Google Analytics und Google Tag Manager. In seinem Webanalyse Blog stellt er erweiterte Tracking-Szenarien und Ansätze für die Entwicklung individueller Webanalysepläne vor.

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Felix
Gast

Vielen Dank für diese aufschlussreiche und detaillierte Anleitung, genau danach hatte ich schon länger gesucht.

Ich war zwischenzeitlich wirklich fast am Verzweifeln mit dem Conversion Tracking bei Analytics.

Der Artikel hilft mir sehr und hat sicher einiges an Arbeit und Zeit gekostet!

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