Gimp-Tutorial (1): Schwarzweiß-Bilder bearbeiten

Kein Beitragsbild
Jürgen Wolf

Das Thema Schwarzweiß ist auch in der digitalen Bildbearbeitung und im Webdesign sehr wichtig. Immer mehr Fotografen und Webdesigner verwenden Schwarzweißbilder als Stilmittel. Gerade bei Akt- und Porträtfotos, aber auch in der Produkt- und Architektur-Fotografie werden Schwarzweißbilder immer beliebter, weil hier Kontraste – genauer: Spitzlichter – stärker betont werden können, was interessante künstlerische Möglichkeiten bietet. Die Inhalte der folgenden Tutorial-Reihe sind ein Beitrag des Galileo-Verlags, in dem das Buch “Gimp 2.6” von Jürgen Wolf erschienen ist.

Was bedeutet Schwarzweiß genau?

Schwarzweißbilder werden in der Fotografie häufig falsch verstanden. Wenn die Rede von der Schwarzweißfotografie ist, bedeutet dies, dass es sich um eine visuelle Darstellung von Bildern ohne Verwendung von Farben handelt. Stattdessen umfasst sie die Grauwerte. Genau genommen müsste man von Graustufenbildern sprechen.


Foto: Ingo Jung

Ein solches Schwarzweißbild ist nicht nur schwarz und weiß, sondern besteht aus vielen verschiedenen Grautönen.

Schwarzweiß aus der Kamera

Mittlerweile bieten auch die meisten Digitalkameras an, Bilder im Schwarzweißmodus zu fotografieren, um sich so eine nachträglich Konvertierung am Rechner zu sparen. Ich möchte Ihnen davon eher abraten, weil die Möglichkeiten der digitalen Kamera doch noch beschränkt sind. Mit dem Rechner können Sie mehr herausholen. Nehmen Sie daher Ihre Bilder nach wie vor in Farbe auf, und erledigen Sie die Schwarzweißarbeiten nachträglich am Rechner.

So kommen die Bilder in die Kamera

Wenn Sie bei Ihrer Kamera den Auslöser gedrückt haben, nimmt der Kamerasensor ein Graustufenfoto auf. Die Farben entstehen erst im Chip der Kamera, wo jedem Pixel, neben der Rohdatenspeicherung, drei Farbwerte in den Grundfarben Rot, Grün und Blau hinzugefügt werden. 50 % der Pixel sind Grün, und die restlichen 50 % teilen sich auf Rot und Blau auf. Fehlende Informationen werden von der Kamera berechnet. So gesehen und einfach ausgedrückt, werden digitale Bilder in der Kamera aus drei unterschiedlichen Graustufenbildern erstellt.

So entstehen Farbbilder in der Kamera

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Aus den drei Graustufenbildern links mit dem roten, grünen und blauen Kanal wird das Ergebnis rechts erstellt, so wie Sie es gewöhnlich als Benutzer der Kamera zu Gesicht bekommen.

Schwarzweißbilder mit GIMP erzeugen

Um Schwarzweißbilder mit GIMP zu erzeugen, stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Welche Methode besser geeignet ist und welche eher nicht, wird in den folgenden Abschnitten erläutert.

Entsättigen = Graustufenbild?

Nur weil Sie die Farben aus dem Bild entfernen, heißt dies nicht, dass Sie automatisch ein Bild im Graustufen-Modus erzeugen. Nach dem Entsättigen stehen nach wie vor die drei Kanäle Rot, Grün und Blau zur Verfügung, und das Bild kann somit jederzeit wieder nachträglich eingefärbt werden. Voraussetzung für das Kommando Entsättigen ist außerdem, dass das Bild im RGB-Farbmodell vorliegt.

Der schnellste Weg, ein Bild, die aktive Ebene oder eine Auswahl dass Sie automatisch ein Bild im in Graustufen umzuwandeln, führt über das Kommando Farben – Entsättigen. Nach dem Entsättigen stehen mit Helligkeit, Leuchtkraft und Durchschnitt drei Modi zur Verfügung.

Alle drei Modi unterscheiden sich durch ihre mathematische Formel, nach der die Farben entzogen werden. Auf die Formeln soll hier aber nicht näher eingegangen werden. Wenn Sie das Häkchen vor Vorschau gesetzt haben, können Sie die Wirkung des entsprechenden Modus auch gleich im Bild betrachten.

Den Befehl “Entsättigen” finden Sie im Dialog “Farbe entfernen”.

Außer den verschiedenen Modi bietet diese Methode keine weiteren Einstellungen, hat aber im Gegensatz zum echten Graustufenmodus den Vorteil, dass die Bilder nach wie vor im RGB-Modus vorliegen und weiter eingefärbt werden können.

Das Ausgangsbild  – Foto: Brigitte Bolliger

Entsättigen mit dem Modus Helligkeit

Entsättigen nach dem Modus Leuchtkraft

Entsättigen nach dem Modus Durchschnitt

Graustufenmodus

Eine weitere Möglichkeit, ein Bild in ein Schwarzweißbild umzuwandeln, ist die Konvertierung des Modus RGB in Graustufen (Menübefehl: Bild – Modus – Graustufen). Allerdings werden in diesem Modus alle nötigen Farbinformationen verworfen. Statt drei RGB-Kanäle gibt es nur noch einen Graustufenkanal. Somit haben Sie keine Möglichkeit mehr, eine Farbe hinzuzufügen.

Außerdem arbeiten viele Funktionen nicht mit dem Graustufenmodus und sind daher ausgegraut. Der einzige sinnvolle Grund, ein Bild in den Graustufenmodus zu konvertieren, ist der, dass Sie dabei Speicherplatz sparen, da die Bilder nun weniger Informationen speichern müssen. Tests haben gezeigt, dass Bilder im Graustufenmodus durchschnittlich nur ein Drittel an Speicherplatz im Vergleich zu Bildern im RGB-Modus benötigen. Allerdings ist Speicherplatz heutzutage billiger denn je zuvor.

Die ungünstigste Möglichkeit, ein Bild in Schwarzweiß zu konvertieren, dürfte das Ändern des Modus von RGB nach Graustufen sein.

Farben zum Teil erhalten

Wenn Sie Bilder nur teilweise entsättigen wollen, bietet Ihnen der Dialog Farbton/Sättigung das ideale Werkzeug dafür. Allerdings ist es nicht immer so simpel, dass es reicht, nur den Schieberegler Sättigung der entsprechenden Farbe nach links zu ziehen. Gelegentlich werden Sie eine Auswahl erstellen müssen, um einen bestimmten Bereich zu schützen.

Im nächsten Teil des Tutorials lesen Sie:

Farben bei komplexeren Bildern erhalten

(mm),

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Markus
Gast

Vielen Dank für den Tipp

ThomasO
Gast

Kleine praktische Tipps für zwischendurch – immer gern gesehen.

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[…] Dazwischen. Und wie mensch an dieses Dazwischen gelangt und gekonnt dosiert einsetzt beschreiben zwei kurze und gut nachvollziehbare Tutorials des dr.web anhand von […]

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