GA Dash: Newcomer im Online-Learning bringt Newcomern kostenlos HTML5 bei

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Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Online-Schulungsangebote erlauben den Kenntnisgewinn zu den eigenen Bedingungen. Interaktive Kurse sind nie zu schnell oder zu langsam. Und sie sind auch nie uninteressant, wie so manches, was man noch von früher aus der Schule in Erinnerung hat. Auf dem Markt der Onlinekurse tummeln sich eine ganz beachtliche Zahl von Anbietern. Gerade dieser tage erweitert sich der illustre Kreis um ein Angebot aus New York, das sich gezielt an Einsteiger im Webdesign richtet. Es hört auf den Namen Dash, stammt vom konventionellen Schulungsanbieter General Assembly und steht komplett kostenlos zur Verfügung.

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General Assemby: Bringt Menschen das Coden und vieles andere bei (in New York)

General Assembly offeriert ein breites Angebot an Kursen, Workshops und Veranstaltungen. Die Bandbreite reicht von Fragen geschäftlicher Grundlagen über Marketing bis hin zu Design- und Entwicklungsthemen. Der Haken an diesem durchaus beachtlichen Portfolio ist, dass die Kurse alle in New York stattfinden. Und das ist bekanntlich für die allermeisten Menschen nicht eben so zu erreichen. Zur Ergänzung, aber auch zur Alleinnutzung, stellt General Assembly eine Produktreihe namens Front Row zur Verfügung.

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Homepage des Zuhauses von Dash – General Assembly

Front Row ist eine Bibliothek von On-Demand Videos und interaktiven Live-Streams, zusammengestellt zu vollwertigen Onlinekursen, die klar umgrenzte Themen abarbeiten. Diese Onlinekurse können einzeln für relativ schmales Geld oder im Rahmen einer Flatrate mit Zugriff auf alle bestehenden Kurse und alle, die noch kommen werden ;-), gebucht werden. Die Bibliothek wächst nach Aussage von General Assembly im wöchentlichen Rhythmus.

Dash: Ursprünglich als Hilfsinstrument für die Kursteilnehmer in NYC gedacht

GA Dash war ursprünglich nur als Lernhilfe für die Studenten der NYC-Kurse gedacht und entwickelt worden. Diese fanden aber die Lernumgebung offenbar so gut, dass sie sie rege mit anderen teilten und so die Nachfrage von außen immer stärker wurde. So jedenfalls erzählt es General Assembly. Jetzt jedenfalls steht das Tool öffentlich zur Verfügung.

Dash arbeitet projektbasiert. Die derzeit vier Projekte arbeiten sich von den absoluten Grundlagen in HTML rauf zu Problemstellungen, die bei der Entwicklung einer Website für kleine Unternehmen gang und gäbe sind. Sehr tiefgehend sind die einzelnen Kurse nicht. In wenigen Tagen kann man die Themen bearbeitet haben. Das vierte, etwas weniger schmalspurige Projekt, in welchem man einen Roboter aus purem CSS erstellt, ist nur rudimentär verfügbar. Angesichts des ansonsten großen Portfolios an Kursen und Know-How dürfte indes kein Zweifel daran bestehen, dass die Zahl der Projekte zukünftig durchaus schnell wachsen wird.

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Dash kann komplett kostenfrei genutzt werden, erfordert aber eine Registrierung, die via Twitter-OAuth oder per E-Mail erfolgen kann. Ich verwendete problemfrei Twitter und fand mich in der Übersicht der Projekte wieder.

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Hier entschied ich mich für den Start ganz unten, mit dem Projekt 1. Hier soll man lernen, wie man eine persönliche Website baut.

Die Lernumgebung ist dreigeteilt. Oben links erscheint eine Art Instruktor, der als Slideshow konzipiert ist, dabei Wissen vermittelt und Aufgaben erteilt und bewertet. Die jeweiligen Tasks werden dann mit Hilfe des Editors unterhalb des Instruktor-Bereichs erledigt. Das Ergebnis der Eingabe erscheint auf der rechten Bildschirmseite als WYSIWYG-Preview, die wiederum für Desktop-, wie für mobile Browser schaltbar ist. Der Erfolg der Aufgabenerledigung wird automatisch bewertet. Da hat man ja woanders auch schon die dollsten Sachen erlebt. Bevor man den beauftragten Teilschritt nicht erfolgreich absolviert hat, geht es schlicht nicht weiter. Mogeln ist nicht…

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Mit dem Interface hatte ich nicht das geringste Problem, im Gegenteil erschien mir das dreigeteilte Konzept sofort eingängig. Ich würde es intuitiv nennen, aber gehen Sie rüber und probieren es selbst aus. Nichts ist so individuell wie das Lernen. Wäre ich jedenfalls auf der Suche nach einem Grundlagenkurs in HTML, ich würde Dash eine Chance geben und die HTML-Struktur mit ihren Tags ebenso erlernen, wie das Einbauen von Bildern oder Webfonts, Ansätze des responsiven Designs und einiges andere.

Sind Sie allerdings schon etwas fortgeschritten, was Ihre HTML-Kenntnisse betrifft, so werden Sie mit dem derzeitigen Dash-Angebot nur wenig Freude haben. Je mehr Sie bereits wissen, desto weniger kann ich Ihnen Dash empfehlen. In diesen Fällen wenden Sie sich lieber an das ebenfalls kostenfreie Codecademy oder das sehr gute, aber nicht kostenlose Angebot von Code School.

Während ich diesen Beitrag recherchierte stieß ich auf einige Kritik an Dash. Einige Nutzer bemängeln, dass das Angebot Probleme in dem einen oder anderen Browser oder einer speziellen Konfigurationslage bereitet. Andere bemängeln die fehlende Tiefe der bereitgestellten Kursinhalte. Danach seien die Kurse zuuu grundlagen-orientiert. Was soll man dazu sagen? Aus eigener Erfahrung kann ich eher bestätigen, dass ein Grundlagenkurs für den, der ihn wirklich braucht, nie zu flach sein kann. Das größere Problem entsteht im Grunde erst dann, wenn der Grundlagenkurs sich nicht hinreichend auf Grundlagen beschränkt. Dann ist es nicht weit zur Frustration. Und was die Browser betrifft: meines Wissens sind die alle kostenfrei erhältlich…

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Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.