Fotos fürs Web aufbereiten (1) – Bildgröße per Photoshop anpassen

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Thomas Giannatasio (Übersetzung Manuela Müller)

Bilder sind wirkungsvolle Kommunikationsmittel. Mit einem guten Foto ziehen Sie die Aufmerksamkeit von Anwendern viel stärker in den Bann als mit Text oder Icons. Natürlich müssen Bild und Text zusammen passen – für die Auswahl geeigneter Fotos sollten Sie gebührende Zeit einplanen. Ebenso für die Aufbereitung des Bildmaterials, das Kunden häufig in viel zu hohen Auflösungen und Dateigrößen anliefern. Teil 1 dieser Artikelserie zur Aufbereitung von Fotos fürs Web erläutert, wie Sie mithilfe von Photoshop Bildgrößen umrechnen und interpolieren.

Bildgröße ändern – Grundsätzliches

Das Anpassen der Bildgröße gehört zu den häufigsten Aufgaben in der Bildbearbeitung. Der Idealfall sähe natürlich so aus, dass Sie wunderschöne, hochauflösende Fotos haben, die Sie nur noch skalieren müssen. Auch wenn das wohl meistens nicht der Fall ist, sollten Sie möglichst Fotos mit der zweifachen Größe des späteren Ausgabeformats verwenden. Das bietet Ihnen einen komfortablen Puffer und gewährleistet, dass die endgültige Version von höchster Qualität ist. Vermeiden Sie es unbedingt, Fotos größer zu rechnen – auch wenn es manchmal nicht anders geht.

Ob Sie Bilder kleiner oder größer rechnen – ein grundlegendes Verständnis, wie Photoshop Pixelwerte definiert, ist in jedem Fall hilfreich. Das Berechnen der Pixelwerte beim Skalieren wird als Interpolation bezeichnet. Je nach Methode werden die vorhandenen Pixelwerte analysiert und auf dieser Basis die neuen Werte ermittelt.

Einfaches Beispiel: Aus je einem schwarzen und weißen, nebeneinanderliegenden Pixeln wird ein neues graues Pixel erstellt. Sehr stark vereinfacht ist das die Methode, wie Interpolationsalgorithmen Werte bestimmen.

Photoshops Interpolationsverfahren

Photoshop bietet fünf verschiedene Interpolationsverfahren, jeweils für einen anderen Typ der Größenänderung. In den folgenden Abschnitten werden die Verfahren und ihr Einsatzzweck erläutert. Sie können das Interpolationsverfahren auf zwei verschiedenen Wegen auswählen:

  • Über die Voreinstellungen im Register Allgemein (zu erreichen über das Tastaturkürzel Strg / Befehlstaste + K). Wenn Sie die Funktion Frei Transformieren im Menü Bearbeiten benutzen, wird das jeweils voreingestellte Interpolationsverfahren angewandt.
  • Im Dialog Bildgröße können Sie im Auswahlmenü Interpolationsverfahren (heißt in älteren Versionen Bild neu berechnen mit:) das gewünschte Verfahren auswählen.

Pixelwiederholung

Dieses Verfahren eignet sich hervorragend, wenn Sie harte Kanten beibehalten wollen und ist daher sehr gut für rechteckige Formen, die am Pixelraster ausgerichtet sind, geeignet. Beim Berechnen eines Pixelwerts, bestimmt dieses Verfahren zunächst einen mittleren Farbwert – basierend auf den umliegenden Pixeln – und vererbt dem zu berechnenden Pixel dann den exakten Wert des benachbarten Pixels, das diesem Mittelwert am nächsten kommt. Aus diesem Grund werden niemals neue Werte verwendet.

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Pixelwiederholung kann zum Vergrößern von Screenshots eingesetzt werden, ohne dass die Pixel verschwommen erscheinen.

Wenn Sie das Foto um 200 Prozent skalieren würden, könnten Sie feststellen, dass im Prinzip jedes Pixel in der Größe verdoppelt wird (das heißt, jedes Pixel ist nun vier Pixel). Das kann beim Vergrößern von Screenshots hilfreich sein, um harte Kanten zu erhalten und Anti-Aliasing zu vermeiden.

Bilinear

Bilineare Interpolation verwendet ebenfalls umgebende Pixel und zwar die vier, die dem Musterbildpunkt am nächsten liegen, um daraus einen Mittelwert zu bestimmen. Das Verfahren liefert in der Regel angemessene Ergebnisse, wird jedoch meist von einem der folgenden bikubischen Verfahren übertroffen.

Bikubisch

Dieses Verfahren ist die Standardeinstellung von Photoshop und am besten für glatte Verläufe geeignet. Es liefert in den meisten Anwendungsfällen sehr gute Ergebnisse. Vor allem für Fotos ist es gut geeignet, da es mehr verschiedene Bildpunkte in die Neuberechnung einbezieht als die übrigen Verfahren.

Bikubisch glatter

Ideal für Vergrößerungen. Bikubisch glatter verwendet einen ähnlichen Algorithmus wie Bikubisch, aber es ist stärker aufs Mischen ausgerichtet und liefert daher glattere Ergebnisse und weniger Kontraste entlang von Konturen. Beim Verkleinern kann dies zu leichter Unschärfe führen. Vergrößerungen profitieren dagegen von der Methode, da so genannte Treppenstufen reduziert werden.

Bikubisch schärfer

Ideal für Verkleinerungen. Anders als Bikubisch glatter, bei dem Kontraste entlang von Kanten verrringert werden, werden Konturen durch Bikubisch schärfer überzeichnet. Das führt zu mehr Konturenschärfe – sprich die wahrgenommene Schärfe eines Bildes, basierend auf dem Kontrast seiner Kanten.

Detail eines um 200 Prozent verkleinerten Fotos mit verschiedenen Verfahren: 1. Bilinear, 2. Bikubisch, 3. Bikubisch glatter, 4. Bikubisch schärfer

Treppenstufen-Interpolation (Anti-Aliasing)

Anti-Aliasing ist eine verbreitete Technik beim Verändern der Bildgröße, vor allem beim Vergrößern. Durch inkrementelles Skalieren und Interpolieren eines Bildes bis zur gewünschten Ausgabegröße, lässt sich in manchen Fällen mehr Schärfe erreichen und Details erhalten. Experimentieren Sie mit verschiedenen Schritten, wobei 10 Prozent der gebräuchlichste Wert für dieses Verfahren ist. Ihre Ergebnisse werden je nach Foto und verwendeter Interpolationsmethode variieren. Bei diesem Verfahren hilft nur Ausprobieren.

In Teil 2 lesen Sie:

Größenänderung und Interpolation von Smart Objects

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[…] – Fotos fürs Web aufbereiten (1) – Bildgröße per Photoshop anpassen Auftakt einer Tutorialserie Schlagworte (Tags): […]

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Maschinenblogger
Gast
Bildgrößen ändern gehört sicherlich zu den am meisten eingesetzten Werkzeugen im Onlinebereich. Dennoch empfinde ich diesen Artikel nicht als unbedingt hilfreich. Wenn Fotos in guter Qualität herunter gerechnet werden müssen/sollen, muss man sich um die Auswahl der Verfahrens für den normalen Anwendungsbereich (Blog, Shop, Firmenpräsenz) nun wahrlich keine Gedanken machen. Das schönste Interpolationsverfahren nützt nämlich herzlich wenig, wenn dann aus Platzgründen das Bild mit höchster Kompression gespeichert wird. Oder unzählige Shops anstatt 2-3 Bilder in unterschiedlichen Größen nur eines verwenden, welches für die Detailansicht dann per Java hochgezoomt wird. Ein vernünftiges Ausgangsmaterial, der Mut zum eigenen Foto anstatt fertige fizzelbildchen… Read more »
Tino Bellmann
Gast

“Bilinear, 2. Bikubisch, 3. Bikubisch glatter, 4. Bikubisch schärfer” – Ich glaub, mein AL2216W – Monitor ist Mist. Ich seh keinen Unterschied. Werd es mir dann mal an einem anderen Arbeitsplatz anschauen.

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[…] viel aus. Was Sie noch beachten müssen um Ihre Bildgröße anpassen zu können – lesen Sie hier…  Verwandte […]

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