Fonts für jedermann: Diese Schriften gehen immer

Fonts für jedermann

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010...

Die Suche nach geeigneten Schriften für ein Webprojekt gestaltet sich nicht immer einfach. Viele Schriften haben einen ganz individuellen Charakter und passen daher nicht immer und überall. Es gibt jedoch eine Reihe von kostenlosen Schriften, die sehr allgemein gestaltet sind und daher für nahezu jedes Webprojekt eingesetzt werden können.

Fonts für jedermann

„Source Sans“ und „Source Serif“ von Adobe

Mit der „Source Sans“ und „Source Serif“ hat Adobe erstmals zwei Schriftfamilien als Open Source herausgebracht. Beide Familien sind als sogenannte Pro-Schriften erhältlich. So werden Schriften bezeichnet, die alle europäischen Sprachen unterstützen – also auch osteuropäische Sprachen sowie Türkisch. Sie sind somit für den internationalen Einsatz geeignet.

„Source Sans“ und „Source Serif“

Außerdem sind zahlreiche Ligaturen sowie Kapitälchen, Mediävalziffern, proportionale und tabellarische Ziffern sowie Brüche vorhanden. Auch wenn Adobe die Schrift als Open Source entwickelt hat, ist sie bezüglich der ästhetischen Qualität und des ausgebauten Zeichensatzes vergleichbar mit kommerziellen Schriften von Adobe.

Die „Source Sans“ gibt es in sechs verschiedenen Schnitten von „Extra Light“ bis „Ultra Bold“, die jeweils zusätzlich als Kursive vorhanden sind. Die „Source Serif“ kommt auf halb so viele Schnitte. Wie es sich für eine Open-Source-Schrift gehört, findest du auf Github („Source Sans“ und „Source Serif“) auch die Quelldateien, um die Schrift bearbeiten und weiterentwickeln zu können.

Ansonsten findest du die Schrift sowohl bei Typekit als auch bei Google Fonts, sowie zum Herunterladen bei Font Squirrel. Im Übrigen gibt es als dritte Familie noch die „Source Code“ für die Darstellung von Quelltext.

„PT Sans“ und „PT Serif“ von ParaType

Ähnlich gut ausgebaut sind die Schriftfamilien „PT Sans“ und „PT Serif“ aus dem Foundry ParaType. Zwar sind auch diese beiden Familien als Pro-Version erhältlich, aber dann kostenpflichtig. In der kostenfreien Variante werden daher einige Sprachen nicht unterstützt. Dennoch sind eine Vielzahl europäischer und asiatischer Sprachen dabei.

„PT Sans“ und „PT Serif“

Da die „PT Sans“ auf einer russischen Serifenlosen des 20. Jahrhunderts basiert, sind es vor allem viele Minderheitensprachen Russlands, die unterstützt werden. Aber auch die westeuropäischen Sprachen sind alle dabei.

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Auf Kapitälchen und andere Alternativsätze muss man in der kostenfreien Variante der Familien verzichten. Dafür gibt es beide Familien in den gängigen Schnitten, also als „Regular“-, „Bold“- und „Bold Italic“-Schnitt. Außerdem gibt es jeweils einen „Caption“-Schnitt für große Überschriften.

Zusätzlich gibt es mit der „PT Mono“ eine dicktengleiche Schrift, die beispielsweise für die Darstellung von Quelltext geeignet ist. Alle drei Familien sind als Desktop- und Webfonts bei ParaType erhältlich. Außerdem findest du sie bei Typekit und Google Fonts.

„Roboto“ und „Roboto Slab“ von Google

Einst für das Betriebssystem Android entwickelt, gibt es die „Roboto“ ebenfalls als Desktop- und Webfont. Mit sechs Schnitten von „Thin“ bis „Black“ – jeweils ebenso als Kursive – bekommst du mit der „Roboto“ eine ebenfalls gut ausgebaute Familie. Es werden zahlreiche west-, zentral- und osteuropäische Sprachen unterstützt.

„Roboto“ und „Roboto Slab“

Passend zur serifenlosen „Roboto“ gibt es die „Roboto Slab“, die mit vier Schnitten von „Thin“ bis „Bold“ weniger umfangreich ist, aber eine perfekte Ergänzung zur serifenlosen „Roboto“ darstellt.

Mit der „Roboto Condensed“ steht dir zudem noch eine Variante zur Verfügung, die besonders eng geschnitten ist. Sie ist in drei Schnitten zuzüglich Kursiven erhältlich. Alle drei Schriften kannst du dir bei Font Squirrel herunterladen.

2014 gab es übrigens eine Überarbeitung der „Roboto“, bei der einige Buchstaben wie das große R anders gestaltet wurden. Die Original-Familie als auch die 2014-er Überarbeitung sind erhältlich. Zudem findest du die Schriften bei Google Fonts.

Fazit

Alle drei vorgestellten Schriftfamilien zeichnen sich dadurch aus, dass sie in ihrer Gestaltung eher zurückhaltend sind. Der jeweils gut ausgebaute Zeichensatz und die Vielzahl an Schnitten machen sie universell einsetzbar. Dazu kommt, dass alle Familien über Schnitte mit und ohne Serifen verfügen. Du kannst diese daher prima miteinander kombinieren.

Gerade wer unsicher ist, welche Schriften zueinander passen, findet hier fertige aufeinander abgestimmte Familien in großer Vielfalt.

(dpe)

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

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Daniel
Gast

Ich habe mir noch nie Gedanken gemacht das ich auf meine Seiten mit verschiedenen Schriften arbeiten könnte. Aber warum nicht. Werde ich zukünftig mal mit einbauen. Vielen Dank und schöne Grüße.

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