Facebooks Designhelfer unter einem Dach vereint

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Es entwickelt sich langsam aber stetig zum Trend, dass große Plattformen ihre internen Designtools und andere Helferlein der Community zur Verfügung stellen. Twitter hat sich da besonders hervor getan, zuletzt mit Recess, wobei Bootstrap die populärste Veröffentlichung sein dürfte. Facebook hat nun seine Helferlein erweitert und unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst.

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Facebook: Device-Mockups, GUI Kit, Origami und Designartikel

Auf der Seite Facebook Design Resources finden wir sämtliche bisherigen Kontributionen der Designer aus Menlo Park an einer Stelle.

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Darunter ist natürlich auch das Prototypingtool Origami, welches wir bereits im Frühjahr ausführlich vorstellten. Origami ist ein sehr gut dokumentiertes Open-Source-Framework zur Erstellung von Design-Prototypen. Dem Einsteiger in die Materie wird gleich mehrfach unter die Arme gegriffen – mit Code-Beispielen, guten Video-Tutorials und einer umfassenden Dokumentation.

Wichtig zu wissen ist, dass Origami nur mit dem Quartz Composer eingesetzt werden kann, also ausschließlich für Mac OS X zur Verfügung steht. Zudem muss man als Apple Developer registriert sein, um es nutzen zu können. Auch wenn Origami letztlich Code für iOS, Android und das Web exportieren kann, ist das Framework nur für Apple-Verwender nutzbar. Will man seine Prototypen ausprobieren, so ist das komfortabel nur mit iOS möglich, denn ausschließlich für diese Plattform steht eine dedizierte App namens Origami Live for iOS zum kostenlosen Download über den iTunes App Store bereit.

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Über den Medium-Kanal Facebook Design veröffentlichen Designer des blauen Riesen in unregelmäßiger Folge tiefgehende Beiträge zu Designentscheidungen und -prozessen, aber auch zu anderen relevanten Themen, wie etwa Tipps, ein Bewerbungsgespräch erfolgreich zu überstehen.

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Newcomer im Portfolio: iOS9 Kit und Device Hands

Frisch ins Angebot aufgenommen wurden ganz handfeste Designhelfer, nämlich ein iOS9 GUI-Kit für das iPhone und ein Dutzend sogenannter Device Hands. Dabei handelt es sich um die immer gleiche fotografische Darstellung einer einzelnen Hand unterschiedlicher Hautfarbe, die unterschiedliche Smartphones mit leerem Display in die Kamera halten.

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Die Abbildungen können in den Anwendungen Origami und Framer, ober eben als Mockup-Basis für Bemühungen in Photoshop, Sketch oder was immer der eigene Lieblingseditor sein mag, verwendet werden. Per Lizenzbestimmung limitiert Facebook die Verwendung auf Mockups, die dann allerdings auch öffentlich geteilt werden dürfen. Im Endprodukt dürfen die Device Hands nicht mehr enthalten sein.

Die gleiche Lizenz gilt für das iOS9 GUI-Kit. Die GUI-Elemente stehen als Sketch und als PSD zur Verfügung. Verantwortlich zeichnen bekannte Designer, wie etwa Geoff Teehan, der schon mit seiner ehemaligen Agentur Teehan-Lax regelmäßig umfassende GUI-Kits für iOS vorlegte.

Die GUI-Kits stehen für beide Editoren in zwei Varianten bereit. Facebook iOS 9 Light enthält eine Untermenge des Gesamtpools und soll schlank und schnell für 95% aller Anwendungsbedarfe geeignet sein. Die Variante ohne Light-Zusatz enthält Elemente aus nahezu allen Ecken des Betriebssystems aus Cupertino.

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Was kommt als nächstes aus Menlo Park?

Man darf gespannt sein, wie sich das Angebot der Facebook Design Resources in Zukunft entwickelt. Offenbar hat man in Menlo Park noch einiges auf der Pfanne, denn sonst hätte man wohl keine Gemeinschaftsbleibe geschaffen. Qualitativ kann man den Kaliforniern keinen Vorwurf machen. Inwieweit man sich auf Facebook insgesamt einlassen mag, obliegt natürlich der eigenen Einschätzung. Hier sagt uns Dr. Web Erfinder Sven Lennartz seine Meinung dazu. Professionelle Designer können sich das in der Regel ohnehin nicht aussuchen.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.