Endlich: Instagram jetzt auch mit Web-Profilen

Instagram, die Filterzigarette unter den Bilderdiensten, hat mich bislang nicht begeistern können. Das lag im Wesentlichen daran, dass ich den Inhalt der Seite nicht sinnvoll konsumieren konnte. Die mobilen Apps waren mir zu hakelig, eventuell war ich auch nicht offen genug. Wie dem auch sei, die heutige Ankündigung Instagrams könnte für eine Wende sorgen. Denn beginnend mit dem heutigen Tage rollt der Fotoservice über das Web aufrufbare Profile für jeden Nutzer aus. Etwas Geduld ist angezeigt, der Rollout soll bis etwa Ende nächster Woche dauern.

Instagram mit Vanity-URLs im Web

Der Aufruf des eigenen Profils ist einfach über instagram.com/nutzername möglich. Verschiedene Netzprominente, wie MG Siegler und bekannte Marken, wie Nike, sind bereits mit ihren Webprofilen vertreten. Fotos lassen sich über das Web nach wie vor nicht hochladen, dazu bleiben die mobilen Apps für iOS und Android erforderlich.

Was allerdings geht, und das ist ja auch nicht ohne, ist das Folgen, Liken und Kommentieren anderer Nutzer samt deren Bilder, sowie die Bearbeitung des eigenen Profils über den Browser. Sichtbar sind alle Bilder mit entsprechender Kennzeichnung für die korrespondierenden Personenkreise. Öffentlich frei gegebene Bilder sind dementsprechend öffentlich abrufbar.

Als „Privat“ gekennzeichnete Fotos sind nur von eingeloggten Nutzern einsehbar, die zudem vom Accountinhaber die entsprechende Berechtigung zugewiesen bekommen haben müssen. Insofern unterscheidet sich die Ansicht im Webprofil nicht von derjenigen über mobile Apps.

Instagram hat einen guten Job gemacht. Die Webprofile sehen ansprechend aus. Leichte Reminiszenzen an Facebook sind zwar unverkennbar, aber letztlich muss auch nicht stets das Rad neu erfunden werden. Vermutlich ist es eine Frage der Zeit, bis auch der Upload der Fotos über das Webinterface möglich werden wird.

Die unterentwickelte Webfunktionalität ist bereits seit Jahren der größte Kritikpunkt am Service. Im Grunde ist die Situation nicht nachvollziehbar, immerhin ist die komplette Instagram-Erfahrung kostenlos. Es ergibt demnach keinen Sinn, Nutzer bestimmter Plattformen auszusperren. Warum wurde das dennoch über zwei Jahre praktiziert?

Ich vermute, die Aussperrung der Webnutzer war Teil einer nicht ausgereiften Monetarisierungsstrategie. Man wollte eventuell doch noch irgendwann Geld mit den mobilen Clients verdienen. Glücklicherweise wurde Instagram dann im Frühjahr diesen Jahres von Facebook für eine Milliarde Dollar übernommen. Glücklicherweise aus Sicht Instagrams natürlich…

Zum Zeitpunkt der Übernahme für diesen horrenden Betrag hatte Instagram 12 Mitarbeiter, aber kein Geschäftsmodell. Möglicherweise fühlte sich Zuckerberg zu diesem Seelenverwandten hingezogen?

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ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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Theo
Gast
3 Jahre 10 Monate her

Die Idee hinter Instagram war die mobile Fotografie denke ich. Für alles andere gibts Flick. Die haben ganz einfach nachziehen müssen, da all das was jetzt von Instagram angeboten wird, sprich vanity- url usw. war mit dienste wie Statigram und Followgram schon früher möglich.

Just my two cents :)

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