Digitalisierung im Mittelstand: Aller Anfang ist einfach

Redaktion Dr. Web

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Digitalisierung – ein Schreckgespenst schwebt über der deutschen Wirtschaft. So könnte man jedenfalls meinen, wenn man sich die zurückhaltende Herangehensweise gerade der kleinen und mittelständischen Unternehmen anschaut.

Reizthema #1: Cloud-Anbindung

Besonders die Cloud sorgt für Verunsicherung. Daten aus dem Hause geben und in einer physikalisch nicht fassbaren virtuellen Umgebung speichern und sogar verarbeiten zu lassen, das gefällt dem deutschen Traditionsunternehmer nicht. Natürlich lassen sich für diese Zurückhaltung stets gute Gründe finden.

Vor allem die Speicherung im außereuropäischen Ausland darf man für eine weniger gute Idee halten. Mittlerweile gibt es indes eine ganze Reihe deutscher Cloudanbieter, bei denen zumindest dieses Argument wegfällt. Sicherlich mag es auch darüber hinaus Überwindung kosten, sich mit der Idee anzufreunden, dass die eigenen Daten nicht mehr auf dem eigenen Grundstück eingezäunt werden können. Damit allerdings muss der Mittelständler klar kommen. Denn ohne die Cloud wird es schwer im Wettbewerb.

Rasant steigende Cloud-Verarbeitungskapazitäten lassen sich wirtschaftlich nicht am eigenen Standort abbilden. Wer wettbewerbsfähig bleiben will, wird sich über kurz oder lang der Cloud-Idee öffnen müssen.

Reizthema #2: Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI)ist ein weiteres Digitalisierungs-Thema, das eng verknüpft ist mit der Cloud. Denn nur in der Cloud stehen die Rechenkapazitäten zur Verfügung, die es für fortgeschrittene KI-Projekte braucht. Egal, ob es um Sprachprozesse oder Verfahren des Deep Learning geht, genügend Prozessorpower ist das A und O.

Alle im Zusammenhang mit der Erbringung von Intelligenzleistungen, die bislang dem Menschen vorbehalten waren, verwendeten Technologien finden sich unter dem Oberbegriff der KI wieder. Künstliche Intelligenz ist demnach heutzutage nichts anderes als ein Sammelbegriff, den man verwendet, wenn man nicht zu sehr ins Detail gehen will.

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Im Grunde sind heutzutage stets Methoden des „Deep Learning” mit neuronalen Netzen gemeint, wenn von künstlicher Intelligenz die Rede ist. Der rasante Fortschritt, der in den letzten Jahren durch „Deep Learning” erreicht wurde, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es zum einen immer leistungsfähigere Hardware für die erforderlichen Rechenoperationen gibt, zum anderen aber auch immer größere Datenmengen unproblematisch für das initiale Training der neuronalen Netze zur Verfügung stehen.

Mittlerweile sendet fast jedes Bauteil, jedes Werkzeug in der industriellen Produktion Daten. Das bringt uns zum

Reizthema #3: Das Internet der Dinge

Dem Internet der Dinge wird besonders in Deutschland, wegen seiner starken Industrie, höchstes Potenzial zugesprochen. Immerhin verlegte sogar die altehrwürdige IBM ihr Forschungszentrum zum “Internet der Dinge” (IoT) nach München. Es ist das einzige globale Forschungszentrum des Konzerns außerhalb der USA.

Neben den mit Teilintelligenz ausgestatteten eigenständigen Bauteilen mit Internetzugang sind es vor allem die immer omnipräsenter werdenden Sensoren, die für die Verfügbarkeit großer Datenmengen sorgen werden. Die Auswertung dieser Daten und ihre Einflussnahme auf bestehende und künftige Prozesse bietet die Möglichkeit der Verschlankung und Beschleunigung ganzer Wertschöpfungsketten.

Digitalisierung läuft längst

So mancher Klein- und Mitelständler erschreckt sich indes völlig unnötigerweise vor dem Begriff der Digitalisierung. Dabei wissen offenbar viele gar nicht, dass sie bereits selbst mitten im Prozess stecken. Denn zur Digitalisierung gehören auch Maßnahmen, wie die eigene Website, die digitale Markenkommunikation oder individuelle (Teil-)Lösungen für spezifische Anwendungsbereiche.

Ohne Software, Computer, Smartphones und Internet arbeitet heute kaum noch ein Unternehmen. Man darf also mit Fug und Recht sagen, dass sich diese Unternehmen im Prozess der Digitalisierung befinden. Manchem mag dieser Prozess zu langsam gehen, aber er läuft.

Es muss nicht gleich die gesamte Wertschöpfungskette durchdigitalisiert werden. Unternehmen müssen nach ihrem eigenen Zeitplan den Umstieg ins nächste Zeitalter finden.

Manch einer rät dabei zur Eile. In verschiedenen Branchen hat sich zwischenzeitlich in der Tat gezeigt, dass heute nicht mehr der Große den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen frisst. Unternehmen, wie Kodak oder Nokia, können eine traurige Waise darüber anstimmen. Dabei gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass diese Langsamen gleichzeitig auch Große waren.

Gerade die KMU sind jedoch in der Regel noch klein und wendig genug, sich dann schnell zu bewegen, wenn es erforderlich wird. Bevor also in diesem Bereich die Digitalisierung mit der Brechstange betrieben wird, sollten die erforderlichen Schritte sorgfältig abgewogen, solide entschieden und dann konsequent gegangen werden.

Auf die eigene Website sollte keiner verzichten

Zwischen abgehängt und ganz vorne dabei gibt es also eine große Bandbreite. Was indes heutzutage gar nicht mehr geht, sind Unternehmen, die den Trend vollkommen verschlafen. Verschiedene Studien weisen verschieden hohe Grade an unternehmerischen Internetverweigerern aus. Danach haben zwischen 15 und 30 Prozent der deutschen klein- und mittelständischen Unternehmen noch immer keine eigene Website. Bei den Großunternehmen liegt diese Quote im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Fehlt die Website, darf davon ausgegangen, dass das komplette digitale Mindset fehlt. Die Ausrichtung in Richtung digitales Business hat bislang nicht stattgefunden. Das ist sicherlich eines der größten Hemmnisse auf dem Weg in ein neues Zeitalter, dessen Eintreten sich auch durch störrische Verweigerung nicht wird aufhalten lassen.

Um hier schnell zu veränderten Startbedingungen zu gelangen, bedarf es der Nutzung versierter Fachkräfte, denn für eigene Experimente ist die Zeit zu knapp. Hier empfehlen sich sogenannte Full-Service-Agenturen, die alle Facetten der digitalen Markenkommunikation abdecken können. Verschiedene Agenturen, darunter die Bonner Credia, haben sich auf KMU als Kunden spezialisiert und können dabei helfen, den bestehenden Rückstand besonders schnell und effizient aufzuholen.

Fazit: Weder Panik, noch Nachlässigkeit, sind den KMU zu empfehlen

Die meisten KMU befinden sich auf dem Pfad zur Digitalisierung und sollten sich durch den Hype, den der Begriff selber erzeugt, nicht beirren lassen. KMU allerdings, die bislang sogar auf eine Website und andere digitale Formen der Markenkommunikation verzichten, sollten sich alsbald in kompetente Beratung begeben und diesen Wettbewerbsnachteil unverzüglich beheben.

Redaktion Dr. Web

Unter der Bezeichnung "Redaktion Dr. Web" findest du Beiträge, die von mehreren Autorinnen und Autoren kollaborativ erstellt wurden. Auch Beiträge von Gastautoren sind hier zu finden. Beachte dann bitte die zusätzlichen Informationen zum Autor oder zur Autorin im Beitrag selbst.

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Martina Wenk
Gast

Trotz der Eile sollte gerade der Mittelstand seine Maßnahmen durchdenken und validieren. Wer als erster die passende Lösung für die Kundenbedürfnisse hat gewinnt, nicht der der am schnellsten irgendwas digitales hat :)

Digitalisierung
Gast

Vielen Dank für den Umriss der verschiedenen Themen.
Die Digitalisierung ist ein unaufhaltbarer Zukunftstrend für den Mittelstand.
Ich bin gespannt, wie er sich in der Praxis entwickeln wird.

Chris
Gast

Hey,

toller Beitrag. Für alle, die es interessiert, hier noch ein weiterführender Beitrag zum Thema Digitalisierung und Mittelstand: https://www.unternehmerich.de/Digitalisierung.html

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