Contentmarketing für Onlineshops: Praxis-Tipps

Kein Beitragsbild

Marco De Micheli

Marco De Micheli ist seit über 10 Jahren Verlagsleiter des PRAXIUM-Verlages in...

Contentmarketing ist eine der wesentlichen und einschneidensten Veränderungen in der Welt des Marketings und der Kundenkommunikation. Wem es gelingt, diesen positiven Trend sowohl im eigenen wie auch im Interesse der Kunden zu nutzen, profitiert in mehrfacher Hinsicht. Dass dies für Webshops genau so gilt und genauso praktiziert werden kann, zeigen die folgenden Beispiele und Informationen für ein systematisches sich auf das Wesentliche konzentrierendes Vorgehen.

book-92771_640

Zielsetzung: Was wollen wir mit Contentmarketing erreichen?

Ziele sind wohl in den meisten Fällen die Gewinnung neuer Kunden oder die Stärkung der Kundenbindung, d.h. die Erhöhung der Folgekäufe. Zumindest ein Teilziel des Contentmarketings für Webshops kann aber auch die Gewinnung von Newsletter-Abonnenten oder die Steigerung des Bekanntheitsgrades sein, beispielsweise bei Shopgründern. Die Zielsetzung sollte vor allem zwei Aspekte enthalten: Die Zielgruppen und den zur Erreichung des Kernzieles zu erarbeitenden Inhalt.

Zielgruppen: Wen wollen wir erreichen und ansprechen?

Hier geht es darum, zu  entscheiden, welche Zielgruppe ein Shop mit seinem Contentmarketing erreichen will. In dem meisten Fällen werden dies die Kernzielgruppen des Shops sein. Hier sind Unterteilungen in verschiedene Segmente, beispielsweise berufliche oder private Anwender möglich, Käufergruppen nach Umsatzvolumen oder aber andere Zielgruppen wie Experten oder Meinungsbildner.

Bei einem Shop mit Fitnessartikeln und -geräten könnte eine Zielgruppendefinition lauten: „Unsere Kernzielguppen für unser Contentmarketing sind gesundheitsbewusste und fitnessaktive Frauen und Männer mit überdurchschnittlicher Kaufkraft“.

belly-2473_640
Probates Mittel im Storytelling zu Fitness-Themen: Zu große Hose suggeriert geringen Bauchumfang ;-)

Contentbedürfnisse: Was interessiert am meisten?

Kennt man nun die Zielgruppe, ist der nächste wichtige Schritt, deren Informationsbedürfnisse zu eruieren oder zu definieren, was nicht zwangsläufig mit den Produkten und dem Shop im Zusammenhang stehen muss. In der Praxis ist es aber, vor allem beim Ziel der Neukundengewinnung, oft am sinnvollsten, einerseits den Kernnutzen oder Problemdruck seiner Hauptzielgruppen in Erfahrung zu bringen, der im direktesten Zusammenhang mit dem Shop und seinen Produkten steht.

Informationsbedürfnisse können beispielsweise durch Umfragen, Kommentare von Followern bei Twitter oder Analysen von Blog- und Forenbeiträgen eruiert werden. Auch die Analyse von Keywords, über die Webbesucher auf Ihren Shop gelangen oder in diesem suchen, die Themen der Leaderprodukte und die Google-Trendsuche unter www.google.com/trends können interessante Hinweise geben. Hilfreich kann das Berücksichtigen verschiedener Bedarfsmotive sein, wie Sicherheit, Erfolg, Komfort, Reputation, Karriere, Unterhaltung und mehr.

Welche Inhalte stiften den grössten Nutzen?

Auf diesem Weg erfährt unser Fitness-Shop, dass die optimale Fitnessgeräte-Nutzung, die Zeitplanung von Fitnessaktivitäten, die Ernährung, fitnessgerechtes Verhalten im Alltag und bei Frauen die Gewichtskontrolle die grössten Informationsbedürfnisse sind. Dies können einfache Zusatzseiten im Shop abdecken, E-Booklets für den Download, Videoinformationen zu einem aktuellen Thema, ein Blog mit Expertentipps oder ein Forum  für den Erfahrungsaustausch von Kunden. Je nachdem ist das Storytelling mit emotionalen Inhalten ein erfolgversprechender Weg. Um den Aufwand zu reduzieren und gleichzeitig die Kompetenz und Qualität des Contents zu erhöhen, kann man auch Experten beiziehen und diese zum Beispiel für Interviews gewinnen.

Die Kernfrage ist: Welche Themen vermitteln wir wie in welchen Medien und an welchen Orten? Empfehlenswert sind Kooperationen mit Inhalteanbietern, branchenverwandten Dienstleistern und Experten.

Contentproduktion: Wie erarbeiten wir die Inhalte?

Hier geht es primär um das Verfassen der Inhalte und deren Produktion bzw. Übermittlung in den geeignetsten Datenformaten. Die wesentlichen Fragen sind auf einen einfachen Nenner gebracht, was (Nutzungstipps) man wie (Anleitung, Lösungstipps, Checklisten) womit (Videos, E-Booklets, Blog) an Inhalten (wo und wie oft) erarbeitet. Für das Suchmaschinen-Ranking sind für das Auffinden und die Sichtbarkeit wertvollen Contents Keywords und Keyworddichte stets zu beachten.

company-186980_640

Veröffentlichung und Verteilung: Wo verteilen wir die Inhalte?

Hier kommt wieder die Zielgruppe ins Spiel, also die Wahl von Orten und Medienformen, wo sich die Kernzielgruppen aufhalten und welche Medienformen sie präferieren. Dann gilt es, die Inhalte so zu verteilen, dass man von ihnen möglichst viele in der besten Frequenz erreicht – und für die Inhalte begeistert. Dies kann nun im Shop selber stattfinden,  in einem Newsletter enthalten sein oder aber auch an Orten stattfinden, an denen die Shop-Produkte bewusst nicht anzutreffen oder vorhanden sind.

Auch Social Media-Plattformen wie Facebook, Google+, Foren, Blogs oder Youtube sollten hier einbezogen werden, um die Beachtung zu steigern und die Reichweite zu erhöhen. Mit Likes und Dialogen hat man so zudem die Chance, dass Inhalte geteilt, diskutiert und weiter empfohlen werden. Außerdem erscheint es rationell, einmal erarbeitete Inhalte in verschiedenen Formen mehrmals modifiziert oder gekürzt und auf die jeweiligen Medienformen ausgerichtet und passend, zu verwenden.

Erfolgskontrolle 

Eine Erfolgskontrolle sollte sicherstellen, welche Inhalte von welchen Zielgruppen wo am meisten beachtet werden. Dies bildet die Basis für Content- bzw. Redaktionspläne und zielgerichtetes Vorgehen, um die Informationsbedürfnisse der Zielgruppen nicht aus den Augen zu verlieren. Google Analytics, Monitoring-Tools, Teilnahme an Social Media-Dialogen und Kunden-Feedbacks sind hierfür mögliche Instrumente.

(dpe)

Marco De Micheli

Marco De Micheli ist seit über 10 Jahren Verlagsleiter des PRAXIUM-Verlages in Zürich. Als ehemaliger Marketingleiter und Projektleiter Neue Medien ist ihm auch in dieser Funktion das Marketing ein zentrales Anliegen und ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Deshalb hat er dazu ein Buch geschrieben, das sich auf ganzheitliche, praxisnahe und vor allem sehr verständliche Weise mit dem Onlinemarketing für Webshops befasst. Dabei geht De Micheli neben anderen Themen detailliert auf den Bereich Contentmarketing ein. Sein Buch finden Sie hier: Onlinemarketing-Praxis für Webshops / ISBN: 978-3-906092-26-3

Sortiert nach:   neueste | älteste | beste Bewertung
Dr. Josef Reindl
Gast

Danke für diesen guten Überblick. Nur eine Ergänzung: Um möglichst günstig an hochwertigen Content zu kommen, empfiehlt es sich für Shopbetreiber, bei Herstellern und Lieferanten nachzufragen. Meiner Erfahrung nach gibt es bei diesen manchmal Content, der noch nie online war, aber für Shop-Besucher von großem Nutzen ist.

Daneben könnten auch thematisch verwandte Webseiten als potentielle Lieferanten von kostenlosen Inhalten kontaktiert werden. Ein Beispiel um beim Thema Fitness zu bleiben: Ein Shop-Betreiber könnte ein Sporthotel um eine Schilderung der Erfahrungen bitten, die man mit bestimmten Fitness-Geräten gemacht hat. Und bekommt im Gegenzug einen Link.

trackback

[…] Artikel-Sammlung von t3n Das Contentlab aus der Schweiz Content Marketing Institute c:m Content Marketing CM-Blog von Marc Schaefer Gratis-E-Book von c:m Blog von King Content Amazon Buch Angebote Slides bei Slideshare Video-Beiträge von Youtube Die besten Blogs (englisch) Infografiken und Pins Twitter-Tweeds Seminare zum Content Marketing Know-how-Ressourcen Interessante Fallbeispiele Content Marketing für Onlineshops […]

wpDiscuz