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CMS Joomla! – Ein Alleskönner unter der Lupe: Arbeiten mit Joomla!

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Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals...

Joomla! eignet sich für die Verwaltung und Organisation eines kleinen bis mittleren Internetprojekts mit mehreren Autoren. Die Inhaltsseiten dürfen nicht zu zahlreich werden und die Organisationsstruktur darf keine besondere Tiefe erfordern. Dann können Seitenbetreiber die benutzerfreundliche Joomla!-Verwaltung nutzen und die Vielseitigkeit des Systems voll ausschöpfen.

Im Gegensatz zu anderen „Alleskönnern“ unter den Content-Management-Systemen wie Typo3 stellt Joomla! keine hohen technischen Ansprüche. Auf Clientseite reicht ein moderner Browser, beispielsweise Firefox ab Version 1.5. oder Internet Explorer ab Version 6. Javascript muss aktiviert sein, da das Frontend sonst nur eingeschränkt genutzt und auf das Backend gar nicht zugegriffen werden kann. Auf Serverseite verlangt Joomla! 50 Megabyte Speicherplatz, einen Apache Webserver (1.13.19 oder höher), eine MySQL-Datenbank (3.23.x oder höher) und PHP (4.3.10 oder höher).

Installation

Die neueste Joomla!-Version kann kostenlos als ZIP-Archiv heruntergeladen werden. Dieses muss entpackt und mittels FTP an den Server gesendet werden. Nun kann man das Verzeichnis im Webbrowser aufrufen und den Installationsanweisungen Schritt für Schritt folgen. Am Ende muss noch per FTP der Installationsordner auf dem Server entfernt werden.

Frontend

Optisch gestaltet werden Joomla!-Websites mittels Templates. Dadurch sind Inhalt und Aussehen voneinander unabhängig und kreativen Grafikern keine Grenzen gesetzt.

Das mit der Installation mitgelieferte Beispiel-Layout zeigt die vielseitigen Möglichkeiten an Modulen und Erweiterungen. Links oben das Joomla!-Logo und daneben ein Feed. In der linken Spalte befinden sich verschiedene Menüs und ein Login-Modul. Zentral stehen die Inhalte, sowie zwei Module für die neuesten und beliebtesten Beiträge. Rechts werden noch weitere Module für Suchfunktion, Umfragen, „Wer ist Online?“ und Werbebanner gezeigt. Diese Standards können durch weitere Menüs, Module oder Komponenten ergänzt oder ausgetauscht werden. Wo diese Erweiterungen schließlich im Frontend auftauchen, wird durch die verschiedenen Templates bestimmt und über das Backend verwaltet.

Loggt sich ein User im Frontend ein, kann er darin Inhalte verfassen, bearbeiten und publizieren, sofern er die dafür nötigen Zugriffsrechte besitzt. Mittels WYSIWYG-Editor sind die Beiträge ohne HTML-Tags oder anderen Kürzeln leicht zu formatieren. Dank eines Plug-ins ist es schon beim Standard-Editor (TinyMCE) möglich, Bilder hochzuladen und einzufügen.

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Backend

Betrachtet man die Fülle an Funktionen, Möglichkeiten und Erweiterungen von Joomla!, muss man davon ausgehen, dass dahinter eine komplexe Verwaltung steckt. Um diese bedienen zu können, benötigt man eine gewisse Einarbeitungszeit. Danach gestaltet sich die Arbeit im Backend allerdings durchwegs benutzerfreundlich.

Dies liegt an der einfachen Struktur, mit der Joomla! den Content verwaltet. Das System teilt die Seite in Bereiche, weist diesen Kategorien zu und in diesen Kategorien befinden sich die Beiträge. Baut man eine Seite auf, so erstellt man zuerst die Bereiche und danach die jeweils dazugehörenden Kategorien. Verfasst man dann Beiträge, also den tatsächlichen Content, so muss man dabei Bereich und Kategorie angeben und der Inhalt steht im Frontend an der gewünschten Stelle. Nachteilig an dieser Struktur ist, dass man nie tiefergehende Organisation als diese drei Ebenen zur Verfügung hat. Bei zu vielen Inhaltsseiten verliert man dadurch die Übersicht.

Diese Drei-Ebenen-Struktur muss man kennen, um mit Navigation und Bearbeitung im Backend zurechtzukommen. Zu den wichtigsten Verwaltungsbereichen gelangt man auf kürzestem Weg dank der Buttons im „Kontrollzentrum“, der Hauptsite des Backends.

In den Verwaltungsbereichen erscheint immer zuerst eine Listenansicht. Jene Einträge, die man darin bearbeiten will, wählt man mittels Haken aus. Die Werkzeugliste rechts oben weist einem die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aus.

Danach befindet man sich bereits in der sogenannten Editieransicht, in der die Einträge schließlich erstellt oder verändert werden können. Diese Ansicht passt sich der Art des Eintrages an. Will man beispielsweise einen Beitrag im Backend verändern, öffnet sich der gleiche WYSIWYG-Editor wie im Frontend.

Benutzerverwaltung: Wer hat welche Rechte?

Joomla! organisiert die User in der Benutzerverwaltung, die über einen Button im Kontrollzentrum oder in der Navigation unter Site/Benutzer zu finden ist. Dort können Administratoren Benutzer anlegen, bearbeiten und löschen.

Grundsätzlich unterscheidet Joomla! zwischen Front- und Backend-Usern. Personen mit Zugang zum Backend haben generell alle im Frontend verfügbaren Rechte inne. Bei den Frontend-Usern wird über vier Gruppen festgelegt, ob sie Inhalte sehen, bearbeiten oder freischalten dürfen. Die folgende Liste ist nach Aktionsspielraum geordnet, wobei die nachstehenden Gruppen alle Rechte der davor stehenden besitzen:

  • Registriert: Diesen Status erlangen jene User, die sich selbst über ein entsprechendes Modul im Frontend registrieren. Sie können sich im Frontend einloggen und so in den privaten Bereich gelangen.
  • Autor: Autoren dürfen Inhalte verfassen. Bevor diese veröffentlicht werden, müssen sie jedoch durch einen Publisher oder Backend-User freigegeben werden.
  • Editor: Editoren dürfen zusätzlich noch fremde Inhalte im Frontend bearbeiten.
  • Publisher: Publisher können Inhalte verfassen, bearbeiten und freischalten. Dadurch wird es mit Joomla! möglich, die gesamte inhaltliche Arbeit auf Frontend-User zu übertragen.

Den Frontend-Usern übergeordnet sind die drei Gruppen der Backend-User. Nach zunehmendem Aktionsspielraum geordnet, heißen sie:

  • Manager: Manager haben Zugriff auf Beiträge, Kategorien, Bereiche, Frontpage, Menüs, Medien und das Archiv. Damit haben sie die nötigen Rechte alle inhaltlichen Funktionen zu verwalten.
  • Administrator: Einfache Administratoren können Module, Plug-ins und Komponenten verwenden und installieren. Zudem dürfen sie den Papierkorb leeren. Diese Gruppe hat aber keinen Zugriff auf Templates oder die globalen Einstellungen.
  • Super Administratoren: Super Administratoren haben alle Rechte innerhalb des Systems.

Allen Benutzern werden immer nur jene Optionen angezeigt, die für sie verfügbar sind. So bleibt die Verwaltungsoberfläche im Backend für Manager deutlich übersichtlicher als für Super Administratoren.

Deutlich weniger Spielraum bietet Joomla! bei der Verwaltung von Zugriffsrechten für den Content. Dabei unterscheidet das CMS nur auf drei Ebenen:

  • Öffentlich: Jeder Besucher der Homepage kann diese Inhalte sehen.
  • Registriert: Um auf diese Inhalte zugreifen zu dürfen, muss der Nutzer angemeldet sein.
  • Admins: Nur jene User haben Zugriff, die mindestens der Gruppe „Autor“ angehören.

Diese Beschränkung auf lediglich drei verschiedene Zugriffslevels gilt als eine Schwäche des CMS Joomla!. Viele Seitenbetreiber schätzen es, den Zugriff auf mehreren Ebenen oder im Idealfall individuell verwalten zu können. ™

Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.