Burst und Freephotos.cc: Zwei neue Anbieter für kostenlose Fotos

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Obwohl es einen breiten Markt mit Anbietern für kostenlose Fotos gibt, sind Neueinsteiger doch immer willkommen. Zum einen, weil man sowieso nie genug Bildmaterial haben kann. Zum anderen, weil die thematische Breite trotz vieler Anbieter noch Verstärkung gebrauchen kann. Vor allem Burst kann hier überzeugen.

Burst: Kostenlose Fotos aus dem Hause Shopify

Das der neue Dienst Burst aus dem Hause Shopify stammt, erkennst du schon an der URL. Burst wird als Subdomain unter burst.shopify.com betrieben. Shopify ist eine E-Commerce-Plattform für jedermann, die sich inzwischen über mehr als 350.000 Shopanbieter freuen kann.

Burst: Landing Page (Screenshot: Dr. Web)

Mit Burst verfolgen die E-Commerce-Experten einen erweiterten Content-Marketing-Ansatz, indem sie hochwertiges Fotomaterial kostenlos unter der Lizenz Creative Commons Zero, vergleichbar der Public Domain, bereitstellen. Dabei gehen sie äußerst sorgsam vor und liefern nicht etwa den zehnten Klon des dritten Fotodienstes.

Die Bilder auf Burst unterscheiden sich sowohl thematisch, wie auch hinsichtlich ihrer Machart von den Bildern, die wir in multiplen ähnlichen Ansichten auf anderen Plattformen finden können. Shopify legt großen Wert auf professionelle Qualität. Bilder werden wöchentlich hinzugefügt.

Wenn du über neues Bildmaterial auf dem Laufenden gehalten werden möchtest, könntest du den angebotenen E-Mail-Newsletter abonnieren. Erforderlich ist weder das, noch eine anderweitige Registrierung. Wenn du auf ein dir gefallendes Bild stößt, kannst du es umstandslos herunterladen.

Das Fotomaterial auf Burst kommt in Auflösungen von 13 Megapixeln. Zumindest war das die Standardauflösung, die ich während meines Tests vorfand. Damit ist das Material auch für Printprojekte geeignet, sofern es nicht um Plakatwände und andere Großformate geht.

So findest du das richtige Bild

Der Zugang zu den Fotos erfolgt auf mehrere Arten. Zum einen scrollst du direkt von der Startseite durch die nach Aktualität sortierten Bilder. Eine Pagination am unteren Seitenende erlaubt dir das Blättern durch das Fotogrid. Lazy Loading setzt Shopify nicht ein. Ich persönlich begrüße das, denn mir liegt eine seitenweise Ordnungsstruktur einfach mehr. Zudem laden die meisten Fotoseiten dann auch wirklich lazy im Sinne von langsam, was wohl nur wenigen Netzbenutzern nichts ausmachen dürfte.

Eine weitere Möglichkeit, das gewünschte Bild zu finden, besteht in der Freitextsuchfunktion. Dabei durchsucht das System den Bildkatalog nach zuvor vergebenen Tags. Eine Mischung von Namensfragmenten verschiedener Tags führt dazu, dass kein Ergebnis gefunden wird. Die Suchfunktion ist also nur minder intelligent.

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Wenn dir ein Bild zusagt, ist es naheliegend, dass dir womöglich ähnliche Fotos ebenfalls zusagen werden. Da ist es gut, dass die Bilder getaggt sind, wobei die verwendeten Tags klickbar sind und auf diese Weise eine weitere Ergebnisliste generiert werden kann.

Die letzte Möglichkeit, das Bildmaterial zu durchforsten, besteht in den von Shopify vorkonfektionierten Sammlungen, den sogenannten „Popular Collections”. Hier findest du jeweils alle Bilder, die sich eindeutig einem bestimmten Thema, so etwa Yoga oder Coffee oder Frühstück oder Baby oder oder, zuordnen lassen.

Klickst du innerhalb der Grid-Übersicht auf ein Foto, wechselst du in eine Detailansicht, von der aus du das entsprechende Bild direkt herunterladen kannst. Hier erfährst du auch, welchem Fotografen du dankbar sein solltest. Der Link zu den Lizenzbedingungen führt stets zu dieser Standardseite, nämlich den Servicebedingungen des Dienstes allgemein.

Burst: Detailansicht des einzelnen Fotos. (Screenshot: Dr. Web)

Neben Bildmaterial bietet Burst Geschäftsideen und Kurzanleitungen zur Umsetzung. So kannst du dich etwa darin unterweisen lassen, wie du Kaffee übers weltweite Netz an den Mann und die Frau bringen kannst. Das passende Bildmaterial für deinen entsprechenden Onlineshop liefert dir Burst gleich mit.

Alles in allem ist Burst eine Bereicherung im Reigen der Anbieter für kostenlose Fotos und sollte prominenter Teil deiner Bookmarksammlung werden.

Freephotos.cc: Foto-Zapfstelle integriert verschiedene Anbieter

Freephotos.cc ist weniger ein Anbieter für kostenlose Fotos als ein zentraler Zugangspunkt für die Angebote verschiedener Anbieter für kostenlose Fotos. Klar, soweit?

Freephotos.cc greift über die APIs bereits existierender Dienste, wie etwa Unsplash oder Pexels auf deren Bestände zu und stellt sie gesammelt auf der eigenen Plattform bereit. Dabei erreichst du den Bildbestand zum einen per endlos scrollender Startseite, die während des Scrollens den Grid nachbefüllt. Zum anderen steht eine Freitextsuche zur Verfügung.

Freephotos.cc: Zentrale Anlaufstelle für mehrere Dienste. (Screenshot: Dr. Web)

Detailseiten, wie auf Burst, gibt es bei Freephotos.cc nicht. Ein Klick auf ein Bild im Grid führt dazu, dass dieses Bild groß angezeigt wird. Ein beim Hovern erscheinender Download-Button erlaubt dabei aber auch den Zugriff auf den direkten Download, ohne das jeweilige Bild erst in die Großansicht versetzen zu müssen.

Tags und sonstige Kategorisierungen suchst du vergeblich. Der Betreiber gibt an, dass alle Fotos unter der Lizenz Creative Commons Zero stehen und dementsprechend völlig frei zu jeglichem Zweck verwendet werden dürfen. Es empfiehlt sich, diese Aussage nicht ungeprüft zu übernehmen, sondern bei jedem Bild im Einzelnen zu prüfen, welche Lizenz dem Foto zugeordnet ist. Im Normalfall ist das kein sonderlich großer Aufwand, denn der Klick auf den Downloadbutton bringt dich ohnehin zur Originalseite des jeweiligen Bildes auf dem jeweiligen Quelldienst. Dort kannst du dich dann vergewissern, welche Vorgaben einzuhalten sind.

Freephotos.cc ist kein Must-Have. Dennoch kann es sich lohnen, es im Rahmen der großangelegten Bildersuche mit im Portfolio zu haben. Einen Blick ist es allemal wert.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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Michael
Gast

Sehr cool! Ich nutze meist Pixabay, auch eine sehr coole Seite. Aber die hier werde ich mir auch genauer ansehen! Man kann nicht genug kostenlose Fotos haben :) VG Michael

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