Bloggen für Einsteiger Vol. 4: Die optimale Sidebar

Unsere kleine Serie „Bloggen für Einsteiger“ hat bislang die Auswahl der richtigen Domain und des richtigen Webhosters behandelt, sowie gute Tipps für eine Grundausstattung mit Plugins und einem Theme gegeben. Zudem haben wir noch viele nützliche Tipps, Tricks und Ressourcen für wirklich gute Inhalte für dich zusammengestellt. Heute beschäftigen wir uns mit einem Thema, das auch bei erfahrenen Bloggern gern in Vergessenheit gerät – die Sidebar.

Bloggen für Einsteiger: Die Sidebar, das unbekannte Wesen [#4]

Die Sidebar ist das Element, welches auf den meisten Blogs weltweit gern vernachlässigt wird. Entweder ist sie völlig überladen mit allen möglichen Widgets, oder mit Werbung vollgestopft. Wie es scheint, hat sich kaum jemand Gedanken darüber gemacht, welche Elemente in einer Sidebar wirklich nützlich sind und wie sie aufgebaut sein sollte.

Daher wage ich heute einmal eine Empfehlung und vermittele dir, welche Bestückung wirklich Sinn ergeben kann. Doch zuerst werfen wir einen Blick auf die Dinge, die du leicht falsch machst.

Übliche Sidebar-Fehler

Die Sidebar scheint für viele Blogger das Allheilmittel für eine extreme Feature-Vielfalt zu sein. Das jedoch ist keine sehr gute Strategie. Werfen wir also einen kurzen Blick auf die Fehler, die du mit deiner Sidebar machen kannst:

1 – Zu viele Widgets

Eine Sidebar sollte nicht überladen sein. Nicht jedes Widget, was vorhanden ist, muss genutzt werden. Hier sollte genau ausgesiebt werden, was wirklich wichtig ist. Tag-Clouds, Kalender, neueste Beiträge, neueste Kommentare, Autor-Bio, Social-Media-Buttons, die neuesten Videos, mehrere Newsletter-Formulare, und dann noch kräftig Werbe-Banner. Deine Besucher werden von dieser Masse an Informationen erschlagen und nehmen keines der Features mehr wahr.

2 – Unübersichtliche Vielfalt an Widgets

Wenn du wie in Punkt eins aufgeführt einfach zu viele Funktionen und Widgets in deiner Sidebar hast, dann wird sie sehr schnell unübersichtlich und verfehlt damit völlig ihren Zweck. Zudem gibt es durchaus den einen oder anderen Besucher, den du mit einer »Messy-Sidebar« vergraulen wirst. Für Besucher ist dann der Zweck der Seitenleiste nicht mehr ersichtlich. Zu leicht beziehen die Menschen das dann auf den Rest deines Blogs.

3 – Alle Default-Widgets aktiviert lassen

Wenn du WordPress installierst oder ein neues Theme aktivierst, dann passiert es leicht, dass sich viele der Standard-Widgets in deine Seitenleiste setzen. Daher ist es ratsam, diese zu kontrollieren und alle Widgets zu entfernen.

4 – Die berüchtigten Blognetzwerke

Blognetzwerke mögen toll sein, jedoch bewirken sie in der Regel recht wenig für dich. Diese Backlink-Banner gehören definitiv nicht in die Sidebar. Meiner Meinung nach nicht mal auf die Website. Du wirst kaum Traffic feststellen können, der von diesen Netzwerken kommt, gibst ihnen dafür jedoch einen »Follow-Link« auf ihre Website. Sie gewinnen dadurch mehr Sichtbarkeit in den Suchergebnissen, du hingegen verlierst, weil du keinen korrekten Gegenwert bekommst.

Zudem machen diese Buttons einen schlechten Eindruck auf deine Besucher, denn diese könnten leicht meinen, du seist auf diese Blog-Netzwerke angewiesen. Lass es daher sein! Du brauchst diese Netzwerke nicht.

Google-Werbung in der Sidebar? Nein!

Keine Google-Werbung in der Sidebar, das schadet dir!
Keine Google-Werbung in der Sidebar, das schadet dir!

Das ist mit Sicherheit der schlimmste Fehler, den angehende Blogger begehen können. Wenn du einen Blog startest, solltest du überhaupt keine Werbung ausliefern. Du willst Leser gewinnen. Das geht jedoch nur, wenn diese Leser Vertrauen zu dir gewinnen können.

Das können sie nur, wenn sie das Gefühl haben, du möchtest ihnen bei einer Problemlösung helfen, sie unterhalten oder Wissen vermitteln. Zudem versaut dir der Einsatz von Google Adsense die Ladegeschwindigkeit deines Blogs, und die ist ein Rankingfaktor im Google-Index.

Für den Einsatz von Werbung auf einem Blog kann es aus meiner Sicht nur einen Grund geben: du musst vom Schreiben deinen Lebensunterhalt bestreiten. Dann ist Werbung angebracht und nur dann. Mein persönlicher Blog zum Beispiel ist ein – wenn auch noch kleiner Teil – meines Einkommens, das ich mir zusammenschreiben muss.

Deshalb wirst du dort innerhalb der Artikel einen einzigen Werbeblock von Google finden. Zusätzlich ist bei mir in der Sidebar ein statischer Werbeblock für mein eBook geführt. Mehr nicht, und das wird auch noch lange Zeit so bleiben.

Wenn Google Adsense, wo einfügen und warum?

Grundsätzlich: wenn Google Adsense Werbung, dann innerhalb des Artikels und auch nur ein einziges Mal. Erstens ist das der beste Werbeplatz, der am meisten Klicks erzeugt, zweitens tolerieren die User eine Google-Werbung. Dieser eine Platz reicht bereits aus, um ein nettes, passives Einkommen zu generieren.

Allerdings: Google Adsense lohnt sich nur, wenn du bereits recht ordentlich Traffic auf deinem Blog hast. Das erste Jahr solltest du definitiv darauf verzichten und selbst dann den Werbeblock nur einbauen, wenn du mindestens 20.000 Besucher monatlich auf deiner Website hast. Vorher lohnt es sich nicht, du wirst nur Cent-Beträge generieren.

Da es eine Auszahlungsgrenze von 70.- Euro bei Google gibt, kannst du unter Umständen mit wenig Besucherstrom auch zwei Jahre auf das erste Geld warten. Ist es das wirklich wert? Lasse besser die Finger von Werbung.

Ganz deutlich: In die Sidebar gehört definitiv keine Google-Werbung und auch keine ähnliche Werbung. Vor allem nichts, was blinkt und animiert ist. Das wäre die beste Art, deine Besucher zu vergraulen und immer weniger Traffic, anstatt immer mehr davon zu bekommen.

Solltest du jedoch unbedingt einen Werbeblock innerhalb der Artikel nutzen wollen, dann kopiere und ergänze diesen Code und füge ihn in die functions.php deines Themes ein:

Die korrekte Bestückung einer Blog-Sidebar

Intelligent bestückt, kann die Seitenleiste ein wichtiges Element deines Blogs sein, dass dich in deinem Bemühen, einen gut besuchten Blog aufzubauen, wesentlich unterstützen kann. Daher solltest du in dich gehen und genau überlegen, welche Elemente in der Sidebar wirklich Sinn ergeben. Bedenke stets, dass die Seitenleiste den Inhaltsbereich unterstützen und ergänzen soll. Hier also mein Vorschlag einer sinnvollen Bestückung in der korrekten Reihenfolge (von oben nach unten):

1 – Social-Media Follow-Buttons

Deine Besucher müssen auf den ersten Blick erkennen können, auf welchen Social Networks du präsent bist und wo sie dir folgen können. Du solltest dich für die wichtigsten Sozialen Netzwerke entscheiden und nicht bei jedem gleich Mitglied werden und das auch so verlinken. Weniger ist mehr. Verlinke nur die Netzwerke, in denen du auch aktiv bist. Vergiss dabei nicht, deinen RSS-Feed ebenfalls mit zu verlinken.

Auch wenn RSS heute auf dem absteigenden Ast ist, so existieren immer noch viele Menschen, die sich neue Artikel gern im Feed-Reader anschauen und lesen. Übrigens: dein Feed sollte stets den vollen Inhalt zeigen, nicht nur den Excerpt. Denn das nehmen viele Menschen negativ wahr und dir übel.

2 – Deine Autoren-Bio – mindestens als Auszug

Unterhalb deiner Follow-Buttons sollte eine kurze Autoren-Biografie ihren Platz finden. Ganz egal, ob du ein professioneller Blogger bist oder einen persönlichen Blog führst, deine Identität ist alles. Du fügst deinem Blog damit eine menschliche Note hinzu und gibst ihm eine Identität. Zudem arbeitest du auf diese Art daran, eine Marke zu werden.

Doch auch die Besucher einer Website wissen gerne, wer für sie schreibt, wer hinter dem Projekt steht. Es ist außerdem einer der schnellsten Wege, um sich Vertrauen zu schaffen. Eine gute Autoren-Bio enthält einen Auszug aus deiner »Über mich«-Seite, die du unbedingt anlegen solltest. Sie ist eine der vier Seiten, die jedes Blog haben sollte.

Dr. Web: Grundausstattung: Diese vier Seiten braucht Dein Blog

Eine optimale Autoren-Bio – Plugin Download

Eine gute Autoren-Bio in deiner Sidebar enthält eine kurze und knackige Beschreibung von dir,  deine Motivation, ein gutes Bild von dir und einen Link zu deiner »Über mich«-Seite. Ich habe gerade ein kleines Plugin dafür geschrieben, das in den nächsten Tagen auch in das Plugin-Verzeichnis von WordPress einsortiert werden wird. Eine deutsche Übersetzung ist vorhanden. Du kannst es bereits jetzt hier auf Dr. Web herunterladen:

Techbrain About Widget Download

Screenshots:

screenshots

3 – Ein Newsletter-Formular

Solltest du einen Newsletter anbieten wollen, ist einer der besten Plätze dafür in der Sidebar zu finden. Wichtig ist nur, dass das Formular auffällt. Es darf sich durchaus farblich sehr deutlich abheben, denn der User muss es zur Kenntnis nehmen können. Zudem steigert eine deutliche Sichtbarkeit die Anzahl der Abonnenten.

4 – Beliebte oder empfohlene Beiträge

Es existieren ungezählte Plugins, die deine beliebtesten Beiträge anzeigen können. Eines davon ist WordPress Popular Posts. Beliebte Beiträge werden immer dynamisch generiert und durch die Anzahl der Besuche oder die Anzahl der Kommentare ermittelt. Allerdings hast du keinerlei Kontrolle über die Ausgabe dieser Beiträge. Vielleicht sind deine populärsten Beiträge auch nicht deine Besten.

Daher empfehle ich dir anstatt der Verlinkung der populärsten Beiträge deine besten Beiträge zu verlinken. Das geschieht manuell. Du suchst dir die Artikel heraus, die deiner Meinung nach deine gelungensten Beiträge sind und verlinkst diese mittels Text-Widget. Hier hast du nun zwei Möglichkeiten zur Auswahl: erstens kannst du eine einfache Liste erstellen mit Text-Links, zweitens kannst du »sprechende« Beitragsbilder verwenden und diese dann zu den Artikeln verlinken.

Empfohlene Beiträge optimal erstellen

Möglichkeit Nummer zwei ist die ansprechendere Version. Suche dir für jeden Beitrag ein passendes Bild. Hier findest du kostenlose und völlig frei zu verwendende Bilder:

Dr. Web: Kostenlose Fotos: 43 handverlesene Dienste für völlig frei zu verwendende Bilder

Nachdem du ein passendes Foto gefunden hast, musst du es noch mit dem Titel des zu verlinkenden Beitrags beschriften. Das kannst du ganz einfach und kostenfrei über den Online-Dienst Canva tun. Wir haben das Tool ebenfalls kurz vorgestellt:

Dr. Web: Canva.com – Online-Grafiken im Handumdrehen

Nachdem du dann deine Grafik erstellt hast, benutzt du ein Text-Widget und verlinkst die Grafiken dort auf deine Artikel. Der Code könnte so aussehen:

Text-Widget Beispiel

Ein Text-Widget mit zwei empfohlenen Beiträgen versehen.
Ein Text-Widget mit zwei empfohlenen Beiträgen versehen.

Bitte achte darauf, dass du nicht zu viele Beiträge empfiehlst. Mehr als vier sollten es nicht sein.

Wie wirklich gute Beiträge nach und nach entstehen

Wirklich erstklassige Beiträge entstehen nicht über Nacht und schon gar nicht während des Schreibens. Ganz im Gegenteil, sie sind das Resultat ständiger Überarbeitung und ebenfalls ein Produkt des radikalen Aussortierens schlechter Beiträge.

Dr. Web: Frühjahrsputz: 6 neue Wege mit alten Inhalten. Mache mehr aus deinem Blog

Motivierende Schlussworte

Gut besuchte Experten-Blogs entstehen nicht so schnell, wie man es gerne hätte. Viel Zeit und noch mehr Arbeit muss investiert werden. Ständig muss neuer Content hinzu und alter Inhalt verfeinert, ergänzt oder gelöscht werden. Blogs sind wie guter Wein. Sie brauchen Jahre, um zu reifen. Reifen können sie jedoch nur, wenn du ständig am Ball bleibst und jede Woche neue Inhalte schreibst und deine alten überarbeitest. Zwei neue Beiträge pro Woche haben sich übrigens als ideal herausgestellt.

Mein Rat an dich: bleib am Ball, mache immer weiter, schreibe ständig neue Inhalte und habe Geduld. Beiße dich durch die sehr maue Anfangszeit hindurch, irgendwann wirst du belohnt werden. Dann kommt der Besucherstrom fast schon automatisch und deine Inhalte werden gewürdigt. Du schaffst das!

(dpe)

ist freier Journalist, WordPress-Entwickler und Spezialist für WordPress-Sicherheit. Er schreibt seit 2012 für Dr. Web. Auf seinem Blog TechBrain.de schreibt er über das Bloggen und veröffentlicht nützliche WordPress-Snippets.

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Heiko Mitschke
Gast

Hallo!

Danke für den interessanten Beitrag! Der Teil zu Canva klingt arbeitserleichternd und muss gleich mal ausprobiert werden.

Viele Grüße
Heiko Mitschke

Stefan Steinbach
Dr. Web Crew

Hahaha sehr schön Motivierende Schlussworte, richtig elegant gelöst, perfekt!
So wie es aussieht mach ich mit meiner Sidebar schon einiges richtig.

Das mit den Blogger-Netzwerken kann ich bis jetzt bestätigen.
Werde ein Netzwerk aber noch drin lassen um am ende des Jahres eine Auswertung zu machen. Bis jetzt kann ich aber schon sagen, kommt nix dabei rum :-/ .

Ein wirklich cooler Artikel und die Serie gefällt mir wirklich.

„Motivierende Schlussworte“ – Andreas mach weiter so ;-) !
LG
Stefan

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