Aufgabenplaner Online – Eine nicht ganz vollständige Liste

Todo-, Task-, Aufgabenlisten – Viele Namen für ein notwendiges Übel. Welcher moderne Multitasker könnte darauf verzichten? Bei einem Aufgabenplaner, respektive -reminder reichen ein paar Kernfunktionalitäten, um dem Verwender von großem Nutzen zu sein. Kein Wunder also, dass sich gerade auf diesem Gebiet eine Vielzahl von Onlinediensten tummelt. Im Folgenden versuche ich mich an einer möglichst umfassenden Aufzählung relevanter Angebote. Anders als manch anderer Listenautor werde ich aber stets eine Bewertung vornehmen, denn Googlen können Dr. Web-Leser sicher ganz prima selbst…

Projektmanagementsoftware, die stets auch Aufgabenverwaltung mitliefert, habe ich unberücksichtigt gelassen. Wer sich hierfür interessiert, der lese bitte meine Artikel zu Collabtive, ProjectPier und ClockingIT. Ebenfalls außer acht bleiben in diesem Artikel Taskplaner zum Selberhosten, da ich den Anspruch habe, bei selfhosted Produkten wesentlich ausführlicher zu Systemvoraussetzungen, Installation und anderen Aspekten Stellung zu beziehen.

Aufgabenverwaltung sollte nach meinem Verständnis vor allem eines sein, nämlich simpel. Eine Todoliste kann ich prinzipiell auch auf einem Blatt Papier führen und diese Simplizität erwarte ich auch von einer Onlinelösung. Tatsächlich arbeite ich auch heutzutage noch oft mit Tasklisten in Papierform, da ich sehr häufig in Besprechungen direkt Todos notiere. Papier setzt mir jedoch zu schnell Grenzen.

Eine Aufgabenliste in digitaler Form ist für mich dann ideal, wenn ich

  • die Aufgaben priorisieren und nach verschiedenen Kriterien sortieren kann
  • bei sehr komplexen Aufgabenstellungen Kategorien als Gliederungsmittel habe
  • auf verschiedene Weise, insbesondere per Webinterface und Smartphone (Mobilversion oder App), darauf zugreifen kann
  • Aufgaben auch mit Fälligkeitsdatum versehen kann, da ich kaum Aufgaben habe, bei denen es nicht auf den Zeitpunkt der Erledigung ankommt

Die folgenden Services erfüllen nicht alle meine konkreten Bedürfnisse, worauf ich jeweils eingehen werde, mögen aber für andersgelagerte Bedarfe dennoch einen oder mehrere Blicke wert sein. Übrigens: Die Reihenfolge der Vorstellungen hat keine tiefere Bedeutung. Alle Dienste sind in englischer Sprache; Deutschsprachigkeit ist jeweils vermerkt, so es sie gibt.

Tasck

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Minimalistischer als Tasck lässt sich eine Online Todolist funktional wohl nicht anlegen. Das Pluszeichen mitten auf dem ansonsten leeren Screen ist das wesentliche UI-Element. Per Klick darauf wird ein neuer Task angelegt. Es ist derzeit nicht möglich, diesem ein Fälligkeitsdatum zuzuordnen, Kategorien anzulegen oder Aufgaben nachträglich anders zu sortieren. Auch die Vergabe von Prioritäten ist nur sehr rudimentär möglich. Beginnen Sie eine Aufgabe mit einem Großbuchstaben, wird dieser eine höhere Priorität zugeordnet und erscheint gelb gekennzeichnet oberhalb der Aufgaben mit geringerer Priorität.

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Tasck bietet keine Mobilversion und keine App. Aufgaben können lediglich als erledigt markiert oder gelöscht werden, die nachträgliche Bearbeitung bereits erstellter Aufgaben ist derzeit nicht vorgesehen. Ebensowenig können Aufgaben zu verschiedenen Listen zusammen gefasst werden.

Grundsätzlich benötigt Tasck keine Userregistrierung, allerdings können dann naheliegenderweise die erstellten Tasks auch nicht gespeichert werden. Nach Aussage des Programmierers wird an allen kritisierten Punkten gearbeitet, mit Ausnahme der Möglichkeit, Fälligkeitsdaten vorzugeben.

Fast unnötig zu erwähnen, dass Tasck auch über keinerlei kollaborative Funktionalitäten verfügt. Die Nutzung von Tasck ist kostenlos.

Todoist

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Ein regelrechter Bolide im Vergleich zu Tasck ist Todoist, auch wenn er optisch zunächst ähnlich simpel daherkommt. Mit Ausnahme der hier ebenfalls abwesenden kollaborativen Aspekte kann Todoist alles, was Tasck nicht kann.

In Todoist werden Aufgaben in Projekte geordnet. Ich verstehe Projekte in diesem Sprachgebrauch allerdings genereller als Aufgabenlisten, also sortierte Zusammenstellungen verschiedener Aufgaben zu einem Thema, aber das ist letztlich nur Definitionsfrage. Eine weitere Möglichkeit wäre es, Projekte als Kategorien zu handhaben. Dabei ist es zusätzlich möglich, Tasks mit Labeln oder Tags zu versehen, indem man dem gewünschten Tag einfach ein @ voranstellt. Auch auf diese Weise ist eine zusätzliche Kategorisierung möglich.

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Projekte können beliebig viele Unterprojekte haben, wie auch Aufgaben selber wiederum aus beliebig vielen Teilaufgaben bestehen können. Jede Aufgabe kann mit einem Datum, sowie einer Priorität von 1 bis 4 versehen werden. Es ist jederzeit möglich, Aufgaben zu bearbeiten, den Fälligkeitszeitpunkt zu verschieben oder sie in andere Projekte einzusortieren. Dabei können auch mehrere Aufgaben gleichzeitig bearbeitet werden.

Anzeigen lassen sich die Aufgaben projektbezogen, aber auch über alle Projekte hinweg mit Datumsbezug.

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Zur Nutzung via Handy steht eine spezielle Mobilversion zur Verfügung. Firefox-User nutzen eine Extension mittels derer man auf eine Sidebar-optimierte Variante von Todoist zugrefen kann, die in Sachen Funktionalität noch einen drauf setzt. Per Sidebar (oder Bookmarklet für andere Browser, aber weniger komfortabel) lassen sich im Browser geöffnete Websites, wie auch geöffnete Googlemail-E-Mails als Aufgaben hinzufügen und mit Fälligkeitsdaten versehen.

So kann man beispielsweise eine Rechercheliste für Blogbeiträge zusammen stellen, ohne dass weitere Dienste, wie Delicious oder ReadItLater in Anspruch genommen werden müssten. Ebenso lassen sich E-Mails, aus denen sich Handlungsbedarf ergibt, ohne weitere Tipparbeit in die Aufgabenplanung überführen.

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Insgesamt bietet Todoist eine Reihe weiterer Integrationsmöglichkeiten in andere Dienste, aber auch in den Desktop (Plugins für Quicksilver und Launchy, Widgets für iGoogle und Netvibes etc.). Über eine offene API lassen sich weitere Anwendungsbedarfe decken.

Da der Programmierer auch gleichzeitig Leaddeveloper von Plurk ist, befindet sich Todoist derzeit eher in wenig aktiver Entwicklung. Allerdings ist der derzeitige Funktionsumfang sicherlich für die meisten Anwendungsfälle bereits groß genug.

Die Nutzung von Todoist ist kostenlos. Es gibt allerdings einige kostenpflichtige Zusatzfeatures. Für 3 $ im Monat kann man sich beispielsweise per SMS an Fälligkeitstermine erinnern lassen, die Kommunikation zwischen Browser und Todoist findet SSL-verschlüsselt statt und auch das Labellingsystem lässt sich dann stärker personalisieren.

Dodo

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Streng genommen gehört Dodo nicht so recht in diese Liste. Denn Dodo ist im Grunde eine Art Referenzsoftware für das Erlernen der Programmierung auf der Basis des Zend Framework. Da Dodo immerhin nicht weniger kann als Tasck und vor allem auch der komplette Sourcecode zur Verfügung steht, führe ich es dennoch auf.

Dodo verwaltet verschiedene Tasklisten mit beliebig vielen Aufgaben. Das ist es allerdings auch. Sie legen eine Liste an und füllen diese mit Aufgaben. Danach erledigen Sie die Aufgaben oder löschen sie. Mehr kann Dodo nicht.

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Fast unnötig zu erwähnen, dass Dodo kostenfrei genutzt werden darf.

Bla-Bla-List

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Auch Bla-Bla-List gehört zu den Anbietern mit einem eher minimalen Funktionsumfang. Allerdings gibt es bei Bla-Bla-List (BBL) ein paar Besonderheiten. Zunächst basiert BBL auf der OpenLaszlo-Plattform, was sich im Falle von BBL auf der Anwenderseite so äußert, dass BBL eine Flash-Applikation ist. Außerdem sieht BBL gewisse kollaborative Elemente vor.

Der Funktionsumfang zur Taskverwaltung ist mäßig. Sie legen eine oder mehrere Listen an und füllen diese Listen mit Aufgaben. Zu den Aufgaben können Sie noch eine Notiz schreiben und es ist möglich, sowohl den Aufgabentext, wie auch die Notiz, wie auch den Listennamen jederzeit zu editieren.

Es ist nicht möglich, die Aufgaben mit Fälligkeitsdatum zu versehen, sie zu kategorisieren, delegieren oder sonstiges. Möglich ist allerdings, Listen mit anderen zu sharen. Dazu lädt man die Kollaborateure per E-Mail ein. Rechtemanagment gibt es indes nicht. Jeder Eingeladene kann die Liste bearbeiten wie ein Eigentümer. Weiterhin können Listen bei Bedarf als öffentlich gekennzeichnet werden, wodurch sie für jeden Weltnetzer sichtbar und sogar per Feed zugänglich sind.

Bedingt durch die Realisierung als Flash-Anwendung läuft die gesamte Bedienung von BBL in einem separaten Popup ab, das durchaus größer hätte ausfallen dürfen. Wenig attraktiv ist auch das urinsteinfarbene UI. Auf der Habenseite zu vermerken ist, dass BBL kostenfrei genutzt werden kann.

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Ta-da Lists

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Ta-da Lists stammt von den Basecamp-Machern, was bereits an sich große Erwartungen weckt. Denn man weiß, die könnten es! Erst Zweifel am zu erwartenden Leistungsumfang ergeben sich jedoch schnell, denn der Hersteller gibt bereits auf der Startseite bekannt, dass Ta-da Lists zu 100% kostenfrei nutzbar ist. Da das ansonsten ganz und gar nicht die Art von 37Signals ist, kann wohl nur mit der Software irgendwas nicht stimmen.

Und in der Tat: Ta-da Lists kann im Grunde nicht mehr als Dodo. Listen werden angelegt und mit Aufgaben gefüllt. Den Aufgaben kann ansonsten nichts weiter mitgegeben werden, sie sind nicht einmal im Nachhinein editierbar. Haben Sie sich verschrieben, Aufgabe als erledigt markieren und neu anlegen. Fälligkeitsdatum, Kategorie, Prioritäten? Alles Fehlanzeige.

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Wenigstens kann man die Listen per RSS verfolgen oder sich per Mail zusenden. Ebenso kann man die Liste per Mail bestimmten Leuten oder per Häkchensetzung auch der Netzöffentlichkeit zugänglich machen. Ein schwacher Trost. Kein Wunder, dass Ta-da Lists kostenfrei nutzbar ist. Im Footer preist 37Signals übrigens Backpack als Variante für Leute an, denen Ta-da Lists nicht reicht. Backpack ist natürlich kostenpflichtig. Für Todos würde ich persönlich indes im 37Signals-Portfolio ohnehin eher das selbstredend kostenpflichtige Basecamp sehen…

ForceDo

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Ein sehr viel versprechender neuer Dienst in öffentlicher Beta ist ForceDo. ForceDo bietet nicht nur beliebig viele Listen mit beliebig vielen, auch verschachtelten Aufgaben. Es bietet nicht nur Prioritätensetzung und Fälligkeitsdatum.

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Es bietet sogar die Möglichkeit, eine Dauer in Minuten vorzugeben und vor Erledigung der Aufgabe einen Timer zu starten, der dann die tatsächlich benötigte Zeit bis zur Fertigstellung protokolliert. Dabei ist das ganze Projekt aufs Feinste ajaxifiziert und technisch auf dem Stand der Dinge.

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Der Timer kann mit Sounds hinterlegt werden, Arbeitsfortschritte können (warum auch immer) getwittert werden. ForceDo ist OpenID- und Gravatar.com-fähig. Für die Datumswahl gibt es schicke Ajax-Kalenderelemente und die Taskanzeige kann auf vielfältige Weise gefiltert werden. Insgesamt erinnert die GUI stark an Twitter.

Leider funktionierte zum Zeitpunkt des Tests das angegliederte Blog nicht, so dass ich keine weiteren Hintergrundinfos, z.B. zum Businessmodell (if any) recherchieren konnte. So bleibt mir nur zu sagen: ForceDo ist modern, funktional überzeugend und derzeit (vielleicht auch dauerhaft) kostenfrei nach kurzer Registrierung (mit wenigen, unkritischen Daten) nutzbar.

TaskBin

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TaskBin ist ein schicker Dienst, der von Beginn an auf Kollaboration setzt und diese Funktionalität auch als Hauptfeature darstellt. Mit TaskBin ist es möglich, mit beliebig vielen Usern an beliebig vielen Aufgaben gemeinsam zu arbeiten. So ist es auch verständlich, dass man nach der kurzen Registrierung zunächst dazu aufgefordert wird, weitere User anzulegen und nicht gleich Tasks zu erfassen.

Leider können Tasks dann weniger fein gesteuert werden. So ist ein konkretes Fälligkeitsdatum nicht vorgesehen, sofern es anders als Today oder Tomorrow oder This Week lauten würde. Die Unterteilung der Aufgaben erfolgt wie gewohnt in Listen, weitere Kategorisierungen sind nicht vorgesehen.

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Die Listenaktivität kann per RSS verfolgt werden, im Dashboard ist ersichtlich, wer sich gerade ebenfalls im entsprechenden Aufgabenbereich befindet. Von hier aus können weitere Mitarbeiter schnell hinzugefügt werden. Ungewöhnlicherweise unterstützt TaskBin Theming und bietet bereits einige vorgefertigte Optiken zur Auswahl an.

TaskBin ist auf Kostenpflichtigkeit vorbereitet, wobei derzeit alle Features kostenfrei nutzbar sind. Der Hersteller MangoSprings scheint jedoch ein wenig das Interesse an der Fortentwicklung verloren zu haben. Immerhin stammt der letzte Blogbeitrag aus November 2007, während das Unternehmen ansonsten jedoch ziemlich aktiv vor sich hin entwickelt.

Da die vorhandenen Funktionalitäten recht ausgereift scheinen, sollten kleinere Arbeitsgruppen durchaus einen längeren Blick auf diese Software werfen. Ideal wäre hier eine selbst gehostete Version, die es laut FAQ auch gibt, die ich jedoch nicht auftreiben konnte.

Remember The Milk

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Remember The Milk (RTM) ist der funktionsreichste Dienst in dieser Übersicht. Auf Deutschsprachigkeit angewiesene Nutzer können hier erstmals zugreifen. RTM steht neben deutsch noch in mehr als zwei Dutzend weiteren Sprachen zur Verfügung.

RTM erledigt in überzeugender Weise das Kerngeschäft der Aufgabenplanung. Sie legen beliebig viele Listen mit beliebig vielen Aufgaben an. Sie vergeben den Aufgaben Tags und können so beispielsweise eine Kategorisierung vornehmen. Fälligkeitsdaten, sowie voraussichtliche Zeitdauern der Aufgaben sind ebenso vorgesehen wie das Anknüpfen zugehöriger URLs oder Notizen.

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Zusätzlich lassen sich in RTM Orte (via Google Maps) an die Aufgaben binden. Über eine integrierte Kontakteverwaltung kann man Aufgaben delegieren oder schlicht freigeben. Per RSS oder ICS lassen sich die Aufgabenlisten abonnieren oder in Desktopkalender wie Outlook einbauen.

Darüberhinaus bietet RTM eine Vielzahl zusätzlicher Integrationsmöglichkeiten und Apps. Dazu gehört die Integration in Gmail via Firefox-Extension genauso wie diejenige in GCalendar oder die eigenständigen Apps für iPhone oder BlackBerry. Die entsprechende Supportpage listet eine reiche Vielfalt weiterer möglicher Anbindungen auf.

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Obschon RTM grundsätzlich kostenfrei ist, benötigen sämtliche Apps (IPhone, BlackBerry, Windows Mobile) einen Pro-Account, den der normale Webuser lediglich dann benötigt, wenn er Wert auf ein warmes Gefühl ums Herz oder bevorzugten E-Mail-Support legt. Mit 25 Dollar pro Jahr ist der Dienst allerdings durchaus erschwinglich.

Android-Nutzer sind im Vorteil. Sie können das im Market erhältliche Programm Astrid nutzen, um RTM auch ohne Pro-Account zu verwenden.

Google Aufgabenplaner

Der Google Aufgabenplaner steht ausschließlich Nutzern eines Googlemail-Accounts in der jeweiligen Landessprache zur Verfügung. Der Google Aufgabenplaner integriert sich unscheinbar in die linke Sidebar des Googlemail-Kontos und kann mittels Klick auf das Wörtchen „Aufgabenplaner“ in Betrieb genommen werden.

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Optisch erinnert die kleine Applikation stark an das mittlerweile eingestellte Google Notes, bietet aber funktional alles, was man zum Kernbereich der Aufgabenplanung zählen muss. So ist es möglich, einer Aufgabe eine Notiz und ein Fälligkeitsdatum beizufügen, sowie Aufgaben in beliebig vielen Listen zu verwalten. Nicht vorgesehen sind kollaborative Elemente. Aufgaben lassen sich weder delegieren, noch freigeben.

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Für den Googleuser sehr nützlich ist die Möglichkeit, aus E-Mails direkt Aufgaben machen zu können. Auf diese Weise ist keine weitere Wiedervorlageverwaltung vonnöten. Sehr schön ist auch die in jüngerer Zeit hinzugekommene Integration in Google Calendar. Mit Fälligkeitsdaten versehene Aufgaben werden am entsprechenden Fälligkeitstag in der Kalenderansicht angezeigt, eine Gesamtliste ist am rechten Bildschirmrand ständig sichtbar.

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Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass auch das weiter oben vorgestellte Todoist eine Integration in Googlenmail bietet, dies allerdings in der Form einer Firefox-Extension. Nichtgooglenutzer sollten für die gleiche Funktionalität unter beispielsweise Yahoo!-Mail oder Web.de oder oder einen Blick auf Todoist und dessen FF-Extension werfen.

Voo2do

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Voo2do ist ein englischsprachiger, kostenfreier Dienst, dem man ansieht, dass seine aktive Entwicklung vor vier Jahren stattfand. Wer sich von der gewöhnungsbedürftigen Optik und dem altbackenen Bedienkonzept nicht schrecken lässt, findet hier allerdings eine Software, die sich hinsichtlich ihrer Features nicht vor dem Wettbewerb zu verstecken braucht.

Wer Interesse am Selbsthosting dieser Perlanwendung hat, kann sich den Sourcecode im Entwicklerblog herunterladen. Vor wenigen Tagen meldete sich auch der Hauptentwickler zurück und kündigte an, wieder verstärkt an Voo2do zu entwickeln.

Bei Voo2do heißen Listen wiederum Projekte. Innerhalb der Projekte werden Aufgaben verwaltet, denen Fälligkeitsdaten, geschätzte Zeitdauern und Notizen beigegeben werden können. Auch Prioritätensetzungen sind vorgesehen. Über eine spezielle E-Mail-Adresse können neue Aufgaben per Mail angelegt werden.

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Wie bei Forcedo gibt es in Voo2do eine Timerfunktionalität, mit deren Hilfe man die konkrete Dauer der Aufgabenerledigung protokollieren lassen kann. Weiterhin ist Voo2do auf Kollaboration ausgelegt. Mit beliebig vielen Usern kann gemeinsam an den Projekten gearbeitet werden.

Wenn es gelingt, das Produkt auf der vorhandenen Funktionsbasis optisch und technisch zu verjüngen, wird Voo2do künftig sicherlich eine ernst zu nehmende Alternative zu Diensten wie Todoist oder RTM werden können. Anwender mit Hang zum Selfhosting sollten bereits jetzt einen Blick auf die Software werfen.

Moreganize

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Wer hat´s erfunden? Genau, die Schweizer. Moreganize ist ein deutschsprachiges Projekt einiger Studenten der TH Zürich, welches mit oder ohne Registrierung kostenfrei für jeden verwendbar ist.

Die Aufgabenverwaltung ist nur ein Teil der Gesamtanwendung, mit der man darüberhinaus noch Umfragen starten, über Alternativen abstimmen lassen oder Terminplanung erledigen können.

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Funktional und technisch gibt es wenig zu kritisieren. Die Anwendung ist optisch auf der Höhe der Zeit. Aufgaben lassen sich in Listen organisieren und können von anderen Teilnehmern insofern verwendet werden, dass sich diese zur Übernahme einzelner Aufgaben bereit erklären können. Ideal ist so eine Herangehensweise bei kooperativer Organisation beispielsweise von Festen oder sonstigen gemeinschaftlichen Veranstaltungen.

Das Setzen von Deadlines ist ebenso möglich wie die Vergabe von Prioritäten. Schön ist auch das Kommentarsystem zu jeder Liste. WordPress lässt grüßen. Die erstellten Listen lassen sich zusätzlich als XLS oder PDF herunterladen.

Weniger schön ist, dass jeder Zugangsberechtigte jeden Status ändern kann. So ist es beispielsweise möglich, eine von jemandem bereits übernommene Aufgabe erneut zu übernehmen. Bei komplexen Aufgabenstellungen ist so das Chaos vorprogrammiert. Noch weniger schön ist, dass die Freigabe rein über das Verteilen eines Links funktioniert, so dass theoretisch jeder, dem die URL bekannt wird, an der Liste herumfurkeln kann.

Ein Projekt von Studenten für Studenten würde ich im Fazit sagen.

ZoToDo

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ZoToDo gehört ebenfalls in die Liga der minimalistischen Dienste, ist dabei aber besonders konsequent. Mit ZoToDo organisiert man seine Aufgaben ausschließlich auf der Basis der Datumswahl. Es gibt keine sonstigen Listen, Projekte oder Kategorien.

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Man wählt das Datum und erfasst die Aufgabe. Die Liste mit den Aufgaben des Tages kann man sich dann noch zumailen, das war es.

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Damit ist das Produkt für mich völlig ungeeignet, aber möglicherweise ideal ausreichend für das Management der Aktivitäten einer mittelgroßen Familie.

Toodledo

Toodledo gehört zu den großen Lösungen, die weit über den Kernbereich der reinen Aufgabenplanung hinausgehen. Toodledo ist angelehnt an das GTD-System von David Allen, lässt sich aber hinsichtlich des hier interessierenden Funktionsumfangs auch ohne Kenntnisse darüber nutzen.

Toodledo existiert in drei Varianten, von denen nur die kleinste kostenfrei ist. Die Versionen Pro und Pro Plus kosten 15, respektive 30 Dollar pro Jahr. Die Unterscheidung zwischen Pro und Pro Plus beruht lediglich darauf, dass unter Pro Plus auch der Fileupload möglich ist, wohingegen die Version Pro eine solche Möglichkeit nicht bietet.

Der Unterschied zwischen der kostenfreien und der Pro-Version ist da schon gravierender, denn mit der kostenfreien Version ist Kollaboration nur öffentlich (public sharing) möglich, während ab der Proversion feiner granulierte Berechtigungsstrukturen verfügbar sind. Außerdem überträgt die kostenfreie Version unverschlüsselt.

Fernab jeglicher Bezahlung bietet Toodledo aber ansonsten bereits das volle Spektrum dessen, was Aufgabenverwaltung ausmacht. Aufgaben werden in Listen, die hier Folders heißen organisiert und können mit Fälligkeitsdaten, Prioritäten und Notizen versehen, sowie als Wiederholaufgaben definiert werden.

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Hinsichtlich der Zugriffsmöglichkeit auf den Dienst ist Toodledo sogar offener als RTM. Für Toodledo gibt es unter anderem eine Integration in GCalendar, eine Android-App, eine iPhone-App, eine ebensolche für Blackberry, einen AIR-Client, Twitter-Integration und vieles mehr.

Im Vergleich zu RTM unterscheidet sich Toodledo insbesondere durch den erweiterten Ansatz (GTD) positiv, während negativ die nicht sehr intuitive Bedienlogik, sowie die etwas hausbackene Optik zu Buche schlägt. Außerdem spricht Toodledo ausschließlich englisch.

Wen ich nicht berücksichtigt habe und warum

Bei Listen dieser Art ist es naturgemäß so, dass in den Kommentaren bemängelt werden wird, warum dieses oder jenes Produkt keine Erwähnung gefunden hat. Und sicher wird es auch bei diesem Beitrag wieder so sein, denn es ist schlechterdings unmöglich, tatsächlich alle Dienste zum Thema ausfindig zu machen und zu bewerten.

Dabei gibt es allerdings ein paar, die ich zwar fand und anschaute, jedoch nicht in diese Übersicht aufnahm. Hierzu gehörten:

  • Todooo: Todoo ist ein deutsches Projekt, das in seiner kostenpflichtigen Variante für knappe 17 Euro im Jahr sicherlich einen Blick wert gewesen wäre. Dann hätte ich jedoch fairerweise auch andere kostenpflichtige Services, wie Basecamp etc. mit hineinnehmen müssen. Die kostenfreie Variante von Todoo hingegen ist dermaßen abgespeckt (4 Listen, 40 Notizen aka Aufgaben), dass sie nicht ernsthaft genutzt werden kann.
  • Swift: Auch bei Swift wird zunächst Kostenfreiheit (Sign up for free) suggeriert, um dann doch massiv auf das Kundenportemonnaie zuzugreifen. Die Preise liegen dabei im etablierten, also oberen Bereich. Wieso jemand für einen Onlinetaskplaner ab 10 Dollar aufwärts pro Monat ausgeben sollte, erschließt sich mir angesichts der Vielzahl kostenfreier Alternativen überhaupt nicht.
  • Tedium ist eine rein kostenpflichtige Lösung.
  • Vitalist: Eine kostenpflichtige Lösung im oberen Preissegment. Es gibt zwar eine Basic-Variante, die kostenfrei ist, jedoch würde ich das eher als Teaser für die Bezahlversionen, denn als ernsthaft arbeitsfähig bezeichnen.
  • KonoLive hat kein eigenständiges Webinterface, sondern ist lediglich als Yahoo-Widget oder in einer AIR-Version zu verwenden. Lediglich die AIR-Version ist für semiprofessionelle Ansprüche geeignet, sieht dabei aber furchtbar aus und ist träge wie ein Beamter kurz vor der Pension. Ich sehe derzeit keinen ernsthaften Anwendungsfall für KonoLive.
  • Tudu Lists: Der Aufruf dieses Dienstes gelang mir während der Testphase auffällig oft überhaupt nicht, oft war die Performance inakzeptabel. Aufgabenverwaltung muss schnell und zuverlässig sein. Diesen Eindruck hat Tudu Lists bei mir nicht hinterlassen. Da der Sourcecode offen liegt, mag es interessant für den einen oder anderen Entwickler sein.
  • iPrioritize: Wird seit über 2 Jahren nicht mehr entwickelt, letzter Blogeintrag aus Januar 2007. Das Projekt macht insgesamt einen sehr sehr toten Eindruck.
  • hitask: hitask ist eine komplexe Anwendung, die über das reine Aufgabenmanagement hinaus stark in Richtung Onlinekalender und Projektmanagement geht. Dabei ist auch Kollaboration in kleinen Teams möglich. Da die Aufgabenverwaltung mir vergleichsweise zu komplex gelöst erscheint, habe ich hitask nicht weiter getestet. Anwender mit Projektmanagmentbedarfen sollten aber ruhig einmal einen Blick darauf werfen.
  • In die gleiche Kategorie gehört auch Hiveminder, mit dessen Hilfe man wohl die weitestgehendsten Optionen zur Steuerung eines einzelnen Tasks hat, die man sich vorstellen kann. Für die reine Aufgabenverwaltung so, als würde man mit Kanonen auf Spatzen schießen.
  • Nozbe: Nozbe ist eine der hochpreisigsten webbasierten Aufgabenverwaltungslösungen, die sich im Weltnetz finden lassen und soll dem Vernehmen nach auch entsprechend nützlich sein. Da der kostenfreie Account im Vergleich zu der Vielzahl an kostenpflichtigen Plänen nur crippled sein kann, habe ich Nozbe nicht näher betrachtet.

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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Way
Gast

Schöne und umfangreiche Collection mit detaillierter Zusammenfassung der einzelnen Dienste. Gefällt mir gut und ist endlich mal wieder ein gelungener Artikel auf drweb.de, so, wie man es von früher auch hier gewohnt ist.
Weiter so.

Helen
Gast
Ich bin immer erstaunt, dass es wirklich Leute gibt, die so etwas benutzen, genau wie über die Leute, die ein Webmailkonto bei Gmail haben. Bei Toodledo oder Voo2do frage ich mich wirklich, wer gestaltet solche Seiten? Die dürften doch mit diesem Layout keinen einzigen Benutzer haben, wenn die Welt gerecht ist. Da ist doch jeder Schmierzettel besser (und praktischer sowieso). Man muss diese Seiten also dann ständig aufrufen, und wenn man den Rasen gemäht hat, hakt man diese Aufgabe ab und loggt sich wieder aus, ja? Und wenn man beruflich viel unterwegs ist, aber dennoch kein Programm wie Outlook oder… Read more »
König Ludwig
Gast

eine ganz hervorragende arbeit!
insbesondere ich, der seit einer ewigkeit nach einer für mich passenden lösung schaue, der eigentlich nie zeit hat eine anwendung einfach mal selbst zu schreiben welche für die eigenen anforderungen optimiert ist, bin wahrlich entzückt über die detaillierte beschreibung und auflistung der tools. wirklich sehr sehr hilfreich. viele snind zwar alte bekannte, aber einige neuigkeiten sind auch für mich dabei. wobei ich persönlich bisweilen mit remeber the milk (rtm) vorlieb genommen habe. nun habe ich aber ausreichend alternativen zur hand, welche mich zu einer vielleicht besseren lösung bringen.

sehr guter beitrag!
mit bestem dank

köng ludwig

Christian Kolodziej
Gast

Interessante Aufstellung, da sieht man erst wie groß die Auswahl mittlerweile ist. Selber benutze ich schon seit längerer Zeit Remember the Milk mit einem Pro Account. Diese 25 € im Jahr sind es mir wert, dass ich alle meine Aufgaben immer synchron mit meinem iPod touch habe, egal wo ich diese nun eingetragen oder bearbeitet habe. Der Synchronisation kann ich die einwandfreie Funktion bescheinigen und eine klare Empfehlung aussprechen.

Rene Schmidt
Gast

Hallo,

schöne Sammlung :)

Wie siehts denn mit Web-Services aus? XLS- und PDF-Export sind ja OK, aber was ist, wenn man einen dieser Dienste in eine vorhandene Groupware integrieren will? Da wäre eine SOAP-Schnittstelle (o.ä.) doch recht hilfreich.

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[…] Weiterlesen bei Dr. Web >> photo credit: Christmas w/a K […]

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[…] Aufgabenplaner Online Meist kommentierte ArtikelKurztipp: Langsamen Firefox beschleunigenaonSuperKombi im […]

blackfox
Gast

Ich kann nur Helen’s Meinung teilen. Bei meinen Projekten reicht eine Text-Datei mit Strichen zur Aufzählung und Zahlen zur Priorisierung vollkommen aus. Bei großen Projekten mit Subtasks und mehreren Personen sicherlich interessant, aber sonst… naja. Und Synchronisation brauche ich keine, denn bei mir liegt eh alles auf einem Server :)

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[…] Aufgabenplaner Online – …, Todo, Zeit | Dr. Web Magazin – […]

Miriam
Gast

Ich für meinen Teil bevorzuge http://www.jetzt-erledigen.de das ganze ist ziemlich einfach und schlank, so hab ich immer das Wichtigste im Fokus, nämlich meine Aufgaben!

Karl-Heinz
Gast

Danke für die großartige Zusammenstellung. Sowas habe ich shchon länger gesucht.

simonnickel
Gast

Hab den Artikel zwar noch nicht gelesen, bin nur bis hierher gekommen:
„Anders als manch anderer Listenautor werde ich aber stets eine Bewertung vornehmen, denn Googlen können Dr. Web-Leser sicher ganz prima selbst…“

und muss sagen: Danke, danke, DANKE!

Torsten
Gast

Angefangen mit dem Palm Pilot Personal habe ich einige PDAs ausprobiert und erst mit dem iPhone habe ich ernsthaft arbeiten können. Mit Aufgabenplanern verhält es sich ähnlich. Ich habe schon so viele Aufgabenplaner ausprobiert – aber noch keiner konnte bislang meine simple Textdatei ablösen…

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[…] und erfreulich ausführliche Liste von Online-Tools hat Dieter Petereit bei DrWeb.de erstellt: Aufgabenplaner Online – Eine nicht ganz vollständige Liste. Bei Google Buzz hat Robert Basic eine Diskussion dazu initiiert, in der interessante Informationen […]

Ralph
Gast

Hallo alle zusammen,

ein Greasmonkey-Script übersetzt Toodledo in Deutsch: http://userscripts.org/scripts/show/83127.

Gruß
Ralph

Johannes Klein
Gast

Quassum ist sicher auch ein Blick wert! http://www.quassum.com

DJ
Gast

Hi,
natürlich ist solch eine Liste schwer an allen Anforderungen der Leser auszurichten (und auch zeitlich nicht mehr aktuell). Der Vollständigkeit halber habe ich http://www.clockingit.com vermisst. Eigentlich für IT-Projekte (inkl. Kollaboration) gedacht, nutze ich es im privaten und beruflichen Bereich sehr gerne.

Offline ist übrigens die Software „todolist“ (http://www.abstractspoon.com/) unschlagbar.

Viele Grüße DJ

Dieter Petereit
Gast

Moin,

über 4.000 Beiträge können wir beim besten Willen nicht ständig auf dem aktuellen Stand halten. Zu ClockingIT haben wir aber sogar einen ganzen Beitrag gemacht: http://www.drweb.de/magazin/clockingit-zeiterfassung-projektmanagement-kommunikation-kollaboration/

Gruß
Dieter Petereit
Dr. Web Team

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[…] Wenn Sie doch mehr wollen, dann lesen Sie doch diese Dr. Web-Artikel: “Aufgabenplaner Online – eine nicht ganz vollständige Liste” und “Wunderlist Pro ist da! Wir zeigen […]

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