So blockst du AdBlocker mit Adi.JS

Viele Versuche, kostenpflichtige Webangebote zu etablieren, sind in den letzten Jahren gescheitert. Vor allem bei Informationsangeboten wie den großen Nachrichtenportalen, aber auch hier beim vergleichsweise kleinen Dr. Web wird ganz selbstverständlich vorausgesetzt, dass alle diese Informationen kostenlos zu haben sind. Dass solche Angebote dann über Werbung finanziert werden müssen, versteht sich eigentlich von selbst. Dank diversen Adblockern kann sich aber jeder dieser Werbung ganz bequem entledigen. Das hat Folgen nicht nur für Seitenbetreiber, sondern mittlerweile auch für den Seitenbesucher.

So blockst du AdBlocker mit Adi.JS

Der schlechte Ruf der Online-Werbung

Werbung hat sich in den letzten Jahrzehnten einen durchweg schlechten Ruf erarbeitet. In Zeitungen und Magazinen ist sie meist weniger störend. Im Fernsehen und als immer umfangreicher werdende Postwurfsendung wird sie aber meist negativ wahrgenommen. Dass vor allem die Online-Werbung einen besonders schlechten Ruf hat, liegt an ihren Anfängen in den 90er Jahren, die auch das Konzept der Popup-Fenster in Verruf gebracht hat.

Schnell konnten sich Adblocker in ihrer Funktion als Popup-Blocker als Plugin im Browser etablieren.  Für viele war und ist deren Einsatz seither eine Selbstverständlichkeit. Die Beliebtheit der Adblocker hat schließlich dazu geführt, dass Werbeeinnahmen weggebrochen sind und vor allem Betreiber von Nachrichtenseiten reagieren mussten. Schließlich sind laut Angaben der Seitenbetreiber mittlerweile bis zu 25 Prozent aller Besucher mit Adblockern unterwegs sein.

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Weit verbreitet: Adblock Plus

Aufruf gegen Adblocker

So haben namhafte Portale wie Spiegel, Zeit und Süddeutsche im Jahr 2013 dazu aufgerufen, Adblocker zumindest für die genannten Seiten auszuschalten. Der Aufruf, der einige Wochen aufrecht gehalten wurde, schien erfolgreich gewesen zu sein. Laut Angaben der Betreiber sind die Werbeeinnahmen gestiegen.

Die Kampagne gegen die Adblocker stieß allerdings auch auf viel Kritik. Schließlich sei Online-Werbung teils sehr penetrant und zudem ein potenzielles Sicherheitsrisiko. Als Risiko dieser Art wurden komprimittierte Ad-Server sowie der Einsatz von Flash genannt. Flash als Standard für Online-Werbung wurde mittlerweile durch HTML5 abgelöst.

Adblock-Nutzer blockieren

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Kein(e) Bild für Nutzer von Adblockern

Einen deutlichen Schritt weiter als die Kampagne aus dem Jahr 2013 ist der Springer-Verlag in diesem Jahr mit Bild.de gegangen. Hier werden Nutzer von Adblockern einfach komplett aus dem Angebot gesperrt. Die Website erkennt, wenn du mit einem Adblocker unterwegs bist und gibt einen wenig dezenten Hinweis, dass du deinen Adblocker für die Seite deaktivieren sollst.

Angeblich überlegen auch andere Anbieter wie Spiegel Online, ob sie ähnliche Techniken wie Bild.de einsetzen, um den Einsatz von Adblockern auf der Website verhindern zu können.

Mit Adi.js Adblocker blockieren

Wer selbst eine werbefinanzierte Website betreibt, kann mit dem kleinen Plugin Adi.js seinen eigenen Adblock-Blockierer integrieren. Das auf jQuery basierende Plugin platzierst du einfach zusammen mit der Datei „advertisement.js“ in deinem HTML-Dokument und rufst es auf.

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Hinweis von Adi.js

Sobald ein Adblocker erkannt wird, erscheint ein Fenster, welches darüber informiert, dass ein Adblocker gefunden wurde. Text und Aussehen des Fensters kannst du über verschiedene Optionen individuell einstellen.

Die Datei „advertisment.js“ wird bei eingeschaltetem Adblocker nicht aufgerufen. Du kannst darin also JavaScript platzieren, welches nur dann ausgeführt werden soll, wenn Adblocker nicht aktiviert sind.

Natürlich ist Adi.js kein adäquater Ersatz für die bei Bild.de verwendete Technik. Schließlich setzt Adi.js JavaScript voraus, welches jeder halbwegs kundige Nutzer ausschalten kann.

Der richtige Umgang mit Werbung und Adblockern

Dass die Kampagne von Spiegel, Zeit und Süddeutsche seinerzeit durchaus kritisiert wurde und dass auch der radikale Weg von Bild.de viel Kritik einstecken muss, liegt am nach wie vor schlechten Image, welches Werbung hat. Zwar weiß jeder um die Bedeutung von Werbung für Seitenbetreiber. Aber es ist schon teils verständlich, dass Werbung nach wie vor sehr häufig als sehr penetrant empfunden wird.

Werbung, die sich über Inhalte legt, während man sie liest, ist kein besonders nutzerfreundlicher Weg, eine Nachrichtenseite zu finanzieren. Hier fallen vor allem die Werbevideos aus jüngerer Zeit auf, die sich nach dem Laden einer Seite über das komplette Browserfenster vergrößern und erst wieder verkleinert werden müssen.

Statt auf Radikallösungen zu setzen, sollte hier versucht werden, Werbung so einzusetzen, dass sie zwar auffällt – ohne geht es nicht –, dabei aber den Leser nicht beeinträchtigt.

Der Einsatz von Videos und Animationen ist legitim. Sobald man als Besucher diese Dinge erst wegklicken muss, um auf den Inhalt einer Website zugreifen zu können, wird es schwierig werden, Nutzer davon zu überzeugen, auf Adblocker zu verzichten. Und Mechanismen, die auf Zwang setzen, wie bei Bild.de, sind nie eine gute Lösung.

Der Einsatz von Adi.js sollte daher nur als Hinweis und freundliche Bitte verstanden werden. Das ist ebenso legitim, denn der AdBlocker, einmal eingesetzt, unterscheidet nicht zwischen nervigen, womöglich noch von selbst startenden Videos und dem „normalen“ Banner von Websites wie unserem guten alten Dr. Web. Den Schaden haben dann auch die, die auf derlei nervige Werbeformen verzichten gleichermaßen.

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

Sortiert nach:   neueste | älteste | beste Bewertung
Monika N.
Gast

Ungeachtet der Tatsache, dass über gehackte Adserver Schadsoftware verteilt wird: Die Belästigung eines Verbrauchers mit unerwünschter Werbung stellt eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte des Empfängers dar und begründet einen Unterlassungsanspruch.

Wer ohne Adblocker (und ohne Ghostery) surft, handelt grob fahrlässig.

Helmut
Gast
Nun mal halblang liebe Dame, ein unaufgefordert zugesandtes Werbemail kann man vielleicht als Verletzung der Persönlichkeitsrechte empfinden. Bei Werbung auf Webseiten schaut das aber anders aus. Hier wird ja der Surfer aktiv, indem er die Webseite besucht und er kann die Werbung sofort abstellen, wenn er die Site verlässt. Hier wird niemand zu irgendetwas genötigt. Nur – die Inhalte haben wollen, dafür nichts bezahlen wollen und dann auch noch über Werbeeinblendungen meckern – das geht ja gar nicht. Wenn es keine Werbung auf Webseiten gäbe, dann wären kaum gute Inhalte kostenfrei im Web verfügbar. Ich jedenfalls würde mir nicht die… Read more »
Karl Marx
Gast

Der Kunde zahlt aber den Traffic mit für die Werbung – die er so oder so nicht sehen will

Dieter Petereit
Dr. Web

Schlimmstenfalls ist das für die mobile Nutzun g relevant, weshalb wir etwa hier bei Dr. Web auf mobilen Geräten keine Werbung zeigen – das heißt unterhalb des Desktop-Viewport.

Ad Blocker
Gast

Entweder unabhängiger Journalismus oder Instrument der Werbung. Beides geht nicht.

Sebastian
Gast

Und wer zahlt nun die Miete des unabhängigen Journalisten?

Dieter Petereit
Dr. Web

Das interessiert doch den Adi nicht ;-)

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