Dieter Petereit 25. November 2012

LTE-Gerüchte vom Tisch: Nexus 4 laut LG eigentlich ein anderes Smartphone

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Flugs waren einige Nexus 4 von kundiger Hand auseinander gepflückt. Die technischen Innereien wurden genauer als in einem Obduktionsbericht gelistet. Spekulationen über die Gründe verschiedener Komponenten schossen ins Kraut. Jüngst befasste sich die internationale Gerüchteküche mit dem im Nexus 4 vorhandenen LTE-Modul. Die Tech-Website Techradar erhielt nun nach eigenen Angaben offizielle Aussagen aus dem Hause LG.

Wie vermutet: Nexus 4 ist ein umgebautes LG Optimus G

Die Informationen sind knapp gehalten, aber aussagekräftig. Wie ein Sprecher LGs gegenüber Techradar äußerte, handelt es sich bei den im Nexus 4 verbauten Komponenten in weiten Teilen um die identischen Komponenten, die auch im 2013 nach Deutschland kommenden LG-Flaggschiff Optimus G verbaut werden. Nun sei es mit Blick auf den eingesetzten Snapdragon-Chipsatz von Qualcomm so, dass dieser ausschließlich in Kombination mit einem entsprechenden Prozessor und Modem erhältlich ist. Dieses Modem bringe zwar LTE-Funktionalität mit, sei aber nur dann wirklich nutzbar, wenn weitere wichtige Hardware-Bauteile implementiert werden. Und an genau diesen Teilen, etwa einem Signalverstärker und -filter fehle es im Nexus 4. Ein Funktionsupgrade auf LTE per Firmware ist damit nach Aussage LGs ausgeschlossen. Grund für den Verzicht auf die zusätzlichen Komponenten sollen die preislichen Vorgaben gewesen sein. LG sieht die Platzierung klar: Immerhin sei durch die Verwendung des Snapdragon mit dem Nexus 4 ein Smartphone mit erstaunlicher Performance auf den Markt gebracht worden, nur eben bezogen auf den für 3G, nicht den für 4G.

Diese Aussagen aus dem Hause LG scheinen indes nur zum Teil der Wahrheit zu entsprechen, wie korrespondierende Tests der Tech-Site AnandTech beweisen. Reich bebildert und mit vielen Messwerten unterlegt, zeigt Autor Brian Klug, dass die von LG als nicht vorhanden behaupteten Verstärkereinheiten sehr wohl im Nexus 4 vorhanden sind, allerdings nur solche, die das Band 4, das beispielsweise in Kanada für den Betrieb des LTE-Netzes, verwendet wird, unterstützen. Damit ist es in entsprechenden Regionen der Erde möglich, durch die einfache Aktivierung einer bereits vorhandenen Einstellungsoption in den Genuss der LTE-Verbindung zu gelangen. Deutschland indes gehört aufgrund der Verwendung anderer Frequenzen nicht zu diesen Ländern. Da im Gerät tatsächlich die, für die in Deutschland genutzten, Bänder benötigte Hardware nicht verbaut ist, kann auch mittels Firmware-Update hierzulande keine Veränderung der Situation erwartet werden.

Links zum Beitrag:

  • LG admits reason behind dropping 4G in Nexus 4 – Techradar
  • Nexus 4 Includes Support for LTE on Band 4 (AWS) – Anandtech
  • Nexus 4: Googles neues Smartphone-Flaggschiff definiert den Standard nicht neu – Dr. Web Magazin
  • Google verpatzt Verkaufsstart des Nexus 4 in Deutschland – Dr. Web Magazin

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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2 Kommentare

  1. Dann kennen manche Leute das Handy aber besser als LG selbst. Mag sein, dass LTE in Deutschland nicht funktioniert, in Kanada aber schon: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-Nexus-4-kann-LTE-in-Kanada-1756399.html

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