Dieter Petereit 19. Dezember 2017

Logos erstellen: Schnell, einfach, kostenlos mit DesignEvo

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Logo-Editoren als Web-App können alles sein zwischen großartig und grottig. DesignEvo schlägt auf der Skala Richtung „großartig“ aus, wenn er auch nicht perfekt ist.

DesignEvo ergänzt das Produkt FotoJet aus gleichem Hause

Für den schnellen, einfachen und kostenlosen Logo-Entwurf spricht einiges. Es muss nicht immer der Igel in der Tasche sein, der die ausschließliche Attraktivität kostenloser Lösungen ausmacht. Natürlich ist ein Tool wie DesignEvo für all jene mit knatschengen Budgets klar eine valide Option. Aber auch Designer oder Profis im Allgemeinen sollten sich das brandneue Tool einmal vorurteilsfrei ansehen.

DesignEvo Landing Page. (Screenshot: Dr. Web)

Regelmäßige Leser(innen) des Dr. Web Magazins kennen den Canva-Konkurrenten FotoJet bereits. Ebenso wie FotoJet stammt auch DesignEvo aus der Softwareschmiede PearlMountain, die in der Vergangenheit vornehmlich für grafische Desktop-Anwendungen bekannt war. Mit FotoJet und DesignEvo gehen sie nun konsequent den Weg ins Web, bieten aber auch installierbare Anwendungen der beiden Newcomer an. So kannst du etwa DesignEvo bereits jetzt als Mac-App herunterladen und verwenden. An der Windows-Version wird noch gearbeitet.

Der Logo-Designprozess, erstmal quick and dirty

Mit relativer Regelmäßigkeit habe ich Logos zu designen. Die Vorgehensweise dabei ist immer gleich. Ich frage den Kunden, ob er schon eine Vorstellung hat und horche ihn ansonsten zum Geschäftszweck seines Unternehmens regelrecht aus. Es hat noch keine Situation gegeben, nach der ein solches Gespräch nicht zu einer ersten Entwurfsreihe getaugt hätte.

Ich setze mich also an den Rechner und haue fünf bis sechs Vorschläge raus. Radikal unterschiedlich sehen die jeweils nicht aus. Total ausgefeilt sind sie natürlich auch nicht, denn wieso sollte ich Liebe ins Detail stecken, wenn der Kunde den Entwurf mit einem schnellen Kopfschütteln ins Nirvana befördern könnte?

Anstelle die Entwurfsreihe, wie früher, mit Illustrator und anderen Spatzenkanonen zu erstellen, verwende ich heutzutage eine Reihe kleiner Web-Tools, zu der sich ab heute DesignEvo gesellen wird.

Der erste Entwurf mit DesignEvo

Denn DesignEvo ist sehr gut für den schnellen Entwurf zwischendurch geeignet. Unter seiner Haube befinden sich schon mehr als 3.000 Templates aus allen möglichen Disziplinen. Dabei ist das Tool sehr einfach zu bedienen und liegt sogar in deutscher Sprache vor. Die Sprache wechselst du über das türkise Zahnrad-Icon ganz rechts unten im Editor-Fenster.

Du beginnst deinen Entwurf mit der Auswahl eines Templates oder durch Klick auf den Button Von vorne anfangen rechts oben im Editor. Da wir schnell zu einem Entwurf kommen wollen, entscheiden wir uns natürlich für den Start mit einem Template. Dazu können wir entweder durch die Kategorien scrollen oder links oben per Freitext in den Vorlagen suchen.

Gezielt suchen mit der Freitext-Option. (Screenshot: Dr. Web)

Da ich schnell einen Entwurf für Dr. Web Media machen will, suche ich nach medizinisch orientierten Templates und entscheide mich schnell für einen zweifarbigen Entwurf, da Dr. Web traditionell auch immer zweifarbig angelegt war.

Nach Auswahl eines Templates besteht die Möglichkeit, einen Firmennamen und einen Slogan anzugeben, die dann gemäß der Vorlage platziert werden. Pflicht ist das nicht. Wir können auch ohne Texte starten und jederzeit an beliebiger Stelle neue oder weitere Texte einfügen.

Nun befinden wir uns im Editor-Fenster in einer Arbeitsumgebung, die ausgesprochen intuitiv zu bedienen ist. Ganz links wechseln wir zwischen Symbol, Text und Form und rufen so die jeweiligen verfügbaren Elemente auf den Plan. Symbol ist hier die deutsche Übersetzung von Icon. Unter diesem Tab können wir im Freitext nach Piktogrammen suchen, die wir sodann per Klick auf die Arbeitsfläche befördern.

Intuitiver Editor mit rechts angeordneter Arbeitsfläche. (Screenshot: Dr. Web)

Gleiches gilt für die Formatierung von Text, im Sinne der Fontauswahl. Auch aufwändige, farbige Fonts stehen zur Verfügung. Diese bezeichnet DesignEvo als Kunst-Schrift im Gegensatz zur konventionellen Schrift, die in DesignEvo als Klassisch ausgezeichnet nicht.

Benötigen wir zusätzliche Formen, etwa Rahmen oder geometrische Formen, wie Kreis oder Rechteck, finden wir diese unter dem letzten Tab namens Form.

Befinden sich nun alle gewünschten Elemente auf unserer Arbeitsfläche, die wir unterhalb ihrerselbst per Pixelangabe in der Größe verändern können, kann die Bearbeitung beginnen. Per Klick aktivierst du das jeweilige Element, wodurch oberhalb der Arbeitsfläche eine Werkzeugleiste sichtbar wird, die kontextabhängig an diesem Element sinnvolle Bearbeitungsmöglichkeiten anbietet.

Größenänderungen der einzelnen Elemente erfolgen schlicht durch Ziehen an einer Ecke des Elements. Rotiert wird mit dem Kreissymbol am oberen Elementrand. Weiters können wir Elemente in Ebenen ordnen, um überlappende Designs zu erstellen. Das Ändern von Farben mittels solider Basisfarben oder eines freien Farbpickers ist ebenso vorgesehen, wie das simple Anlegen von Farbverläufen oder die Manipulation der Deckkraft.

Ich bearbeite also nun die gewählte Vorlage mit den nicht erklärungsbedürftigen Optionen und gelange schließlich nach etwa zwei Minuten zu diesem Ergebnis.

Der erste Entwurf nach zwei Minuten. (Screenshot: Dr. Web)

Über das Icon Vorschau ganz oben am Browserrand erreichen wir die Preview unseres Logos auf verschiedenen Medien, etwa als T-Shirt oder als Notizbuch, aber auch als Visitenkarte oder Website-Header.

Wie wirkt das Logo? Die Preview zeigt es dir. (Screenshot: Dr. Web)

Um das Logo als JPG, PNG und transparentes PNG herunterladen zu können, verlangt DesignEvo einen Share in den Sozialen Medien.

So bezahlst du DesignEvo. (Screenshot: Dr. Web)

Der Download funktioniert auch ohne. Es gilt allerdings eine Lizenz, die dir die kostenlose Verwendung nur erlaubt, wenn du einen Tweet oder sonstigen Beitrag absetzt. Dabei hat dieser keinen Bezug zur eigentlichen Arbeit, ist also generisch. Das tut nicht weh.

Kritikpunkte und Fazit

Leider erhalten wir die Logos nicht im Vektorformat. Dadurch, dass wir mit der Größe des Arbeitsbereiches spielen können, ist die erforderliche Größe nur eine weitere Einstellung. Die Bearbeitungsoptionen sind leider nicht für alle Elemente durchgängig. So können wir etwa Schriften Schatten, Schein und Umrisse zufügen, bei grafischen Elementen funktioniert das indes nicht. Hier ist dann die Reduktion auf den kleinsten gemeinsamen Nenner die einzige Lösung.

Obschon es die Möglichkeit gibt, einen Benutzeraccount anzulegen, können einmal erstellte Logo-Entwürfe nicht gespeichert werden. Genau genommen konnte ich überhaupt keinen Vorteil der Registrierung erkennen. Du kannst es also genauso gut lassen.

Alles in allem ist DesignEvo ein moderner Logo-Editor, der sich weitaus besser macht als der hier ebenfalls schon vorgestellte Logaster. Die kleinen Kritikpunkte trüben den insgesamt guten Eindruck nur marginal.

Stets gilt es zu beachten, dass das Tool komplett kostenlos ist. Und wenn wir es in dieser Weise als Geschenk betrachten, ist es schon ein recht großes Geschenk.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

9 Kommentare

  1. Habe wegen diesen Artikel DesignEvo ausprobiert. Man kann auch ein kostenloses Logo erstellen. Ein Versuch ist es wert und die Templates sind auch cool und elegant.

  2. Hallo Herr Petereit, ein Schelm, wer dabei denkt, ihr Bericht wäre Promotion, finanziert durch DesignEvo. 😉
    Ansonsten finde ich die Kritiken der beiden anderen Kommentatoren berechtigt. Ich finde nicht, dass diese auf einem zu „hohem Designer-Ross sitzen“. Programmierer wollen ja auch, dass ihre Code-Kenntnisse als handwerklich anspruchsvolle und professionelle Fähigkeiten gewürdigt werden. Z.B. höre ich immer wieder, dass sich Programmierer über die Uneffizienz der Codes von übernömmenen WP-Templates und Hompagebaukästen aufregen. Warum können dann also Designer nicht auch wertgeschätzt werden für ihre kreative, professionelle Arbeit und den Aufwand, die Ausbildung und die Erfahrungen, die es dazu bedarf? So betrachtet klingen Ihre Antworten auf die anderen Kommentatoren für mich nach unangebrachtem „angepisst“ sein.

    1. Werter Discountdesigner!

      Immer schön vorsichtig mit den unangebrachten Verdächtigungen, die zudem schon in sich haltlos sind, weil DesignEvo nichts kostet. Ansonsten ist es jetzt nicht unbedingt so, dass es mich interessiert, ob Sie die beiden Kommentare nun berechtigt finden. Dann haben wir halt drei negative Kommentare auf 34.000 Leser. Damit kommen wir klar. Ganz abgesehen davon, ist die Vorstellung von DesignEvo nicht etwa gleichbedeutend mit dem Nichtwertschätzen von Designerleistungen. Ihre ganze Argumentation ist absurd. Fehlt bloß noch: Und das ist auch gut so…

      Bis dahin
      D. Petereit

      1. Hallo Herr Petereit, wenn es sie nicht interessiert, wieso antworten sie dann so krass?:
        „Es steht selbstverständlich jedem “echten” Designer frei, an seiner Galle zu ersticken, während die unechten Designer das Geschäft machen.“ Auch diese Argumentation ist absurd. A. Hädicke

        PS: „Geschäft machen“ heißt dann: selbst Geschäfte machen mit kostenlosem Content. Welches Geschäft machen dann diejenigen, welche den Content (leider) kostenlos generieren? Welches Geschäft machen diejenigen, die von ihrem kreativen Gehinschmalz oder von ihrerm Handwerk leben müssen, wenn die kostenlose „Konkurenz“ wie selbstverständlich in den Köpfen eingebrannt ist?

  3. Und dieser Artikel wurde geschrieben, damit das Logo heruntergeladen werden konnte 😉
    Design = Zusammenstellen vorgefertigter Elemente, keine Speichermöglichkeit, keine Vektordaten …
    Das professionellen Grafikdesignern zu empfehlen ist grotesk! Arme Kunden, RIP Designkultur

    1. Vorurteilsfrei scheint ein zu großes Wort zu sein. Tatsächlich definierte ich den Einsatzzweck sehr deutlich als für die Vorschlagsphase geeignet. Eine Richtung kann man damit auch als professioneller Designer vorschlagen, es sei denn, man hängt rapunzelig im eigenen Elfenbeinturm fest. Menschen mit engen Budgets wird der Funktionsumfang auch reichen, um das eigene Logo komplett damit zu entwerfen. Überhaupt würde ich gern mal denjenigen Kunden sehen, der ernsthaft erwartet, er bekäme ein Logo, das vollkommen unique ist und keinerlei Reminiszenzen an irgendwas schon mal dagewesenes hat. Solche Flausen im Kopf haben immer nur einige der „professionellen Designer“.

  4. Das ist kein Logo-„Design“… das ist eine moderne Variante des „Gestalten mit Cliparts“… austauschbare, banale Illustrationen plus haarsträubende Typografie… jedem echten Designer, der wirklich individuelle, brauchbare und vor allem zeitlose Logos entwickelt, kommt bei solch öden digitalen „Helferlein“ die Galle hoch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.