Dieter Petereit 31. Januar 2018

2018: Diese Logo Design Trends solltest du kennen

Logo Design Trends 2018

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Ein Logo ist ein wichtiges Element im Corporate Design eines jeden Unternehmens. Deshalb sollte es gestalterisch nicht ausschließlich an aktuellen Trends orientiert sein. Aber etwas Frische schadet wiederum auch nicht.

Das Logo eines Unternehmens ist das erste Element, das Kunden mit der jeweiligen Marke verbinden. Wenn es markant und eingängig gestaltet ist, bleibt es in den Köpfen haften. Einfacher und zuverlässiger können Marken sich nicht präsent halten. Großunternehmen kennen die Kraft international bekannter Logos und geben jedes Jahr Millionenbeträge aus, um ihr Unternehmen zu einer Marke werden zu lassen oder eine solche zu bleiben.


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Da das Logo an vorderster Marketingfront kämpft, dabei aber ein relativ kleines Element ist, muss viel kreative Kraft aufgewendet werden, um tatsächlich die eine, optimale Lösung zu finden, die als Aushängeschild zur Öffentlichkeit taugt. Dabei gilt es, ein einmal gefundenes Design möglichst auf Dauer konsistent zu verwenden, um den Markencharakter zu erhalten.

Das bedeutet indes nicht, dass du ein einmal gestaltetes Logo nicht mehr verändern dürftest. Vielmehr müssen auch Logos mit der Zeit gehen und dem jeweiligen Zeitgeist, wenn auch behutsam, angepasst werden. Denn sonst wirkt deine Marke über kurz oder lang altbacken, was nur dann in Ordnung ist, wenn das Logo sehr konservative Werte transportieren soll.

Logo Design Trends orientieren sich natürlich nicht an diesen Grundannahmen verantwortlich arbeitender Logo-Designer, sondern repräsentieren einzig den Zeitgeist. Es ist deine Aufgabe, diese Trends aufzugreifen und auf etwa bestehende Logos anzuwenden.

Selbst, wenn du das Glück hast, ein Logo auf einem weißen Blatt Papier frisch entwerfen zu können, solltest du dich dabei nicht ausschließlich von aktuellen Trends tragen lassen. Denn, wie du hier bei Dr. Web in diesem Beitrag nachlesen kannst, ist ein Logo nicht rein als Designaufgabe zu definieren.

Dies vorausgeschickt, wollen wir uns nun den aktuellen Logo Design Trends 2018 widmen, die du mit handwerklichem Geschick in deine Arbeit übernehmen kannst. Logo Design Trends entwickeln sich, wie andere Trends im Grafik-Design auch, nicht ungeachtet der Entwicklungen in der Welt.

Noch ein Wort vorweg: Ich hätte anstatt mit drei Trends zu arbeiten, leicht auch 12 Trends aus den folgenden Ausführungen destillieren können. Das sieht natürlich imposanter aus. Ich habe mich dagegen entschieden, weil ich der Meinung bin, dass sich alle Kleintrends mit den folgenden drei Oberbegriffen klassifizieren lassen.

Logo Design Trend #1: Einfachheit und gestalterische Ruhe

Das Jahr 2017 war ein Jahr der lauten Töne, der Missverständnisse, Drohungen und Verwirrung. Wir brauchen uns bloß den hölzernen Koreaner und den orangenen Amerikaner vor Augen zu führen, aber auch andere Protagonisten, wie der unverschämte Bosporusse, machten 2017 nicht kuscheliger.

Im Logo-Design setzten sich als Gegenpol dazu besonders ruhige, zurückhaltende und seriöse Ansätze durch. Understatement als Kontrast zu übertriebener Selbstdarstellerei wirkt auf jeden Fall im Durcheinander unserer Tage sympathisch, wobei durchaus nicht verschwiegen werden sollte, dass der Trend zur Einfachheit, zum Minimalismus schon seit einigen Jahren unübersehbar ist.

Hier spielt ebenso der Trend zum Flat Design seine Rolle. Einfachheit entsteht teils schon durch Verflachung vorhandener Komplexität. Das zeigte 2017 Audi mit seinem neuen Logo im Flat Style:

Audis bisheriges Logo. (Bildquelle: Audi)

Audis bisheriges Logo. (Bildquelle: Audi)

Audis neues Logo. (Bildquelle: Audi)

Audis neues Logo. (Bildquelle: Audi)

Obschon die Gestaltung nun einem modernen Trend folgt, ist das Logo unproblematisch als zur Marke gehörig erkennbar.

Abseits des Flat Design ist ein Trend zu beobachten, der sich ebenfalls in unruhigen Zeiten zu verstärken scheint. Immer mehr Marken ziehen es bei Logo-Redesigns vor, Mut zu Vintage und Retro zu zeigen. So wird eine Kontinuität impliziert, die stabile Werte transportiert und so Sicherheit geben soll. Da Menschen stets dazu neigen, zu glauben, dass früher eh alles besser war, ist der Schachzug durchaus erfolgversprechend.

Vielfach wird Kontinuität schon durch die teils überbehutsame Erneuerung bestehender Logos betont. So sind die Änderungen am Logo von YouTube zwar eigentlich eindeutig, aber doch nicht als unbedingt mutig zu bezeichnen.

Das bisherige Logo (Bildquelle: YouTube)

Das bisherige Logo (Bildquelle: YouTube)

Das neue Logo. (Bildquelle: YouTube)

Das neue Logo. (Bildquelle: YouTube)

Hinsichtlich der grafischen Elemente moderner Logos sehen wir zudem die steigende Verwendung einfacher geometrischer Formen. Einst komplexe Logos wurden in jüngerer Zeit deutlich reduziert, vielfach auf ihre geometrischen Grundformen. Hier ist es wie bei den Hitschreibern aktueller Top10-Songs. Je weniger komplex die Melodie ist, desto höher ist das Ohrwurm-Potenzial. Übersetz das auf dein Logo-Design.

Logo Design Trend #2: Logo Design wird responsiv

Dieser Trend ist etwas schwierig, denn er bezeichnet ein Logo-Design, das eigentlich am Ende nicht zu einem Logo führt, sondern zu mehreren. Das kann, muss aber nicht funktionieren.

Ausgangspunkt der Überlegungen sind hier Logos, die nicht mit einem minimalen Footprint auskommen, sondern eher ausladender angelegt sein müssen, oder jedenfalls sollen. Wenn du dir ausladendere Logos nun im Einsatz auf verschiedensten Flächen vorstellst, dann wird dir recht schnell auffallen, dass es Konstellationen gibt, in denen einheitliches Design nicht funktionieren wird.

Nehmen wir an, du hast ein recht großes Logo gestaltet, dann wird das auf Websites und anderen großen Medien eventuell gut aussehen. Was aber ist mir der Visitenkarte oder noch kleineren Elementen? Oder nehmen wir schon die responsive Website. Sicherlich könntest du jetzt Kompromisse machen und etwa Schriftarten anpassen oder das Logo hochkant stellen. Aber eine gute Lösung ist das alles nicht.

Da ist es naheliegend, Überlegungen aus dem responsiven Webdesign zu übernehmen und Logos in gleicher Weise responsiv zu gestalten. Bis zu einer gewissen Elementgröße passen sich derlei Logos einfach per Skalierung an, danach wird umgebrochen oder direkt eine andere Optik gezeigt.

Flexibles, responsives Logodesign.

Flexibles, responsives Logodesign. (Bildquelle: Fabio Ongarato)

Inwieweit dieser Trend sich auf vorhandene Logos umsetzen lässt, ist fraglich. Jedenfalls kann er ein Denkanstoß für all jene sein, die bislang übermäßig viele Kompromisse eingehen mussten, um ihr Logo auf diversen Oberflächen ordentlich darstellen zu können (und doch vielfach gescheitert sind).

Dass auch etablierte Logos in Maßen responsiv eingesetzt werden können, zeigt die Website „Responsive Logos” sehr schön. Mit der Größenveränderung deines Browserfensters verändern sich die dargestellten Logos. Schaus dir an.

Responsive Logos eignen sich zudem gut für den Einsatz in Social Media. Und wer kann schon heutzutage auf Social Media verzichten?

Logo Design Trend #3: Typografie mal so und mal so

Typografie hat im Logo-Design natürlich schon immer eine große Rolle gespielt. Die meisten erfolgreichen Marken setzen auf ein Wort-Bild-Logo oder verwenden direkt ihren Namen in zum Logo gestalteter Form.

Insofern könntest du dich durchaus wundern, Typografie hier als einen Trend serviert zu bekommen. Du hast im Prinzip Recht. Nur geht es mir gar nicht um den normalen Einsatz des Markennamens im Logo, sondern um Abwandlungen dieses Konzepts, die wir erst seit kürzerer Zeit sehen.

Dabei handelt es sich zum einen um die starke Simplifizierung von Logo-Schriften. In auf ihre Grundformen reduzierten Formen eingesetzte Fonts, wie etwa im neuen Mozilla-Logo zu besichtigen, sind stark im Kommen.

Das neue Logo von Mozilla vereint mehrere Trends. (Bildquelle: Mozilla)

Das neue Logo von Mozilla vereint mehrere Trends. (Bildquelle: Mozilla)

Was wir hier bei Mozilla zusätzlich sehen können, ist ein weiterer Trend, nämlich der hin zur Akzentuierung einzelner Buchstaben innerhalb eines ansonsten rein textlichen Logos. Mozilla hebt hier auf Bestandteile der Protokollsyntax HTTP:// ab, mit der Internetadressen beginnen. Andere, etwa Pixar, ersetzen einen Buchstaben durch ein grafisches Element. Im Beispielfalle wird das I durch einen Stehleuchte ersetzt, die zumeist animiert wird und Hauptdarsteller vieler Minifilmchen des Hauses ist.

Vielfach werden auch Fonts direkt als Logo eingesetzt. Das kann bei sehr einfachen Fonts mit dennoch hohem Wiedererkennungsfaktor durchaus funktionieren. Der Trend wird als Geometric Type bezeichnet und setzt Klassikern, wie etwa der ewig jungen und unsterblichen Helvetica deutlich zu.

Für mich ist es eine Form des Brutalismus, du magst es anders interpretieren. Der Trend geht jedenfalls hin zum Einsatz von Großbuchstaben in Logos, und zwar zum ausschließlichen Einsatz von Großbuchstaben, im Englischen wohlklingend als Uppercasification bezeichnet. Der Hintergrund ist interpretierbar.

Während die einen wähnen, es sei quasi die Gegenbewegung zum weiter oben erwähnten Trend zu Einfachheit und gestalterischer Ruhe, ist es für andere schlicht die besser gestaltbare Geometrie, die zum Einsatz reiner Großbuchstaben einlädt.

Die Erstgenannten sind der Auffassung, dass eine laute Welt es erfordert, dass wir sie gestalterisch noch übertönen. Großbuchstaben, in Foren seit jeher als Anschreien interpretiert, seien da der richtige Ansatz. Die mehr pragmatisch vorgehenden Designer halten deshalb viel von reinen Großbuchstaben, weil so geometrisch simple Schriftblöcke entstehen, die sich in Gestaltungsrastern gut verwenden lassen.

Ebenso zum Trend entwickelt sich die auf mich ebenfalls brutalistisch wirkende Vorgehensweise, Buchstaben übereinander zu stapeln, um so grafisch wirkende Blöcke zu schaffen oder beengte Platzverhältnisse besser auszunutzen. So betrachtet können wir das sogenannte Letter Stacking auch als eine Form des responsiven Logo-Designs bezeichnen.

Logo des New York City Ballet: Ineinandergeschobene Buchstaben. Das Logo ist zudem auch responsiv. Schau selbst. (Bildquelle: NYCB)

Logo des New York City Ballet  (Bildquelle: NYCB)

Zu guter Letzt will ich noch die Übernahme der im Webdesign ohnehin bereits trendenden Farbverläufe in das Logo-Design, insbesondere in das Logo-Design rein mit Fonts, erwähnen. Ich könnte auch die Verwendung auffälliger Farben benennen, ebenso wie das Überschwappen des Designs in der Form der Duotones.

Das ist alles irgendwo logisch, aber meines Erachtens nicht als grundlegende Ideen für das Logo-Design zu gebrauchen. Auffällige Farben, Verläufe und Duotones sind auf den Einsatz in farbigen Medien limitiert. Ein gutes Logo hingegen muss auch monochrom funktionieren.

Deshalb experimentiere ruhig auch mit diesen Elementen, aber nimm sie nicht zur Grundlage deines Logo-Designs. Wenn das einzige Einzigartige an deinem Vorschlag der Farbverlauf ist, dann schmeiß ihn weg und fang von vorne an. Wenn du hingegen ein monochrom gut funktionierendes Logo entwickelt hast, spricht nichts dagegen, dieses medienbezogen auch in farblicher Hinsicht auszuprobieren.

Beiträge zum Weiterlesen:

  • 5 logo design trends for 2018 | Gary Evans
  • Logo-Design: Darauf kommt es wirklich an! | Dr. Web
  • 10 logo design trends that will dominate 2018 | Holiney Vasyl
  • 10 Logo Design Trends to Watch for in 2018 [Infographic] | Karla Cook
  • 2018: Das sind die Trends in Webdesign und Webentwicklung | Dr. Web

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

6 Kommentare

  1. Interessant was so als „Trend“ eingestuft / wahrgenommen wird. Es gibt klare Anforderungen in der Gestaltung eines Signets da diese sonnst nicht funktionieren. Das was hier als Trend deklariert wird, ist in meiner Wahrnehmung eher die konsequente Rückbesinnung auf „klassische“ Gestaltungsgrundsätze. Vor allem wenn es um Simplifizierung geht. Was da mit Typografie passiert ist schon sehr experimentell. Aber solange die Funktionalität / Anwendung nicht durch die formale Ausprägung behindert wird bzw. es Alternativen gibt warum nicht. Trends sind wie Mode man kann ihnen folgen, muss es aber nicht. Signets sollten es meiner Meinung nach nicht, es geht um Identität und Werte oder besser authentische Kommunikation. Trends sind kurzlebig, Identitäten entwickeln sich kontinuierlich und gerichtet weiter und folgen strategischen Entwicklungen.

  2. Ich schließe mich Herrn Peters an. Die Fülle an fettgedruckten Wörtern hindert am Lesen. Ständig bleibt das Auge daran hängen und es kommt kein Lesefluss zustande. Sorry, aber das verleidet mir komplett die Lektüre!

  3. Informative Zusammenfassung! Aber die inflationäre Menge an Fettsatz bewirkt für mich genau das Gegenteil des Beabsichtigten. Als nächstes mal einen Kollegen um einen Beitrag zum Thema „Typografie“ bitten …? Ansonsten weiter so; ich lese hier immer gerne!

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