Redaktion Dr. Web 1. Mai 2017

Logo-Design: Darauf kommt es wirklich an!

Logo-Design ist nicht bloß eine Frage der Gestaltung, der Schönheit. Logo-Design benötigt zuerst Informationen aus dem Marketing, nicht aus den schönen Künsten. Denn es soll nicht (nur) hübsch sein, sondern, bezogen auf den Unternehmenszweck, vor allem funktionieren.

Das Logo ist eines der wichtigsten Elemente im Corporate Design jeden Unternehmens. Ein gutes Logo wird stets im Hinterkopf des potentiellen Kunden bleiben. Großunternehmen kennen die Kraft international bekannter Logos, und geben Millionen von Dollar aus, um ihr Unternehmen zu einer Marke werden zu lassen. Dabei sind sie bestrebt, ihr Logo, ihre Marke omnipräsent wirken zu lassen. Es ist auf dem Briefpapier, jeder versendeten E-Mail, dem Klingelschild und vielen anderen Dingen zu finden. Es ist quasi das Gesicht eines Unternehmens. Dementsprechend sorgfältig muss es gestaltet werden.

Die Marke bestimmt das Logo

Die Marke repräsentiert das komplette Unternehmen. Angefangen von der Idee, den Mitarbeitern, den Büroflächen, dem Marketing und der Werbung. Die Marke ist alles.

Das Logo hingegen ist nur ein, wenn auch das wichtigste, optische Element, das dazu genutzt wird, die Marke zu visualisieren. Dadurch, dass es sozusagen an vorderster Front kämpft, spielt es eine immens wichtige Rolle in der Gesamtwirkung eines Unternehmens und ist in der Regel das erste, an das die Menschen bei einer Beschreibung einer Marke denken werden.

Ein wirklich gutes Logo benötigt nicht viel

Weniger ist mehr. Wenn dieser Satz überhaupt Gültigkeit hat, dann bei einem optimalen Logo.

1. Einfachheit

Manchmal ist das einfachste Logo auch das Beste. Wenn ein Logo einfach und somit leicht wiederzuerkennen ist, dann ist es genau richtig. Zu den bekanntesten Logos überhaupt zählen die ganz schlichten Logos. Ein Beispiel hierfür ist Nike:

Das Nike-Logo

Einfacher geht es kaum und der Faktor der Wiedererkennung ist extrem hoch.

2. Eine klare Aussage

Bringt das Logo eine klare, unmissverständliche Aussage rüber und zeigt sofort auf, worum es geht? Drei kleine Kreise beweisen, dass das problemlos möglich ist. Hier muss man allerdings zugeben, dass die Wiedererkennung bei diesem Logo nicht automatisch funktioniert. Der Betrachter muss das Unternehmen schon kennen, um die Form zu assoziieren. Wenn du nicht gerade ein Weltunternehmen aus dem Boden stampfen willst, solltest du diesen Weg daher eher nicht gehen. Halt dich an allgemein eingängige Formen:

Disney

3. Unvergesslichkeit

Ist ein Logo einzigartig und unterscheidet es sich von anderen Logos deutlich? Steht es aus der Masse heraus und ist quasi unvergesslich? MTV hat es geschafft, diese Punkte in ihrem Logo zu vereinen:

MTV

Was noch wichtig ist

1. Farbgebung

Im Normalfalle wirst du Farben strategisch verwenden wollen, denn Farben lösen Emotionen aus. Farbpsychologie ist demnach ein Thema, dem du dich unbedingt nähern solltest. Hier bei Dr. Web haben wir verschiedene Beiträge zur Psychologie der Farben. Unten am Ende des Beitrags haben wir sie dir nochmal aufgelistet und verlinkt.

© unternehmer.de
© unternehmer.de

Eine zufällige Farbwahl für ein Unternehmen gibt es nicht. Auch wenn der Frau vom Chef spontan das rote Logo gefällt, das Coca Cola verwendet, bedeutet das nicht, dass diese Farbe auch für das Bestattungsunternehmen ihres Mannes geeignet ist.

Die Wahl der Farbe muss stets strategisch erfolgen. Was bedeuten die Farben psychologisch und ist es gut, wenn diese psychologische Wirkung mit meinem Unternehmen assoziiert wird? Hierzu ist es erforderlich, die eigene Grundausrichtung, das Produktportfolio, sowie den Kundenstamm gut zu kennen. Welche Farbe wir auch immer wählen, wir werden damit Emotionen auslösen. Besser für uns, wenn es die richtigen, die gewünschten sind.

logos-und-ihre-farben
© Business2Community

Coca-Cola, Virgin und Red Bull haben einen roten Farbton gewählt. Starbucks und Lacoste hingegen Grün. Barclays, Samsung und Intel stellen sich blau dar.

2. Design

Haben wir uns uns hinreichend mit den psychologischen Aspekten der Farbauswahl beschäftigt, kommt das Design ins Spiel. Auch wenn es etliche Designer gibt, die es andersrum tun, sollten wir uns niemals dazu hinreißen lassen, ein Logo zu gestalten, ohne vorher die Farben festgelegt zu haben. Denn die Farbwahl schließt ja häufig Formkombinationen von vornherein aus. Ein roter Baum für einen Forstbetrieb käme jetzt irgendwie – sagen wir – dramatisch rüber.

Deshalb sollte das Logo stets professionell gestaltet werden und nicht vom Sohn des Chefs nach der Kneipentour nachts um vier. Anders als der jugendliche Zecher wird der Designer auch wirklich wichtige Punkte berücksichtigen, wie die Funktion auf verschiedenen Hintergründen, eine optimale Variante zum Drucken im Printbereich, die richtigen, skalierbaren Größen für das Web und vieles mehr.

3. Style

Der Style drückt im besten Fall sofort aus, worin der Geschäftszweck des Logo-Inhabers besteht. Ein einziger Blick auf das Logo sollte bereits ausreichen, um sofort das richtige Produkt – die richtige Marke – damit zu assoziieren.

Dazu ist es erforderlich, den Kern der Marke zu erkennen. Wofür steht die Marke, die durch das Logo repräsentiert werden soll? Dabei darf es ruhig auch zu absurd anmutenden Vorschlägen kommen, wie das eine unserer folgenden Beispiele zeigt.

Apple

Apple-Logo
© Photograph by Benoit Decout/Redux

ToysRus

Toys-R-Us-Logo

Beide Unternehmen haben es geschafft, sofort wiedererkennbar zu sein, im Gedächtnis zu bleiben und auf einen Blick klarzustellen, worum es geht; Apple allerdings nur in der Form der Wort-Bildmarke.

Praktische Aspekte des Logo-Designs

1. Dateiformate

Je nachdem, wo das Logo eingesetzt werden soll, gilt es, bestimmte eher technische Rahmenbedingungen zu beachten. Unterschiedliche Verwendungszwecke erfordern unterschiedliche Dateiformate, Auflösungen und so weiter.

Für die Darstellung im Web benötigt man zumeist eine Variante mit transparentem Hintergrund, da ist ein PNG mit Alphatransparenz gut. Für den Einsatz in Druckerzeugnissen kann man die Web-Formate vergessen. Hier benötigen wir das Logo in einer Vektordatei-Variante (AI oder EPS). Sonst winken die Druckereien gelangweilt ab.

2. Proportionen

Ein Logo soll nicht nur auf einer Website gut funktionieren, sondern auch auf einem Briefbogen und ganz allgemein im Printbereich für Anzeigen und Flyer. Daher sollte das Logo keine ungewöhnlichen Proportionen aufweisen, die sich im typischen Raster gängiger Print-Erzeugnisse nicht gut abbilden lassen.

3. Zeitloses Design

Mode spielt im Logo-Design keine Rolle. Sicherlich ist es denkbar, auch das eigene Logo aktuellen Design-Trends anzupassen. Das sollte jedoch stets nur ganz behutsam und unter Beibehaltung der maßgeblichen Gestaltungselemente erfolgen. Denn ganz grundsätzlich sollte das Logo über das Markenleben beständig bleiben, sozusagen zeitlos sein.

Fazit

Wichtig ist, zu verstehen, dass das Logo-Design nur in zweiter Linie etwas mit Gestaltung zu tun hat. In erster Linie ist Logo-Design eine Marketing-Fragestellung. Erst, wenn diese Fragestellung einer Antwort zugeführt wurde, kann ein kompetenter Kommunikationsdesigner daraus das perfekte Logo schmieden. Dabei gilt es dann noch genug weitere Fußangeln zu vermeiden, aber die Grundlagen sind sauber gelegt.

Auch der Designer Robert Mening geht in seinem Beitrag „How to Design a Logo“ dezidiert auf die Grundlagenforschung ein, die jedem Logo-Design vorhergehen muss. Wenn du Englisch kannst, lies Menings Beitrag ergänzend zu diesem. Er hat übrigens Medien und Marketing an der Universität Malmö studiert ;-)

Weitere Quellen zum Thema Farbpsychologie

(ahe/dpe)

Redaktion Dr. Web

Unter der Bezeichnung "Redaktion Dr. Web" findest du Beiträge, die von mehreren Autorinnen und Autoren kollaborativ erstellt wurden. Auch Beiträge von Gastautoren sind hier zu finden. Beachte dann bitte die zusätzlichen Informationen zum Autor oder zur Autorin im Beitrag selbst.
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10 Kommentare

  1. Kurz und knapp und auf den Punkt gebracht. Ich als Grafikdesigner weise besonders gern nochmal auf den Passus „Deshalb sollte das Logo stets professionell gestaltet werden und nicht vom Sohn des Chefs nach der Kneipentour nachts um vier“ hin, denn was mir da manchmal unter die Augen kommt, ist alles andere als professionell. Vielen Dank also für die Ode an die Professionalität!

    • So weit, so gut!
      Ich bin auch Grafiker und sage dazu nur, lass 10 Top-Designer ein Logo erstellen –
      es wird 10 unterschiedliche Ergebnisse geben.
      DAS Logo gibt es nicht!
      Dies kann man fortführen mit Anzeigen, Broschüren, Webseiten etc.

  2. Alter Schwede, alles gut und richtig, aber die direkte Ansprache mit „du“ vermittelt indirekt, dass man ein Logo selbst mit dieser Liste selbst erstellen kann. Aha, ich frage mich gerade, wozu es Profis gibt, die etliche Jahre studieren.
    Der Absatz über die Psychologie der Farben stößt mir unverhältmässig auf. So, so …die Frau des Ernährers ist so naiv, dass … ^^
    Mal abgesehen davon, dass ein Expertenbeitrag (kein schneller Kommentar) auf Xing dann doch nochmals auf Fehler geprüft werden sollte, sonst fällt die Form dem Inhalt auf die Füße.

    • Das ist kein Expertenbeitrag auf XING, sondern ein Magazinbeitrag auf Dr. Web. Hier wird generell geduzt und das Publikum besteht aus Designern und Seitenbetreibern. Auf das Erfordernis, möglichst einen Profi zu beauftragen, wird an verschiedenen Stellen hingewiesen. Hinsichtlich etwaiger Formfehler gilt: wer sie findet, darf sie gerne behalten. (Ich habe allerdings keine gefunden.)

  3. „Wichtig ist, zu verstehen, dass das Logo-Design nur in zweiter Linie etwas mit Gestaltung zu tun hat.“
    Das klingt, als sei die Gestaltung zweitrangig – das ist sicher nicht richtig. Die Gestaltung ist genauso wichtig wie die Marketingfragestellungen. Ein formal gutes, aber auf falschen Marketingvoraussetzungen aufgebautes Logo ist ebenso unbrauchbar wie ein schlecht gestaltetes, das auf den richtigen Fragen basiert.

  4. Genialer Artikel, danke dafür! Sollten Einzelpersonen auch ein Logo haben? Habe das schon bei einigen Leuten gesehen, die sich selbst dadurch in den Köpfen der Menschen verankern wollen. Das hat natürlich auch viel mit Corporate Design zu tun, aber ich für mich kann mir kein Logo für mich vorstellen. Da fehlt mir die nötige Abstraktionsfähigkeit zu :(
    Doch wenn eine einzelne Person zu einer Marke werden will, ist ein Logo vielleicht doch das Richtige?

    • Ich würde sagen: Ja, wenn es geht. Wenn man natürlich Heinrich-Maria Rilke heißt, ist es schwierig.

    • Auf keinen Fall! Im Zuge der endlosen Neugründungen um 2002 etc. wolte/musste jeder Neu_Freiberufler sein eigenes Logo haben. Völlig überzogen. Auch für viele Unternehmen reicht oft ein gut gestaltetes CD aus, das auch merkbar ist für Außenstehende. Weniger ist mehr, gerade in Zeiten einer Logo_Überflutung .

      • Genau so sehe ich das auch. Für Einzelpersonen ist das Quatsch, aber für Firmen ist ein leicht wiedererkennbares Logo ein Muss. Hier im Beitrag sind die wichtigsten Aspekte gut zusammengetragen.

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