Dieter Petereit 6. November 2014

Bleiben Sie uns gebogen: LGs neuer 34 Zoll-Monitor ist des Designers Traum

Ich habe ja bislang gedacht, was soll ich mit einem gebogenen Bildschirm? Das ist doch Unsinn. Jetzt hatte ich Gelegenheit, ein paar Stunden mit dem neuen LG 34UC97 (das mit den Namen lernen die nicht mehr) zu verbringen. Und seither bin ich sicher, dass ich sogar ganz unbedingt ein gebogenes Display benötige. Jetzt erst, nach dieser Erfahrung, fällt mir auf, wie sehr sich die Perspektive an "normalen" Monitoren zu den Rändern hin verzerrt. Vorher ist mir das nie aufgefallen. Danke sehr, LG…

34 Zoll und Schnittstellen ohne Ende

Der Neue von LG ist ein echter Knaller für Designer. LG hat jedoch ganz eigene Vorstellungen, wofür man sich das 34 Zoll messende Bildschirmgerät anschaffen sollte. Wenn Sie also ein Filmemacher sind und einen driftenden Mustang, ach, was sag ich. Schauen Sie selbst:

Konnte das Video Sie überzeugen? Nein? ich dachte es mir schon ;-) So stellen sich Koreaner anscheinend verkaufsfördernde Videos vor. Keine Nutzenargumentation, bloß hübsche Menschen, quietschende Reifen. Tja.

Der LG mit dem sperrigen Namen 34UC97 hat aber nichtsdestotrotz ihre Aufmerksamkeit verdient. Denn für Designer und andere Pixelschubser und Vektorbieger, egal ob Print oder Web ist er das perfekte Arbeitsgerät. Seine Diagonale von 34 Zoll, runden 86 Zentimetern, macht einen zweiten Bildschirm obsolet.

Den MacBook Pro kann man natürlich wunderbar per Thunderbolt2 anschließen, andere Geräte via DisplayPort funktionieren ebenfalls. Thunderbolt sollte überdies mit Mini DisplayPorts kompatibel sein, so dass Sie auch entsprechende Windows-Geräte wie die Samsung-Chronos-Reihe damit nutzen können sollten. Das konnte ich aber nicht ausprobieren. Zwei HDMI und zwei USB 3.0 Ports nebst Up-Link ergänzen das Schnittstellenspektrum.

Das Backlight-IPS-Panel in 21:9 löst gigantische 3.440 x 1.440 Pixel auf. Diese Auflösung kann natürlich nur über Thunderbolt und DisplayPort erreicht werden, wenn der Bildgeber zudem die Auflösung zu bringen im Stande ist. Dann aber ist der Bildeindruck grandios.

Zusätzlich kann der gebogene LG aus mehreren Quellen, etwa HDMI und DisplayPort gleichzeitig angesteuert werden und ist sodann in der Lage, den unterschiedlichen Quellen unterschiedliche Bildschirmsegmente zuzuordnen, so dass der Monitor quasi als Monitorwand zu nutzen ist. Die Farbtreue ist erneut beispiellos und liegt bei 99% des SRGB-Farbraums.

Auch die Entertainment-Fraktion kommt nicht zu kurz. Das eingebaute Soundsystem wummst für einen professionellen Monitor schon ganz ordentlich. Da macht das Filme schauen oder Spiele zocken sicherlich ebenfalls einigen Spaß.

Alles schön und gut, aber …

LG versucht mit dem 34UC97 erneut, was Hersteller von Unterhaltungselektronik und IT leider ständig versuchen, nämlich alles abzudecken, es allen recht zu machen. Da kommen dann Bass-Systeme und HDMI-Schnittstellen ins Spiel. Kann ja sein, dass einer Fernsehen gucken will mit dem Ding.

Alles schön und gut, aber eigentlich ist das Gerät prädestiniert für den Designer, den Fotografen, den Bildbearbeiter, den Zeichner, den Setzer. Die Biegung des Monitors ist der Verzerrung des menschlichen Auges angepasst und sorgt so für ein durchgängig klares Bild ohne perspektivische Verzerrungen. Es entsteht der Eindruck, man befinde sich in seinem eigenen Design. Das motiviert zumindest mich nochmal zusätzlich.

Preis und Verfügbarkeit

Der gebogene LG befindet sich gerade in der Phase der weltweiten Markteinführung. Verschiedene Onlineshops haben ihn bereits gelistet. Amazon Deutschland etwa führt in mit einer Lieferbarkeit ab dem 14. November zu einem (stattlichen) Preis von 1.099 Euro. Mit diesem Preis indes ist der ungebogene Vorgänger des 34UC97 auch gestartet. Der Straßenpreis passte sich recht schnell in den Bereich zwischen 700 und 800 Euro an. So würde ich den neuen LG mittelfristig auch verorten.

Ich befürchte nur, dass ich nicht lange genug werde warten können. Was solls?! Man sitzt immerhin mindestens 8, meistens 12 und mehr Stunden vor dem Teil. Da darf er ruhig was kosten…

Sämtliche Informationen nebst technischen Spezifikationen und Dokumentation gibt es bei LG Deutschland direkt.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
Dr. Webs exklusiver Newsletter
Hinweise zum Datenschutz, also dem Einsatz von Double-Opt-In, der Protokollierung der Anmeldung, der Erfolgsmessung, dem Einsatz von MailChimp als Versanddienstleister und deinen Widerrufsrechten findest du in unseren Datenschutzhinweisen.

14 Kommentare

  1. Auch mein Interesse ist geweckt… allerdings habe ich in einigen Bewertungen von störendem „Backlight bleed“ und „IPS Glow“ (durch produktionsbedingten Qualitätsschwankungen) gelesen.
    Wie sah es da bei Eurem Test aus? Gruß und Danke.

  2. bin sehr an dem Monitor interessiert. Kann mir jemand sagen ob der aktuelle Mac Mini von der Leistung ausreicht oder läuft er permanent auf Hochtouren?
    Über Thunderbolt angeschlossen werden in der 3440x1440er Auflösung 50Hz wiedergegeben. Ist das ein erheblicher Nachteil oder merkt man das kaum bis gar nicht?

  3. Schön und gut – aber wie sieht es, gerade für Designer, mit der Farbechtheit aus?

  4. So weit ich denken kann waren alle meine Fernseher von LG und ich muss sagen ich war sehr zufrieden mit dem Bild, aber der gebogene Bildschirm würde mich schon sehr reizen.

  5. Danke für den Test und deine Meinung. Hätte bisher auch nicht gedacht, dass ich so was brauchen könnte, aber wenn du es so gut findest werde ich es mir definitiv mal anschauen. Schade nur, dass es kein „retina“ ist, denn das scheint mir für Designer, Fotografen etc. auch sehr sinnvoll bei einem Monitor zu sein oder was denkst du?

    Lg,
    Manuel

    • Inwiefern kein Retina? Es ist doch sogar höher aufgelöst als Retina.

      • Der LG löst mit 110 DPI auf, das ist weit von Retina entfernt. Apple hatte, als sie mit Retina anfingen, rund 300 dpi als Retina bezeichnet, Bei 220 dpi fangen heute die Retina-Macbooks an. 110 dpi ist relativ klassisch. 3440 Pixel sind viel, aber dividiert durch 34″ Diagonale bleiben nicht viele dpi übrig.

  6. Wenn ich bedenke, was ich vor 20 Jahren für die 17″-Trinitron-Röhre ausgegeben habe, relativiert sich der Preis. Danke für den Bericht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kennst du schon unseren Newsletter?

Hinweise zum Datenschutz, also dem Einsatz von Double-Opt-In, der Protokollierung der Anmeldung, der Erfolgsmessung, dem Einsatz von MailChimp als Versanddienstleister und deinen Widerrufsrechten findest du in unseren Datenschutzhinweisen.

Cookies

Weitere Informationen zu den Auswahlmöglichkeiten findest du hier. Dazu musst du zunächst keine Auswahl treffen!

Um Dr. Web zu besuchen, musst du eine Auswahl treffen.

Deine Auswahl wurde gespeichert!

Informationen zu den Auswahlmöglichkeiten

Was du erlaubst!

Um fortfahren zu können, musst du eine Auswahl treffen. Nachfolgend erhältst du eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Ich stimme zu:
    Du erlaubst uns das Setzen aller Cookies, die wir in unseren Datenschutzhinweisen genannt haben. Dazu gehören Tracking- und Statistik-Cookies. Aus dem Tracking per Google Analytics bieten wir auf der Seite Datenschutz ein Opt-Out, also die Möglichkeit der Abmeldung, an.
  • Ich stimme nicht zu:
    Wir verzichten bei dieser Option auf den Einsatz von Google Analytics. Die für den Betrieb von Dr. Web notwendigen Cookies werden aber dennoch gesetzt. Einzelheiten entnimmst du bitte den Datenschutzhinweisen

Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit hier ändern: Datenschutz. Impressum

Zurück