Martin Seibert 18. Dezember 2009

Kurz-URL-Dienst bit.ly: Libysche URLs und moralische Bedenken

Kurz-URL-Dienste sind aus dem Tagesgeschäft nicht mehr wegzudenken. Die Erstellung dauert wenige Sekunden, Short-URLs werden in E-Mails, in Blog-Artikeln, in Twitter- und Facebook-Postings, in Beiträgen in internen Micro-Blogs, in Präsentationen und selbst in Print-Publikationen verwendet.

Einer der sehr beliebten Dienste ist tr.im, der durch seine konkurrenzlos kurzen URLs und seine einfache Handhabung besticht. Eine Nachricht hat eifrige tr.im-User jedoch im Sommer mit Sorge erfüllt: Der Dienst gibt auf, hieß es. Was würde das bedeuten? Sämtliche Short-URLs, die mit diesem Dienst generiert worden sind, würden von einem Tag auf den anderen ins Leere führen. Höchste Zeit, sich nach zukunftsfähigen Alternativen umzusehen.

Da kürzlich Twitter tinyurl.com durch bit.ly als URL-Shortener ersetzt hat, bietet sich dieser Dienst an: Die URLs sind einen Hauch länger als die mit tr.im erstellten, aber die Twitter-Integration und auch das praktikable Handling sind überzeugende Argumente. Also nutzen wir als Unternehmen fortan möglichst bit.ly, nicht zuletzt, um eine möglichst homogene Kommunikation nach innen wie nach außen sicherzustellen.

Das Problem mit bit.ly: zwei Buchstaben

Doch halt – .ly? Diese Domain-Endung steht für Libyen – und wir damit vor einem kleinen Problem. Wenn wir einen Moment darüber nachdenken, drängen sich nämlich Fragen auf: Kann man guten Gewissens die Nutzung eines Dienstes vertreten, von dem Libyen – in welcher Form auch immer – profitiert? Konkret: Ist dies mit unseren moralischen Vorstellungen vereinbar?

Weltpolitisch macht Libyen in den letzten Monaten seinem zweifelhaften Ruf als unberechenbarer Partner einmal mehr alle Ehre. Leidtragende ist derzeit die Schweiz, die sich einer grotesken Kampagne gegenübersieht, die inzwischen in eine handfeste diplomatische Krise ausgeufert ist. (Auslöser des Konflikts war die vorübergehende Festnahme des Gaddafi-Sohns Hannibal wegen einer Prügelei in einem Genfer Hotel.)

Noch ernstzunehmender und tragischer ist die innenpolitische Lage in Libyen: Die Verfolgung politisch Engagierter ist, wie Amnesty International feststellt, an der Tagesordnung, immer wieder wird einerseits von Schauprozessen gegen Oppositionelle und andererseits von langjährigen Inhaftierungen ganz ohne Anklage berichtet, in Gefängnissen wird gefoltert, für vergleichsweise geringfügige Delikte drohen archaische körperliche Strafen, die Bevölkerung ächzt unter dem Sicherheitsapparat mit seinem Netzwerk aus Spitzeln. Die Menschenrechtssituation in Libyen ist offensichtlich also nach wie vor sehr problematisch. (Weitere ausführliche Informationen stehen auf der Website von Amnesty International zur Verfügung.)


© Dan.. (Flickr.com)

Libysche URLs salonfähig machen: moralisch vertretbar?

Nun ist bit.ly natürlich kein libyscher Dienst, und es geht auch nicht darum, dass Libyen sich eine goldene Nase verdienen würde: Das ist höchstwahrscheinlich nicht der Fall, denn es handelt sich ja lediglich um eine Domain, die in Libyen 75 US-Dollar kostet. Und gewiss eignet sich die Endung -ly ganz wunderbar für „sprechende“ URLs wie short.ly, simp.ly oder eben bit.ly.

Vielmehr steht das Problem im Raum, dass durch die millionenfache Nutzung libysche URLs „salonfähig“ gemacht werden. Ist das moralisch vertretbar? Kann man das zweifelhafte außenpolitische Gebaren und die vielen menschenrechtlich bedenklichen Vorfälle einfach missachten, nur um eine kurze URL zu erhalten? Sollte man diese Endungen nicht besser boykottieren, anstatt sie millionenfach zu publizieren?

Wie erwähnt hat gerade Twitter tinyurl.com durch bit.ly als Short-URL-Dienst ersetzt. Ist das unter moralischen Gesichtspunkten haltbar? Schließlich gibt es viele andere Anbieter, die ähnliches leisten. Wieso also ausgerechnet Libyen?

Neben den moralischen Bedenken besteht zudem eine Gefahr ganz praktischer Natur: Libyen hat nach wie vor die Hoheit über die Domain. Wenn Libyen es (aus welchem Grund auch immer) möchte, kann es dem Anbieter die URL bit.ly morgen wieder wegnehmen. Millionen toter Links wären die Folge. Wie ernstzunehmend ist diese Gefahr?

Aus zwei unscheinbaren Buchstaben ergeben sich also viele Fragen. Denken wir noch einen Schritt weiter: An welchem Punkt würden wir denn „Halt!“ sagen? Würden wir hypothetische Dienste namens ea.sy, one.mm oder fa.ir nutzen, um Links zu verkürzen? (Diese Domain-Endungen stehen für Syrien, Myanmar, das ehemalige Birma, und den Iran, drei waschechte „Schurkenstaaten“, wenn man so will.)

Kann man sich im Tagesgeschäft moralische Bedenken leisten?

Natürlich kann dieses Thema nicht ausführlich besprochen werden, ohne Gegenfragen zu stellen: Nimmt man im grenzenlosen Web auf Aspekte wie die eben beschriebenen keine Rücksicht? Ist es im Tagesgeschäft nicht unsere Aufgabe, Bewertungen auf politischer Ebene vorzunehmen? Ja, kämen wir, selbst wenn wir wollten, überhaupt um bit.ly herum, wenn alle Welt es nutzt?

Oder resultieren diese Bedenken womöglich aus einer übertriebenen politischen Korrektheit? Denn andererseits hat Libyen am 15. September 2009 turnusmäßig den Vorsitz der UNO-Generalversammlung für ein Jahr übernommen. In der Staatengemeinschaft nimmt der Gaddafi-Staat einen festen Platz ein und genießt offenbar zwar wenig Vertrauen, aber doch weitgehend uneingeschränkte Anerkennung.

Freunde von tr.im sind aus dieser Zwickmühle indes durch die Nachricht befreit worden, dass der Dienst von einer Community weitergeführt und auch über 2010 hinaus existieren wird, und das sogar als Open-Source-Anwendung. Und wer bit.ly als Domain doof findet, kann alle bit.ly-Links auch in j.mp-Links umwandeln. Diese deutlich kürzere Domain besitzt bit.ly auch. Doch die Fragen bleiben:

Zählen im grenzenlosen Web und insbesondere im Tagegeschäft allein praktische Erwägungen? Oder darf (bzw. muss?) man sich Überlegungen auch auf einer anderen Ebene leisten?

Wie sehen Sie das? Vielleicht gibt es noch weitere Aspekte, die hier berücksichtigt werden sollten? Bitte nutzen Sie das Kommentarfeld unten

Martin Seibert

Martin Seibert ist Geschäftsführer der //SEIBERT/MEDIA GmbH aus Wiesbaden mit 70 Mitarbeitern. Weitere Informationen: Twitter, Weblog,
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36 Kommentare

  1. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass dieses von vielen als realitätsfern gegeißelte Thema heute plötzlich ganz aktuell geworden ist: Libyen hat den URL-Shortener vb.ly abgeschaltet, weil mit ihm NSFW-Links gekürzt werden sollten. Das verstoße gegen libysche Gesetze. Wie ist das nun, wenn mit bit.ly Links gekürzt werden, die ebenfalls „adult friendly“ sind? Zumindest das Argument mit der Domainhoheit war also durchaus scharfsichtig. ;-)

    Eine ausführliche Darstellung des Vorfalls findet sich übrigens hier: http://j.mp/caN1bM

  2. Der Schweizer URL Shortener http://daa.li macht seit neustem Werbung mit dem Spruch „daa.li – Kurz und dazu noch garantiert Gaddafi-los“ :D

  3. Hmm… also ich weiss nicht… Abgesehen davon das Lybien sowieso keiner mehr wirklich ernst nimmt (zumindest in der Schweiz wird Gaddafi eher belächelt), fände ich das wirklich übertrieben wenn ich .ly Domains boykotieren würde… Als nächstes boykotiert die Schweiz noch .de Domains ^^ wo kähmen wir den da hin?

  4. Was ein Schurkenstaat ist oder nicht ist lediglich eine Frage der Perspektive. Staaten die dauernd andere bombardieren sind heute gut und die die sich Waffen kaufen wollen um sich dagegen wehren zu können sind Schurken. Die, die definitiv ständig angreifen sind ungefährlich, aber die die es aufgrund ihrer Waffen könnten. Und Adolf reloaded: Krieg um den Frieden herzustellen. Das nennt man wohl Gehirnerweichung. Muss man das auf einer Website für Webdesign unbedingt befördern?

    Ich halte generell den Gebrauch von Länderdomains nur sinnvoll zur Bezeichnung der Herkunft. Genauso sinnlos beispielsweise .tv für Fernsehsender. Das ist eher ziemlich verspielt und verwirrt den Anwender nur.

    Ich habe noch nie verkürzte URLs verwendet. Mir wäre das zu umständlich. Wenn irgendwo eine URL – beispielsweise in einem Forum – angegeben wird, dann wird das sowieso verkürzt angezeigt. Es merkt sich auch kaum jemand kurze URLs, die werden sowieso mit Lesezeichen oder sonstwie „gemerkt“.

  5. Danke für den Denkanstoß. Ich werde mich auch nach einer Alternative umsehen. Erstens, weil ich möchte, dass meine Links noch unbestimmte Zeit funktionieren (wenn z.B. jemand über die Twitter-Suche darauf stößt), zweitens, weil ich Libyen und die USA nicht über einen Kamm schere, obwohl ich mich nicht zu den „Bürgerlichen“ zähle. Sonst müsste man ja auch gleich aus Deutschland auswandern (die USA und D kann man nämlich schon eher über einen Kamm scheren).

  6. Find ich gut das so ein Artikel erscheint. Das hat auch was mit Leben zu tun. Dabei gehts auch nicht um die perfekte Recherche.

    In der Agentur in der ich arbeite ist Gaddafi sowas wie Kult. Eigentlich weiß jeder hier: der Typ ist am Ende, aber wie er sich feiert, das ist vom Feinsten.
    Hoch zu Ross mit Fantasie-Uniformen und Gucci Brille. Oder sein „Auto der Zukunft“ was aussieht wie ein Motorboot und mit Teppischen ausgelegt ist.

    Oder seine platten Selbstinszenierungen vor der UNO Versammlung plus das unaufgeforderte Signieren seines Uno-Sitzmöbels, weil das dessen Wert jetzt erheblich steigert.

    Der Typ ist ’ne eigene Commedy-Show und irgendwie mag ich solche Leute. Keine Ahnung warum. Er ist der Michael Jackson unter den Dikatoren. Blöd nur wenn solche Leute mehr als einen Theme-Park befehligen. Und das macht die Sache problematisch.

    Ich find’s daher cool das es doch recht viele hier gibt die sich ernsthaft mit den Artikel auseinander setzen.
    Denn in der Regel lösen moralische Hinweise Agressionen in vielen Menschen aus.

    Macht weiter so.

  7. gähn, winterloch?

  8. Merkwürdiger Artikel … Who cares?

  9. Also echt, ich finde das Ganze übertrieben.
    Da gibt es doch wirklich andere Probleme, die unsere Aufmerksamkeit erfordern.

  10. Sollte dann noch die Endung .TV genutzt werden? Die Tuvalu-Inseln soll’s ja global-warming-mäßig als erstes erwischen.

  11. Ein sehr wichtiger Punkt fehlt mir im Artikel: Wem gehört die Domain bit.ly?

    Denn auch ich könnte mir binnen Sekunden jede x-beliebige Domain in jedem x-beliebigen Land reservieren und dort einen Kurz-URL-Dienst einrichten. Das entsprechende Regime hätte davon, wenn überhaupt, nur einen Bruchteil der eventuellen Steuereinkommen aus dem Verkauf der Domain. In Deutschland wären das derzeit eben 19 Prozent von vielleicht nicht ganz 6 € jährlich.

    Dabei würden dann weder die Daten auf einem Server im Ausland liegen, noch wäre das Land in der Lage, durch weniger als Abschaltung aller Nameserver irgendetwas zu verhindern, was ich damit mache.

    Ich halte diesen Artikel also für lesenwert, jedoch in Richtung Stimmungmache gefertigt. Ich stimme einigen Vorkommentierenden durchaus zu, daß man dann, je nach Betrachtungsweise, auch Endungen mit us, gov, co.uk, sv und sogar de als moralisch gefährlich unterstützend einstufen könnte.

    Ganz besonders müßte mir in Anbetracht der neuesten Dummschwätzerei unserer mehrheitlich gewählten Kanzlerin eigentlich die Endung de moralisch als verwerflich erscheinen.

    Eigentlich.

  12. Und was bitte ist daran so schlimm, dass irgendeine Short-URL in einem Twittereintrag oder sonstwo der Nachwelt möglicherweise nicht auf ewig erhalten bleibt?

  13. Ich finde natürlich, dass man sich selbst fragen kann, ob man solche Länder in diesem Sinne „unterstützen“ möchte.

    Aber weitaus schlimmer finde ich, wenn hier gesprochen wird, als ob es „nur ein“ Kurz-URL-Dienst gibt.
    Wenn viele Websites natürlich nur einen Dienst nutzen, dann muss man sich auf jeden Fall fragen, ob man dieses „Risiko“ eingehen möchte, dass über Nacht die URLs nicht mehr funktionieren, weil der Dienst offline gegangen ist.

    Ich finde, wenn viele Leute nur immmer denselben Kurz-URL-Dienst nutzen, dann herrscht eine große Abhängigkeit und dieser Dienst hat eine gewissene Macht auf die Websites.

    Außerdem würde ich diese Dienste nie benutzen.
    Warum brauche ich eine URL, die ein paar Zeichen kürzer ist?
    Klar kann man sich einfa.ch/tanne leichter merken als eine längere URL. Aber wozu?

    Welche Leute merken sich den viele URLs?
    Man kann froh sein, wenn die Leute sich die Domains merken.

  14. Danke für diese weiteren Kommentare, die mich nun doch erkennen lassen, dass dieser Artikel als Denkanstoß doch etwas hat.

  15. Der Aufruf lautet ja nicht: Boykottiert .ly-Domains!
    Ich verstehe es als Denkanstoß, den ich mir zu Herzen nehmen oder unbeachtet lassen kann.

    URL-Shortys nutze ich kaum; entsprechend sind die Auswirkungen bei Sperrung durch Ihro Gnaden Gaddafi auf mein internettes Leben eher gering. Doch es mag Menschen geben, die stärker betroffen wären und die sich darüber Gedanken machen sollten.

    Inwieweit ich mich nach dem „Rufer in der Wüste“ richte, liegt in meinem Ermessen. Ähnliche Mahner haben auf das Delphinsterben beim Thunfischfang, die GPS-Ungenauigkeiten im Falle US-amerikanischer Kampfhandlungen, indische Kinderarbeit beim Grabsteinhauen und viele weitere Problemfälle hingewiesen.

    Und entweder richte ich mich danach, oder ich lasse es bleiben. Wichtig ist, zu wissen, dass ein Problem existiert bzw. entstehen könnte.

    Danke für den Artikel!

  16. Das der Dienstleister eins URL-Kürzers integer sein sollte versteht sich von selbst. Stellt Euch einmal den Schaden vor, der entstünde, wenn die URLs im nach hinein gefälscht werden würden. z.B. von Nachrichtenportalen zu gefälschten Seiten dieser Portale? Zensur und Propaganda wären dann vereint. (Widerlicher Gedanke, oder?)

    Für die Leute, die eh einen Vorbehalt gegen die kurzen URLs haben, weil man nicht vorher sehen kann, wo man landet empfehle ich die Firefox Erweiterung „Long-URL-please“ die übersetzt die gekürzte URL in den echten Link.

    Das Nachdenken inwiefern die Zuverlässigkeit des Dienstes im nach hinein mein Geschäft beeinflussen kann halte ich für sehr wichtig und bedanke mich für diese Anregung.

  17. Interessanter Artikel. Nicht, dass ich .ly jetzt bedenklich oder boykottierenswert finde, aber schön dass auch mal über solche Aspekte nachgedacht wird. Hat jetzt zwar keinen konkreten Nutzen, aber das haben die meisten Kommentare auch nicht, besonders die nicht, die den Nutzen kritisieren.

    Im Übrigen kann man auch einen eigene URL-Kürzer aufsetzen, z. B. mit Yourls.

    Die Kurz-URLs haben übrigens nicht nur den Vorteil kurz zu sein, sondern man hat auch eine schöne Statistik, wenn man sie denn braucht.

  18. Hintergrund für den Artikel war übrigens, dass ich tr.im sehr intensiv nutzte und nutze. Als die die Abschaltung ankündigten, wurde ich intern stark kritisiert. Wir hatten schon mal in unserem Weblog über das Thema gesprochen:
    http://blog.seibert-media.net/2008/07/28/kurz-url-dienste-nutzlich-und-riskant/

    Aber nun entfachte intern in unserem Microblog eine Diskussion über das Für- und Wider von Kurz-URLs. Und dann kam es zu dem Argument „Wenn Gaddafi die bit.ly-URL annektiert …“ und wir stellten fest, dass das durchaus etwas ist, was eintreten konnte. Seitdem nutze ich bit.ly immer als j.mp. :-)

  19. Als ich den Titel sah, war auch mein erster Schnellschuss: realitätsfern. Als ich den Artikel aber las und mir selber Gedanken dazu machte, kam es mir gar nicht mehr lächerlich vor. Der Autor behauptet ja nicht einmal, man solle unbedingt auf solche Hintergründe achten, sondern stellt die Frage des Ob.

    Und ich denke, die Frage, ob man darauf achten und ggf. mit Verzicht oder Boykott reagieren sollte, lässt sich, obwohl scheinbar weit her geholt, mit Ja beantworten.

    Die Wirtschaft sollte man nicht mehr als gekapseltes System, wie es z.B. Luhmann radikal aber der Wahrheit entsprechend zeichnete, hinnehmen. Mit dieser Kapselung, d.h. innerhalb des Systems zählt nur Geld und keine moralischen Werte, höchstens noch Sanktionen, funktioniert das System ansich perfekt. Die Welt darumherum geht daran aber zugrunde, wie man gerade perfekt am Beispiel Kopenhagen sehen kann. Die Klimakonferenz ist von wirtschaftlichen Interessen gezeichnet, da gibt es keinen Unterschied zwischen China, Deutschland oder Brasilien.

    Seltsamerweise herrscht bei diesem Thema bei den Leuten viel eher eine Einsicht, dass man ob der Sturheit Chinas gerne das ein oder andere mal darauf verzichten sollte, mit China zu handeln.

    Dass das Klimaszenario weit weg vom Domainhandel entfernt ist, sehe ich nicht. Wenn man nicht im Kleinen anfängt, wird man nie im Großen Erfolg haben. Und immerhin geht es dabei auch um die Symbolik. Namen sind schließlich nicht Schall & Rauch. Bit.ly trägt das Unrecht im Namen, ob man das so sehen will oder nicht.

  20. Interessante Betrachtung der Lage.

  21. Man kann es ja wohl auch übertreiben, oder?
    Allgemein verstehe ich noch immer nicht, warum man Twitter nutzt, man auf diese komischen URLs und Social Bookmarks. Sorry, aber ich verstehe es bis heute nicht. Ist wohl ein Hype, dem man Folge leisten will – Zwang, oder wie? Sicher kann das mal nützlich sein und bringt sicher auch seine Vorteile, aber denkt man mal daran, dass sprechende URLs viel schöner sind und diese kurzen URLs sehr unseriös wirken…
    Überhaupt das gleich überzubewerten und sich Sorgen zu machen… kommt es dazu, greift man zu einem anderen Dienst. Fertig.

  22. finde den Artikel in seiner Art gelungen – eine bemerkenswerte Mischung aus Fakten und Meinung.

    Grundsätzlich hat mich aber bei der Lektüre nach und nach ein deutliches Unbehagen beschlichen …

    und so halte ich es mit @Klawischnigg – dem ist nichts hinzuzufügen.

    ledzep

  23. Wenn der Autor keine andere Sorgen hat kann man ihn echt beneiden… tsts

  24. der artikel zeigt nur dass der autor lybien offenbar nur aus der b.ldzeitung kennt.
    was hielte er davon einen anderen „schurkenstaat“, die vereinigten staaten von amerika naemlich, zu boykottieren… :))

  25. „Ob es wohl dabei bleibt, sobald der Gaddafi-Clan sieht, dass diese Domain wirklich wichtig wird und somit Druck ausgeübt werden kann?“

    Ich glaube, du überschätzt die Bedeutung eines URL-Verküzers ganz enorm. In der „echten“ Welt interessiert es einfach niemanden.

    Im übrigen finde ich den Artikel mehr als lächerlich. Macht der Autor sich auch Gedanken darüber, wenn er überlegt, ob er bei Vodafone kaufen soll? Bei Siemens? Eine amerikanische Domain aufruft?

  26. Sind us-amerikanische URLs vertretbarer? Aus der Sicht einer moralischen Betrachtungsweise auf keinen Fall.

    Ich denke, den Artikel kann man nur als merkbefreiter Bürgerlicher verstehen…

  27. Diese verkürzten URLs sind sowieso eine Plage. Einfach gar nicht verwenden, wo man es aus Platzgründen nicht unbedingt muss!

  28. @L-Roy:

    Du schreibst:

    Interessanter wäre der Fall, wenn der Schurkenstaat am täglichen Geschäft Anteil hätte, sprich, durch den laufenden Betrieb Geld verdient oder Nutzer- bzw. Nutzungsdaten einsehen kann.

    Ob es wohl dabei bleibt, sobald der Gaddafi-Clan sieht, dass diese Domain wirklich wichtig wird und somit Druck ausgeübt werden kann? Und was macht Twitter dann dagegen? Klagen und das Abschalten riskieren? Oder lieber zahlen und möglichst niemand was sagen, wegen der schlechten Presse? Letzteres möchte ich wetten.

    Ausserdem ist die Endung ly ausschließlich für englischsprachige Menschen „sprechend“, für den Rest der Welt nicht. Für mich sehen derartige URLs eher aus wie Phishing. Machen sich bestimmt gut in E-Mails …

  29. Wenn man die moralischen Bedenken noch etwas weiter treibt, kommt man schnell dazu, dass man eigentlich keine Länder-Domain nutzen sollte, da so ziemlich alle Länder von AI ihre (berechtigte) Kritik abgekommen.

    Natürlich darf und muss man sich moralische Bedenken leisten, aber nicht in solchen Lappalien, ob jemand für 100 Euro sich in einem Schurkenstaat eine schön klingende Domain sichert, um diese dann im Heldenland zu betreiben. Wenn man so anfängt, muss man konsequenterweise in allen Bereichen des Lebens sein Kauf- und Nutzungsverhalten hinterfragen, bis man nur noch für die Ächtung böser Staaten lebt bzw. nicht mehr im gewohnten Standard leben kann.

    Interessanter wäre der Fall, wenn der Schurkenstaat am täglichen Geschäft Anteil hätte, sprich, durch den laufenden Betrieb Geld verdient oder Nutzer- bzw. Nutzungsdaten einsehen kann.

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